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Ehepaar Hagen seit 1994 vermisst - wer weiß was darüber?

Ehepaar Hagen seit 1994 vermisst - wer weiß was darüber?

10.06.2014 um 09:26
Hallo ihr Lieben,

heute morgen im GA Bonn:

Bewegung im Fall Hagen

Von Wolfgang Kaes
BONN. Vor 20 Jahren verschwand ein Beueler Ehepaar spurlos. Selbst die Auslobung von einer Million Mark Belohnung blieb ohne Erfolg.

Es gibt diese Fleckchen Erde, die bei oberflächlicher Betrachtung auf den Besucher wirken, als seien dort alle Schrecken dieser Welt ausgesperrt, abgeschirmt von einer unsichtbaren, schützenden Membran. Als könne das Böse allenfalls, ohne Schaden anzurichten, via Fernseher und Tagesschau Einzug halten.

Die Beueler Ortslage Heidebergen könnte ein solches Fleckchen Erde sein. Hübsche Häuser, vornehmlich gebaut zu jener Zeit, als die Bundeshauptstadt Bonn nach der Beendigung des Provisoriums boomte, umgeben von gepflegtem Rasen und sorgsam gestutzten Hecken und üppigem, sattem Grün, dem man ansieht, dass es schon seit Jahrzehnten gedeiht. Eine himmlische Ruhe herrscht in Heidebergen; die auf den nahen Tennisplätzen des SV Roleber geschlagenen Bälle geben der Zeit den Takt vor.
Weitere Links

Vor zehn Jahren verschwanden Doris und Winfried Hagen spurlos
Klaus Hagen will vermisste Eltern für tot erklären lassen

Viele Akademiker wohnen hier, man grüßt sich, man hält einen Plausch über den Gartenzaun, man wahrt höflich Distanz, man achtet die Privatsphäre, die hier zwangsläufig mehr Raum einnimmt als in manch anderem Bonner Quartier. Selbst über ein eigenes Naturschutzgebiet verfügt Heidebergen; klein, aber fein, 13 Hektar, das Wolfsbachtal. Am Ufer des Bachlaufs fühlen sich gefährdete Tiere und Pflanzen der Roten Liste wohl. Ein Paradies.

An einem Sommertag vor 20 Jahren riss das Böse ein Loch in die schützende Membran. Fast jeder in Heidebergen kann sich an das Datum erinnern: Am Nachmittag des 13. Juli 1994 verschwanden der Unternehmer Winfried Hagen, seine Frau Doris sowie der Hund der Familie, Cockerspaniel Toby, aus ihrer Mitte. Ohne jede Spur. Als hätten sie nie existiert. Am Morgen jenes Mittwoch nahm der damals 49-jährige Maschinenbau-Ingenieur noch einen Geschäftstermin wahr, seine zwei Jahre jüngere Frau Doris erledigte Einkäufe, besorgte Proviant für eine geplante Reise zur im Hafen von Workum am niederländischen IJsselmeer vertäuten Yacht des Paars.

Dort sind die Hagens aber nie eingetroffen. Ob sie überhaupt zu dieser Reise aufgebrochen sind, scheint fraglich, denn die drei Autos der Hagens (ein Audi 100, ein Mercedes und ein VW-Bus) standen unangerührt in den Garagen.

Niemand in der Nachbarschaft vermisste das Paar zunächst. Denn die Hagens gingen häufiger auf Reisen; seit dem Verkauf des familieneigenen Beueler Weltunternehmens Kautex besaß man nicht nur Geld, sondern auch Zeit im Überfluss, und neben der Yacht in den Niederlanden auch noch ein Ferienhaus in Oberstdorf im Allgäu. Nur der damals 28-jährige Sohn Klaus Dieter, einziger Nachkomme, leibliches Kind von Doris, adoptiert von Winfried Hagen, hätte das Paar vermissen können.

Schließlich wohnte der Student der Betriebswirtschaft mit seinen Eltern in Heidebergen unter einem Dach. Doch der Sohn erstattete erst am 16. August, mehr als einen Monat später, Vermisstenanzeige bei der Polizei. Und hatte dafür eine Erklärung parat: Am Nachmittag des 13. Juli sei sein Freund zu Besuch gekommen, man habe gemeinsam mit den Eltern Kaffee getrunken, er sei dann mit dem Freund in die Stadt gefahren. Als man am Abend zurückkehrte, war das Haus verlassen, Klaus Dieter Hagen wähnte die Eltern auf dem Weg nach Workum.

Am nächsten Morgen sei er mit dem Freund zu einer einwöchigen Reise nach Südfrankreich aufgebrochen und nach seiner Rückkehr gleich mit seiner in Köln wohnenden Freundin zum Urlaub in die Türkei geflogen. Erst am 8. August sei er in das immer noch verwaiste Haus in Heidebergen zurückgekehrt.

Wiederum eine Woche später, am 16. August, erstattet Klaus Dieter Hagen Vermisstenanzeige bei der Polizei, teilt mit, dass im Haus zwei Reisetaschen, ein Schminkkoffer, Reisepässe und Kreditkarten fehlten - und wendet sich Tage später aus eigenem Antrieb an die Presse: "Ich bin sehr beunruhigt. Ich klammere mich an jeden Strohhalm." Polizeisprecher Harry Kolbe erklärt da zwar noch auf Anfrage: "Hinweise auf ein Gewaltverbrechen liegen nicht vor."

Aber am 2. September stellt ein Großaufgebot der Polizei das Anwesen der Hagens am Rande des Naturschutzgebietes auf den Kopf, auch die Kollegen in den Niederlanden und im Allgäu werden aktiv. In Oberstdorf versichert ein Nachbar, der sich um das Ferienhaus der Hagens kümmert, das Paar an Ostern zum letzten Mal gesehen zu haben. Am 6. September klingt Präsidiumssprecher Harry Kolbe schon anders als noch im Monat zuvor: "Die Ermittlungsergebnisse geben keinerlei Hinweise, dass die Eheleute freiwillig ihren gewohnten Lebensbereich verlassen haben."

Der Audi und der Mercedes sind inzwischen aus Heidebergen verschwunden. Die Polizei schaltet die Öffentlichkeit ein, verteilt 500 Flugblätter, die Staatsanwaltschaft lobt 3000 Mark Belohnung für sachdienliche Hinweise aus, Verwandte und Freunde des Paares weitere 12.000 Mark. Das Ergebnis ist enttäuschend. Auch vom Sohn ist nun keine Hilfe mehr zu erwarten: "Er ist nicht mehr kooperationsbereit", sagt ein Kriminalbeamter. "Er spricht nicht mehr mit uns."

Inzwischen sind die Ermittler davon überzeugt, dass im Haus bewusst falsche Spuren ausgelegt wurden, die auf eine Urlaubsreise deuten sollten, während andere persönliche Gegenstände, die das Ehepaar nach Aussage von Freunden stets mit auf Reisen nahm, im Haus geblieben waren. Der Audi 100, der im Juli unangerührt in Heidebergen stand, wird im Oktober in der ungarischen Hauptstadt Budapest als gestohlen gemeldet.

"Mauer des Schweigens durchbrechen" (Landgericht Bonn)

Verwandte und Freunde des Paares erhöhen die Belohnung auf 100.000 Mark und schalten einen Privatdetektiv ein. Beides führt zu keinem Erfolg. Befürchtungen werden laut, die osteuropäische Mafia könne mit dem spurlosen Verschwinden des Paars zu tun haben: Winfried Hagen tätigte Immobiliengeschäfte in Polen, der Junior handelte dort mit Autos.

Ein Riss geht durch die Hagen-Sippe. Der Sohn besitzt eine Generalvollmacht seiner Eltern für alle finanziellen Angelegenheiten (von einem zweistelligen Millionenvermögen ist die Rede), doch die Geschwister des Vaters erwirken im Dezember 1994 beim Bonner Amtsgericht die Einsetzung eines Abwesenheitspflegers. Klaus Dieter Hagen darf im Haus wohnen bleiben, muss aber Miete zahlen, verliert die Generalvollmacht, hat keinen Zugriff mehr auf die Konten und darf auch den verbliebenen VW-Bus der Eltern nicht mehr benutzen.

Abwesenheitspfleger Ludger Westrick setzt aus dem Vermögen eine Belohnung von einer Million Mark aus. Dagegen geht der Sohn juristisch vor. Das Amtsgericht Bonn gibt Klaus Dieter Hagen Recht, doch die vierte Zivilkammer des Bonner Landgerichts kippt die Entscheidung im August 1996: Auch der Kammer dränge sich der Verdacht eines Gewaltverbrechens auf. Sollte in dem Vermisstenfall tatsächlich eine Beziehung zur osteuropäischen Mafia bestehen, dann könne nur eine hohe Summe die Mauer des Schweigens im berufskriminellen Milieu durchbrechen. Somit hat die bislang höchste in der deutschen Kriminalgeschichte ausgelobte Belohnung Bestand. Aber auch sie zeitigt keinen Erfolg. Nicht die Spur.

Lange hält sich die Bonner Kriminalpolizei im Interesse der laufenden Ermittlungen bedeckt. Erst im August 1996, zwei Jahre nach dem Verschwinden, gibt sie Einblick in eine Reihe von Merkwürdigkeiten ihrer Ermittlungen vom Sommer 1994. So hinterließ am 2. September 1994 eine unbekannte Frau mit starkem osteuropäischem Akzent eine Nachricht auf Klaus Dieter Hagens Anrufbeantworter. Sie sprach von nicht eingehaltenen Vereinbarungen gegenüber einer russischen Firma, deren Leute vergeblich in Warschau gewartet hätten, und forderte finanzielle Wiedergutmachung. Wenig später, am 8. September, ging in Leverkusen der Rolls Royce des Studenten in Flammen auf.

"Eine solche Akte wird nie geschlossen" (Robin Faßbender, Oberstaatsanwalt)

Im April 2001, fast sieben Jahre nach dem Verschwinden seiner Eltern, scheitert Alleinerbe Klaus Dieter Hagen auch in der dritten Instanz vor dem Oberlandesgericht Köln mit dem Versuch, an das zweistellige Millionenvermögen zu kommen. Das gelingt ihm erst vier Jahre später, als er seine Eltern nach Ablauf der im Verschollenheitsgesetz vorgeschriebenen Frist für tot erklären lässt.

Am 4. November 2005 veröffentlicht das Amtsgericht Bonn den entsprechenden Beschluss. Seither sind Winfried und Doris Hagen auch nach den Buchstaben des Gesetzes tot. Der Sohn nahm einen Wohnsitz auf Malta.

Das war's? "Ein solcher Fall gerät nie in Vergessenheit", versicherte jetzt Oberstaatsanwalt Robin Faßbender auf Anfrage des General-Anzeigers. "Eine solche Akte wird nie geschlossen." Doch hinter den diplomatischen Worten des Leiters der Abteilung Kapitalverbrechen scheint sich mehr zu verbergen. Offenbar kommt nach 20 Jahren Bewegung in den Fall. Die Bonner Ermittlungsbehörden haben Kontakt zur Redaktion der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" aufgenommen. Morgen Abend ab 20.15 Uhr wird das Verschwinden des Ehepaars als "Filmfall mit Spielszenen" zu sehen sein, sagt das ZDF.

Anschließend interviewt Moderator Rudi Cerne im Studio München den Bonner Kriminalhauptkommissar Franz Wirges. Der Kriminalist ist Spezialist für sogenannte Cold Cases (unerledigte Altfälle): Wirges hat vor zwei Jahren dem Ehemann der vermissten Rheinbacher Arzthelferin Trudel Ulmen das Geständnis entlockt, seine Frau 16 Jahre zuvor mit einem Kissen erstickt zu haben. Wenig später war er an der Lösung des fünf Jahre alten Vermisstenfalles Sigrid Paulus im Siebengebirge und des Vermisstenfalles Sandra D. in Eitorf beteiligt, ebenso an der überraschenden Aufklärung des Mordes an der Bad Godesberger Journalistin Regine Pachner - 19 Jahre nach der Tat.

"Aktenzeichen XY", Mittwoch, 11. Juni, ZDF, 20.15 Uhr.
Kautex: Weltmarktführer aus Beuel, gegründet 1935 als "Galvanische Werkstätten" in Siegburg

1935 eröffnete Reinold Hagen, der Vater von Winfried Hagen, seine "Galvanischen Werkstätten" an der Wilhelmstraße in Siegburg. 1945 wurde die Firma in "Kautex" umbenannt und zog in die damals noch selbstständige Gemeinde Holzlar. Das Unternehmen nahe der B56 an der Grenze zu Hangelar wuchs mit dem Wirtschaftswunder und schrieb Industriegeschichte. Firmengründer und Erfinder Reinold Hagen galt als Pionier der Kunststoffverarbeitung und sammelte Patente wie andere Leute Briefmarken.

Die Familie verkaufte die Sparte Maschinenbau 1976 an den Krupp-Konzern, 1989 die Sparte Kunststoff an Klöckner und brachte den Großteil des Erlöses in die Hagen-Stiftung zur Förderung der Ausbildung und Qualifizierung junger Menschen ein. Heute sind die beiden ehemaligen Kautex-Sparten Kunststoff und Maschinenbau diesseits und jenseits der Beueler Kautexstraße zwei getrennte Unternehmen mit verschiedenen Eigentümern. Kautex Maschinenbau gehört zu 50,1 Prozent dem fünfköpfigen Management, 49,9 Prozent einer Berliner Beteiligungsgesellschaft.

500 Mitarbeiter kümmern sich um die Herstellung und den Vertrieb von Maschinen, mit denen neben anderen Produkten die populären Bobbycars hergestellt werden, die meistverkauften Kinder-Fahrzeuge der Welt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite produziert Kautex Textron im Besitz eines US-Konzerns neben Verpackungen aus Kunststoff als Weltmarktführer Treibstofftanks für Autohersteller in aller Welt, etwa für Porsche. Der Umsatz lag 2012 bei 1,2 Milliarden Euro. Weltweit beschäftigt Kautex Textron rund 5500 Mitarbeiter, davon 650 in Beuel, weitere 110 in Duisdorf.

http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/beuel/holzlar/Bewegung-im-Fall-Hagen-article1371185.html#plx1102248388


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10.06.2014 um 10:03
@ OfficerB:
"Noch so ne Sache zu dem Budapest-Urlaub. Wer unternimmt denn so eine Reise, während die eigenen Eltern vermisst werden? Man würde doch zu Hause warten und hoffen, dass sie jeden Moment die Tür hereinkommen. Es sei denn, man hat kein gutes Verhältnis zu ihnen."

Wie lange hätte er denn Zuhause ausharren müssen damit Du damit dann zufrieden gewesen wärst? Vielleicht musste er einfach mal raus?
Und Autodiebstähle gibt es immer. Und Osteuropa war da immer ein heisses Pflaster.


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10.06.2014 um 10:14
EHEPAAR HAGEN
Fall des Bonner Ehepaars bei „Aktenzeichen XY“
Erstellt 10.06.2014

http://www.rundschau-online.de/bonn/-ehepaar-hagen-fall-des-bonner-ehepaars-bei--aktenzeichen,15185502,27391458.html


10.06.2014 | 07:25 Uhr
POL-BN: Aktenzeichen XY greift Fall "Eheleute Hagen" auf
Bonner Unternehmer-Ehepaar verschwand im Juli 1994
http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/7304/2757179/pol-bn-aktenzeichen-xy-greift-fall-eheleute-hagen-auf-bonner-un...


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10.06.2014 um 14:59
@Luna2510
Danke für den Artikel, der ist sehr interessant, wie ich finde.
Wollen wir mal hoffen, daß es ein gutes Zeichen ist, daß Wolfgang Kaes der zuständige Journalist des Artikels ist und der Kriminaler Wirges scheinbar ein glückliches Händchen hat.
War mir bis dato nicht bewusst, daß es in Bonn ein eigenes Cold Case-Team gibt. Find ich super!

Auf den Fall bezogen wusste ich bis dato auch nicht, daß der Sohn sich später weigerte, mit der Kripo zusammen zu arbeiten oder es war mir nicht mehr so bewusst, obwohl ich eigentlich alle Artikel verfolgt habe.
Neu ist mir auch, daß beide Autos verschwunden sind - neben dem Audi auch der Mercedes. Nur der VW-Van blieb über.
Für mich ist das alles ein bißchen zuviel Zufall, wenn ich ehrlich. Auf mich wirkt alles sehr konstruiert.


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10.06.2014 um 20:41
@Tom_Ripley
Tom_Ripley schrieb:13. Juli 1994: D&WH werden in ihrem Haus in Bonn gesehen, DH geht noch einmal einkaufen,
die Medien nennen nicht den Namen der Zeugen dafür
13. Juli 1994: KH kommt am Abend nach Hause, D&WH sind nicht mehr da, der
Sohn nimmt an das sie bereits auf dem Weg zur Yacht nach Holland sind,
Zeugen sehen einen roten Golf und einen Jeep vor der Villa in Bonn
14.Juli-21.Juli Sohn fährt mit einem Freund nach Südfrankreich
Ich halte diesen Zeitraum für sehr relevant.

1. Wie konnte der Sohn annehmen dass die Eltern verreist sind, wenn alle (?) Autos vor Ort waren.

2. Mit welchem Auto ist der Sohn nach Frankreich gefahren? Hier wäre für mich interessant, ob es eines der Fahrzeuge war, das später in Flammen aufging bzw. gestohlen wurde. Sieht doch sehr stark nach Spurenbeseitigung aus. Körper wurden in einem Fahrzeug abtransportiert und dieses wurde im Anschluss entsorgt.

3. Was haben Sohn + Freund in Frankreich gemacht?


PS: Sehe ich das richtig, der Sohn war damals 29J und die Eltern (leibliche Mutter: 47J, Stiefvater: 49J)?


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10.06.2014 um 21:38
Update:
13. Juli 1994: D&WH werden in ihrem Haus in Bonn gesehen, WH nimmt am Vormittag
noch einen Geschäftstermin wahr, DH geht einkaufen.
Am Nachmittag kommt KH mit einem Freund zum Kaffee mit DH&WH und geht mit
ihm anschließend fort in die Stadt.
13. Juli 1994: KH kommt am Abend nach Hause, D&WH sind nicht mehr da, der
Sohn nimmt an das sie bereits auf dem Weg zur Yacht nach Holland sind.
Der Sohn bemerkt nicht das die Autos der Eltern noch in der Garage stehen.
Zeugen sehen einen roten Golf und einen Jeep vor der Villa in Bonn stehen.
14.Juli-21.Juli Sohn fährt mit dem Freund nach Südfrankreich
21.Juli-22.Juli Sohn macht eine Zwischenstation in Bonn, bemerkt wiederum nicht
das die Autos noch in der Garage stehen
22.Juli-08.August: Sohn fliegt mit einer Freundin in die Türkei
um 10. August: D&WH werden zurückerwartet
08.-16.August Sohn ist wieder in Bonn und irgendwann fällt es ihm auf das D&WH
überfällig sind... , WH verpasst den für ihn heiligen Steuertermin..., D&WH sind
Trauzeugen und kommen nicht
16.August Vermisstenmeldung
02. September: Eine Frau mit osteuropäischen Akzent spricht auf den AB von KH
08. September: Der Rolls-Royce von KH geht in der Werkstatt in Leverkusen in Flammen auf
Oktober: KH macht mit dem Audi seiner Eltern einen Kurzurlaub in Budapest, dort wird ihm
das Auto gestohlen ...


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11.06.2014 um 13:32
Sehr eigenartig alles... vor allem dass die Autos anbrennen oder gestohlen werden, Zufall? Na ich bin mir da nicht so sicher. Bin auch auf die Sendung heute Abend gespannt. Aber alles klingt danach, dass der Familie noch zu Hause was zugestoßen ist, das Haus ist gereinigt, die Spuren evtl. beseitigt.


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11.06.2014 um 15:06
@OfficerB
OfficerB schrieb:Was aber noch komischer ist, dass der Audi in Budapest geklaut wird.
Luna2510 schrieb:Der Audi 100, der im Juli unangerührt in Heidebergen stand, wird im Oktober in der ungarischen Hauptstadt Budapest als gestohlen gemeldet.
Quelle: http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/beuel/holzlar/Nach-20-Jahren-Bewegung-im-Fall-Hagen-article1371185.html

Das verstehe ich von der Logik her nicht: Ein Auto wird gestohlen, die Fahrzeughalter sind vermisst, und dann wird es als gestohlen gemeldet. Von wem denn? Fehlen hier nicht ein paar Angaben, um diesen Gedankensprung nachvollziehen zu können?

Schade, dass Herr Kaes sich hier nicht zu Wort meldet. Ich halte viel davon, dass er den letzten Artikel im GA verfasst hat.


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11.06.2014 um 15:16
@X-Aequitas
X-Aequitas schrieb am 14.01.2014:Vermisstenfall Ehepaar Hagen :
Lokalzeit aus Bonn vom 02.01.2014
Tja, da warst Du früh dran mit der Meldung. Ich hatte dunkel was in Erinnerung, bin aber heute erst durch den Generalanzeiger wieder drauf gestoßen, und offenbar ein paar andere auch erst unlängst.

Ob der Sohn solche Diskussionen liest? Die Nachbarn? Die Polizei?


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11.06.2014 um 15:22
X-Aequitas schrieb:PS: Sehe ich das richtig, der Sohn war damals 29J und die Eltern (leibliche Mutter: 47J, Stiefvater: 49J)?
Laut GA und meiner Rechnerei war die Mutter zwischen 19 und 20, als sie ihn geboren hat.


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11.06.2014 um 15:24
Tom_Ripley schrieb:Oktober: KH macht mit dem Audi seiner Eltern einen Kurzurlaub in Budapest, dort wird ihm
das Auto gestohlen ...
Das würde natürlich die Meldung, das Auto sei gestohlen worden, erklären, wo steht, dass er mit dem Audi nach Budapest gefahren ist?


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11.06.2014 um 15:29
Wenige Tage später, in der Nacht zum 8. September 1994, wurde der Rolls Royce von Klaus Hagen in der Werkstatt des Bekannten in Brand gesetzt. Auch dieser Fall ist bislang nicht aufgeklärt. Im Oktober 1994 meldete Klaus Hagen den dunkelblauen Audi seiner Eltern, den er inzwischen benutzte, während eines Kurzurlaubes in Budapest als gestohlen. Ob es zwischen den Vorkommnissen und dem Vermisstenfall Zusammenhänge gibt, bleibt unklar.
Gut, ich habe es gefunden, wenn es dann so war:

http://www.nwzonline.de/panorama/keine-spur-von-millionaerspaar_a_6,1,3590492180.html


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11.06.2014 um 15:37
@ Luna2510, vielen Dank für den Artikel - er ist sehr interessant und beinhaltet zahlreiche Infos!

@ Tom_Ripley
für mich ist es absolut nicht nachvollziehbar, dass man in so einer Situation mit einem Freund in Urlaub fährt. Welcher normale Mensch tut sowas? Okay, in Köln sagt man "jeder Jeck is anders"
Die Tatsache, dass er aber mit den Behörden später nicht mehr kooperieren wollte, wirft ein zweifelhaftes Licht auf den Sohn. Er ist denn nicht an der Aufklärung eines solches Falles interessiert, vor allem als Hinterbliebender.

@ X-Aequitas
So wie ich es bereits gesagt habe, kommt für mich eine eventuelle Spurenbeseitigung ebenfalls in Betracht.
Wären die Autos vor dem Verschwinden der Eheleute verschwunden oder in Brand gesetzt, könnte man tatsächlich davon ausgehen, dass ein Druck ausgeübt werden sollte. Aber so sieht es dann wirklich nach einer absichtlich gelegten Spur aus. Außerdem hatten nur eine stark begrenzte Anzahl an Leuten einen Zugang ins Haus die, die vorgefundenen Umstände vortäuschen konnten.


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11.06.2014 um 16:23
@OfficerB
Ja, mir ist dieser Umstand des Urlaubes auch aufgefallen.
Normalerweise fände ich es gar nicht sooo schlimm, da wir keinen Einblick in die familiären/freundschaftlichen Bindungen haben. Es kann gut möglich sein, daß jemand zum "Abschalten" in den Urlaub fährt oder geschickt wird, wenn sich im Kreis gedreht wird. Normalerweise ist sowas ja auch eine immense Belastung und die Gedanken lassen einen nicht los.
Aber mich hat schon vor Veröffentlichung des Artikels von @Luna2510 irgendwie das Zusammenspiel "Brand des RR - Urlaub/Autodiebstahl Audi 100 - scheinbar sehr widerwillig eingestellte Ermittlungen" etwas stutzig gemacht. Nach dem neuen Artikel von Herrn Kaes, mit vielen kleinen, weiteren Details, finde ich es noch merkwürdiger.
Leider ist uns nicht bekannt, wo und unter welchen Umständen der Mercedes gestohlen wurde bzw. was für eine Baureihe es war.
Spontan - ich möchte nicht wirklich jemanden verdächtigen - kam mir nur in den Sinn "Oh-ha, die hochpreisigen Wagen weg, der VW noch da...".
Irgendwie ist das alles zu konstruiert, zu offensichtlich, zuviel Zufall und zuviel Alibi.

Ich muß dazu wirklich sagen, daß dies mein subjektiver Eindruck anhand der Berichterstattung war/ist und ich niemandem schaden oder Unrecht zufügen möchte, aber für den Moment sind das meine Gedanken.
Auf keinen Fall möchte ich jemanden gezielt beschuldigen und sollte ich zu anmaßend gewesen sein, entschuldige ich mich oder macht mich einfach darauf aufmerksam.


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11.06.2014 um 16:34
@ Arwen
Es geht hier ja auch nicht Leute zu beschuldigen, das ist Aufgabe der Staatsanwaltschaft. Man darf aber in einem Land wie Deutschland, welches so demokratisch ist, sicherlich seine freie Meinung zu so einem Fall äußern.
Es ist ja auch ein Unterschied ob man sagt "Der XY war es" oder "Ich könnte mir vorstellen, dass es der XY gewesen ist"...


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11.06.2014 um 16:35
@ OfficerB
"@ Tom_Ripley
für mich ist es absolut nicht nachvollziehbar, dass man in so einer Situation mit einem Freund in Urlaub fährt. Welcher normale Mensch tut sowas? Okay, in Köln sagt man "jeder Jeck is anders"
Die Tatsache, dass er aber mit den Behörden später nicht mehr kooperieren wollte, wirft ein zweifelhaftes Licht auf den Sohn. Er ist denn nicht an der Aufklärung eines solches Falles interessiert, vor allem als Hinterbliebender."

1.) Die Urlaube nach Südfrankreich und der Türkei fanden zu einem Zeitpunkt statt an
dem KH annehmen konnte das die Eltern auf der Yacht waren. Also hier sehe ich keinen Vorwurf.
2.) Wenn ich aus meiner Sicht von der Polizei/Staatsanwaltschaft als Verdächtiger
betrachtet werde erledigt dies schon aus formal-juristischen Gründen jede weitere
Zusammenarbeit. Jeder Anwalt würde dies so raten.


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OfficerB
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11.06.2014 um 16:43
@ Tom_Ripley

Hat die Staatsanwaltschaft denn erst gegen ihn ermittelt, als er jede Kooperation eingestellt hat oder hat die Staatsanwaltschaft recht schnell gegen ihn ermittelt bevor er sich zurückgezogen hat. Da gibt es einen Unterschied.
Natürlich kann man nachvollziehen, dass er sich zurückzieht, wenn gegen ihn ermittel wird.

Ich meine gelesen zu haben, dass der Sohn mit einem Freund nach Tschechien oder Ungarn gefahren sei, nachdem seine Eltern bereits offiziell vermisst wurden.


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11.06.2014 um 16:51
Wenn KH dann schon aufgefallen war, dass er mit der Generalvollmacht Geld abhob , mit vollen Händen ausgab, wurde dem mit dem gestohlenen Auto in Budapest dann nachgegangen ?

Er könnte sich doch dann auch auf diese Weise schnell Geld besorgt haben, es "schwarz" verkauft
haben und von der Versicherung zuhause nochmal kassiert haben ....?

Hätte man doch herausfinden können.....

Der Rolls-Roycs geht innerhalb der Werkstatt in Flammen auf .....auch da nochmal schnell mal eine "Entschädigung" auf ein Fahrzeug mit möglicherweise vernichteten Beweismittel .....?

Klingt alles sehr nach einem dringendem Geldproblem .....Vllt war da jemand verschuldet und hatte diese "Geldhaie" , auf seine nichtahnende Eltern gelenkt , sich vorher noch aus dem Staub gemacht " sind dann mal kurz in der Stadt "?

Mir fehlt hier einfach das Entsetzen des Sohnes über den ganzen enggesteckten Rahmen des Ablauf !


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11.06.2014 um 17:00
@ OfficerB

"Ich meine gelesen zu haben, dass der Sohn mit einem Freund nach Tschechien oder Ungarn gefahren sei, nachdem seine Eltern bereits offiziell vermisst wurden."

Das wird der Urlaub gewesen sein bei dem der Audi in Budapest verschwand, im Oktober.
Also ein anderer Urlaub.

"Hat die Staatsanwaltschaft denn erst gegen ihn ermittelt, als er jede Kooperation eingestellt hat oder hat die Staatsanwaltschaft recht schnell gegen ihn ermittelt bevor er sich zurückgezogen hat. Da gibt es einen Unterschied. "

Das weiss ich auch nicht ob wie rum es lief.

"Er könnte sich doch dann auch auf diese Weise schnell Geld besorgt haben, es "schwarz" verkauft
haben und von der Versicherung zuhause nochmal kassiert haben ....? "

Diese Geschäftsmodell lief mal gut mit den Autos. Heute verkauft man seinen Reisepass in Thailand... .


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11.06.2014 um 18:52
@OfficerB
Deinem Beitrag von 16:34 Uhr kann ich nichts hinzufügen und ich denke, daß wir generell eine Wellenlänge in unseren Gedankengängen haben, was diesen Fall betrifft.

Ich muß mir noch einmal die Artikel durchlesen, aber aus dem Bericht von Herrn Kaes im Zusammenspiel mit älteren Berichten, habe ich es so aufgefasst, daß die Kooperation Sohn/Polizei während der Ermittlungen zum Bruch kam und es bereits frühzeitig Auffälligkeiten und Verdachtsmomente gab, da u.a. das Vermögen der Hagens mit offenen Händen ausgegeben wurde.
Subjektiv entstand dadurch bei mir der Eindruck, die Verweigerung zur Kooperation fand statt, nachdem es vermehrt kritische Nachfragen gab, die den Vorkommnissen geschuldet waren.
Von daher vermute ich, daß die Staatsanwaltschaft bereits aktiv war, bevor die Kooperation endete.

Ich bin gespannt, wie der Fall heute Abend in xy dargestellt wird, vielleicht erfahren wir dann mehr, da es ja Studiogäste geben soll - die sind für meine Begriffe immer wichtiger, als die filmischen Darstellungen.


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