Der zitierte Beitrag von scriptkiddy06 wurde gelöscht. Begründung: Infos ohne Quellenangabe und vermutlich aus Paywall
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Wenn man es nüchtern und somit rein objektiv betrachtet, geht aus den Anrufen nur eine Information hervor, die man mit hoher Wahrscheinlichkeit als gesichert ansehen kann, nämlich dass Frauke zu diesem Zeitpunkt noch am Leben war. Jede weitere Bewertung geht alleine aus den Erinnerungen des jeweiligen Gesprächspartners von Frauke hervor, was eine rein subjektive Wahrnehmung der Situation darstellt.
Interessant würde es nur werden, wenn man die Gespräche aufgezeichnet und somit auch für neutral eingestellte Personen hätte zugänglich machen können. Insbesondere das Gespräch, welches wohl über 5 Minuten ging, wäre dabei interessant gewesen. Der darüber bekannte Inhalt ist doch relativ gering für die Länge des Gesprächs. Würde dieses in aufgezeichneter Form vorliegen, würde man sicherlich einiges aus dem Inhalt und Duktus herauslesen können. Leider ist diese Chance der Informationsgewinnung nicht vorhanden, weshalb für mich die Gespräche, auch wohl aus Sicht der Ermittler, nur bedingt aussagekräftig sind, da eben alleine geschildert aus der Sicht der anwesenden Personen.
Es ist schwer zu sagen, unter welchen Druck Frauke zum Zeitpunkt der Textnachricht bzw. geführten Gespräche wirklich stand. Geschahen Teile davon noch freiwillig, möglicherweise lediglich hinsichtlich des Inhaltes durch einen Dritten beeinflusst oder wurde Frauke gleich von Minute 1 an gegen ihren Willen festgehalten und alle Nachrichten und Anrufe waren durch Drohungen des Täters beeinflusst.
Deshalb, denke ich, hast du
@scriptkiddy06 die Situation aus meiner Sicht sehr gut zusammengefasst. Auch mir fehlen die Bemühungen, wenn schon vermeintlich die Polizei diese Maßnahme nicht durchführen wollte, die Gespräche in irgendeiner Form aufzuzeichnen. Wenn ich schon die Befürchtung habe, dass die Ermittler die Situation nicht ernst genug nehmen, so würde ich doch selbst entsprechende Schritte, die ja, da mehrmals angeführt, auch durch die Verwandten und engen Bekannten selbst angeregt wurden. Mir fehlt es in diesem Zusammenhang auch der Glaube, dass man nicht fähig war, dies selbst zu bewerkstelligen. Ich habe in meiner Kindheit, und die war Anfang der 70er Jahre, bereits Telefonanrufe aufgenommen, ohne großes Knowhow dafür zu besitzen.
Abschließend noch angeführt, an diesem Fall ist einiges merkwürdig und in meinen Augen nicht schlüssig. Die Erklärungen finden sich wohl in den Details zur Persönlichkeit von Frauke Liebs, die der Allgemeinheit, auch zurecht, nur oberflächlich vorliegen. Man weiß quasi nichts über ihre geführten Beziehungen, ihr allgemeines Leben und ihrer Persönlichkeit. Natürlich bekommt man hier die subjektive Schilderung von Familienangehörigen und engen Freunden, die ja immer wieder in Podcasts zu hören sind, die aber sicherlich, nachdem Frauke dieses Schicksal ereilte, hauptsächlich die positiven Aspekte hervorheben. Auch dies ist völlig normal und soll auch so sein, da ich es ja bei meinen Kindern nicht anders mache, trotzdem bekommt man halt keinen Einblick über ihre wirkliche Persönlichkeit, die auch negative Aspekte mit ins Spiel bringen würden.
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Ich denke mal, dass diese Informationen von allen Personen, die sich im unmittelbaren Bekanntenkreis von Frauke befanden, mit Sicherheit eingeholt und überprüft wurden. Hätte sich daraus etwas ergeben, so hätte man sicherlich von einem entsprechenden Tatverdacht etwas gehört. Ich denke auch, dass man bei bestimmten Personen auch deren Freundeskreis ins Auge gefasst hat, um eine Tat mit einem möglichen Mittäter auszuschließen. Ein grifffestes Ergebnis kam dabei wohl nicht heraus.
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Ähnlich habe ich auch schon gedacht. Welche Umstände sorgten dafür, dass dieser Anruf nicht zustande kam? Meine Vermutung ist hier, dass eine Situation anders war, als an den Vortagen. Ich glaube es lag dabei weniger an Frauke, sondern mehr an der Wahrnehmung, die der Täter an diesem Tag hatte. Ich gehe davon aus, dass die Gespräche wohl immer aus einem Fahrzeug geführt wurden. Soll heißen, der Täter fuhr mit Frauke an verschiedene Örtlichkeiten, um dort die Gespräche, außerhalb des eigentlichen Verstecks, zu führen.
Ich könnte mir vorstellen, dass ihm bei dieser Fahrt in der Nähe des anvisierten Ortes ein Polizeifahrzeug oder einen Pkw, den er möglicherweise als Zivilfahrzeug der Polizei, da vielleicht am Rand parkend und mit zwei Personen besetzt, wahrgenommen hat, der die Angst bei dem Täter aufkommen ließ, dass die Örtlichkeit möglicherweise überwacht wird. Aus diesem Grund ließ er von seinem Vorhaben ab, Frauke an diesem Abend telefonieren zu lassen. Reine Spekulation, aber aus meiner Sicht nicht unwahrscheinlich.
An ein terminliches Ereignis, das man aus einem eventuellen Alibi herauslesen kann, glaube ich eher nicht. Aus meiner Sicht hat der Täter wohl bis zum Tod von Frauke die volle Kontrolle über ihre Person gehabt. Da es im Gegenzug wohl keine Auffälligkeiten hinsichtlich einer längeren bzw. nicht erklärbaren Abwesenheit einer Personen aus dem Verwandten- oder Bekanntenkreis von Frauke gab, wird deren Abwesenheit, sollte sie tatsächlich aus diesem Umfeld stammen, nichts Ungewöhnliches gewesen sein.
MarylinM schrieb:Natürlich musste Frauke sich strikt an das Skript halten, das ihr Entführer ihr vorgegeben haben wird.
Ich glaube nicht, dass es möglich ist, ein 5-minütiges Gespräch, sollte es denn tatsächlich so lang gewesen sein, zu skripten. Der Täter muss sich wohl sehr sicher gewesen sein, dass über seine Person keine näheren Informationen preis gegeben werden konnten, was auch immer der Grund dafür war.