Nachdem die These, die ich im Übrigen als ein Szenario ansehe, dass für mich als die wahrscheinlichste Variante für Fraukes Verschwinden anzusehen ist, gehe ich mal kurz auf die vermeintlichen Widersprüche darin ein.
Kangaroo schrieb:Ist unrealistisch.
Frauke war nicht weit von der Wohnung entfernt, mit dem Auto nur wenige Minuten.
Wäre eine spontane Unternehmung geplant gewesen, hätte nichts dagegen gesprochen, kurz nach Hause zu fahren um den Schlüssel zu holen.
Hier liegt das Problem, dass wir eigentlich so gar nichts über Frauke, ihre Persönlichkeit oder ihrem Lebenswandel wissen. Gehen wir mal davon aus, dass sie wirklich in einer gewissen Szene verkehrt, von der ihre Freunde möglicherweise nur oberflächlich etwas wussten. Nun trifft Frauke auf ihrem Heimweg eben eine Person aus ihrem Bekanntenkreis und bietet ihr die Option, den Abend noch etwas zu verlängern. Welche Rolle würde es dabei spielen, ob sie nun einen Schlüssel hat oder auch nicht? Die Situation ändert sich ja für sie selbst nicht und Chris schreibt sie eine SMS, dass es später wird.
Der Umstand, dass Chris zuhause auf ihre Rückkehr wartet, ist ihr womöglich erst wieder in den Sinn gekommen, als sie sich schon an einer Örtlichkeit befand, wo die Feierlichkeiten des Abends noch weitergingen. Also schnell eine SMS getippt, bevor sie sich womöglich bei einem Anruf groß rechtfertigen muss.
Kangaroo schrieb:Sie war Chris doch keine Rechenschaft schuldig. Sie waren getrennt und sowohl Chris als auch Frauke hatte nach dem Beziehungsaus eine weitere Beziehung.
Gehen wir mal von dem Szenario aus, dass Frauke an diesem Abend richtig abstürzt und die Nacht bei einem Bekannten verbringt, der möglicherweise einer gewissen Szene anzurechnen ist. Wohnt dieser dann auch noch in Paderborn, würde es auch erklären, warum die nachfolgenden Kontaktversuche immer aus Paderborn erfolgten.
Kangaroo schrieb:Klingt für mich nicht realistisch, immerhin hingen an verschiedenen Orte Suchplakate mit Bilder von Frauke.
Das ist durchaus realistisch. Gleichzeitig nennst du auch noch einen möglichen Grund, warum Frauke möglicherweise nicht nach Hause zurückkehrte. Die Suchplakate mögen ausgehangen haben, aber wie realistisch ist die Chance, dass eine Person, die nicht aus Fraukes Umfeld stammt, diese dann auch bei einer zufälligen Begegnung erkennt. Das setzt zum einen voraus, dass diese Person wirklich das Plakat bewusst gelesen hätte und zum anderen Frauke auch tatsächlich wahrnimmt, egal in welchem äußeren Zustand sie sich befindet. Wenn ich hier die Quote auf einer von Hundert setze, ist das wohl schon sehr hoch gegriffen.
Die Plakate können aber eben auch einer der Gründe gewesen sein, warum sie nicht nach Hause zurückkehrte. Wenn sie diese selbst wahrgenommen hätte und zudem, vielleicht bei einer Vorbeifahrt an ihrer Wohnung und der dort parkenden Fahrzeuge gesehen hätte, wer alles dort zugegen ist und wie groß bereits der Aufwand war, der um ihre Suche betrieben wurde, könnte dies vielleicht das Gegenteil bewirkt haben und eine Rückkehr, die sie vielleicht tatsächlich selbst ins Auge gefasst hat, wieder verwerfen lassen.
Das im Anschluss die Situation bei ihr eskaliert sein muss, steht wohl aufgrund der Auffindesituation ihrer sterblichen Überreste außer Frage. Jedoch muss dann in diesem Szenario nicht zwingend eine strafbare Handlung zu ihrem Tod geführt haben und einfach die bereits beschriebene Situation, dass ihre damalige Begleitung mit dem Tod von Frauke und dem Hintergrundwissen, dass diese polizeilich gesucht wird, überfordert gewesen sein und sich deshalb zum Schritt der Ablage der Leiche entschieden haben.
Wie gesagt, wir haben nur ein oberflächliches Wissen über Frauke. Dazu gehört auch das Verhältnis zu ihrer Familie an sich. Hier haben wir eben nur die Wiedergabe einer Seite, da sich die andere leider nicht mehr darüber äußern kann. Wir wissen nicht, welche Emotionen es hervorgerufen haben könnte, wenn sie sieht, dass ihre Mutter an ihrem Wohnort aufgetaucht ist.
Deshalb hat das von
@evaauska beschriebene Szenario eine große Chance, der Wahrheit recht nahe zu kommen.