emz schrieb:Es macht halt schon einen Unterschied, wer da bei der Polizei mit seiner Vermisstenanzeige erscheint. Hier waren es Dr. Liebs, Zahnarzt, und seine Ehefrau Ingrid Liebs, Gymnasial-Direktorin. Dem Ehepaar Mustermann, er Gabelstablerfahrer und sie Supermarktkassiererin, hätte man sicherlich nicht diese Aufmerksamkeit geschenkt.
Wow, für eine, die mit Kritik über Posts anderer User nicht zurückhält, wirfst du dann mal so einen pauschalen Müll raus. Ich habe über 40 Jahre in der Branche gearbeitet und ich wüsste nicht einen einzigen Fall, der zu mir auf den Tisch kam, in dem ein Unterschied zwischen den anzeigenden Personen gemacht wurde. Es kommt einzig und alleine auf die Vermisste selbst, deren Lebensumstände und der daraus resultierenden Abschätzung an, wie deren Gefährdungslage zu sehen ist.
Dass es hierbei zu Fehleinschätzungen kommen kann ist durchaus richtig, trotzdem würde niemand bereits zu Beginn der Anzeige einen Unterschied über die soziale Stellung einer Person, die zur Anzeigenerstattung erscheint machen. Eine Differenzierung gibt es nur in der medialen Berichterstattung, die je nach Bekanntheit der Person, schneller und intensiver ihre Mühlen anwirft als vielleicht bei einer "normal" im Leben stehenden Person. Bei diesen wird es dann erst interessant, um so länger der Fall anhält und um so mysteriöser die Umstände des Verschwindens sind.
Wie gesagt, ich hatte wirklich zahlreiche Vermisstenfälle auf dem Tisch liegen, die wirklich von unterschiedlichster Stellung im sozialen Leben waren. Hierbei wurde niemals Einfluss, sei es nun politisch von außen oder von höheren Stellen bei mir im Hause selbst, genommen. Der einzige Unterschied war die obligatorische Warnung, dass man bei Gesprächen, sei es nun am Telefon oder vermeintlich intern in der Mittagspause beim Imbiss, aufpassen solle, da die Presse doch gerne auch Wege benutzt, um an Informationen zu kommen, die nicht unbedingt dem Mainstream zuzuordnen sind.