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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

14.02.2014 um 20:13
ZenCat1 schrieb:Ich krieg den Eindruck, als wäre da sogar ein ausführliches Interview gemacht worden, das für die Tirol/NÖ-Heute-Sendungen nur so extrem zusammengeschnitten wurde, das aber bald irgendwo in ganzer Länge auftauchen wird.
@ZenCat1

Ja hoffen wir mal das wir das Interview mal in voller Länge sehen können, denn Robert Bergers Beiträge find ich immer sehr gut.
Auch der Film über die Cold-Case-Ermittlungen in dem Fall
Beitrag von Doverex, Seite 78
war ja von Robert Berger (ich denke von Herbst 2013??).

Bei der Einvernahme eines Zeugen habe etwa der Chefermittler des Cold-Case-Managements laut Heiss wörtlich gemeint: „Jetzt haben wir die Drecksau gefunden, die Daniela Kammerer erstochen hat“ .
ZenCat1 schrieb:Vielen Dank auch für den ZIB2-Link!
Ich bin jetzt ganz sicher voreingenommen, aber bei dem Leiter des Cold Case Teams ziehts mir allein schon vom Typ her die Grausbirnen auf, der windet sich ja wie ein Regenwurm...
Ich glaube nicht, dass diese Aussage oben auf Hofrat Ernst Geiger zurückzuführen ist, den du fälschlicherweise in diesem ZIB2-Link als Chefermittler des Cold-Case-Managements ausmachst. Geiger ist ja der Ermittlungsleiter des Bundeskriminalamtes. Zurzeit ist Geiger im Bundeskriminalamt provisorischer Leiter der Abteilung 3, zuständig für Ermittlungen, Organisierte und Allgemeine Kriminalität.

Aber Geiger war wohl sicher nicht selbst, als Angehöriger des Höheren Dienstes der Bundespolizeidirektion Wien, bei den Vernehmungen von Thomas B. anwesend.
Ist immer wichtig, dass man einen Menschen nicht in eine Rolle drängt, die er gar nicht verdient hat.

Ich hoffe hier was RICHTIG gestellt zu haben!?
Lieben Gruß,
Doverex


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14.02.2014 um 20:38
@Doverex

Ich komme nochmals zurück auf Deinen heutigen Beitrag von 8.33 Uhr. In dem Interview hat TB seine früheren Aussagen erwähnt. Er hat insbesondere darauf hingewiesen, dass er früher ausgesagt habe auf einem Sofa neben DK gesessen zu haben.

Der Polizei war demnach also bekannt, dass beide die Stunden vor der Tat in enger räumlicher Nähe zusammen verbracht haben. Ich gehe auch davon aus, dass bekannt war, dass er ihr letzter Kontakt war. Warum die Polizei dann damals nicht Alibi und Motiv überprüft hat, ist mir ein Rätsel. Normalerweise gilt ja immer der alte kriminalistische Grundsatz, dass bei einem Mord von innen nach außen ermittelt wird. Diese gravierenden Ermittlungspannen können nun aber nicht zum Nachteil für TB herangezogen werden. Die Haltung der Eltern verstehe ich allerdings auch sehr gut. Ich finde es auch richtig, dass sie nun als so etwas wie Nebenkläger fungieren und eigene Rechte haben. Nachvollziehbar ist für mich, dass sie sich nicht auf die Staatsanwaltschaft verlassen wollen, die als Herrin des Ermittlungsverfahrens natürlich das Ermittlungsdesaster in erster Linie zu vertreten hat.


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ZenCat1
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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

14.02.2014 um 21:23
@Doverex

Vielen Dank für die Richtigstellung!

Ja, da hab ich HR Geiger in seiner Funktion als Ermittlungsleiter des BKA wirklich als Cold Case-Teamleiter hingestellt. Das tut mir leid und war nicht meine Intention - die Grippe ist schuld, die hat mich zur Zeit fest in ihren Krallen und ich kriege zugegebenerweise nur mehr die Hälfte mit :(

Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass der Mann mir ganz persönlich in seinem Auftreten, seiner Art und seinem Reden alles andere als sympathisch ist - aber das muss er ja nicht und wird auch kein Problem damit haben ;) Ich werde mir aber trotzdem gleich gerne den von Dir eingestellten Link anschauen - von John Leake halte ich sehr viel und bin gespannt, was er über HR Geiger zu sagen hat.

Nochmal herzlichen Dank fürs Richtigstellen, ich hab mich da wirklich zu einer unfundierten Aussage incl. falscher Berufsbezeichnung hinreißen lassen.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

15.02.2014 um 01:02
@AngRa

Und weil man damals das fehlende Alibi (der Zimmerkollege hat nie ein sicheres gegeben, nur gesagt, er glaube ... dies jedenfalls behauptete der Rechtsanwalt mehrmals) nicht näher beleuchtet hat (nein, man sprach schon nach wenigen Tagen vom psychopathischen Zufallstäter, keine Überprüfung von Kleidung, was war mit dem fehlenden Messer etc.), kann man nur von desaströsen Ermittlungen 2005 sprechen. Das könnte den Fall für immer zu einem unlösbaren Fall gemacht haben oder aber auch einen Unschuldigen Jahre später für einen Monat in U-Haft gebracht haben. Das macht mich fassungslos.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

15.02.2014 um 08:20
@Hammerstein

Mich macht es auch fassungslos wie damals ermittelt worden ist. Glaub aber ja nicht, dass das ein Einzelfall ist. So etwas kommt immer wieder vor. Es hängt aus meiner Sicht damit zusammen, dass die Polizei sich gelegentlich zu schnell auf eine bestimmte Anschauung von einem Fall festlegt und nicht mehr ergebnisoffen in alle Richtungen ermittelt. Bei Daniela war es eben so, dass sie zu schnell von einer Zufallstat durch einen Fremden ausgegangen ist. Der Profiler Thomas Müller hat dann durch seine Stellungnahme, dass es sich um eine Zufallstat gehandelt hat, versucht diesen Fehler zu vertuschen. Auch sehr sehr enttäuschend, wie dann alles hingebogen wird.

Ein gutes Beispiel für derartige Ermittlungen sind nach meinem Dafürhalten auch die Ermittlungen zu den beiden Doppelmorden in der Göhrde, einem Waldgebiet in Norddeutschland, die sich vor 25 Jahren in kurzem Abstand ereignet haben. Es hat sich dort um Morde an Paaren gehandelt und die Polizei hat sich mE sofort auf Zufallstaten mit sexuellem Hintergrund festgelegt. Dass es sich bei dem zweiten Paar um ein heimliches Liebespaar handelte mit betrogenen Ehepartnern im Hintergrund, was erhebliches Konfliktpotential in sich bergen kann, wurde mE zu wenig untersucht. Da niemand Akteneinsicht hat nach nur 25 Jahren wird der niedersächsischen Polizei auch häufig zugute gehalten, dass sie schon intensiv geschaut haben wird, auch weil sich niemand vorstellen kann, dass es anders war.

Meist lassen sich diese Ermittlungspannen nicht mehr heilen, vor allem natürlich wenn Spuren nicht in dem Umfang gesichert worden sind, wie es hätte sein müssen.

Schaun mer mal, wie sich das im Falle von DK noch entwickelt. Vielleicht gibt es ja in ihrem Falle noch Spuren, die durch Verbesserung der kriminaltechnischen Untersuchungen ans Licht kommen.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

15.02.2014 um 10:02
@Doverex @paraheinz @AngRa Danke für Eure Antworten auf meinen Kommentar.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

15.02.2014 um 10:28
Interview von "Tirol heute" mit dem Innsbrucker Universitätsprofessor
und Strafrechtsexperten Andreas Scheil. Sendung v. 14.02. 21:31 Uhr.
http://tvthek.orf.at/program/Tirol-heute/70023/Tirol-heute/7486293/Leiser-Verdacht-Mordfall-Kammerer/7489017

Auszug aus dem Interview:

" Kritik an den Cold Case Ermittlern kommt nicht nur vom Anwalt des
Verdächtigen sondern heute auch von einem der damaligen Tiroler
Ermittler. Bei dem neu aufgerollten Fall sei offenbar gezielt nur in eine
Richtung ermittelt worden, so der ehemalige Polizist gegenüber "Tirol heute".
Es sei unwahrscheinlich das der Verdächtige dem Mordopfer nach dem
Studentenfest mit einem großen Küchenmesser gefolgt sei, sofern er den
Aufenthaltsort der 19-jährigen überhaupt gekannt hatte. Eine wesentlich
lohnendere Spur nach einem bosnischen Tatverdächtigen, den Augenzeugen
damals beschrieben hatten, sei offenbar nicht weiter verfolgt worden, so der
ehemalige Polizist. "


Genau genommen sind es eigentlich drei Personen die man intensiver unter die
Lupe hätte nehmen müssen. Warum in aller Welt hat man sich eigentlich so
sehr auf den ehem. Tatverdächtigen "eingeschossen". Das erschließt sich
mir einfach nicht. Man kann nur hoffen das man nicht nur einen DNA-Abstrich von
T.B. gemacht hat sonder auch von dem bosnischen Tatverdächtigen und weiterer
Personen. Ansonsten bleibt nur zu hoffen das in naher Zukunft neue technische
Untersuchungsmöglichkeiten in der Molkuarbiologie weitere Spurenauswertungen
am T-Shirt ermöglichen.

@nephilimfield ;)
[ wie z.B. 3D-DNA-Scan der Anhaftungen auf dem T-Shirt im Bereich der
Stichwunden auf der Basis zeitw. chem. Reaktionen von DNA-Sequenzen wobei
Fremd-DNA oder Hautschuppen aufgrund fehlender chem. Reaktion sichtbar gemacht
und lokalisierbar werden. So in etwa könnte ich es mir vorstellen. Nur die technische
Umsetzung dürfte noch ein kleines Problem sein - aber sicher nicht unlösbar. ]

Mit freundlichen Grüßen

Lohengrin


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

15.02.2014 um 10:34
AngRa schrieb:Ich komme nochmals zurück auf Deinen heutigen Beitrag von 8.33 Uhr. In dem Interview hat TB seine früheren Aussagen erwähnt. Er hat insbesondere darauf hingewiesen, dass er früher ausgesagt habe auf einem Sofa neben DK gesessen zu haben.
@AngRa
Ja, seiner Händesprache nach dürfte Daniela wohl links von ihm am Sofa gesessen haben.
Aber egal, wichtig ist, wie die Vernehmung von TB und dem ZK damals 2005 ablief.
AngRa schrieb:Ich gehe auch davon aus, dass bekannt war, dass er ihr letzter Kontakt war. Warum die Polizei dann damals nicht Alibi und Motiv überprüft hat, ist mir ein Rätsel.
Ich gehe davon aus, dass der ZK ganz sicher auch schon 2005 über die Aussage und An/Abwesenheit von TB im Zimmer befragt wurde. Und diese Befragung 2005 & Akt dürfte mit der Zeit i-wo hin verschwunden sein, so dass man heute nur mehr auf die Aussge des ZK 2,5 Jahre später zugreifen kann. Denn man darf ja nicht vergessen, dass sich angeblich nun eine Aussage (auch laut Auskunft des Anwaltes in den Medien) des ZK geändert hat.

Was ja jetzt so aussieht, dass sich der ZK damals angeblich darin nicht sicher war, ob TB im Zimmer zur Tatzeit war oder nicht. Heute sich aber darüber absolut sicher ist, dass TB zur Tatzeit nicht im Zimmer anwesend war. Hier liegt also eine völlige Änderung einer Aussage vor, die wohl schon 2005 und kurz nach der Tat so (TB im Zimmer) dargestellt wurde.

Wir wissen überhaupt nicht, wie es zu der Aussage damals kam vom ZK. Ob er von TB selbst zu so einer Aussage gebeten wurde oder nicht. Der ZK scheint auf alle Fälle als "Gefahr" für TB und seinen Anwalt wahrgenommen zu werden, nicht umsonst wird an der Unglaubwürdigkeit dieser Person "gearbeitet". Wir haben also keine Info hier darüber, was der ZK zum Cold-Case-Team aus heutiger Sicht sagte, wie es damals (2005) zu seiner Aussage gekommen ist.

Ich schätze mal, dass diese heutige Aussage des ZK, wie das damals zustande kam und ablief, TB sehr belastet und in den Verdacht der Täterschaft rückt. Erst recht wenn sich seine Aussage damals als sogenannter "Freundschaftsdienst" nun herausstellen würde (Spekulation).

Nichtsdestotrotz müssen die Ermittler & Staatsanwalt auch immer eine objektive Sichtweise (also auch eine mögliche Entlastende) gegenüber einem Verdächtige immer verfolgen. Ausnahme darin ist ja nur der Anwalt, der zu einer objektiven Sichtweise zu seinen Mandanten gegenüber nicht gebunden ist, die Ermittler & Staatsanwaltschaft aber sehr wohl.

Das der Anwalt also nun die heutigen aktuellen Aussagen des ZK so stark in die Nähe der Unglaubwürdigkeit rückt, ist sicher viel mehr dahinter, als wir hier wissen.... so meine Meinung darüber.
Hammerstein schrieb:Und weil man damals das fehlende Alibi (der Zimmerkollege hat nie ein sicheres gegeben, nur gesagt, er glaube ... dies jedenfalls behauptete der Rechtsanwalt mehrmals) nicht näher beleuchtet hat (nein, man sprach schon nach wenigen Tagen vom psychopathischen Zufallstäter, keine Überprüfung von Kleidung, was war mit dem fehlenden Messer etc.), kann man nur von desaströsen Ermittlungen 2005 sprechen.
@Hammerstein
Ja da hast du recht, dass ist auch der springende Punkt.
WO sind die Vernehmungsaufzeichungen (wenn es sie gibt) von 2005 darüber?

Es gibt da ja mMn. 3 Möglichkeiten

1) Sie sind in den Jahren einfach i-wohin verschwunden oder
2) der Zimmerkollege wurde 2005 nie befragt oder
3) er wurde befragt und dies wurde einfach damals nicht schriftlich aufgezeichnet.

Auf alle Fälle stellt dann jede Möglichkeit ein schweres Versäumnis oder große Schlamperei dar.
Falls aber Punkt 1) zutrifft, kann man nicht direkt den Ermittlern von 2005 einen Vorwurf machen, die sicher nicht ständig nachschauen gehen, ob der Akt im Fall Daniela Kammerer noch komplett vorhanden ist. Die habe sicher in den Jahren schon wieder an ganz anderen Fällen gearbeitet. Und der Akt dürte nun in bald 9 Jahren schon durch viele Hände gewandert sein?

Ich selbst tendiere eindeutig zu Punkt 1), weil das der ZK nicht wegen möglichen Alibi für TB 2005 vernommen wurde, kann ich mir eigentlich überhaupt nicht vorstellen.

Lieben Gruß,
Doverex


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

15.02.2014 um 10:42
Also bitte, da gibt ein ehemaliger Ermittler ein Interview und der Journalist befragt ihn nicht zu den Vorwürfen des Rechtsanwaltes, dass das nicht-vorhandene Alibi längst bekannt war und dass die damaligen Ermittler nichts untersucht hätten (Spuren in Wohnung, Kleidung etc.)? Also, ich würde den Herren mal fragen, warum man den Jahre später Tatverdächtigen denn damals als potentiellen Täter ausgeschlossen hat (und zwar sehr schnell ausgeschlossen), warum man seine Kleider nicht untersucht hat usw. Beschäften sich die Journalisten nicht mit dem Fall? Wenn schon ein Ex-Ermittler das Cold-Case-Team angreift (vielleicht zu Recht, kann ja sein), dann würde ich dem Herren auch mal ein paar dringende Fragen stellen.

Was den bosnischen Tatverdächtigen angeht - es gab ja angeblich 1.000 Seiten Material, das mit einer Gegenüberstellung weggewischt wurde. Auch dazu könnte man einen Ex-Ermittler befragen. Das habe ich nie verstanden, wer denn ihn entlastet hat. Das würde ja bedeuten, jemand hat den Täter gesehen. Und eine Zeugenaussage alleine löscht diese 1.000 Seiten? Auch merkwürdig, wenn das so gewesen ist.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

15.02.2014 um 10:43
@Doverex
Doverex schrieb:Wir wissen überhaupt nicht, wie es zu der Aussage damals kam vom ZK. Ob er von TB selbst zu so einer Aussage gebeten wurde oder nicht. Der ZK scheint auf alle Fälle als "Gefahr" für TB und seinen Anwalt wahrgenommen zu werden, nicht umsonst wird an der Unglaubwürdigkeit dieser Person "gearbeitet".
Sehr gute Analyse und absolut lesenswert- wie immer ;) Damit meine
ich jetzt nicht nur den Zitat-Auszug.

Mit freundlichen Grüßen

Lohengrin


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

15.02.2014 um 11:51
@Lohengrin

Interessanter Link, den du da einstellst. Aber die Aussage

"Eine wesentlich lohnendere Spur nach einem bosnischen Tatverdächtigen"

ist halt auch nur Spekulation. Woher soll man wissen, dass diese Spur "lohnend" gewesen wäre? Die Gegenüberstellung z. B. hat ihn entlastet.

Aber die Ermittlungspanne 2005, den letzten Kontakt nicht auf sein Alibi zu überprüfen, ist für mich so jenseitig, dass ich mich noch immer nicht beruhigt habe. Da hat @JosefK1914 doch glatt Recht gehabt. Ich muss meinen Pessimismus noch mehr pflegen!


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JosefK1914
ehemaliges Mitglied

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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

15.02.2014 um 13:17
Doverex schrieb:Wir wissen überhaupt nicht, wie es zu der Aussage damals kam vom ZK. Ob er von TB selbst zu so einer Aussage gebeten wurde oder nicht. Der ZK scheint auf alle Fälle als "Gefahr" für TB und seinen Anwalt wahrgenommen zu werden, nicht umsonst wird an der Unglaubwürdigkeit dieser Person "gearbeitet".
Ich glaube weniger die Frage zu stellen, wie die Aussage DAMALS zustande kam. Diese war zeitlich deutlich näher zu der Tat, die Erinnerung wird hier noch recht frisch gewesen sein. Dass der ZK ein falsches Alibi dem Verdächtigen gegeben haben soll, ist eher unwahrscheinlich, das kommt selten vor.

Die Frage ist eher zu stellen, wie die HEUTIGE Aussage zustande gekommen ist. Man kann den Pressemitteilungen entnehmen, dass die Ermittler ja wegen des Verdachts, den sie hatten den Zeugen nochmals „bearbeitet“ hatten. Und hier müsste man ganz genau das WIE hinterfragen.
Denn wenn man hier etwas die psychologischen Hintergründe kennt, weiß man, dass Aussagen von Zeugen leicht manipulierbar sind, erst Recht nach 8 Jahren.

Wer sich hier etwas einlesen will, empfehle ich immer das Buch "Wie wirklich ist die Wirklichkeit" von Paul Watzlawick.

Ganz zufällig ist auch die erste Aussage des ZK verschwunden bzw. wurde zumindest dem Anwalt des Verdächtigen nicht übergeben, so dass er von einer fehlenden 1. Vernehmung ausgehen muss. Vor dem Hintergrund der Art der Ermittlung, welche hier offensichtlich die notwendige Neutralität vermissen lässt, ein doch etwas seltsamer Zufall.


@Lohengrin
Die Aussage der damaligen Ermittler
Lohengrin schrieb:Kritik an den Cold Case Ermittlern kommt nicht nur vom Anwalt des Verdächtigen sondern heute auch von einem der damaligen Tiroler Ermittler. Bei dem neu aufgerollten Fall sei offenbar gezielt nur in eine Richtung ermittelt worden, so der ehemalige Polizist gegenüber "Tirol heute".
Es sei unwahrscheinlich das der Verdächtige dem Mordopfer nach dem Studentenfest mit einem großen Küchenmesser gefolgt sei, sofern er den Aufenthaltsort der 19-jährigen überhaupt gekannt hatte.
zeigt, weshalb man eigentlich die Täterschaft des Verdächtigen ausschließen muss. Hier fehlt das Motiv für die Tötungsabsicht, hier fehlt ein Hinweis, wie der Täter wissen sollte, dass das Opfer immer noch in diesem Bereich sich aufgehalten hat.

Daher ist aus meiner Sicht dem damaligen Ermittler-Team keine Vorwürfe zu machen, was die Frage des aktuell Verdächtigen angeht.


Was die Frage des Bosniers betrifft, vielleicht hat man hier wirklich nicht ausreichend ermittelt.

Vielleicht hat man hier die Zeugenaussage des angeblichen Streits den er gehört hat, zu viel Gewicht beigemessen worden. Diese Zeugenaussage passt am wenigsten ins Bild, da von vornherein die Tötungsabsicht des Täters vorhanden war. Da streitet man dann nicht erst mit dem Opfer länger rum, da dann die Gefahr von Zeugen sehr groß ist. Ich vermute, dass der Zeuge diesen Streit nur nachträglich diesem Mord zugeordnet hat.
nephilimfield schrieb:Die Gegenüberstellung z. B. hat ihn entlastet.
War das nicht gerade die mit dem Hörzeugen?


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

15.02.2014 um 13:34
@JosefK1914

Es gab anscheinend eine Gegenüberstellung mit Augen- und Ohrenzeugen.

http://tirv1.orf.at/stories/96887


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

15.02.2014 um 13:55
@nephilimfield

Ich glaube, wir müssen uns damit abfinden, dass wir es bei solchen Geschichten oft mit - naja, eher mittelmäßigen - Journalisten der Lokalpresse zu tun haben, deshalb gibt es so viele widersprüchliche Angaben. Ich würde mir wünschen, ein Journalist eines richtig guten Magazins oder einer richtig guten Zeitung würde in diesem Mordfall recherchieren und mit Ermittlern usw. Interviews führen, um schließlich einen guten, informativen Artikel basierend auf Fakten zu verfassen.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

15.02.2014 um 13:57
@JosefK1914

Ich halte es doch für einen viel zu großen Zufall, hätte es Sekunden vor der Tat einen lautstarken Streit auf der Straße gegeben. Dann hätten Zeugen ja auch diese beiden Personen sehen müssen, irgendwo. Man mag eine andere Quelle gerne anführen, aber wenn ich mich recht erinnere, hieß es damals im Radio und TV, der Streit wäre unmittelbar dem lauten Schrei vorangegangen.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

15.02.2014 um 14:01
@Hammerstein
Hammerstein schrieb:ch glaube, wir müssen uns damit abfinden, dass wir es bei solchen Geschichten oft mit - naja, eher mittelmäßigen - Journalisten der Lokalpresse zu tun haben,
Kommt mir auch so vor. Ich erinnere nur an das Fahrrad, das uns hier Seiten gekostet hat.

Wenn ich die deutsche Berichterstattung über Kriminalfälle lese, wünsche ich mir oft, die österreichischen Journalisten würden auch so sorgfältig arbeiten. Außerdem wäre wünschenswert, dass sich der ORF wieder an Aktenzeichen xy beteiligt. Da werden Tatabläufe in enger Zusammenarbeit mit der Polizei nachgestellt.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

15.02.2014 um 14:47
@JosefK1914
Einspruch, Euer Ehren ;)
JosefK1914 schrieb:zeigt, weshalb man eigentlich die Täterschaft des Verdächtigen ausschließen muss. Hier fehlt das Motiv für die Tötungsabsicht,
Mit einer kleinen Einschränkung meinerseits. Nach unserem Kentnisstand gibt
es eben derzeit kein erklärbares Motiv was aber nicht prinzipiell ein Motiv
ausschließt da wir die Details und Hintergründe eben nicht kennen.
JosefK1914 schrieb:hier fehlt ein Hinweis, wie der Täter wissen sollte, dass das Opfer immer noch in diesem Bereich sich aufgehalten hat.
Auch hier noch einmal der Hinweis das in den ersten Berichterstattung nach
der Tat der Aufenthaltsort von Daniela nur bis zum Alpinia in der Zollerstrasse
zurückverfolgt werden konnte. Erst in den darauffolgenden Berichten wird dann
die DHS9 als letzter Aufenthaltsort festgestellt und das sie vor hatte eben diesen
on-off-Freund im Stadtteil Pradl zu besuchen.

Und diese Information kann doch eigentlich nur vom ehem. TV und/oder seinem
ZK stammen. Weitere Personen sind ja nicht bekannt die sich ebenfalls in
dem Zimmer aufgehalten haben. Die Möglichkeit besteht das Daniela eben nicht
nur gesagt hat das sie noch diesen Freund in Pradl besuchen wollte sondern
auch das sie event. erwähnt hat das sie noch kurz in die Bogenmeile wollte.

Nur gibt es eben dafür keine bestätigten offiziellen Angaben. Man muß also
diese Möglichkeit nach wie vor in Betracht ziehen, zumindest aber darf man
diese Option nicht völlig außen vor lassen. Genauso wenig wie den damaligen
tatverdächtigen Bosnier und die Monate nach dem Mord eingeangene SMS
auf Danielas Handy. Ob es da allerdings einen Zusammenhang gibt ist eine
andere Sache. Auch das wissen wir bis heute nicht so genau.

Auch wissen wir z.B. nicht ob ihr on-off-Freund in Pradl zu dem fragl. Zeitpunkt
in seiner Wohnung war oder ob er ebenfalls auf irgend einer anderen Fete war,
was dann erklären könnte warum Daniela so häufig telefoniert hat. Was
bleibt sind also jede Menge offener Fragen.

@Hammerstein
Hammerstein schrieb:Ich würde mir wünschen, ein Journalist eines richtig guten Magazins oder einer richtig guten Zeitung würde in diesem Mordfall recherchieren und mit Ermittlern usw. Interviews führen, um schließlich einen guten, informativen Artikel basierend auf Fakten zu verfassen.
Da muß ich Dir Recht geben. Daraus ließe sich eine gute Story ableiten.

Mit freundlichen Grüßen

Lohengrin


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JosefK1914
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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

15.02.2014 um 17:57
Mit einer kleinen Einschränkung meinerseits. Nach unserem Kentnisstand gibt
es eben derzeit kein erklärbares Motiv was aber nicht prinzipiell ein Motiv
ausschließt da wir die Details und Hintergründe eben nicht kennen.
Das hat die StA ebenfalls wohl nie gehabt.

Was für ein Motiv sollte es zwischen Studierenden sein?

Hier sollte man nicht einfach igendwelche weltfremden Motive vorstellen, die hier schon beispielsweise im Zusammenhang wohl mit der Burschenschaft gefallen sind. Klar, unmöglich ist es niemals, aber man muss dazu auf dem Boden der Realität bleiben, andernfalls könnte man letzlich jedem Beliebigen den Mord anhängen.
Lohengrin schrieb:Die Möglichkeit besteht das Daniela eben nicht
nur gesagt hat das sie noch diesen Freund in Pradl besuchen wollte sondern
auch das sie event. erwähnt hat das sie noch kurz in die Bogenmeile wollte.
Wenn dann hätte sie dort noch jemanden besuchen wollen. Oder einfach nur so dort aufhalten, morgend kurz nach 4 Uhr? Neee, dass sind letzlich gerade die Konstruktionen, welche eher unrealistisch sind und mit denen man letzlich jedem ein Mord anhängen kann.

Nein, die damalige Ermittlung dürfte das schon höchstwahrscheinlich richtig gesehen haben, dass der Verdächtige damals nicht als Täter in Frage kam. Die Fehler sind hier erst mit dem Cold-Case-Team entstanden.

Wie die Befragung des ZK genau gelaufen ist, würde ich gerne wissen.
Lohengrin schrieb:Was bleibt sind also jede Menge offener Fragen.
Die werden wir höchstwahrscheinlich nie beantwortet bekommen.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

15.02.2014 um 19:20
Ähem, wie!? Ein Mord unter Studenten ist unmöglich, weil es kein Motiv geben könnte?! Sorry, das ist jetzt wohl totaler Blödsinn. Nur googeln, bitte. Es gab sie, gibt sie, und wird sie geben ... Studenten, die zu Mördern werden. Und wenn kein Motiv zu finden ist, heißt das nicht, dass es nicht doch eines gegeben hat, da stimm ich Lohengrin zu. Was nicht heißt, dass ich den Ex-Tatverdächtigen für schuldig halte.

Nur zwei Beispiele aus Ö: http://www.krone.at/Oesterreich/Jus-Student_nach_Mord_zu_20_Jahren_Haft_verurteilt-Debuetantin_getoetet-Story-319296

http://www.news.at/a/mord-stefanie-p-lebenslange-haft-philipp-k-296531


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15.02.2014 um 19:46
@JosefK1914
JosefK1914 schrieb:Wenn dann hätte sie dort noch jemanden besuchen wollen. Oder einfach nur so dort aufhalten, morgend kurz nach 4 Uhr? Neee, dass sind letzlich gerade die Konstruktionen, welche eher unrealistisch sind und mit denen man letzlich jedem ein Mord anhängen kann.
Dazu gibt es aber zwei unabhängige Zeugenaussagen die Daniela
in der Nähe des Cafe Plateau und kurz darauf im Kreuzungsbereich
der Kapuzinergasse gesehen haben. Das kann man dem Zeit-Wege-
Prokoll der Polizei entnehmen. Aufgrund dessen wurden dann von der
Polizei später auch Befragungen in den Lokalen durchgeführt, wenn auch
relativ spät. Aber das ist eine andere Sache. ;)
JosefK1914 schrieb:Die werden wir höchstwahrscheinlich nie beantwortet bekommen.
Auch wenn es zeitweise frustrierend ist, aber ich bleibe da recht zuversichtlich.
Zumal sich hier auch User zu Wort gemeldet haben die aus dem Bekanntenkreis
Danielas stammen und die eine oder andere Information beigesteuert haben.
Entweder durch direkte Beiträge oder eben einfach über eine Direkte Nachricht

Mit freundlichen Grüßen

Lohengrin


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