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Der Fall Sonja Engelbrecht

18.379 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Verschwunden, München, 1995, Sonja Engelbrecht

Der Fall Sonja Engelbrecht

17.12.2012 um 13:44
Zur leeren TElefonkarte:

Ich bin ja - wie schon öfter gesagt - ein Kinder der 90er. Und ich kann mich gut erinnern, dass ich immer einen ganzen Stapel dieser Karten im Geldbeutel hatte, weil die so hübsch bedruckt waren.

Ansonsten war es auch immer wieder mal so, dass die Telefonzelle wegen eines Fehlers der Karte (Kratzer?) die Karte nicht lesen konnte, obwohl man sich eigentlich sicher war, dass da noch Geld drauf war. Oder dass man eine daheim rumfliegende Karte eingesteckt hat, und dann festgesteltl hat, dass doch nicht mehr genug drauf war.

Ich war mit 15 oder 17 jedenfalls manchmal etwas desorganisiert, was diese Dinge betraf...


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Der Fall Sonja Engelbrecht

17.12.2012 um 13:58
Es hängt einfach zu viel an den Aussagen des Begleiters von Sonja,
die in einigen Teilen nicht logisch klingen, wie hier schon öfters besprochen.

Wäre es nicht denkbar, dass er einfach selbst die Story nicht mehr ganz auf die Reihe brachte?
Nachts um 2:00 Uhr, nach einem ausgiebigen Kneipenabend, vielleicht hatte er gar nicht mehr so genaue Erinnerungen, weil er schön einen im Tee hatte?

Oder er wollte sich an Sonja ranmachen auf dem Heimweg (jetzt nicht gleich Vergewaltigung), und hat eine böse Abfuhr erhalten. Deswegen hat er sie evtl. einfach unterwegs stehen lassen, und dann das ganze im Nachhinein etwas "schön geredet"?

Oder eine Mischung aus Beidem?


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Der Fall Sonja Engelbrecht

17.12.2012 um 14:05
@all
mir tut der Begleiter/Freund von Sonja einfach nur leid.
Ich glaube, dass er mit ihrem Verschwinden nicht ursächlich in Zusammenhang gebracht werden konnte, ist richtig.
Stellt euch die Selbstvorwürfe vor, die er sich gemacht hat. Und allen Ermittlungsergebnissen zum Trotz (12 Jahre ist ne lange Zeit) ist noch keine Ruhe für ihn eingekehrt. Falls er hier lesen würde, zB.


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Der Fall Sonja Engelbrecht

17.12.2012 um 16:19
Habe mir jetzt auch alles durchgelesen (weil krank, also ich.) Viele Szenarien machen für mich absolut Sinn - was allerdings frustrierend ist, ist die Tatsache, dass es sowohl so (Taxifahrer) als auch völlig anders (Streit/Totschlag in Wohnung) abgelaufen sein könnte und noch nicht einmal klar ist, ob Sonja überhaupt jemals am Stiglmaierplatz war!

Was ich mich frage:

a)wie kann es sein, dass wirklich überhaupt niemand sie dort mit Markbert gesehen hat, z.B. Leute in der Tram, als diese einfuhr? Kann nur von mir ausgehen aber ich schau da schon zum Fenster raus und wenn dann da nur 2 Leute stehen, fallen die einem doch auf (und Sonja sah ja schon so aus, dass sie einem in Erinnerung bleibt)

b)Die Aussage von Markbert (S. fühlte sich beobachtet in dem Gebüsch) finde ich sehr abstrus,
wie ihr schon erwähnt habt, geht man mit so einer Hose nicht freiwillig draußen pinkeln und schon gleich gar nicht an einem solchen Ort.

Was allerdings sein kann ist, dass nachdem Markbert in die Tram gestiegen ist, sie es wirklich nicht mehr aushielt und irgendwo auf die Toilette gehen wollte und da dann irgendwas passiert ist.

Am Rätselhaftesten finde ich neben dem Verschwinden das mit der Abendplanung: ich meine, sie hat in den Tagen vorher kräftig gefeiert, gerade in der Nacht davor wahrscheinlich durchgemacht, war müde, wollte nichtmal ans Telefon gehen und entscheidet sich dann doch, ausgerechnet mit einem alten Schulfreund, mit dem sie gar nicht mehr so viel zu tun hatte, erneut auszugehen und das auch noch alleine?! Irgendwas stimmt da nicht und ich bin fest davon überzeugt, dass Markbert was damit zu tun hat. Völlig unabhängig von der Frage, ob er oder jmd. anderes sie umgebracht hat, seine Geschichte klingt wirklich merkwürdig.

Wenn es ein Taxifahrer war, der die Gelegenheit genutzt hat, wäre das trotzdem SEHR riskant gewesen, da es ja in der Münchener Innenstadt war und nicht irgendwo in der Pampa und er hätte auf jeden Fall riskiert, von irgendwem gesehen zu werden (aus einer Wohnung heraus, jmd. der um die Straßenecke biegt etc) wie Sonja in sein Taxi steigt. Nee, irgendwie denke ich, dass Sonja nie am Stiglmaierplatz war. Und ich glaube auch, dass sie tot ist, auch wenn ich nicht genau sagen kann warum.


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matula73
ehemaliges Mitglied

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Der Fall Sonja Engelbrecht

17.12.2012 um 20:23
Ich war heute nochmal vor Ort, weil ich zufällig in der Nähe war. Folgende Sachverhalte sind mir diesmal aufgefallen:

1. Bei der Telefonzelle handelt es sich um ein sog. Kombigerät, d.h. man kann sowohl mit Karte als auch mit Kleingeld telefonieren. Das Telefon sieht nicht besonders neu aus, d.h. das war bestimmt früher auch so.

2. Der Eingang zu U-Bahnstation neben der Telefonzelle kann nicht wie die U-Bahnstation selbst abgesperrt werden. Auch die Toilette ist die gesamte Nacht über zugänglich, weil diese ebenfalls nicht in dem abgesperrten Bereich liegt. Es steht auch nichts an der Tür, daß diese zu bestimmten Zeiten abgeschlossen ist. Sonja hätte also durchaus auch dorthin gehen können, um ihre Notdurft zu verrichten.

3. In der hinteren Einfahrt beim Gebäudes des Roten Kreuzes, also direkt neben dem erwähnten Gebüsch, steht eine Reihe von sehr großen Mülltonnen. Zwei davon waren sogar geöffnet, die Höhe der Öffnung ist ungefähr auf Hüfthöhe. Auf einem davon stand, daß dieser für gewerbliche Abfälle vorgesehen ist; darin befanden sich schwarze Müllbeutel (soweit man dies bei der Dunkelheit erkennen konnte).


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Der Fall Sonja Engelbrecht

17.12.2012 um 22:14
dumme frage, entschuldigt falls das schon geklärt wurde: hat man denn in der telefonzelle überhaupt fingerabdrücke von sonja gefunden? nee, oder? naja, wenn sie da war aber gar nicht telefoniert hat, gibts auch keine abdrücke.

und sehe ich das richtig, dass niemand sonja und markbert auf dem gesamten weg von der wohnung zum stieglmaierplatz gesehen hat?


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Der Fall Sonja Engelbrecht

17.12.2012 um 22:31
Es wäre mal interessant zu erfahren, welchen Weg sie dann mit ihrem Begleiter vom Stiglmaierplatz zu der Telefonzelle benutzt hat?

In der XY-Sendung wird das nicht wirklich deutlich. Der Kripo-Beamte meint nur, dass Sonja und Markus gegen 2.30 Uhr dann "hier entlang gekommen sind". Der darauffolgende Schnitt kommt dann einen Tick zu spät, so dass man dann zwar den Beamten vor der Telefonzelle stehen sieht, aber es (für den Zuschauer) offen bleibt, welchen Weg sie tatsächlich damals zu der Telefonzelle benutzt haben.

Dabei wäre es sinnvoll gewesen, den genauen Weg auch zu beschreiben, zumal man ja offensichtlich immer noch nach Zeugen sucht.

In den nachgestellten Szenen kann man zwar kurz erkennen, dass sie sich der Telefonzelle aus Richtung der Nymphenburgerstraße nähern, aber war diese Einstellung bewußt gewählt?

Aber egal, welchen Weg sie gewählt haben (Untergeschoß, quer über den Platz, oder über die Ampeln Dachauer- und Nymphenburgerstraße), die einfahrende Trambahn hätten beide schon aufgrund dem Gleisverlauf früher gesehen und gehört. Und nicht erst an der Telefonzelle.

Deshalb kann man sich folgende Fragen stellen:

a) Warum begleitet er sie überhaupt noch zu der Telefonzelle?
b) Warum benutzt sie nicht ebenfalls die Trambahn? (Und ruft ihre Schwester vom Hauptbahnhof an, falls sie das wirklich wollte)
c) Hat die Polizei mal den genauen Ablauf mit der einfahrenden Trambahn am Stiglmaierplatzt nachgestellt?

In der Sendung dagegen bekommt man den Eindruck, dass er gerade noch Zeit hatte, ihr die Telefonkarte zu geben und sich dann regelrecht beeilen musste, um die einfahrende Trambahn überhaupt noch erreichen zu können.
Von der Telefonzelle sind es ca. 6, 7 Sekunden, und man erreicht, ohne rennen zu müssen, den Bahnsteig. Folglich hätte sie auch noch genug Zeit gehabt, trotz ihrer Absicht die Schwester anzurufen, die einfahrende Trambahn zum Hauptbahnhof zu nutzen.

In diesem Zusammenhang meint der Kripo-Beamte (vor der Telefonzelle stehend), dass sie ursprünglich die Absicht hatte, ihre Schwester anzurufen. Und was wiederum ein Grund wäre, dass sie die Trambahn gar nicht erreichen wollte. Aber stimmt das auch? Und woher weiß er das? Von ihrem Begleiter? Von ihrer Schwester? Und falls es wirklich ihre Absicht war, warum hat sie dann nicht schon von der Wohnung aus angerufen?

In dem Eingangsbericht auf Seite 1 nämlich, Quelle tz, wird behauptet, dass sie erst bei der Grünanlage, und nachdem sie austreten musste, (ängstlich) den Wunsch äussert, ihre Schwester jetzt anrufen zu wollen. Also eher eine spontane Entscheidung.
Und auch die Off-Stimme in der Sendung behauptet, dass sie sich mit ihrem Begleiter auf den Weg zum Stiglmaierplatz gemacht hat, weil von dort die Nachttrambahn Richtung Innenstadt fährt und nicht um ein Telefonat zu tätigen.

Und wann hat ihr Begleiter ihr die Telefonkarte gegeben?

Der Kripo-Beamte behauptet erst bei der Telefonzelle.
Der Eingangsbericht von der tz behauptet dagegen, dass ihr Begleiter ihr seine Telefonkarte geliehen (bei der Grünanlage) - und sie "sogar" noch bis zur Telefonzelle begleitet hat. Also anschließend, nachdem er ihr die Karte gegeben hat.

Liegen hier zwei verschiedene Aussagen von ihrem Begleiter vor (der Kripo), oder hat die tz (in diesem Fall) seine Aussage versehentlich falsch wiedergegeben?


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Der Fall Sonja Engelbrecht

17.12.2012 um 23:59
@Fidani

ja, laut dem Begleiter hat sie erst ab dem Zeitpunkt, wo sie dich beobachtet gefühlt hat (angeblich)
ihre Schwester anrufen wollen. Das erklärt, warum sie das nicht schon vorher in der Wohnung tat. Da aber alles was nach dem Verlassen der Wohnung passierte, nur Hörensagen bzw. die Aussage des Begleiters ist, bleibt die Frage, ob sich alles wirklich so zugetragen hat, wie er es erzählt.
Und wie jemand schon schrieb, es war spät, sie waren sicher beide zumindest ein bisschen betrunken und/oder müde, vielleicht erinnert er sich an manches nicht mehr so wie es geschehen ist (immer vorausgesetzt, er sagt überhaupt die Wahrheit was den gemeinsamen Weg zum Stieglmaierplatz betrifft) -denn sie waren ja laut ihm 30min unterwegs und da soll niemand die beiden gesehen haben?


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Der Fall Sonja Engelbrecht

18.12.2012 um 00:25
@Fidani
Fidani schrieb:In den nachgestellten Szenen kann man zwar kurz erkennen, dass sie sich der Telefonzelle aus Richtung der Nymphenburgerstraße nähern, aber war diese Einstellung bewußt gewählt?
Sie müssten eigentlich von der Schleißheimerstraße gekommen sein.


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Der Fall Sonja Engelbrecht

18.12.2012 um 00:55
Ja, schon...
Aber welchen Weg haben sie dann benutzt? Das würde mich mal interessieren. Die Schleißheimerstraße trifft auf die Dachauerstraße.

In der Sendung kann man den Eindruck erhalten, dass sie (zuerst die Dachauerstraße) und dann die Nymphenburgerstraße überquert haben, um dann Richtung Telefonzelle zu gehen. Das meinte ich mit "Richtung Nymphenburgerstraße".

Ich meine natürlich nicht, dass sie vorher die Nymphenburgerstraße Richtung Stiglmaierplatz gegangen sind.


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Der Fall Sonja Engelbrecht

18.12.2012 um 07:20
Die beiden Bekannten aus der Wohnung konnten wahrscheinlich bezeugen, dass Sonja und Markbert zur Tram am Stiglmaierplatz wollten. Sie hat aber die Tram nie erreicht. Wenn Markbert mit dem Verschwinden etwas zu tun hatte, dann musste er erklären warum sie nie die Tram genutzt hat:

-> Pinkeln im Gebüsch
-> fremder Mann
-> Angst
-> Abholen von der Schwester (wobei hier schon die Logikkette bricht, es wäre sicherer mit ihm in die Tram zu steigen)
-> Telefonieren
-> Er muss schnell weg um seine Tram zu bekommen
-> Er muss sicher gehn dass man ihn ohne Sonja in der Tram erkennt
-> Frage nach der Uhrzeit

Alle Punkte sind fragwürdig und wenig plausibel. Daher kann ich gut nachvollziehen, was der Vater von Sonja andeuten wollte.


P.S.
Hätten die beiden Bekannten in der Wohnung etwas mit dem Verschwinden zu tun gehabt, hätte man Zeit und Spielraum gehabt, eine wesentlich logischere Geschichte auszudenken.


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armleuchter
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Der Fall Sonja Engelbrecht

18.12.2012 um 11:40
es ist richtig, dass an dieser geschichte vieles unlogisch ist. Allerdings sind die beiden hauptbeteiligten eine 19jährige und ein 17jähriger. Es macht daher m.E. wenig sinn immer wieder zu betonen wie unlogisch alles ist.

nur als beispiel:
shirleyholmes schrieb:-> Abholen von der Schwester (wobei hier schon die Logikkette bricht, es wäre sicherer mit ihm in die Tram zu steigen)
sicherer wäre es v.a gewesen nicht mit einem 17 jährigen nacht zu zwei kneipenbekanntschaften in die wohnung zu gehen. Wahrscheinlich hat sonja der "sicherheitsaspekt" einfach nicht interessiert.

teenager handeln sehr oft irrational und unlogisch - sonja und ihr begleiter unterscheiden sich da nicht besonders von ihren altersgenossen. Dass die mittägliche aussage "ich bin müde und bleibe heute zu hause" 3 stunden später gar nichts mehr wert ist halte ich zB eher für die regel als die ausnahme. Höre ich quasi jeden tag ;-).


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Der Fall Sonja Engelbrecht

18.12.2012 um 20:01
Sie hat die Wohnung verlassen und ist nicht in die Tram eingestiegen. Da ist es doch normal die Erklärung, die dafür gegeben wurde, genau zu hinterfragen. Auch wenn es die Erklärung eines 17-jährigen ist. Immerhin ist er derjenige, der sie zuletzt gesehen hat.

Ein Punkt ist mir noch aufgefallen. Die 1,20 DM, die sie noch genau bei sich trug, sind die evtl. auch als Erklärung genutzt worden, warum sie nicht mit ihm in die Tram stieg? Das war sicher zu wenig für ein Einzelticket, nicht viel zu wenig, aber es reichte nicht. Sagte die Mutter nicht, sie hätte ein Ticket besessen? Wusste er das vielleicht nicht und erklärte so zusätzlich den angeblichen Anruf an die Schwester?


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elisacol
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Der Fall Sonja Engelbrecht

19.12.2012 um 09:47
Ja, auch ich gebe zu, dass ich die Aussagen des Begleiters alles andere als plausibel finde. Aber wer sich den Bericht genau ansieht, wird auch mitbekommen, dass die Polizei ihn lange verhört hat. Gerade deswegen weil die Polizei ihrem Schema folgt, zuerst "von Innen" zu ermitteln und die wahrscheinlichsten Motive (Eifersucht, sexuelle Zurückweisung, Vergewaltigung mit Todesfolge als Tatverschleierung) in Betracht zu ziehen, bin ich mir ziemlich sicher, dass die den Jungen massiv verhört haben und einen anderen Hergang ausschließen können.

Aber von allen Versionen, die hier diskutiert wurden sind, bleibt bei mir nur eine hängen und verursacht ein mulmiges Gefühl: Die Taxifahrervariante!

Jeder kennt das Gefühl, wenn es kalt ist, wenn man vor Müdigkeit kaum noch gehen kann, wenn mann sich einfach nur noch nach Hause wünscht und keinen Bock hat, mit der Bahn zu fahren. In ein Taxi zu steigen, ist so etwa die gemütlichste und erstebenswerteste Variante wenn man in dieser Situation ist.
Die Polizei gibt zwar an, dass Sonja schon mal heimlich getrampt sei. Aber es wird nicht erwähnt, ob sie allein nur bei Frauen eingestiegen ist oder nur gemeinsam mit Freundinnen per Anhalter gefahren ist. Dann wäre es ein riesiger Unterschied zwischen sorgloser Risikolust, Gruppenzwang oder gezielter Risikovermeidung.

Ich fühle mich ihr so verbunden, weil sie mich an mich selbst erinnert. Und deswegen ist es für mich ein ziemlich durchdringendes Empfinden, wenn ich mir die Situation am Stiglmaierplatz so vorstelle, wie wir sie uns mit dem Taxifahrer zusammengereimt haben. Ich wünsche mir einfach nur, dass es endlich aufgeklärt wird.


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Der Fall Sonja Engelbrecht

19.12.2012 um 10:41
Auch ist ein Taxi fast schon unauffälliger beim "Entsorgen"... falls es irgendwo außerhalb passiert ist.

"Ein Taxi wird wohl Person x von y nach z bringen" und zack, aus dem Gedächtnis gelöscht.
Während ein langsam herumkurvendes Auto komischer ist.
Irgendiwe.


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Der Fall Sonja Engelbrecht

19.12.2012 um 10:44
Also was mich am meisten stört ist, dass sie angeblich ängstlich war, weil sie sich im Gebüsch beobachtet gefühlt hat, dann aber freiwillig nachts alleine zurückbleibt, um zu telefonieren? Wenn ich mich in dieser Gegend nicht wohlfühle und mich "verfolgt" fühle, dann steige ich doch erst einmal in die Tram und fahre von dort weg und telefoniere dann ... Also ich als Frau würde das jedenfalls so machen und niemals alleine zurückbleiben, zumal selbst wenn sie die Schwester angerufen hätte und erreicht hätte, wäre die ja auch nicht sofort da gewesen und sie hätte dann noch dort warten müssen.

Dass niemand Sonja gesehen hat, gerade weil sie doch sehr aufffällig geleidet war, finde ich auch sehr fragwürdig.


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armleuchter
ehemaliges Mitglied

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Der Fall Sonja Engelbrecht

19.12.2012 um 11:06
elisacol schrieb:Die Polizei gibt zwar an, dass Sonja schon mal heimlich getrampt sei. Aber es wird nicht erwähnt, ob sie allein nur bei Frauen eingestiegen ist oder nur gemeinsam mit Freundinnen per Anhalter gefahren ist. Dann wäre es ein riesiger Unterschied zwischen sorgloser Risikolust, Gruppenzwang oder gezielter Risikovermeidung.
Ich kann mir schon vorstellen dass sonja auch getrampt wäre. Aber da sie niemand am stiglmaierpaltz gesehen hat spricht das dafür, dass sie von dort sehr schnell wieder verschwunden ist. und taxi stoppen bzw in ein wartendes taxi einsteigen geht eben i.d.R schneller als per anhalter. Daher halte ich die taxi-variante auch für die plausiblere.

Zu deinen vermutungen bzgl des begleiters - vollste zustimmung!


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Der Fall Sonja Engelbrecht

19.12.2012 um 11:41
DAS wiederum könnte aber auch der Grund für das Verhalten des Vaters gewesen sein - nicht etwa, dass er glaubt den Mörder gefunden zu haben, sondern den SCHULDIGEN.

Markbert, der dumme Markbert.

Der sie rausgeschleppt hat. Und stehengelassen hat. Alles nur wegen ihm.


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Der Fall Sonja Engelbrecht

19.12.2012 um 11:57
Mal eine Frage, nachdem hier schon länger diskutiert wird, warum Sonja dann nicht mit in die Tram gestiegen ist.

- Sonja hatte (nach Aussagen ihres Begleiters) noch 1,20
- Sonja hatte (nach Aussage ihrer Mutter) eine Fahrkarte für den ÖNV.

Deswegen scheint es unplausibel, dass sie anruft und abgeholt werden möchte bzw. dass sie nicht wenigstens bis zum Hbf mit Markbert mitgefahren ist.

Aber: 1) Woher weiß die Mutter, dass sie eine Fahrkarte hatte?
2) Wie sind Sonja und Markbert in die Stadt gekommen?
3) Wenn dies mit den öffentlichen erfolgte (wovon ich ausgehe), lösten sie eine Einzelfahrkarte oder hatte Sonja so einen Schüler-Monatspass?

4) Beides wäre ja nicht unbedingt als Rückfahrkarte zu gebrauchen: die Einzelfahrkarte sowieso nicht und der Schülerpass gilt nicht in allen Verkehrsverbünden auch für Nachtlinien, die z.T. einen Aufschlag kosten.

Warum ich das frage: Die Aussage von Markbert muss nicht zwangsläufig unplausibel sein: selbst wenn Sonja einen Monatspass hatte und 1,20 DM, hatte sie vielleicht nicht genug Geld, um mit einer Nachtlinie nach Hause zu fahren. Jetzt könnte man noch überlegen, warum Markbert ihr keines geliehen hatte, aber vielleicht hatte er auch nicht mehr so viel oder wollte ihr keines leihen oder so. Markbert wusste vielleicht deshalb so genau, wieviel Geld Sonja noch hatte, weil sie es vorher gezählt hatten und sie deshalb anrufen wollte.

Weiß einer der Münchner, wie das in den 90er Jahren mit den Nachtlinien war?


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Der Fall Sonja Engelbrecht

19.12.2012 um 14:05
Der Stiglmaierplatz war und ist kein unsicherer Platz in München - ehemaliger Drogenstrich in 600m Luftlinie Entfernung hin oder her. Allgemein war und ist München ja immer die sicherste Gross-Stadt Deutschlands.

Insofern könnte man sich (wenn man annimmt, dass Martkbert nichts mit dem Verschwinden von Sonja zu tun hatte) das Ganze wie folgt vorstellen

- Markbert und Sonja verlassen die Wohnung der "Vollmond-Bekanntschaften" mit dem Ziel Stiglmaierplatz. Durchaus plausibel, zumal wenn man (so wie die beiden, die nicht in der Maxvorstadt wohnen) etwas ortsunkundig ist, so orienrtiert man sich ja zwangsläufig dorthin wo man weiss, dass man "von dort irgendwie wegkommt". Der Stiglmaierplatz ist da der nächstegelegene zentrale Platz, der nahezu jedem Münchener bekannt ist.
- Auf dem Weg dorthin hat Sonja im Gebüsch ein mulmiges Gefühl beobachtet zu werden
- Auf dem Weg vom Gebüsch in Richtung Stiglmaierplatz fühlt sie sich dann aber nicht mehr verfolgt. Schliesslich geht sie durch das Endstück der Schleissheimer Str. in Richtung Stiglmaierplatz. Ein eventueller "Verfolger" wäre auf diesem Teilabschnitt immer aufgefallen
- Am Stiglmaierplatz, der sehr gut ausgeleuchtet ist, diskutieren beide wie sie nach Hause kommen wollen. Markbert will mit den Öffis fahren, Sonja dagegen hat zwar eine Fahrkarte aber sie will nicht mit der Tram fahren, da sie nicht weiss wann am Hbf eine Anschluss Tram fährt. Es gab definitiv keine Direktverbindung vom Stiglmaierplatz nach Laim. Sonja hätte am Hbf umsteigen müssen.
Man muss dazu wissen, dass in den 90er Jahren das Preisssystem des Öffentlichen Nahverkehrs in München sehr kompliziert war. Es gab damals noch nicht das heute gültige Ringsystem sondern die Stadt war in viele verschiedene Teilbereiche unterteilt - als Nutzer des Öffentlichen Nahverkehrs hatte man deshalb meistens nur den Weg Haus -> Arbeit/Schule/Uni über eine Wochen- oder Monatsfahrkarte abgedeckt. Sobald man woanders in München unterwegs war, so musste man diesen Teilbereich immer nachlösen.Durchaus denkbar also, dass Sonja nicht ohne Extra-Fahrkarte die Tram hätte nutzen können. Da Sonja in Nymphenburg zur Schule gegangen ist, lag die Maxvorstadt nicht auf dem Weg Haus -> Schule.
Ich bin Mitte der 90er aus Berlin nach München gekommen und weiss noch wie sehr ich mich über dieses - im Vergleich zu Berlin - konfuse Preissystem geärgert habe.
- Sonja hätte also nachlösen müssen, um überhaupt per Tram über den Hbf nach Laim zu kommen. Jetzt hätte sie Markbert darum bitten können, ihr Geld zu leihen/schenken aber eigentlich hat Sie ja sowieso keinen Bock mit den Öffis zu fahren und dann noch am Hbf - wo ja zur nachtzeit auch immer ein paar komische Leute rumhängen - auf eine Anschluss-Tram zu warten, von der man nicht weiss wann sie kommt
- Am Stiglmaierplatz sieht sie direkt in Höhe der Tram-Haltestelle (am Taxistand) die Telefonzelle und sagt sich: "Soll mich doch meine blöde Schwester abholen - die hat mir schliesslich das Auto weggenommen".
- Da Sie keine Telefonkarte hat, fragt Sie Markbert ob er eine hat. Er gibt Ihr Seine Karte, sieht dann aber dass die Tram einfährt. Er bietet Sonja noch an, dass Sie Ihm die Karte beim nächsten mal zurückgeben kann und nimmt dann die Tram zum Hbf/Stachus.
- Sonja ist im Inbegriff Ihre Schwester anzurufen, zögert aber wegen des Streits am Abend noch einen Moment als Sie auf den Taxifahrer aufmerksam wird, der Ihr aus 2m Entfernung herüberwinkt
- Der Taxifahrer stand zwar schon vorher an diesem Platz, war aber weder Markbert noch Sonja aufgefallen, da er den Motor Seines Wagens abgestellt hatte und inmitten der übrigen parkenden Autos nicht weiter auffiel.
- Sie tritt aus der Zelle und ruft nur kurz die 4m zum taxistand rüber (ein Bein noch in der Telefonzelle, Tür halb geöffnet), dass Sie kein Geld für ein Taxi hat
- Er fragt Sie "wo willst denn hin?" - Sie: "Nach Laim". Er: "kannst einsteigen. ich nehme dich mit. Muss sowieso nach Pasing, um jemanden vom Bahnhof abzuholen".
"Sie: "echt". Er "Ja, klar. Ich kann Dich doch hier nicht alleine herumstehen lassen. Ist doch eine scheiss Gegend mit den ganzen Freiern"

Sie denkt sich noch: "Puh, Glück gehabt. Jetzt brauche ich meine blöde Schwester nicht anrufen, dass Sie mich abholt. Die kann mich mal. Und jetzt hier noch ewig warten, bis Madame mal kommt. Da kommt womöglich noch so ein Freier vorbei, von dem der Taxifahrer gesprochen hat. Stimmt - das hatte ich böllig vergessen. Dieser scheiss Drogenstrich von dem in der Zeitung immer steht. Schnell weg hier - bin eh ganz schön platt"

...

Zwischen Verabschiedung Sonja/Markbert bis zum Einsteigen von Sonja ins Taxi vergeht max. 1min. Insofern eine sehr plausible Erklärung warum Sonja von niemanden mehr gesehen wurde.


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