Grillage
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Mordfall Charlotte Böhringer
19.04.2026 um 21:13Ich traue ihm das durchaus zu. In meinen Augen ist er mit dem Vorhaben dorthin gefahren, die Tante zu töten. Sein Selbstverständnis war und ist das eines disziplinierten, ehrgeizigen Menschen. Das mache ich an der Lügengeschichte fest, die er seinem Umfeld aufgetischt hat. Er hat ja nicht nur vorgelogen, dass 1. StE bestanden zu haben und sich im Referendariat auf das 2. vorzubereiten, sondern es musste gleich noch ein Stelle in einer Beraterkanzlei und eine angehende Promotion sein, plus der Nebenjob im Parkhaus. So wollte er gerne gesehen werden und so hat er sich gefühlt.Origines schrieb:Was ich einfach für lebensfremd hielt. Es passt für mich nicht, dass er wartete, vor der Türe. Unbestimmte Zeit. Würde die Tante um 19 Uhr kommen? 10 Minuten vorher? Oder erst um 19.30 Uhr? Der Zeitpunkt war nicht so fix. Ich würde T. nicht zutrauen, da cool zu warten. Und auch nicht schweratmend und zitternd vor Nervosität.
Und an den Storys aus dem Knast, die er mal in einem Interview von sich gegeben hat. Von wegen er halte im Gegensatz zu allen anderen Knastkumpanen seinen Körper und Geist durch Disziplin, Askese und Ertüchtigung in seiner Zelle fit.
Der hätte auch 3 Stunden auf einem Bein vor der Tür gewartet, wenn das nötig gewesen wäre, um an die ersehnten Millionen zu kommen und die Tante zu ermorden, damit sie ihn nicht enterben kann, wenn sie rausfindet, was für ein Lügenbold und Schlendrian er ist.
Er war sich bewusst, dass für ihn von dieser Tat viel abhing, entsprechend hoch war seine Einsatzbereitschaft.
Mag sein, dass er die Handschuhe noch nicht angezogen, sondern nur in der Jackentasche dabei hatte und erst nach den Schlägen auf die Tante angezogen hat, um beim Wühlen in der Wohnung keine Spuren zu hinterlassen. Und die mitgebrachte Tatwaffe in einer Tüte. Aber ich gehe davon aus, dass er beides mitgebracht hat, weil er es so geplant hatte.Origines schrieb:Die Tat war nicht so geplant. Es gibt keine Vorbereitungshandlungen, nichts was auf das Begehen einer solchen Tat hindeutet. Ich halte sie deshalb für relativ spontan, auch die gewählte Waffe.
Mag sein, dass er den Plan nicht schon wochenlang vorher ausgeheckt hatte und keine Ahnung, wann er den Entschluß dazu gefasst hat. Aber ich bin mir sicher, dass er seine Wohnung verlassen hat, um zur Garage zu fahren und die Tante umzubringen. Er hat die Freundin belogen, dass es ihm nicht gut geht und er lieber zuhause bleiben will, um sich dieses Zeitfenster zu verschaffen. Und er wusste, dass er nicht mehr allzu viel Zeit haben wird, bis seine Lügereien entweder auffliegen oder die Tante ihn enterbt (oder beides). Sie hatte ihn rausgeschmissen, der Geldhahn war zu und anders als alle dachten, hatte er eben kein Einkommen aus Referendariat und Mitarbeit in der Kanzlei.





