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Mord an Frauke Liebs

98.740 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Entführung, Telefon ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mord an Frauke Liebs

Mord an Frauke Liebs

04.07.2026 um 14:35
Zitat von charchar schrieb:Man weiss es nicht.
Wenn es keine Gefangenschaft war,sondern eine Dauerdiskussion,mit Alkohol? Drogen?
Komm,noch einen Tag,Nee,Ach komm
Ich denke,die kannten sich sehr gut.
Bedrohte Menschen drücken sich nicht so seltsam aus,wie in all diesen Telefongesprächen.
Finde ich.
Ich finde, dass es eine sehr klare und bewusste Kommunikation seitens Frauke ist, wenn man die Kommunikation unter den Bedingungen von Bedrohung, Gefangenschaft, Todesperspektive, Hoffnungsverlust und Zuhörer betrachtet.

Wäre es ein freiwilliger tagelanger Drogenrausch mit freiwilligem Jobverlust und freiwilliger Auszeit, hätte sie nicht anrufen müssen oder aber hätte sagen können, ich mach ne Sause mit dem und dem und ich bin da und da.

Wäre es ne freiwillige Drogennacht gewesen, was nicht undenkbar wäre, hätte sie sich krank melden und am nächsten Tag wieder nach Hause kommen können. Es muss also irgendwer und irgendwas eskaliert sein und sie gegen ihren Willen festgehalten haben. Sie sagte ja auch, sie möchte nach Hause/ich wäre gerne bei Euch. "Das geht nicht, ich lebe noch".

Ich sehe da keinerlei Szenario, dass ein freiwilliges Fernbleiben über die Nacht hinaus und ihren freiwilligen Tod begründen könnte.


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Mord an Frauke Liebs

04.07.2026 um 14:42
Was meint Ihr zu den seltsam formulierten Antworten am Telefon?
"Auch nicht zu spät" z.B:
So redet kein Mensch.
"ich wäre gern bei Euch" sagt man in Gefangenschaft?
"Hab ich die anderen Tage doch auch gemacht"Hm.Hm.
Das ist alles so merkwürdig formuliert,oder eben unpassend.


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Mord an Frauke Liebs

04.07.2026 um 14:59
@char
Ich finde das ist sehr passend formuliert, wenn man die gestellten Fragen nicht beantworten darf, weil jemand neben dir steht, der dich bedroht, wenn du nicht kooperierst. Sie sagt genau mit diesen sehr bewussten Antworten sehr viel und die wesentlichen Aussagen aus.

Jemand, der gerne bei seinen Freunden und der Familie wäre, aber nicht nach hause kommt, wird gefangen gehalten. usw.


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Mord an Frauke Liebs

04.07.2026 um 15:05
Fängt man da nicht automatisch an zu weinen nach tagelangem Strees und Bedrohung?
Ganz egal,ob einer mit der Knarre vor einem steht.


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Mord an Frauke Liebs

04.07.2026 um 16:51
Nach wie vor ist es ein unfassbares Versäumnis der Ermittlungsbehörden, dass man damals nicht sofort angemessen reagiert hat.

Wie ich hier über die Jahre (unter anderen Accounts, auf die ich keinen Zugriff mehr hatte) immer wieder betont habe, erinnere mich ausgesprochen gut an die Abläufe und habe nie verstanden, wie stark die Polizei sich vom Anruf der Vermissten hat "beruhigen" lassen.

Als jemand, der seit seiner Kindheit die Beschäftigung mit Kriminalfällen seine Leidenschaft nennt und der damals in OWL gelebt hat, verfolgte ich bereits seit der Erstmeldung den Fall FL.
Es deutete damals NICHTS auf ein freiwilliges Verschwinden hin.
Leider hat die Polizei nach den ersten telefonischen Meldungen von FL die Ermittlungen auch öffentlich nur noch mit halber Kraft geführt.

Nun, wir kennen im Allgemeinen ja die Rechtslage. Es ist nicht so einfach für die Ermittler, nach einer Person zu suchen, die (a) volljährig ist und die sich (b) telefonisch gemeldet hat und somit ein Lebenszeichen gegeben hat.

Damals war meine Hoffnung, dass die Polizei nur in Bezug auf die Pressearbeit ihr Engagement runtergefahren hat.

Die Zeit hat uns eines Schlechteren belehrt: wie wir dank der späteren Aussagen von Ingrid Liebs wissen, hat die Polizei sie zu Beginn lange nicht ernst genommen. Die Polizei hat sich zu stark auf das Bild der vermeintlich hysterischen und übermäßig besorgten Helikoptermama fokussiert, die ihrer erwachsenen Tochter nicht zutraut, dass diese nach einer feucht-fröhlichen Nacht im Pub z.B. einen One-Night-Stand o.Ä. hatte und daher einfach mal die Schule am nächsten Tag schwänzt.
Hier hätte ein genauerer Blick auf die Gesamtumstände ausgereicht, um diesen Eindruck zu relativieren und zumindest ansatzweise zu dem Eindruck zu gelangen, dass Frauke nicht ganz freiwillig verschwunden ist.

Natürlich weiß ich, dass viele Menschen verschwinden und der allergrößte Teil davon nach relativ kurzer Zeit unbeschadet wieder auftaucht.
Aber unspezifische Statusmeldungen waren damals nicht üblich für Frauke, ebenso ein Fehlen bei ihrer Ausbildung bzw. Schule.
Das hat mich damals in der Anfangszeit schon massiv gestört. Ich habe den Fall mit Freunden besprochen und wir waren schon damals der Auffassung, dass gerade die seltsamen Anrufe eher kein gutes Zeichen sind, sondern wohl eher ein ganz, ganz schlechtes...

Dass man es damals nicht geschafft hat, die Telefonate aufzuzeichnen, ist aus heutiger Sicht eine Katastrophe. Und nein, ich meine gar nicht mal eine TKÜ, die man hätte beantragen müssen, sondern eher die aktive Hilfe für Frau Liebs, ihr zumindest ein Aufnahmegerät zu organisieren. Das muß nicht aus Polizeibestand kommen, sondern es hätte auch genügt, der Mutter zu helfen, wo und wie sie die Anrufe mitschneiden kann.

Ich will gar nicht so weit gehen zu behaupten, dass der Fall ansonsten längst geklärt wäre.
Aber: man hätte halt wahnsinnig viele Infos abgesichert. Die Gedächtnisprotokolle sind besser als nichts. Aber nehmen wir einfach mal das dreimalige "Mama": wenn man dazu die Tonlage hätte und den Gesamtzustand von Frauke einschätzen könnte, dann wäre aus meiner Sicht vermutlich etwas klarer, ob es sich um einen versteckten Hinweis handelt oder - was ich eher vermute - ob das ein letzter Ausdruck völliger Hilflosigkeit und Verzweiflung war.


So müssen wir hier mit Protokollen vorlieb nehmen.

Ich würde aber wirklich davor warnen, zu viel in diese Worte, die lediglich aus Gedächtnisprotokollen stammen, hineinzuinterpretieren. Um sich wirklich an einzelnen Formulierungen oder Worten aufzuhängen, ist das m.M.n. viel zu dürftig. Man kann daraus einfach nichts raussaugen.


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Mord an Frauke Liebs

04.07.2026 um 17:37
@char
Sorry aber wenn ich deine Posts so lese , geht mir der Hut hoch.
Ja sie ist bei ihren Antworten für mich sehr vorsichtig; Kannst du dich nicht mal versuchen da rein zuversetzen? Sie ist entführt , der Täter gestattet ihr, warum auch immer Kontakt aufzunehmen mit ihren Leuten, mit der Drohung nichts falsches zu sagen , hat sie vielleicht im Schwitzkasten und hält ihr ein Messer an den Hals ( Wenn ich schon lese Knarre, klar jeder 2 hat hier ne Knar re), wahrscheinlicher finde ich halt ein Messer.Sie hat Angst und versucht krampfhaft nichts falsches zusagen, denn sie weiß das hat Konsequenzen und ich denke, für sie waren die kurzen Anrufe sehr wichtig, die Stimmen von ihnen zu hören.Und solange sie sich an die Regeln hält, dachte sie vielleicht , dass sie noch ne Chance hat.Außerdem was sollte sie denn sagen? Wenn sie den Typen nicht kannte, konnte sie nichts sagen. Und wenn ich lese sie hätte ja dann nichts mehr zuverlieren? Klar hast du den Satz schon mal gehört , die Hoffnung stirbt zu letzt?
Und das deine Überlegung zu " Ich lebe noch" ist für mich persönlich so daneben , das mir die Worte fehlen.
Sie weiß was für ein Aufriss gemacht wird wegen ihres Wegseins, sie hört Chris besorgte Stimme, kennt ihre Eltern und Geschwister und dann meinst du echt das sie wegen Drogen und Alk wegbleibt und ihr es egal ist, wie ihre Familie leidet? Ganz schlechtes Kino in meinen Augen und echt es tut schon weh , ich so einen Mist lese.
Sorry aber das musste mal gesagt werden.


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Mord an Frauke Liebs

04.07.2026 um 17:46
Entschuldige bitte.
Ich versuche,es anders zu erklären.
Die Antworten finde ich einfach seltsam,"ich lebe noch" bringt doch niemand in einer Bedrohungssituation
ohne Panik oder Schluchzen.
Über die innerfamiliären Konflikte oder Nicht-Konflikte damals weiss man auch nichts.


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Mord an Frauke Liebs

04.07.2026 um 17:53
Zitat von VettlappenVettlappen schrieb:Hier hätte ein genauerer Blick auf die Gesamtumstände ausgereicht, um diesen Eindruck zu relativieren und zumindest ansatzweise zu dem Eindruck zu gelangen, dass Frauke nicht ganz freiwillig verschwunden ist.
Ich finde genau an diesem Umstand fehlen uns die Erkenntnisse, ob und wie die Einschätzungen der ermittelnden Beamten zu bewerten sind. Wir wissen nichts über die "wahre" Frauke, also deren Charakter und Lebensumstände im Vorfeld der Tat. Die Ermittler haben diese sicherlich, gewonnen aus eigenen Erkenntnissen, vorliegen, werden diese aber kaum zum Schutze der Persönlichkeitsrechte von Frauke nicht veröffentlichen. Alle anderen Angaben, sei es nun von ihrer Mutter oder ihren unmittelbaren Freunden, werden keinen negativen Charakterzug offenbaren, auch wenn dieser möglicherweise vorhanden ist. Nicht falsch verstehen, ich denke jeder würde so verfahren, wenn es um sein Kind oder engen Freund geht, aber eben dieser objektive Blick auf das wahre Wesen von Frauke fehlt. Ich möchte dazu auch ausdrücklich betonen, dass da nichts sein muss, aber das Feld eben offen ist. Das ist für mich aber wesentlich, um das Vorgehen der Polizei wirklich objektiv bewerten zu können.
Zitat von VettlappenVettlappen schrieb:Dass man es damals nicht geschafft hat, die Telefonate aufzuzeichnen, ist aus heutiger Sicht eine Katastrophe. Und nein, ich meine gar nicht mal eine TKÜ, die man hätte beantragen müssen, sondern eher die aktive Hilfe für Frau Liebs, ihr zumindest ein Aufnahmegerät zu organisieren. Das muß nicht aus Polizeibestand kommen, sondern es hätte auch genügt, der Mutter zu helfen, wo und wie sie die Anrufe mitschneiden kann.
Lassen wir hier mal außen vor, was die Polizei hier hätte tun sollen oder zumindest unterstützend mitwirken hätte können. Schauen wir uns mal die Personen an, die hier, wenn dies die Polizei schon nicht tut, ein Interesse an der möglichen Aufzeichnung eines Gesprächs hätte. Die Eltern, vermutlich weniger firm, wie man dies technisch hätte anstellen können, aber Chris war damals sicherlich in einem Alter, wo dieses simple technische Machwerk im Raum der zu bewältigen Aufgaben gewesen wäre. Ich weiß, dass man dies im Aufgabenfeld der Polizei sah, aber wenn diese, vermutlich aufgrund der fehlenden rechtlichen Rahmenbedingungen, nicht tätig wurde, dann könnte man doch durchaus pro aktiv, auch ohne Beratung der Polizei, dies in Angriff nehmen. Selbst man sich trotzdem nicht imstande gefühlt hätte, dies alleine zu bewerkstelligen, wäre wohl jedes Elektronikgeschäft dazu in der Lage gewesen, die gewünschte Auskunft zu geben. Dies soll nicht als Vorwurf an die betreffenden Personen verstanden werden, nur einfach ein Gedankengang, der durchaus auch einmal eine andere Denkweise zu dieser Thematik darstellt.


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Mord an Frauke Liebs

04.07.2026 um 18:01
Stimmt.
Da sitzen die Angehörigen vor dem Telefon und warten.
Wenn einer mit Frauke sprach,hätte er doch noch jemanden an den Hörer holen können.
Die schauten einfach zu?
Ohne auch nur in die Nähe des Hörers zu gehen?
Die Telefone damals könnte man lautstellen,soviel ich weiss.


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Mord an Frauke Liebs

04.07.2026 um 18:02
@char
Ich habe nun sämtliche Deiner Beiträge in diesem Forum gelesen und sie fanden alle in diesem Thread statt.
ich frage mich daher, was möchtest Du in Zweifel ziehen, verzerren, verchleiern?


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Mord an Frauke Liebs

04.07.2026 um 18:10
Nichts verschleiern oder verzerren.
Tut mir echt leid.
Ich habe mir nur überlegt,wie man den Fall auch anders sehen könnte.
Finde diese Telefonate super spannend,deshalb beschäftige ich mich damit.


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Mord an Frauke Liebs

04.07.2026 um 18:14
Zitat von VettlappenVettlappen schrieb:Dass man es damals nicht geschafft hat, die Telefonate aufzuzeichnen, ist aus heutiger Sicht eine Katastrophe. Und nein, ich meine gar nicht mal eine TKÜ, die man hätte beantragen müssen, sondern eher die aktive Hilfe für Frau Liebs, ihr zumindest ein Aufnahmegerät zu organisieren. Das muß nicht aus Polizeibestand kommen, sondern es hätte auch genügt, der Mutter zu helfen, wo und wie sie die Anrufe mitschneiden kann.
Und dann hätte Frau Liebs immer nur an der Seite von Chris bleiben müssen, um jeden der eingehenden Anrufe von Frauke mitschneiden zu können.
So einfach hätte das sein können, hätte die Polizei nur aktiv mitgeholfen. *Ironie*


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Mord an Frauke Liebs

04.07.2026 um 18:19
Es sind doch nur Ideen.
Die schaden keinem.


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Mord an Frauke Liebs

04.07.2026 um 18:20
Zitat von charchar schrieb:Nichts verschleiern oder verzerren.
Tut mir echt leid.
Ich habe mir nur überlegt,wie man den Fall auch anders sehen könnte.
Finde diese Telefonate super spannend,deshalb beschäftige ich mich damit.
Ich finde sie auch interessant, auch wenn es leider nur Gedächtnisprotokolle sind.

Also ich finde sie so knapp und teils kryptisch, dass es für mich nur die Schlussfolgerung zulässt, dass der Täter jedes Mal unmittelbar neben ihr saß bzw. stand und sie bedrohte, und Frauke darauf bedacht war, genau aufzupassen, dass sie nicht das falsche sagt.

Insbesondere das letzte Telefonat bedrückt mich sehr. Man merkt förmlich, wie hilflos sie mittlerweile ist.


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Mord an Frauke Liebs

04.07.2026 um 18:48
Zitat von ÜbergoldÜbergold schrieb:Also ich finde sie so knapp und teils kryptisch, dass es für mich nur die Schlussfolgerung zulässt, dass der Täter jedes Mal unmittelbar neben ihr saß bzw. stand und sie bedrohte, und Frauke darauf bedacht war, genau aufzupassen, dass sie nicht das falsche sagt.
Das dürfte wohl völlig außer Frage stehen das bei den Telefonaten der Täter bei ihr war, die Frage ist warum er das zugelassen hat. Es ging ihm bestimmt nicht nur darum damit die Suche nach Frauke zu verzögern, sondern um Machtspielchen vom Täter. Vor allem das sie anscheinend nur Chris anrufen durfte, was ich immer noch merkwürdig finde , warum nicht mal die Familie? Das muss einen Grund gehabt haben, nur welchen?


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Mord an Frauke Liebs

04.07.2026 um 18:52
@Übergold
So sehe und empfinde ich es auch und wie sie resigniert hat. Sie wusste mMn was auf sie zukommt und hat sich mit dem Telefonat verabschiedet.
Das dann irgendwer in meinen Augen völlig unzulängliche Kommentare abgibt,mit dem Verweis, "Das es nur Ideen sind und die keinem weh tun" , finde ich echt daneben.
Manche Ideen sollte man für sich behalten und das ist meine persönliche Meinung.


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Mord an Frauke Liebs

04.07.2026 um 19:33
Zitat von emzemz schrieb:Und dann hätte Frau Liebs immer nur an der Seite von Chris bleiben müssen, um jeden der eingehenden Anrufe von Frauke mitschneiden zu können.
So einfach hätte das sein können, hätte die Polizei nur aktiv mitgeholfen. *Ironie*
Was ist das denn für eine unnötig provokante Bemerkung?
Was soll die Ironie in dem Fall?

Frau Liebs hat ja nun mehrfach betont, dass sie damals sehr wohl willens war, ein Diktiergerät anzuschaffen. Auch die Kosten dürften bei einem Doppel-Akademiker-Paar (Schulleitung & Zahnarzt) vermutlich kein großes Thema gewesen sein. Zumindest unterstelle ich das mal.

Spätestens nach dem 3. Anruf von Frauke musste jeder Kriminalist zumindest mal mit einkalkuliert haben, dass möglicherweise(!) noch weitere Anrufe an Bezugspersonen kommen könnten.

Das war ja sogar meinem Kumpel und mir zum damaligen Zeitpunkt klar und wir haben darüber gesprochen. Nochmal zur Klarstellung: ich habe den Fall im Juni 2006 seit der 1. Pressemeldung verfolgt und das sehr, sehr intensiv.

Daraufhin hätte man zumindest 4-5 Hauptbezugspersonen mit Aufzeichnungsgeräten (und ggf. lautsprecherfähigen Handies*) ausstatten können. So viel zum Thema, "dann hätte Frau Liebs immer nur an der Seite von Chris bleiben müssen, um jeden der eingehenden Anrufe von Frauke mitschneiden zu können."
Frau Liebs hat ja sogar bei der Polizei darum gebeten, ihr bei der Suche nach Aufnahmegeräten zu helfen.
Du tust geradezu so, als sei es vollkommen abwegig gewesen, im Jahre 2009 ein paar Personen mit relativ verbreiteter Technik auszustatten.
Hier verlangt niemand, dass Familie Liebs samt Anhang Polizeihubschrauber bekommt. Kassettenrekorder hätten genügt.

Die Tatsache, dass ein Freund und ich da beim Kaffeetrinken in einem Bielefelder Cafe drauf kamen und auch Frau Liebs es damals (nicht öffentlich) versucht hat, zeigt doch, wie naheliegend das war. Der Fall wurde zumindest in meinem engeren Freundeskreis in OWL sehr intensiv verfolgt und jedes Update besprochen.

Mich ärgert diese Klugscheißerattitüde.

Und nein: diese Klugscheißerei geht eben nicht von mir aus, weil ich mich jetzt schön aufm Sofa in ex post Rationalisierungen versuche, sondern in einem Vorgehen, das damals ohne große Probleme hätte unterstützt werden können. Selbst ohne vorliegenden TKÜ-Beschluss hätte man vonseiten der Ermittlungsbehörden den Rat an die Familie geben können, wo und wie man ggf. an diese Technik gelangen kann.
Dass Frau Liebs damals nicht Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt hat, um Diktiergeräte zu kaufen, ist nachvollziehbar, da sie als unmittelbar Betroffene ja ganz andere Sorgen hatte zu der Zeit.
Aber vonseiten der Ermittler hätte man ja auch mal etwas aktiver mithelfen können, auch wenn man den Angehörigen sagt, "passen sie auf, wir kriegen unseren Antrag auf TKÜ nicht durch, weil die Ausgangslage zu vage ist und kein Richter das unterzeichnen will, aber wir raten ihnen, etwaige zukünftige Anrufe mitzuschneiden, hierzu statten sie die wahrscheinlichsten Anrufziele Fraukes mit Diktiergeräten/Kassettenrekordern inkl. Leerkassetten aus und sobald Frauke sich meldet, machen sie das Handy auf Lautsprecher (sofern vorhanden) und drücken beim Aufzeichnungsgerät auf 'record'."

@emz Verstehst du jetzt vielleicht besser, wie ich das meinte? Es war so kompliziert nicht, sonst hätte man ja damals auch nicht ernsthaft darüber nachgedacht.
Kein Grund, hier flapsig zu werden. Ich gebe mir zumindest Mühe, meine Beiträge zu unterfüttern, was bei inzw. rund 5.000 Seiten Spekulatius zum Fall schwer möglich ist. Und dann kommt jmd. daher und tut so, als sei das eine völlig abwegige Idee.
Das ist unnötig.

Ich kann euch versichern, dass die Polizei die Intensität vorübergehend damals öffentlich zurückgefahren hat, als Frauke sich gemeldet hatte. Es wurde weiter ermittelt, das ja. Aber mit gebremstem Schaum.

Es ist jetzt 20 Jahre her, leider sind die Pressemeldungen nicht mehr abrufbar.
Aber ich erinnere mich jedenfalls noch an 1 Meldung, die ziemlich sicher nach dem 1. Telefonat kam. Und da kam sinngemäß folgender Beitrag als Polizeimeldung (aus dem Gedächtnis): "... Die Vermisste Frauke L. hat sich bei Angehörigen gemeldet. Zwar ist weiterhin nicht bekannt, wo sie sich aufhält und was der Grund für ihr Verschwinden ist. Befürchtungen, ihr könnte etwas zugestoßen sein, konnten damit allerdings relativiert werden."
Besonders der Begriff "relativiert" ist bei mir hängen geblieben.
Wenn jmd. die Meldung zufällig irgendwo gespeichert hat, wäre ich froh über einen Link.

Viele Grüße


*nicht jedes Handy verfügte anno 2006 bereits über einen Lautsprecher.
Ich habe dazu extra nochmal recherchiert, welche Modelle damals besonders verbreitet waren und ob diese eine Art Freisprechfunktion hatten. Aber selbst bei Modellen ohne Freisprechfunktion (ich habe meine Unterlagen mal durchgeschaut - sofern vorhanden - und ich hatte zwischen 2004-2007 drei Handies, wovon 1 keinen Lautsprecher hatte. Dieses Gerät war aber immer noch gut zu verstehen auf Max.Vol., so dass eine Tonbandaufnahme vermutlich etwas gebracht hätte).


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Mord an Frauke Liebs

04.07.2026 um 21:18
Zitat von VettlappenVettlappen schrieb:Es ist jetzt 20 Jahre her, leider sind die Pressemeldungen nicht mehr abrufbar.
Aber ich erinnere mich jedenfalls noch an 1 Meldung, die ziemlich sicher nach dem 1. Telefonat kam. Und da kam sinngemäß folgender Beitrag als Polizeimeldung (aus dem Gedächtnis): "... Die Vermisste Frauke L. hat sich bei Angehörigen gemeldet. Zwar ist weiterhin nicht bekannt, wo sie sich aufhält und was der Grund für ihr Verschwinden ist. Befürchtungen, ihr könnte etwas zugestoßen sein, konnten damit allerdings relativiert werden."
Besonders der Begriff "relativiert" ist bei mir hängen geblieben.
Wenn der Fall bereits vor dem ersten Telefonat medial präsent war, dann würde ich sagen, dass die Polizei bereits, insbesondere bei einer Volljährigen, sehr früh in die Öffentlichkeit ging und somit den Fall durchaus ernst nahm. Auch die Relativierung ergibt Sinn, da sie sich ja persönlich bei ihrem Mitbewohner gemeldet hat. Somit war ein eindeutiges Lebenszeichen vorhanden und nicht nur ein visuelles, wie z. B. eine geschriebene SMS.

Ich weiß, dass ist manchmal schwer nachzuvollziehen, aber wenn man jeden Vermisstenfall höchste Priorität widerfahren lassen würde, müsste man das entsprechend zuständige Personal verdreifachen. Zudem zeigt nun mal auch die Erfahrung, dass sich die meisten Vermisstenfälle, insbesondere wenn sich der oder die Verschwundene persönlich meldet, gerade bei Erwachsenen keine sind. Dass es in diesem Fall ein anderes Ende nahm, ist natürlich für jeden direkt Betroffenen ein tiefer Einschlag in das Schicksal, aber objektiv betrachtet, war es keine Ermittlungspanne sondern einfach das logische Vorgehen aus den vorhandenen Spuren.


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Mord an Frauke Liebs

04.07.2026 um 22:14
Zitat von VettlappenVettlappen schrieb:Was ist das denn für eine unnötig provokante Bemerkung?
Was soll die Ironie in dem Fall?
...
Frau Liebs hat ja sogar bei der Polizei darum gebeten, ihr bei der Suche nach Aufnahmegeräten zu helfen.
...
Um deinen Ausführungen etwas die Dramatik zu nehmen, hören wir uns doch an, wie Frau Liebs das selbst schildert. Dazu führt sie im Podcast "Unter der Lupe" etwa zu Beginn des letzen Drittels aus:
Ich habe noch versucht, am Dienstag Nachmittag ein Diktiergerät zu besorgen in Paderborn, aber leider kannten wir uns nicht aus. Ich war danach in der Polizeistation und habe das thematisiert. 'Weiß ich auch nicht, vielleicht im Gewerbegebiet Frankfurter Weg, aber so genau weiß ich das auch nicht.'
Die Gelben Seiten lagen wohl auch nicht bei der Polizei vor.


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Mord an Frauke Liebs

04.07.2026 um 23:06
Zitat von VettlappenVettlappen schrieb:Ich kann euch versichern, dass die Polizei die Intensität vorübergehend damals öffentlich zurückgefahren hat, als Frauke sich gemeldet hatte. Es wurde weiter ermittelt, das ja. Aber mit gebremstem Schaum.
@Vettlappen

Ja, und das ist auch normal, wenn sich die vermisste Person mehrfach meldet, wie @Triquetrum geschrieben hat:
Zitat von TriquetrumTriquetrum schrieb:Wenn der Fall bereits vor dem ersten Telefonat medial präsent war, dann würde ich sagen, dass die Polizei bereits, insbesondere bei einer Volljährigen, sehr früh in die Öffentlichkeit ging und somit den Fall durchaus ernst nahm. Auch die Relativierung ergibt Sinn, da sie sich ja persönlich bei ihrem Mitbewohner gemeldet hat. Somit war ein eindeutiges Lebenszeichen vorhanden und nicht nur ein visuelles, wie z. B. eine geschriebene SMS.
Zitat von VettlappenVettlappen schrieb:Spätestens nach dem 3. Anruf von Frauke musste jeder Kriminalist zumindest mal mit einkalkuliert haben, dass möglicherweise(!) noch weitere Anrufe an Bezugspersonen kommen könnten.
Ich verstehe die Verzweiflung von Frau Liebs und ich würde ihre Vorwürfe gegenüber der Polizei nicht kritisieren, weil „Angehörige dürfen alles“, sagt man. Weil sie in einer für Außenstehende unvorstellbar schmerzhaften Situation stecken, wenn ein Angehöriger auf unerklärliche Weise verschwindet. Und jetzt, bald 20 Jahre nach Auffinden der toten Tochter, ist die Situation des schmerzenden Verlusts sicher immer noch da, wenn auch vielleicht auf andere Weise. Fakt ist, Frau Liebs hat ihr Kind verloren unter bis heute ungeklärten Umständen. Das ist eine schlimme, schwere Last, die sich ein Unbeteiligter wahrscheinlich nicht wirklich vorstellen kann. Jeder, der mit so etwas leben muss, hat mein volles Mitgefühl.

Gleichzeitig, auf der Sachebene, darf die Polizei im Jahre 2006 von Personen eines Akademikerhaushalts erwarten, dass sie sich selbst über Bezugsquellen für Aufnahmegeräte informieren. Das ist nicht die Aufgabe der Polizei und die Google-Suchmaschine gab es 2006 auch schon, da brauchte man keine Gelben Seiten. Und wenn sich Frau Liebs mit der Besorgung von Aufnahmegeräten schwergetan hat, dann waren noch die Geschwister von Frauke da, die vielleicht hätten helfen können. Aber ja, vielleicht hat die Polizei sie „abgewimmelt“. Wenn das so gewesen ist, war es aus Sicht der Angehörigen unangemessen, das ist klar und ich würde das auch als unangemessen empfinden.

Aus Sicht der Polizei, denke ich, dass, nachdem Frauke sich telefonisch gemeldet hatte, der Fall unter „volljährige Person hält sich unerwartet an unbekanntem Ort auf, Maßnahmen zur Gefahrenabwehr aber nicht nötig, weil mehrfache telefonische Kontaktaufnahme erfolgt ist“, gebucht wurde. Und dann hat die Polizei die Anstrengungen zur Klärung von Fraukes Abwesenheit zurückgefahren.

Ja, das ist in den Fällen, wo tatsächlich Gefahr für Leib und Leben besteht, tragisch. Und hier war die Gefahr für die Polizei nicht erkennbar. Und mich macht es wütend, weil der Täter wahrscheinlich mit den Anrufen sein Ziel erreicht hat, die Polizei quasi herauszuhalten. Und das hat Fraukes Tod ermöglicht, wie auch immer sie zu Tode gekommen ist.


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