emz schrieb:Und dann hätte Frau Liebs immer nur an der Seite von Chris bleiben müssen, um jeden der eingehenden Anrufe von Frauke mitschneiden zu können.
So einfach hätte das sein können, hätte die Polizei nur aktiv mitgeholfen. *Ironie*
Was ist das denn für eine unnötig provokante Bemerkung?
Was soll die Ironie in dem Fall?
Frau Liebs hat ja nun mehrfach betont, dass sie damals sehr wohl willens war, ein Diktiergerät anzuschaffen. Auch die Kosten dürften bei einem Doppel-Akademiker-Paar (Schulleitung & Zahnarzt) vermutlich kein großes Thema gewesen sein. Zumindest unterstelle ich das mal.
Spätestens nach dem 3. Anruf von Frauke musste jeder Kriminalist zumindest mal mit einkalkuliert haben, dass
möglicherweise(!) noch weitere Anrufe an Bezugspersonen kommen
könnten.
Das war ja sogar meinem Kumpel und mir zum damaligen Zeitpunkt klar und wir haben darüber gesprochen. Nochmal zur Klarstellung: ich habe den Fall im Juni 2006 seit der 1. Pressemeldung verfolgt und das sehr, sehr intensiv.
Daraufhin hätte man zumindest 4-5 Hauptbezugspersonen mit Aufzeichnungsgeräten (und ggf. lautsprecherfähigen Handies*) ausstatten können. So viel zum Thema,
"dann hätte Frau Liebs immer nur an der Seite von Chris bleiben müssen, um jeden der eingehenden Anrufe von Frauke mitschneiden zu können."Frau Liebs hat ja sogar bei der Polizei darum gebeten, ihr bei der Suche nach Aufnahmegeräten zu helfen.
Du tust geradezu so, als sei es vollkommen abwegig gewesen, im Jahre 2009 ein paar Personen mit relativ verbreiteter Technik auszustatten.
Hier verlangt niemand, dass Familie Liebs samt Anhang Polizeihubschrauber bekommt. Kassettenrekorder hätten genügt.
Die Tatsache, dass ein Freund und ich da beim Kaffeetrinken in einem Bielefelder Cafe drauf kamen und auch Frau Liebs es damals (nicht öffentlich) versucht hat, zeigt doch, wie naheliegend das war. Der Fall wurde zumindest in meinem engeren Freundeskreis in OWL sehr intensiv verfolgt und jedes Update besprochen.
Mich ärgert diese Klugscheißerattitüde.
Und nein: diese Klugscheißerei geht eben nicht von mir aus, weil ich mich jetzt schön aufm Sofa in ex post Rationalisierungen versuche, sondern in einem Vorgehen, das damals ohne große Probleme hätte unterstützt werden können. Selbst ohne vorliegenden TKÜ-Beschluss hätte man vonseiten der Ermittlungsbehörden den Rat an die Familie geben können, wo und wie man ggf. an diese Technik gelangen kann.
Dass Frau Liebs damals nicht Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt hat, um Diktiergeräte zu kaufen, ist nachvollziehbar, da sie als unmittelbar Betroffene ja ganz andere Sorgen hatte zu der Zeit.
Aber vonseiten der Ermittler hätte man ja auch mal etwas aktiver mithelfen können, auch wenn man den Angehörigen sagt,
"passen sie auf, wir kriegen unseren Antrag auf TKÜ nicht durch, weil die Ausgangslage zu vage ist und kein Richter das unterzeichnen will, aber wir raten ihnen, etwaige zukünftige Anrufe mitzuschneiden, hierzu statten sie die wahrscheinlichsten Anrufziele Fraukes mit Diktiergeräten/Kassettenrekordern inkl. Leerkassetten aus und sobald Frauke sich meldet, machen sie das Handy auf Lautsprecher (sofern vorhanden) und drücken beim Aufzeichnungsgerät auf 'record'."@emz Verstehst du jetzt vielleicht besser, wie ich das meinte? Es war so kompliziert nicht, sonst hätte man ja damals auch nicht ernsthaft darüber nachgedacht.
Kein Grund, hier flapsig zu werden. Ich gebe mir zumindest Mühe, meine Beiträge zu unterfüttern, was bei inzw. rund 5.000 Seiten Spekulatius zum Fall schwer möglich ist. Und dann kommt jmd. daher und tut so, als sei das eine völlig abwegige Idee.
Das ist unnötig.
Ich kann euch versichern, dass die Polizei die Intensität vorübergehend damals öffentlich zurückgefahren hat, als Frauke sich gemeldet hatte. Es wurde weiter ermittelt, das ja. Aber mit gebremstem Schaum.
Es ist jetzt 20 Jahre her, leider sind die Pressemeldungen nicht mehr abrufbar.
Aber ich erinnere mich jedenfalls noch an 1 Meldung, die ziemlich sicher nach dem 1. Telefonat kam. Und da kam sinngemäß folgender Beitrag als Polizeimeldung (aus dem Gedächtnis):
"... Die Vermisste Frauke L. hat sich bei Angehörigen gemeldet. Zwar ist weiterhin nicht bekannt, wo sie sich aufhält und was der Grund für ihr Verschwinden ist. Befürchtungen, ihr könnte etwas zugestoßen sein, konnten damit allerdings relativiert werden."Besonders der Begriff "relativiert" ist bei mir hängen geblieben.
Wenn jmd. die Meldung zufällig irgendwo gespeichert hat, wäre ich froh über einen Link.
Viele Grüße
*
nicht jedes Handy verfügte anno 2006 bereits über einen Lautsprecher. Ich habe dazu extra nochmal recherchiert, welche Modelle damals besonders verbreitet waren und ob diese eine Art Freisprechfunktion hatten. Aber selbst bei Modellen ohne Freisprechfunktion (ich habe meine Unterlagen mal durchgeschaut - sofern vorhanden - und ich hatte zwischen 2004-2007 drei Handies, wovon 1 keinen Lautsprecher hatte. Dieses Gerät war aber immer noch gut zu verstehen auf Max.Vol., so dass eine Tonbandaufnahme vermutlich etwas gebracht hätte).