Es ist zwar kein Live-Ticker, aber die Aussagen von heute morgen sind sehr gut und fast wörtlich zusammengefasst.
In der Befragung wird auch immer wieder auf den Prozess in Deutschland eingegangen. Daher ist es wahrscheinlich, dass hier einige Aussagen bereits bekannt sind. Inwieweit Ney sich damals auch so radikal (höflich gesagt) geäußert hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber für mich ist das sehr heftig.
Am Mittwochmorgen, dem 20. Mai, legte das Gericht das Liebesleben des Angeklagten detailliert dar. Der Verdächtige sprach ausführlich über seine Beziehungen zu zwei jungen Männern: eine komplexe Ambivalenz zwischen väterlichen Beziehungen und einer sexuellen Anziehung zu Jungen.
Der erste heißt Christian. Ein 12-jähriger Junge, der zwischen 1996 und 2000 im Haus von Martin Ney untergebracht wurde. "Ich wollte ein Familienleben führen", erklärt der Angeklagte
"Ich war nie versucht, etwas mit Christian zu unternehmen, auch wenn er sich provokant verhalten hatte: er zog seine Hose herunter, zeigte seine Genitalien. Selbst wenn es mir gefallen hätte, hätte ich nie mehr tun können", sagte er vor Gericht.
(eigene Worte)
Auf Nachfrage der Vorsitzenden, über diese Mehrdeutigkeit antwortete er gelassen: er kann verstehen, dass es für jemanden von außen beunruhigend sein kann. Aber er sehe kein Problem darin, die Beziehung eines Vaters zu einem Kind zu haben, und die Tatsache, dass er ihn attraktiv finden kann.
Der Junge kam in sein Bett, besonders im Urlaub in Dänemark. In demselben Haus, in dem er 1995 den jungen Dennis Rostel tötete.
Der Präsident greift auch auf die zahlreichen sexuellen Übergriffe zurück, deren Martin Ney in derselben Zeit beschuldigt wurde: "Ich habe die Fakten an den Tagen gemacht, an denen Christian im Haus seiner Eltern schlief", sagte er.
Im Verfahren in Deutschland erklärte Christian, dass er nie sexuell missbraucht wurde. Doch Christian hat sich geweigert hier in Frankreich an der Persönlichkeitsuntersuchung teilzunehmen oder überhaupt vor der Anwaltskammer auszusagen. Er hat ein Attest vorgelegt, in dem ihm schwere Depressionen bescheinigt wurden. Und so werden Kinder zerstört.
Im Alter von 16 Jahren verließ der Junge Neys zu Hause. Ney ging nach Hamburg in ein Jugendheim und lernte den 9-jährigen Sebastian kennen.
Ein Jahr nachdem er seine Position angetreten hatte, als Sebastian 10 oder 11 Jahre alt war, begann eine sexuelle Beziehung. Laut Martin Ney war es der kleine Junge, der diese Beziehung initiiert hat
Er war der Jüngste in dieser Gruppe, eines der Kinder, die am frühesten ins Bett gingen, und ich las ihm eine Geschichte vor. Eines Abends war ich bei ihm, und er selbst machte eine sexuelle Geste: Er nahm meine Hand, um sie auf seine zu legen, und ich spürte, dass er eine Erektion hatte.
Diese Beziehung dauerte mehrere Jahre an. "Ich verstehe, dass es eine seltsame Konfiguration sein könnte", gestand er am Mittwoch, den 20. Mai.
"Seltsam oder illegal, Herr Ney?" fragt die Präsidentin, Maître Karine Laborde.
"Natürlich ist das völlig verboten", sagt er.
Ebenfalls im Rahmen der Ermittlungen in Deutschland gestand Sebastian damals, bis zu seinem 14. Lebensjahr Opfer sexuellen Übergriffs gewesen zu sein. Aber Martin Ney stimmt ihm nicht zu: "Er hat nicht die ganze Wahrheit gesagt, in manchen Punkten war er nicht sehr ehrlich".
Er bleibt bei seinen Ansichten, für ihn ist es eine Beziehung zwischen zwei Männern und nichts weiter.
"Pädophilie wurde mir von der Natur gegeben"
Die Journalistin schreibt, dass es ihr spei Übel wird. Mir auch. Er kann froh sein, in Deutschland im Gefängnis zu sitzen. Allein für diese Aussagen, würde er in Frankreich 25 Jahre bekommen.
Die Vorsitzede fragt ihn, ob sich seine Sexualität entwickelt habe. Er gibt zu, dass diese Anziehung etwa im Alter von 13 Jahren bei sehr kleinen Kindern begann, "die in den Kindergarten gingen", sagt er. Später, etwa im Alter von 16 Jahren, "wurde mir meine Anziehung zu Kindern bewusst Kindern von 6 bis 12 Jahren. Das war seine Entwicklung.
"Indem wir seine Persönlichkeit studieren, verstehen wir, wie viel Perversion in diesem Mann eingebettet ist. Er ist eine Karikatur eines Perversen. Er sagt weiterhin, dass es die Kinder waren, die sexuelle Beziehungen mit ihm wollten", sagte Caty Richard, Anwältin der Zivilpartei, am Mittwochmorgen.
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