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Mord an Frauke Liebs

98.655 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Entführung, Telefon ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mord an Frauke Liebs

Mord an Frauke Liebs

um 14:35
Zitat von charchar schrieb:Man weiss es nicht.
Wenn es keine Gefangenschaft war,sondern eine Dauerdiskussion,mit Alkohol? Drogen?
Komm,noch einen Tag,Nee,Ach komm
Ich denke,die kannten sich sehr gut.
Bedrohte Menschen drücken sich nicht so seltsam aus,wie in all diesen Telefongesprächen.
Finde ich.
Ich finde, dass es eine sehr klare und bewusste Kommunikation seitens Frauke ist, wenn man die Kommunikation unter den Bedingungen von Bedrohung, Gefangenschaft, Todesperspektive, Hoffnungsverlust und Zuhörer betrachtet.

Wäre es ein freiwilliger tagelanger Drogenrausch mit freiwilligem Jobverlust und freiwilliger Auszeit, hätte sie nicht anrufen müssen oder aber hätte sagen können, ich mach ne Sause mit dem und dem und ich bin da und da.

Wäre es ne freiwillige Drogennacht gewesen, was nicht undenkbar wäre, hätte sie sich krank melden und am nächsten Tag wieder nach Hause kommen können. Es muss also irgendwer und irgendwas eskaliert sein und sie gegen ihren Willen festgehalten haben. Sie sagte ja auch, sie möchte nach Hause/ich wäre gerne bei Euch. "Das geht nicht, ich lebe noch".

Ich sehe da keinerlei Szenario, dass ein freiwilliges Fernbleiben über die Nacht hinaus und ihren freiwilligen Tod begründen könnte.


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Mord an Frauke Liebs

um 14:42
Was meint Ihr zu den seltsam formulierten Antworten am Telefon?
"Auch nicht zu spät" z.B:
So redet kein Mensch.
"ich wäre gern bei Euch" sagt man in Gefangenschaft?
"Hab ich die anderen Tage doch auch gemacht"Hm.Hm.
Das ist alles so merkwürdig formuliert,oder eben unpassend.


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Mord an Frauke Liebs

um 14:59
@char
Ich finde das ist sehr passend formuliert, wenn man die gestellten Fragen nicht beantworten darf, weil jemand neben dir steht, der dich bedroht, wenn du nicht kooperierst. Sie sagt genau mit diesen sehr bewussten Antworten sehr viel und die wesentlichen Aussagen aus.

Jemand, der gerne bei seinen Freunden und der Familie wäre, aber nicht nach hause kommt, wird gefangen gehalten. usw.


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Mord an Frauke Liebs

um 15:05
Fängt man da nicht automatisch an zu weinen nach tagelangem Strees und Bedrohung?
Ganz egal,ob einer mit der Knarre vor einem steht.


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Mord an Frauke Liebs

um 16:51
Nach wie vor ist es ein unfassbares Versäumnis der Ermittlungsbehörden, dass man damals nicht sofort angemessen reagiert hat.

Wie ich hier über die Jahre (unter anderen Accounts, auf die ich keinen Zugriff mehr hatte) immer wieder betont habe, erinnere mich ausgesprochen gut an die Abläufe und habe nie verstanden, wie stark die Polizei sich vom Anruf der Vermissten hat "beruhigen" lassen.

Als jemand, der seit seiner Kindheit die Beschäftigung mit Kriminalfällen seine Leidenschaft nennt und der damals in OWL gelebt hat, verfolgte ich bereits seit der Erstmeldung den Fall FL.
Es deutete damals NICHTS auf ein freiwilliges Verschwinden hin.
Leider hat die Polizei nach den ersten telefonischen Meldungen von FL die Ermittlungen auch öffentlich nur noch mit halber Kraft geführt.

Nun, wir kennen im Allgemeinen ja die Rechtslage. Es ist nicht so einfach für die Ermittler, nach einer Person zu suchen, die (a) volljährig ist und die sich (b) telefonisch gemeldet hat und somit ein Lebenszeichen gegeben hat.

Damals war meine Hoffnung, dass die Polizei nur in Bezug auf die Pressearbeit ihr Engagement runtergefahren hat.

Die Zeit hat uns eines Schlechteren belehrt: wie wir dank der späteren Aussagen von Ingrid Liebs wissen, hat die Polizei sie zu Beginn lange nicht ernst genommen. Die Polizei hat sich zu stark auf das Bild der vermeintlich hysterischen und übermäßig besorgten Helikoptermama fokussiert, die ihrer erwachsenen Tochter nicht zutraut, dass diese nach einer feucht-fröhlichen Nacht im Pub z.B. einen One-Night-Stand o.Ä. hatte und daher einfach mal die Schule am nächsten Tag schwänzt.
Hier hätte ein genauerer Blick auf die Gesamtumstände ausgereicht, um diesen Eindruck zu relativieren und zumindest ansatzweise zu dem Eindruck zu gelangen, dass Frauke nicht ganz freiwillig verschwunden ist.

Natürlich weiß ich, dass viele Menschen verschwinden und der allergrößte Teil davon nach relativ kurzer Zeit unbeschadet wieder auftaucht.
Aber unspezifische Statusmeldungen waren damals nicht üblich für Frauke, ebenso ein Fehlen bei ihrer Ausbildung bzw. Schule.
Das hat mich damals in der Anfangszeit schon massiv gestört. Ich habe den Fall mit Freunden besprochen und wir waren schon damals der Auffassung, dass gerade die seltsamen Anrufe eher kein gutes Zeichen sind, sondern wohl eher ein ganz, ganz schlechtes...

Dass man es damals nicht geschafft hat, die Telefonate aufzuzeichnen, ist aus heutiger Sicht eine Katastrophe. Und nein, ich meine gar nicht mal eine TKÜ, die man hätte beantragen müssen, sondern eher die aktive Hilfe für Frau Liebs, ihr zumindest ein Aufnahmegerät zu organisieren. Das muß nicht aus Polizeibestand kommen, sondern es hätte auch genügt, der Mutter zu helfen, wo und wie sie die Anrufe mitschneiden kann.

Ich will gar nicht so weit gehen zu behaupten, dass der Fall ansonsten längst geklärt wäre.
Aber: man hätte halt wahnsinnig viele Infos abgesichert. Die Gedächtnisprotokolle sind besser als nichts. Aber nehmen wir einfach mal das dreimalige "Mama": wenn man dazu die Tonlage hätte und den Gesamtzustand von Frauke einschätzen könnte, dann wäre aus meiner Sicht vermutlich etwas klarer, ob es sich um einen versteckten Hinweis handelt oder - was ich eher vermute - ob das ein letzter Ausdruck völliger Hilflosigkeit und Verzweiflung war.


So müssen wir hier mit Protokollen vorlieb nehmen.

Ich würde aber wirklich davor warnen, zu viel in diese Worte, die lediglich aus Gedächtnisprotokollen stammen, hineinzuinterpretieren. Um sich wirklich an einzelnen Formulierungen oder Worten aufzuhängen, ist das m.M.n. viel zu dürftig. Man kann daraus einfach nichts raussaugen.


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Mord an Frauke Liebs

um 17:37
@char
Sorry aber wenn ich deine Posts so lese , geht mir der Hut hoch.
Ja sie ist bei ihren Antworten für mich sehr vorsichtig; Kannst du dich nicht mal versuchen da rein zuversetzen? Sie ist entführt , der Täter gestattet ihr, warum auch immer Kontakt aufzunehmen mit ihren Leuten, mit der Drohung nichts falsches zu sagen , hat sie vielleicht im Schwitzkasten und hält ihr ein Messer an den Hals ( Wenn ich schon lese Knarre, klar jeder 2 hat hier ne Knar re), wahrscheinlicher finde ich halt ein Messer.Sie hat Angst und versucht krampfhaft nichts falsches zusagen, denn sie weiß das hat Konsequenzen und ich denke, für sie waren die kurzen Anrufe sehr wichtig, die Stimmen von ihnen zu hören.Und solange sie sich an die Regeln hält, dachte sie vielleicht , dass sie noch ne Chance hat.Außerdem was sollte sie denn sagen? Wenn sie den Typen nicht kannte, konnte sie nichts sagen. Und wenn ich lese sie hätte ja dann nichts mehr zuverlieren? Klar hast du den Satz schon mal gehört , die Hoffnung stirbt zu letzt?
Und das deine Überlegung zu " Ich lebe noch" ist für mich persönlich so daneben , das mir die Worte fehlen.
Sie weiß was für ein Aufriss gemacht wird wegen ihres Wegseins, sie hört Chris besorgte Stimme, kennt ihre Eltern und Geschwister und dann meinst du echt das sie wegen Drogen und Alk wegbleibt und ihr es egal ist, wie ihre Familie leidet? Ganz schlechtes Kino in meinen Augen und echt es tut schon weh , ich so einen Mist lese.
Sorry aber das musste mal gesagt werden.


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Mord an Frauke Liebs

um 17:46
Entschuldige bitte.
Ich versuche,es anders zu erklären.
Die Antworten finde ich einfach seltsam,"ich lebe noch" bringt doch niemand in einer Bedrohungssituation
ohne Panik oder Schluchzen.
Über die innerfamiliären Konflikte oder Nicht-Konflikte damals weiss man auch nichts.


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