Mord an Frauke Liebs
um 12:16Ist eigentlich bekannt, warum die Ermittlungsbehörden sich so sicher sind, dass es sich um ein Tötungsdelikt handelt, obwohl gar keine Todesursache festgestellt werden konnte?
Aber das für sich genommen beweist doch kein Tötungsdelikt. Damit ist doch nur sicher, dass jemand anderes sie dort abgelegt hat.quaerere1 schrieb:Wie sollte sie dorthin kommen? Und warum sollte sie sich dorthin begeben und sich dort zuum sterben hinlegen? Macht doch keinen Sinn. Ausserdem fehlt ihr Handy und die Uhr, warum sollte sie die Sachen verstecken?
Aus Berichterstattungen zum Fall. Einiges ist natürlich vom Stern (Stawski) wie dieser Artikel:Kangaroo schrieb:Weiss nicht woher du den Gedanken hast von einer "belebten Innenstadt" zu sprechen.
Es war Dienstag, Deutschland hatte bereits am Nachmittag gespielt (weswegen die meisten wohl schon ordentlich im Vorfeld getankt hatten). Paderborn ist auf dem Papier zwar eine Großstadt, man kann es aber nicht mit einer Innenstadt wie Dortmund, Köln oder Berlin vergleichen.
Isabella konnte damals nicht erkennen, in welche Richtung Frauke das Pub verlassen hat. Vor der Tür war viel los, wie generell in der Stadt. Bis kurz vor 23 Uhr wurde das WM-Spiel England gegen Schweden übertragen, im Pub drängten sich die Menschen, weil die Kneipe auch bei den in Paderborn stationierten englischen Soldaten beliebt ist.Quelle: Stern-Artikel vom 20. Oktober 2021.
Der entscheidende Zeuge fehltQuelle: Aus einem Online-Artikel der NW vom 13.09.2011
Bis heute fehlt der mögliche und immens wichtige Zeuge, der Opfer und Täter gemeinsam gesehen hat. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass mitten in der Innenstadt niemand in der lauen Sommernacht während der Fußball-WM gesehen hat, wem Liebs auf ihrem Weg zur Wohnung begegnet ist.
Die Tatsache, dass Frauke nach dem Verlassen des Pub offiziell von Niemanden mehr gesehen wurde, da es keinerlei Aussagen in diese Richtung gibt.RedRalph schrieb:Welche Informationen/Quellen hast Du, die diese Beschreibungen widerlegen könnten?
@KangarooKangaroo schrieb:nur merkwürdig dass sich kein Zeuge gemeldet haben welche wichtige Beobachtungen gemacht haben.
Sie muss ja mehreren Leuten begegnet sein aber merkwürdigerweise schweigen alle Zeugen kollektiv, hm?
Vorab: Ich bin kein Paderborner, kenne nicht die Stadt nicht und war auch 2006 nicht in Paderborn. Ich halte mich zunächst einmal an die öffentlich verfügbaren Quellen (insbesondere auch regional). Dort wird es halt so dargestellt. Natürlich ist das keine Garantie, dass es auch so war.Kangaroo schrieb:Von mir aus glaub an eine belebte Stadt, ist nur merkwürdig dass sich kein Zeuge gemeldet haben welche wichtige Beobachtungen gemacht haben.
Sie muss ja mehreren Leuten begegnet sein aber merkwürdigerweise schweigen alle Zeugen kollektiv, hm?
Denken kannst du persönlich was du willst.
Bin Paderborner und kenne die Ecke dort gut.
Hab dazu halt eine andere Ansicht.
Die Frage ist berechtigt. Ich zähle jedenfalls zu jenen, die es prinzipiell für möglich erachten, dass Frauke ihrem Martyrium selbst ein Ende gesetzt hat.Superhonk schrieb:Ist eigentlich bekannt, warum die Ermittlungsbehörden sich so sicher sind, dass es sich um ein Tötungsdelikt handelt, obwohl gar keine Todesursache festgestellt werden konnte?
Zu 1: Ich denke, Frauke ist deshalb niemandem aufgefallen, WEIL die Stadt total BELEBT war.RedRalph schrieb:1) Die Innenstadt war nicht voll, sondern menschenleer
2) Der/die Täter hat/haben einfach ein Riesenglück gehabt
3) Frauke traf schon beim Verlassen des Pubs auf eine Person und stieg ganz nah in ein Auto ein
4) Der Ablauf war in Wirklichkeit ganz anders, als hier dargestellt.
Ebenso möglich wäre aber auch, dass sie auf andere Weise zu Tode kam. Ich wundere mich sowieso etwas, dass offenbar so einstimmig von einem Festhalten gegen ihren Willen und einem Tötungsdelikt ausgegangen wird, so als wären gar keine anderen Möglichkeiten denkbar.Serval69 schrieb:Ich zähle jedenfalls zu jenen, die es prinzipiell für möglich erachten, dass Frauke ihrem Martyrium selbst ein Ende gesetzt hat.
Übergold schrieb:Entweder kannte sie die Person und stieg arglos ein oder der Täter schaffte es irgendwie, sie innerhalb kürzester Zeit so ruhig zu stellen, dass niemandem was auffiel.
Aus meiner Sicht kann man davon ausgehen, begründend auf die Fußball-WM und dem doch relativ erfolgreichen Abschneiden der deutschen Mannschaft, dass die Innenstadt sicherlich auch zu der relevanten Zeit nicht menschenleer, sondern eher, wenn man es mit normalen Tagen vergleicht, als belebt bezeichnet werden kann.RedRalph schrieb:Einig sind wir uns, dass es merkwürdig ist, wenn niemand etwas beobachtet hätte in einer Stadt, die voller Menschen gewesen sein soll. Das sind die Erklärungen dafür:
1) Die Innenstadt war nicht voll, sondern menschenleer
2) Der/die Täter hat/haben einfach ein Riesenglück gehabt
3) Frauke traf schon beim Verlassen des Pubs auf eine Person und stieg ganz nah in ein Auto ein
4) Der Ablauf war in Wirklichkeit ganz anders, als hier dargestellt.
Superhonk schrieb:Aber das für sich genommen beweist doch kein Tötungsdelikt. Damit ist doch nur sicher, dass jemand anderes sie dort abgelegt hat.
Serval69 schrieb:Die Frage ist berechtigt. Ich zähle jedenfalls zu jenen, die es prinzipiell für möglich erachten, dass Frauke ihrem Martyrium selbst ein Ende gesetzt hat.
Ich denke, die Gesamtumstände, die sich ab den persönlichen Telefonaten dargestellt haben, die unter anderem Ortswechsel beinhalteten und auch auf die gewonnenen Eindrücke ihrer Telefonpartner, denen man, da verschiedene Personen, durchaus Glauben schenken kann, begründet sind, lassen durchaus die berechtigte Annahme zu, dass diese Handlungen gegen den freien Willen von Frauke erfolgten.Superhonk schrieb:Ebenso möglich wäre aber auch, dass sie auf andere Weise zu Tode kam. Ich wundere mich sowieso etwas, dass offenbar so einstimmig von einem Festhalten gegen ihren Willen und einem Tötungsdelikt ausgegangen wird, so als wären gar keine anderen Möglichkeiten denkbar.
Das kann ich mir nicht vorstellen. Es ist doch mit Sicherheit schon oft vorgekommen, dass eine Person ihr Umfeld verlassen hat, sich noch mehrmals bei Angehörigen oder Freunden gemeldet hat und dann irgendwann ohne Fremdeinwirkung verstorben ist, auch wenn solche Fälle normalerweise nicht in den Medien auftauchen.Triquetrum schrieb:Es gibt nun mal für den Fall Frauke keinerlei Präzedenzfälle, die eine andere Theorie als eine Fremdeinwirkung zulassen würden.