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Der Mordfall Weimar

3.570 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Doppelmord, Kindermord ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der Mordfall Weimar

22.12.2019 um 16:27
Zitat von jadajada schrieb:Bei der von MW besagten (späteren) Nachtversion konnte sie nicht wissen, welche Söckchen die Mädchen anhatten. Sie hatte die Socken aber korrekt beschrieben!

Habe ich hier einen Denkfehler?
Stimmt.
Woher sollte sie von den Socken wissen - im August ist eher nicht davon auszugehen, dass die Mädchen 'Nachtsocken' trugen.
So wie ich es verstanden habe, behauptete MW ja, sie hätte in den Kleiderschränken der Mädchen nachgesehen, welche Socken gefehlt hätten und jedes Kind hätte nur etwa 10 Paar Socken besessen.
Also will sie praktisch über das Ausschlussprinzip festgestellt haben, welche Socken die Mädchen getragen haben müssten.
Wobei ich mich frage, ob die jeweils anderen 9 Paar Socken der Mädchen wirklich im Kleiderschrank waren - kein Paar in der Wäsche?
Zitat von jadajada schrieb:RW war gelernter KFZ-Schlosser.
Habe es so verstanden, dass RW seine Frau MW verdächtigte, dass sie das Rad gelöst haben soll.


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Der Mordfall Weimar

22.12.2019 um 16:51
Zitat von ThoFraThoFra schrieb:Also will sie praktisch über das Ausschlussprinzip festgestellt haben, welche Socken die Mädchen getragen haben müssten.Wobei ich mich frage, ob die jeweils anderen 9 Paar Socken der Mädchen wirklich im Kleiderschrank waren - kein Paar in der Wäsche?
Und dies bevor die Polizei da war (Montag Vormittag nach Aussage MW.) und bevor Fotos rausgesucht wurden - nach nachträglicher Erklärung von MW.

Sie hat sich durch die Angabe der Söckchen verraten. Die Kripo hat das wohl auch so gesehen, daher die Nachfrage.

Sie konnte die Socken der Mädchen nur wissen, wenn sie:

1. Die Mädchen am Montag angezogen hat.

2. Die Mädchen in der Nacht (So auf Mo) angezogen hat.

3. Die Mädchen an den Ablegeort verbracht hatte.


(Im übrigen konnte sich MW nicht an die Unterwäsche der Mädchen erinnern)!


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22.12.2019 um 16:54
Zitat von ThoFraThoFra schrieb:Habe es so verstanden, dass RW seine Frau MW verdächtigte, dass sie das Rad gelöst haben soll.
Und ein KFZ-Schlosser bemerkt bei der Fahrt nicht, dass die Schrauben am Rad lose sind? Das beschriebene Szenario zum Rad war schon sehr suspekt.


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22.12.2019 um 17:25
Zitat von jadajada schrieb:Im übrigen konnte sich MW nicht an die Unterwäsche der Mädchen erinnern)!
Was doch sehr merkwürdig ist - einerseits wusste sie genau, welche Socken ihre Töchter trugen, andererseits jedoch will sie sich nicht an die Unterwäsche erinnert haben?
In einer der Aussagen wurde doch erwähnt, dass sie (?) den Mädchen angeblich am Montag noch frische Unterhöschen angezogen haben will.
Zitat von jadajada schrieb:Und ein KFZ-Schlosser bemerkt bei der Fahrt nicht, dass die Schrauben am Rad lose sind? Das beschriebene Szenario zum Rad war schon sehr suspekt.
Ja, das wundert mich auch ziemlich - auch woher MW die Kentnisse gehabt haben soll, um am Auto 'herumzumanipulieren' - sicherlich doch nicht von ihrem Mann, der ja 'vom Fach' war!?
Natürlich ist es nicht soo schwierig, z B die Radmuttern zu lockern, aber MW macht auf mich nicht unbedingt den Eindruck, als würde sie sich mit Autos/Technik beschäftigen bzw als hätte dies damals zu ihren Interessengebieten gehört.


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22.12.2019 um 17:41
Zitat von jadajada schrieb:Das ist natürlich möglich, dass RW sich sicher war, dass seine Schwiegeroma aktuelle Fotos von den Kids hat und dass die Enkelin MW davon nichts wusste.

Es ist aber unnatürlich, dass MW die Möglichkeit, dass Fotos bei Oma sind verneint!
ähnlich wie hinsichtlich der Aussage von RW mit dem Blackout, sollte man da meiner Ansicht nach nicht zu viel hineininterpretieren. Wenn MW nicht wusste, dass die Oma Photos hatte machen lassen, wäre ihre Aussage, auch die Oma habe keine Photos, zwar inhaltlich falsch, aber aus ihrer Sicht keine Lüge und nicht angreifbar. Gerade wenn man bedenkt, dass dies in einer Stresssituation besprochen wurde. Korrekt wäre es dann natürlich gewesen, wenn MW gesagt hätte "Meines Kenntnissstandes hat die Oma auch keine aktuellen Photos", aber dieser feine Unterschied ist in einer solchen Situation nicht wirklich zu erwarten.
Zitat von jadajada schrieb:Bei der von MW besagten (späteren) Nachtversion konnte sie nicht wissen, welche Söckchen die Mädchen anhatten. Sie hatte die Socken aber korrekt beschrieben!

Habe ich hier einen Denkfehler?
nein, aber die "Nachtversion" ist in vielfacher Weise widerlegt worden, das mit den Söckchen ist dabei nur ein kleiner Baustein. Dass die "Nachtversion" nicht stimmt, steht sowieso zweifelsfrei fest, und da MW ja diese Version aufbrachte und darauf beharrte, steht aus meiner Sicht ebenso zweifelsfrei fest, dass sie etwas zu verbergen hatte. Was eigentlich nur der Mord an den Kindern gewesen sein kann, denn alles andere, was sie möglicherweise zu verbergen versucht haben könnte, wäre im Vergleich dazu ja geringer gewesen und spätestens nach der Verurteilung hätte sie das erklärt.
Zitat von jadajada schrieb:Und ein KFZ-Schlosser bemerkt bei der Fahrt nicht, dass die Schrauben am Rad lose sind?
er hat es ja offenbar bemerkt, bevor es zu einem Unfall kam. Vielleicht eben, weil er Schlosser war.
Zitat von ThoFraThoFra schrieb:Natürlich ist es nicht soo schwierig, z B die Radmuttern zu lockern, aber MW macht auf mich nicht unbedingt den Eindruck, als würde sie sich mit Autos/Technik beschäftigen.
keine Ahnung, wie es bei MW damals war, aber bis etwa Ende der 60er waren einfache Reparaturen bzw. Pannenhilfsmassnahmen noch Teil der Führerscheinausbildung. Denkbar, dass sie rund 10 Jahre später noch einen Fahrlehrer vom "alten Schlag" hatte und einen Reifenwechsel auch dort gelernt hat. Ganz abgesehen davon, dass ein Reifenwechsel nun wahrlich kein rocket science ist...



Was mich umtreibt bei dem Fall, ist nicht die Frage, ob MW die Täterin war, das scheint mir zweifelsfrei festzustehen, für mich unverständlich ist, warum sie zur Täterin wurde. Die offizielle Interpretation war, dass ihr die Kinder im Wege waren, um mit KP in die USA zu gehen.
Aber dem war objektiv nicht so. KP hatte nichts gegen die Kinder, hat sich mit diesen verstanden, war bereit, mit MW und den Kindern gemeinsam in die USA zu gehen und hat MW sogar dazu gedrängt! Anderweitig umgesehen hat sich KP erst, als MW sich nicht dazu durchrang, die Scheidung einzureichen! Aber selbst wenn man annimmt, dass MW glaubte, die Kinder nicht mit in die USA nehmen zu können, so war ja nicht nur RW, sondern die ganze Familie vor Ort und wäre willens und in der Lage gewesen, sich um die Kinder zu kümmern. Sie war also objektiv definitiv nicht durch die Kinder gebunden oder behindert!
Und daher hatte sie eigentlich kein Motiv für den Mord an ihren Kindern. Trotzdem hat sie die Kinder ja getötet. Warum?
Dazu fallen mir zwei Erklärungen ein, einmal die, dass es keine geplante Tat war, sondern der Tod eines Kindes ein Unfall war und das andere Kind als Zeuge verschwinden musste. Die andere ergibt sich aus den anonymen Briefen, die sie geschrieben hatte, und die RW belasten sollten. Dort stand ja unter anderem, "Jetzt bekommt keiner die Kinder." Sie hat ihrem Mann diese Worte zuschreiben wollen. Aber sie hat diese Worte selbst geschrieben! Es liegt für mich durchaus nahe, dass genau dies ihr Motiv war, dafür, die Scheidung nicht einzureichen, die Befürchtung, die Kinder würden RW, bzw. implizit ihrer gewohnten Umgebung und der Familie zugesprochen, und für den Mord, dass sie RW und der Familie die Kinder nicht überlassen wollte.


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22.12.2019 um 17:44
Darf ich mitschreiben? Habe in der vergangenen Woche den ganzen Thread gelesen. Ich war noch Grundschulkind, 1985, erinnere mich aber sehr gut an den Mord, weil Melanie nur wenig jünger war als ich.

Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Es wäre interessant zu wissen, wie sie sich verhielt, als er wegen der Ausfälle ins Krankenhaus kam und sie davon ausgehen mußte, daß diverse Tests durchgeführt werden.
Ja! Vor allem, weil er ja insgesamt dreimal im Krankenhaus war, bevor von einer Intoxikation die Rede war. Darauf zu spekulieren, dass es schon gut gehen wird und der Fall ihres Mannes nebulös bleibt oder ihn "nur" als psychisch angeschlagen darstellt... darauf konnte sie hoffen, aber nicht wissen, dass es für sie gut gehen würde.

Spricht das für ihre Abgebrühtheit? Oder dafür, dass sie diese Gedanken schlicht nicht hatte, weil sie sich für so gerissen hielt?
Was war ihr Ziel? Ihn unglaubwürdig zu machen? Keinen Sorgerechtsstreit fürchten müssen, weil er "krank" die Kinder eh nicht bekommen hätte? Sollte er sterben oder in den Selbstmord getrieben werden?
Ich denke, sie hat ihn sehr gehasst. Er wird einiges dafür getan haben, dass es so kam, nach allem, was berichtet wird. Aber ihr fehlten alle Strategien, verantwortungsbewusst mit all dem umzugehen. Die Eskalation, in deren Folge die Mädchen getötet wurden, hat sich über viele Schritte aufgebaut und kam nicht "aus dem Nichts", schätze ich. Genau hingesehen hat bis zum Verschwinden der Mädchen eher niemand. Und leider gab es ja durchaus etliche ähnlich unglückliche Ehen, die immerhin nicht alle den Tod der Kinder zur Folge hatten.
Möglicherweise war das Vergiften des RW durch MW auch ein (unbewusster?) Hilferuf? Wäre sie da gestellt worden, würden die Mädchen wohl noch leben. So oder so, das Unglück aller Beteiligten schreit einen im Rückblick förmlich an. Wieviel davon im Vorfeld ersichtlich und abzubiegen gewesen wäre, vermag ich nicht zu beurteilen. Es bleibt der Gedanke "Wenn... das und das aufgefallen wäre, dann... könnten die Kinder noch leben." Die Zeichen waren da. Dass es derart enden würde, hätte wohl niemand erwartet.


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22.12.2019 um 18:26
Zitat von otternaseotternase schrieb:ähnlich wie hinsichtlich der Aussage von RW mit dem Blackout, sollte man da meiner Ansicht nach nicht zu viel hineininterpretieren. Wenn MW nicht wusste, dass die Oma Photos hatte machen lassen, wäre ihre Aussage, auch die Oma habe keine Photos, zwar inhaltlich falsch, aber aus ihrer Sicht keine Lüge und nicht angreifbar. Gerade wenn man bedenkt, dass dies in einer Stresssituation besprochen wurde.
Es war aber die Oma von MW!, die aktuelle Fotos hatte und die auch jeden Nachtdienst von MW als Babysitter da war.

Selbst wenn, MW von den Fotos nichts gewusst hätte, wäre die zweite Verneinung doch eine "Abwehr" ihrerseits, oder?


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22.12.2019 um 18:35
Zitat von otternaseotternase schrieb:glaube ich doch, dass dieser spezielle Punkt kein Indiz für ihre Täterschaft war. RW und MW besaßen ja offensichtlich wirklich keine aktuellen Photos der Kinder, die Photos, die dann gefunden und zur Suche benutzt wurden, kamen ja aus dem Besitz der Großeltern.
Aus anderen Vermisstenfällen die sicher auch bis zu ihr durchgedrungen sind, war ihr doch bestimmt klar, daß die Farbe der Socken nicht zielführend ist bzw. das Fotos aussagekräftiger sind und auf jedem Vermisstenplakat ein Foto der Person abgebildet ist zusätzlich zur Beschreibung. Von vorne herein verneinen wenn man das nicht weiß ist irgendwie strange, als unwissende und besorgte Mutter die von einem Vermisstenfall ausgeht, frag ich mich doch durchs Haus (2 Schwestern, Mutter und Oma) ob evtl. einer in seiner kürzlich oder letzten entwickelten Filmrolle Bilder der Mädchen dabei hat.

Und die Bilder die von der Oma geholt wurden der R.W. wusste, dann doch zu 80% auch sie. Ist doch auch ein typisches Vorgehen die Bilder der Mutter / den Eltern zu zeigen, bzw. wäre es auch von den Kindern wenn sie erzählt hätten mit der Oma oder Uroma im Fotostudio gewesen zu sein.


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22.12.2019 um 19:36
@margaretha
MW hatte keine Zeit - nach der Tel. Vermissteanzeige- um Fotos ihrer Kinder zu suchen. Sie musste fehlende Söckchen suchen.


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22.12.2019 um 19:37
@jada

Ja, die suche ich doch dann wenn ich keine Fotos gefunden habe ;)


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22.12.2019 um 20:05
Mit diazepam oder ähnlichen Medikamenten aus der Familie der Benzylalkohole kann man jemandem, vorallem in Verbindung mit Alkohol, ganz schön schaden. Erklärbar wären so auch RWs Erinnerungsaussetzer, die er sich selbst nicht erklären konnte.

Extrem gefährlich wird es, wenn jemand in diesem Zustand Auto fährt oder Maschinen bedient.

Um jemanden richtig mit diazepam auszuknocken braucht man bestimmt 5 bis 10 mg pro 10 kg Körpergewicht. Damit meine ich keine tödliche Dosis. Damit ist jemand sediert. In Verbindung mit Alkohol wage ich keine Prognose. Kommt auch dabei auf das Körpergewicht und die Gewöhnung an Alkohol an.

Wenn er damit vergiftet worden ist, konnte er froh sein, das damals überlebt zu haben.


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22.12.2019 um 20:39
Das ist ja echt verwirrend, vielleicht steigt ja jemand durch!

[
Uhrzeit Was? Quelle
09.30 Die Mädchen stehen auf und werden „fertig gemacht“ Aussage M.W., 5.8.86
09.45/10.00 Nach dem ankleiden, etc. haben sie gefrühstückt Aussage M.W., 5.8.86
10.30 Die Mädchen gingen raus Aussage M.W., 5.8.86
10.30/10.40 M.W. ruft ihre Mutter im Krankenhaus wegen einer Einzahlung /Überweisung an Aussage Mutter Böttcher, 11.8.86
10.30/11.00 Die Mädchen sollen dem Besuch der Familie N. aus dem Nachbarhaus der wieder abreiste gewunken haben Aussage Hans F. und Sonja Z., 8.8.86
10.45/10.55 Der PKW der Weimars fuhr ziemlich schnell von Ausbach nach Heimboldshausen, die Fahrerin (mglw.) M.W trug ein hellgelbes Shirt und fuhr sehr forsch Aussage Toni R. und Georg K, 7.8.86
11.00/11.15 M.W. Oma sieht die Mädchen im Flur, da war als M.W. zur Post fahren wollte Aussage Adele A., 5.8.86
!!11.00-11.10 !! Der PKW wird auf dem Parkplatz an der an der L3255 gesehen (Nh. Fundort Melanie) Aussage Motorradfahrer Hans-Joachim B., 11.8.86
11.20 M. W. fährt los, die Mädchen wollen nicht mit Aussage M.W., 5.8.86
!!11.20!! Der PKW steht noch immer auf dem Parkplatz an der an der L3255 Aussage Motorradfahrer Hans-Joachim B., 11.8.86
11.30 M. W. hat bei ihrer Nachbarin nach den verschwundenen Mädchen gefragt. =>6. August 1986: Aussage Monika Weimar. „Es kann sein, dass ich vorgestern bereits eine Stunde früher unterwegs war. Denn meine Nachbann Frau S. hat mir mitgeteilt, dass ich bereits um 11.3o Uhr zu Hause war und bereits zu diesem Zeitpunkt nach den Kindern gefragt habe.
Aussage M.W., 6.8.86
11.35 M.W. ist in der Sparkasse Heimboldshausen Aussage M.W., 5.8.86
11.45 M.W. ist in der Post Heimboldshausen Aussage M.W., 5.8.86
12.15 color=#FF0040] M.W. unterrichtet ihre Schwester über das Verschwinden der Kinder [/color] Aussage Brigitte E., 5.8.86
12.20 M. W. fährt vom Supermarkt in Hemboldshausen ab Aussage M.W., 5.8.86
12.25 M.W. geht erneut zu ihrer Schwester um über das Verschwinden der Kinder zu berichten Aussage Brigitte E., 5.8.86
12.00 R.W. steht auf, die Frau ist daheim und kümmert sich um das Mittagessen. Aussage R.W., 5.8.86
12.10 M.W. soll heimgekommen sein Aussage R.W., 6.8.86
12.30 Der Bäckerbote hupt vor dem Wohnhaus, M.W. kam heraus und sagte ihm das sie nichts braucht. Aussage des Bäckerboten, 7.8.86
12.40 M.W. ist zuhause, ihr Mann war mittlerweile aufgestanden Aussage M.W., 5.8.86

Quelle: Mordakte Monika Weimar
Bzgl. der Zeiten wäre anzumerken, daß die Zeugen ihre Angaben oft mit „gegen …. Uhr“ machten, und die Zeitangaben sicher nicht minutiös zutreffen insbesondere da sie auch erst Tage später zum Sachverhalt befragt wurden.

Jetzt ist es aber so, daß die Obduktion festgestellt hatte, daß Karolas und Melanies Mageninhalt ähnlich war, sprich daß das Frühstück sehr wahrscheinlich ist, auch weil ein milchhaltiges Getränk, möglicherweise Kaba dazu getrunken wurde!
Karolas und Melanie mußten eine halbe bis maximal eine Stunde vor der Tötung dieses Frühstück/ resp. Nahrung eingenommen haben. Diese Zeitangabe kollidiert damit, daß die Mädchen wohl zwischen 09.30 Uhr und 10.00 gefrühstückt haben und der PKW erst um 11.00/11.10 am späteren Fundort von Melanie gesehen wurde. Aber warum braust M.W. um vor 11 Richtung Heimboldhausen, so daß das auffällt, im Übrigen könnte das die Anfahrt zu Melanies Auffindeort gewesen sein
War sie an dem Montag zweimal unterwegs? Einmal zum töten / Ablageort suchen, etc.? (Dann müssten sich die Sichtungszeugen geirrt haben). Und ein zweites Mal zur Alibibeschaffung?
Oder bringt jemand die timeline zusammen?


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22.12.2019 um 20:48
Zitat von jadajada schrieb:Es ist aber unnatürlich, dass MW die Möglichkeit, dass Fotos bei Oma sind verneint!
Völlig korrekt. Da läuten bei den Vernehmern die Glocken. Eine völlig irritierende Bemerkung, die belastend wird, wenn just da doch ein aktuelles Photo auftaucht.
MW war alltagsclever, entemotionalisiert, aber halt kognitiv nicht ganz auf der Höhe. Ihr rutschte zu oft was raus und sie musste zu oft Korrektur fabulieren.


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22.12.2019 um 21:04
Zitat von trailhamstertrailhamster schrieb:MW war alltagsclever, entemotionalisiert, aber halt kognitiv nicht ganz auf der Höhe. Ihr rutschte zu oft was raus und sie musste zu oft Korrektur fabulieren.
M.M.n. richtig.


Im hier besagten Gutachten steht auch, dass sie entsprechend ihrem Schulabschluss, agiert, ist, plant.

Zur "Übersetzung" brauch es keinen Headhunter oder Personalchef.


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22.12.2019 um 21:12
@margaretha
danke für die Übersicht!

Man muss allerdings zwei Dinge bedenken:
- MW hat ihre Aussagen sehr oft geändert, bzw, wenn diese widerlegt wurden, "korrigiert". Auf die von ihr angegebenen Zeiten und Handlungen darf man nicht zu viel Wert legen.
- auch die Familie von MW hat versucht, MW mit ihren Aussagen zu schützen und wiederholt eigene Aussagen an die veränderten Aussagen von MW angepasst! Da MW allerdings sehr schnell Aussagen änderte, kamen die Angehörigen manchmal nicht nach und belasteten sie, während sie sie doch entlasten wollten... Beispielsweise, dass die Oma die Mädchen noch nach 11 Uhr gesehen haben will.

Für mich passt das alles eigentlich gut zusammen. Ab ca. 10 Uhr frühstücken die Mädchen. Ca. 10:30 schickt MW die Mädchen zum Spielen raus. Sie will in die Stadt und Erledigungen machen, bereitet sich darauf vor, auch mittels eines Telefonates, die Kinder hat sie zum Spielen rausgeschickt, damit die nicht dabei im Weg sind. Die Kinder werden zwischen 10:30 und 11:00 von den Nachbarn gesehen. Nach dem Telefonat, also etwa 10:45 fährt MW los und nimmt ihre Mädchen mit. Der Wagen wird etwa 10:50 auf der Straße, die von der Ausbacher Str, also dem Wohnort der Familie in Richtung Heimboldhausen führt, gesehen. Rund 15 Minuten später steht der Wagen auf dem rund 10km entfernten Parkplatz an der L3255 (Fahrtrichtung die gleiche, eben über Heimboldhausen hinaus). Um 11:20 steht der Wagen dort noch immer. Zwischen 11:30 und 12:00 kehrt MW zurück.
Die Mädchen getötet hätte MW dann etwa um 11 Uhr, also recht genau eine Stunde nach dem Frühstück.

Das ist an sich völlig stimmig, einzig dagegen sprechen die eigenen Aussagen von MW, denen man allerdings nicht viel Vertrauen schenken kann (der Besuch bei der Sparkasse beispielsweise hat ja wohl nicht stattgefunden), und die Aussage der Oma, die Mädchen noch nach 11 Uhr gesehen zu haben, was aber durchaus eine falsche Aussage gewesen sein kann, um MW zu schützen.


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22.12.2019 um 21:15
Die Tat ist tragisch. Eine Tragödie für die beiden Kinder. Aber auch eine Tragödie für den Ehemann. In wie weit die Tat die Täterin berührt, weiss ich nicht. Nach all dem, was ich von ihr gesehen, gehört und gelesen habe (sie schrieb ja auch ein 'Buch') kann sie das zumindest perfekt abspalten.


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22.12.2019 um 21:34
Zitat von otternaseotternase schrieb:der Besuch bei der Sparkasse beispielsweise hat ja wohl nicht stattgefunden
muss mich korrigieren: anhand der Überweisungsbelege ist der Besuch dort wohl dem Grunde nach belegt, auch wenn das angeblich stattgefundene Gespräch mit dem Angestellten eben nicht stattfand und daher die zeitlichen Angaben dazu nicht passten. Was hingegen nicht stattgefunden hat bzw. für was keine Zeugen und keine Belege gefunden wurden, war der angebliche Besuch im Supermarkt.


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22.12.2019 um 22:05
Zitat von otternaseotternase schrieb:Denkbar, dass sie rund 10 Jahre später noch einen Fahrlehrer vom "alten Schlag" hatte und einen Reifenwechsel auch dort gelernt hat. Ganz abgesehen davon, dass ein Reifenwechsel nun wahrlich kein rocket science ist...
Das kann natürlich gut so gewesen sein.
Zitat von otternaseotternase schrieb:Sie war also objektiv definitiv nicht durch die Kinder gebunden oder behindert!
Und daher hatte sie eigentlich kein Motiv für den Mord an ihren Kindern. Trotzdem hat sie die Kinder ja getötet. Warum?
Das verstehe ich auch nicht, finde Deine Überlegung, dass eines der Mädchen unbeabsichtigt zu Tode gekommen sein könnte und die andere Tochter dann als Zeugin 'beseitigt' werden musste grundsätzlich eine schlüssige Variante, wie es zum Tod der Mädchen gekommen sein könnte.
Zitat von lighthouselighthouse schrieb:Keinen Sorgerechtsstreit fürchten müssen, weil er "krank" die Kinder eh nicht bekommen hätte? Sollte er sterben oder in den Selbstmord getrieben werden?
Vll entschloss sich MW unter anderem auch dazu, ihre Töchter zu töten, da ihre (vorherigen) Versuche, ihren Mann RW durch Medikamente zu vergiften bzw einen (für RW tödlichen?) Autounfall herbeizuführen, nicht funktioniert haben bzw nicht zum evtl erwünschten 'Erfolg', nämlich dem Tod des Ehemanns geführt haben.
Nach dem Motto: 'Wenn ich nicht durch seinen Tod verhindern kann, dass er die Kinder bekommt, verhindere ich dies durch den Tod der Kinder'.
Zitat von lighthouselighthouse schrieb:Möglicherweise war das Vergiften des RW durch MW auch ein (unbewusster?) Hilferuf? Wäre sie da gestellt worden, würden die Mädchen wohl noch leben.
Wer weiß, kann natürlich auch eine Art 'unbewusster Hilferuf' gewesen sein, verstehe aber absolut nicht, warum MW dann nicht die Chance wahrnahm mit KP (und ihren Töchtern!!) in die USA auszuwandern und dort ein 'neues Leben' zu beginnen wenn es ihr doch (vordergründig) darum ging aus ihrer momentanen Lebenssituation/ ihrer Ehe (mit RW) zu entfliehen?
Die Begründung, dass die Mädchen der (englischen) Sprache nicht mächtig wären und sie dies deshalb nicht wolle, halte ich für vorgeschoben.
Zitat von AllgoriaAllgoria schrieb:Mit diazepam oder ähnlichen Medikamenten aus der Familie der Benzylalkohole kann man jemandem, vorallem in Verbindung mit Alkohol, ganz schön schaden. Erklärbar wären so auch RWs Erinnerungsaussetzer, die er sich selbst nicht erklären konnte.

Extrem gefährlich wird es, wenn jemand in diesem Zustand Auto fährt oder Maschinen bedient.
Hervorhebung von mir eingefügt.

Dies wird MW als Krankenschwester auch bewusst gewesen sein, v a trank RW ja (zusätzlich) wohl auch nicht gerade wenig Alkohol.
Benzodiazepine (nicht sachgemäß dosiert) + Alkohol (größere Mengen) + gelöstes Rad am Auto = nicht gerade geringe Wahrscheinlichkeit, dass die betreffende Person (in diesem Falle RW) bei einer Autofahrt ums Leben kommt


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22.12.2019 um 22:10
Zitat von otternaseotternase schrieb:. Die Kinder werden zwischen 10:30 und 11:00 von den Nachbarn gesehen. Nach dem Telefonat, also etwa 10:45 fährt MW los und nimmt ihre Mädchen mit. Der Wagen wird etwa 10:50 auf der Straße, die von der Ausbacher Str, also dem Wohnort der Familie in Richtung Heimboldhausen führt, gesehen. Rund 15 Minuten später steht der Wagen auf dem rund 10km entfernten Parkplatz an der L3255 (Fahrtrichtung die gleiche, eben über Heimboldhausen hinaus). Um 11:20 steht der Wagen dort noch immer. Zwischen 11:30 und 12:00 kehrt MW zurück.
Die Mädchen getötet hätte MW dann etwa um 11 Uhr, also recht genau eine Stunde nach dem Frühstück.
Prinzipiell ja, aber:
Die Zeiten stammen aus M.W. erster Aussage, sollte also noch keine angepasste Version sein
Oma Adele A. verwechselte ja erst später die Tage, die Urfassung war ja, daß die Kinder um 11.00/11.15 Uhr noch da waren, bevor Monika W. zur Post fahren wollte.
Die Nordheims bzw. deren Besuch präzisierten ihre Sichtungen der Kinder auf 10.50-11.00 Uhr
-Aufenthalt der Kinder außerhalb der Wohnung, wobei sie zwischen 10.50 und 11 Uhr von einer
Nachbarin und zwei Besuchern der Nachbarin gesehen worden sein sollen;
(…)
-Diese Zeitspanne überlagert sich außerdem mit zwei Zeitpunkten (10.50 Uhr und 10.57 Uhr), zu denen die Nachbarin Nordheim sowie ihr Bruder und dessen Lebensgefährtin der Kinder auf dem Schotterweg vor dem Haus bzw. auf dem Spielplatz ansichtig geworden sein wollen.

Quelle: https://www.strate.net/de/publikationen/der_mordfall_weimar.html

Diese schnelle Fahrt vor 11.00 Uhr passt da erstmal nicht in die ursprünglichen Angaben wobei diese übereinkommen würde mit dem Obduktionsergebnis.
Zitat von otternaseotternase schrieb: anhand der Überweisungsbelege ist der Besuch dort wohl dem Grunde nach belegt, auch wenn das angeblich stattgefundene Gespräch mit dem Angestellten eben nicht stattfand und daher die zeitlichen Angaben dazu nicht passten. Was hingegen nicht stattgefunden hat bzw. für was keine Zeugen und keine Belege gefunden wurden, war der angebliche Besuch im Supermarkt.
Warum wollte sie länger unterwegs sein als sie es tatsächlich war? Mir fällt da nur der Grund ein, daß sie eben ein Alibi für den Zeitpunkt hat wo ihre Töchter entführt wurden.


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23.12.2019 um 00:35
Zitat von Katinka1971Katinka1971 schrieb:Gibt es denn ausser der Aussage mit dem Kochlöffel Anzeichen, dass auch sie Gewalt ausgeübt hat?

Er hat ja die Gewalttätigkeiten zugegeben, wenn er damit konfrontiert wurde?

Hat sie mit dem Kochlöffel auch zugeschlagen? Ich habe in meiner Kindheit -70/80er- die Erfahrung gemacht, dass es nur die Drohung danach bzw. das Greifen danach gab, es aber nicht zum "Einsatz" kommen musste, um vom "kam der Kochlöffel" zu sprechen.
Weil es in deinem Elternhaus bei einer Drohung blieb muss es nicht allerorts so gewesen sein.

Im Übrigen wurde MW nicht wegen der Kochlöffelgeschichte verurteilt. Es ist unerheblich, ob und wie oft geschweige denn wie fest der Kochlöffel zum Einsatz kam.
Zitat von Katinka1971Katinka1971 schrieb:Wieso blieb er bei ihr, wenn er der Meinung war, dass sie ihn vergiftete?
Vielleicht weil das Gift bereits begonnen hatte ihn, sein Gehirn, seine Psyche zu schädigen?


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