Waldfee108 schrieb:In der RTL Doku sagt er, u.a., dass die Mädchen sonst nie in die Hose gemacht haben!!!
Wat? Das wusste doch ein R.E. nicht, und es wird ihn auch nie interessiert haben.
RE hat auch im Zusammenhang mit der Höschenwechselaussage gesagt, Melanie knirsche im Schlaf öfter mit den Zähnen. Natürlich kann er von dieser Angewohnheit durch Brigitte gewusst haben oder weil das mal in der Familie thematisiert wurde. Aber vielleicht weiß er es ja auch durch persönliche Beobachtung, so denn ein Missbrauch schon länger stattgefunden hätte.
Andererseits ist mein persönlicher Eindruck, dass RE in den Aussagen der Familie Böttcher und Reinhard Weimar, wenn es um die Beziehung der Familienmitglieder untereinander geht, im allgemeinen recht abwesend ist und bin nicht sicher, ob er in Gesprächsthemen dieser Art -Zähneknirschen der Kinder- eingebunden war. MWs und BEs Mutter sagt schon ziemlich viel damit, dass er geprügelt hat und es gibt auch eine Aussage Jürgen Zs vom 11. August 1986., in der dem Sinne nach steht, MWs Vater hätte niemals einen Amerikaner geduldet.
Ich dachte immer, das bezöge sich auf KP, bin mir nicht mehr sicher, ob das nicht im viel größeren Maße auf Brigittes Heirat zielte. Die Frage, die der Antwort vorangeht, steht bei Frau Cichos nicht. Ich weiß die Quelle nicht mehr, meine mich aber zu erinnern, dass Jürgen Z. zu einem späteren Zeitpunkt mal geäußert hätte, so verkehrt wäre KP nicht gewesen, also sein negatives Urteil zumindest teilweise revidiert hat.
Jan_ schrieb:Melanie ist ja dadurch getötet worden, dass ihr die Luft genommen wurde - ob durch Ersticken oder Erwuergen.
Und das - dauert ein paar Minuten.
Es gibt eine Aussage RWs vom 12. August 1986 aus der hervorgeht, dass Melanie in der Zeit vor den Morden schonmal beinahe an ihren Erbrochenen erstickt wäre und MW ihm das damals vorgeworfen hätte.
Zwei Fragen?1) Oder war es gar nicht MW, die ihm das vorgeworfen hat, sondern hat RE Brigitte von diesem angeblichen Vorwurf erzählt und Brigitte trug es an RW weiter, der Brigitte als Quelle nicht infrage stellte? Und auch Brigitte mag zu diesem Zeitpunkt RE als Quelle nicht infrage gestellt haben, wenn es so gewesen wäre. Wenn sie RE geheiratet hat, wird sie ihm ja nicht von Anbeginn an misstraut haben. Ich habe jedenfalls in MWs Aussageprotokollen keinen Hinweis gefunden, dass sie auf diesen gegen RW gerichteten Vorwurf angesprochen wurde.
2) Kann eigentlich ausgeschlossen werden, dass die Fokussierung auf die Eltern seitens der Kripo Hersfeld zu Beginn der Ermittlungen Taktik war und man RE im Auge behalten wollte?
Hat sich das irgendwann verselbständigt, dass daraus das Narrativ wurde, es müsse einer der beiden Eltern gewesen sein? Mir ist aufgefallen, dass es am selben Tag, an dem RE gefragt wurde, ob er die Kinder auf dem Gewissen hat, einen Aktenvermerk gibt, Reinhard und Monika Weimar gälten ab sofort als beschuldigte.
8. August 1986: Aktenvermerk der Ermittler [...] Gegen Monika und Reinhard Weimar wird Strafanzeige erstattet. Sie gelten ab sofort als Beschuldigte.
Quelle: Petra Cichos „Mordakte Weimar“ (S. 23)
„Einmal hat mir meine Frau vorgeworfen, dass Melanie gebrochen hätte und fast erstickt wäre. Sie war da gerade nicht da. […]
Quelle: Petra Cichos „Mordakte Weimar“, (S. 49)
Melanie hat laut Brigitte beim Picknick am See mehr Brote verzehrt hat als Karola ist meine These, dass
-
Herr Sauter mit dem Picknick am See als Erklärung für den Mageninhalt bei Melanie richtig lag, nur, dass es bei Melanie durch den Obduktionsfehler, (nachzulesen in "Kraft und Gefahren des Sachbeweises" bei Herrn Strate) nicht mehr nachweisbar war.
-und Herr Strate bei Karola mit der Prinzenrolle recht hatte.
15. September 1986: Aussage Schwester Brigitte [...] Melanie ist eine bessere Esserin als Karola. Ich glaube, dass Melanie beim Badeausflug insgesamt vier Brote gegessen hat
Quelle: Petra Cichos: "Mordakte Weimar", (S. 143 und 144, Absatz 3)
„… Ob und was Melanie getrunken und gegessen hatte, konnte infolge eines versehentlich vollständigen Verbrauchs des Mageninhalts für eine Gift-Untersuchung nicht mehr exakt festgestellt werden…“
Quelle:
https://www.strate.net/de/publikationen/der_mordfall_weimar.html[/quote]
Wäre bei diesem Szenario denkbar, dass er es tatsächlich nicht gleich gemerkt hat?
Rein fiktivHat er vielleicht noch versucht Melanie in die stabile Seitenlage zu bringen, damit das Erbrochene abfließt, auf eine Decke, von der die nie ermittelten Fasern an Melanie führen, verlässt die Wohnung. Karola merkt, dass etwas nicht stimmt, versucht erst (den durch RE ausgeknockten?)/RW zu wecken? Karola hatte ein besseres Verhältnis zu ihrem Vater als Melanie, weswegen das aus meiner Sicht naheliegend wäre. Das stelle ich mir als blanken Horror vor, wenn scheinbar zwei Menschen leblos in der Wohnung rumliegen und will zur Großmutter fliehen. RE begegnet ihr auf den Weg dorthin, bemerkt ihre Panik kehrt zurück und merkt, was er ausgelöst haben muss.
Irgendetwas wird sich der Gerichtsmediziner schon dabei gedacht haben, wenn er zu dem Schluss kam, dass Melanie zeitlich früher gestorben ist als Karola.
Die Grundlage für diese Einschätzung kann nicht der Mageninhalt gewesen sein, wenn der bei Melanie nicht mehr eindeutig nachgewiesen war.„29. Oktober 1987: Aussage Rechtsmediziner im Fulda-Prozess
[…] Melanie ist mit hoher Wahrscheinlichkeit zeitlich früher getötet worden als Karola. Dafür sprechen postmortale Veränderungen.“
Quelle: „Mordakte Weimar“, von Petra Cichos, S. 206
In diesem Thread wurde auch schonmal über die Frage diskutiert. Ein User merkte an, dass unter anderem das biologische Alter dabei auch eine Rolle spiele und der Verwesungsprozess bei jüngeren Menschen schneller voranschreite. Diese Erklärung zumindest scheidet bei Melanie wohl aus, da sie das ältere Kind war. Der User hat noch andere Faktoren genannt.
Beitrag von LeRave (Seite 23)
Kuno426 schrieb:Ohne die Familiensituation bewerten zu wollen, könnte ich mir vorstellen, dass RW vorm Fernseher eingeschlafen ist und evtl nur kurz aufgewacht ist, um die Kinder ins Bett zu schicken, ohne sie zu begleiten.
Eine der wenigen Aussagen in einem frühen Stadium der Ermittlungen, die ich MW zu 100% glaube, ist das, was sie am 6. August 1986 ausgesagt hat, nämlich, dass sie die Kinder nach dem Badenachmittag ins Bett gebracht hat.
Alles andere, dass noch ein Film geguckt wurde -das taucht in MWs und RWs Aussageprotokollen erst am 12. Augut 1986 auf, also einen Tag, nachdem Brigitte den Höschenwechsel ausgesagt hat, halte ich für eine Anpassung an die Höschenwechselaussage. Ich denke damit sollte der Zeitraum ausgedehnt werden, in dem die Kinder noch am Leben waren.