jeandArc schrieb:Am Mittwochmorgen, dem 20. Mai, legte das Gericht das Liebesleben des Angeklagten detailliert dar. Der Verdächtige sprach ausführlich über seine Beziehungen zu zwei jungen Männern: eine komplexe Ambivalenz zwischen väterlichen Beziehungen und einer sexuellen Anziehung zu Jungen.Der erste heißt Christian. Ein 12-jähriger Junge, der zwischen 1996 und 2000 im Haus von Martin Ney untergebracht wurde. "Ich wollte ein Familienleben führen", erklärt der Angeklagte
"Ich war nie versucht, etwas mit Christian zu unternehmen, auch wenn er sich provokant verhalten hatte: er zog seine Hose herunter, zeigte seine Genitalien. Selbst wenn es mir gefallen hätte, hätte ich nie mehr tun können", sagte er vor Gericht.
(eigene Worte)
Auf Nachfrage der Vorsitzenden, über diese Mehrdeutigkeit antwortete er gelassen: er kann verstehen, dass es für jemanden von außen beunruhigend sein kann. Aber er sehe kein Problem darin, die Beziehung eines Vaters zu einem Kind zu haben, und die Tatsache, dass er ihn attraktiv finden kann.
Der Junge kam in sein Bett, besonders im Urlaub in Dänemark. In demselben Haus, in dem er 1995 den jungen Dennis Rostel tötete.
Der Präsident greift auch auf die zahlreichen sexuellen Übergriffe zurück, deren Martin Ney in derselben Zeit beschuldigt wurde: "Ich habe die Fakten an den Tagen gemacht, an denen Christian im Haus seiner Eltern schlief", sagte er.
Ein Jahr nachdem er seine Position angetreten hatte, als Sebastian 10 oder 11 Jahre alt war, begann eine sexuelle Beziehung. Laut Martin Ney war es der kleine Junge, der diese Beziehung initiiert hat
Er war der Jüngste in dieser Gruppe, eines der Kinder, die am frühesten ins Bett gingen, und ich las ihm eine Geschichte vor. Eines Abends war ich bei ihm, und er selbst machte eine sexuelle Geste: Er nahm meine Hand, um sie auf seine zu legen, und ich spürte, dass er eine Erektion hatte.
Diese Aussagen stoßen mich wirklich ab! Beide Male ging das sexuelle Interesse von den Kindern aus, die ihn sozusagen "verführt" hätte. Einfach nur widerlich.
So wie er davon redet, kommt es mir fast vor, als genieße er da seine Rolle vor Gericht, weil er endlich mal frei von der Leber weg erzählen und damit alles noch mal durchleben kann.
Ich bin mir auch sicher, dass er noch einige weitere Taten begangen hat. Vielleicht keine Morde, aber ganz sicher Fälle von Mißbrauch von Kinden. Ein Problem der Kinder damals war, dass ihnen niemand geglaubt hat, wenn sie erzählt haben, ein schwarzer Mann sei nachts an ihr Bett getreten und habe sie missbraucht. Weil das mit dem schwarzen Mann einfach zusehr nach einem typischen Kinderalbtraum klingt und zudem niemand anderes etwas mitbekommen hatte, obwohl ja in den Landschulheimen oft weiter Kinder im Raum waren. Ich kann mir deshalb vorstellen, dass viele Taten gar nicht zur Anzeige gekommen sind.
So wie der Mann zu seinen Taten steht, wie er sie banalisiert und rechtfertigt, bin ich sicher, dass er das sehr sehr oft durchgezogen hat.