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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

20.04.2014 um 08:44
Wie kann es eigentlich angehen, dass ein Zeuge (hier meine ich Perumal) einfach das Zeugnis verweigern kann? Der Mann wurde doch sicher bereits von der Verteidigung geladen...oder?


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CosmicQueen
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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

20.04.2014 um 08:45
Wieso wird nach youjizz gegoogelt? Wenn man die Seite kennt, kann man doch direkt auf die Seite gehen und brauch nicht danach googeln? Außer man hat vielleicht dieses Wort gelesen, weiß nicht was es bedeutet und googelt danach, stellt dann fest ist ne Pornoseite...wurde denn länger auf der Seite gesurft?
Naja ist eigentlich auch egal, weder Nel noch Roux haben sich damit beschäftigt, von daher wird es tatsächlich unwichtig sein.


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

20.04.2014 um 08:51
@cassandra71
kann er nicht, deshalb ist es auch lächerlich zu sagen, dass ER entschieden hat nicht auszusagen und dies FÜR seine Integrität spräche........es ist das Gleiche, wie mit Nels Zeugen, die sagen aus, von denen man sich das Meiste verspricht.......Nel lässt ungefähr 85 Zeugen weg, Roux bis jetzt einen, naja, mal abwarten, wer noch kommt

@KlaraFall
ich wäre mit den Fotos sehr vorsichtig, denn Nel hält zuerst sein Plädoyer und sollte da noch etwas kommen, was bisher GAR NICHT erwähnt wurde, dann wird Roux garantiert darauf eingehen und er hält das Plädoyer ja als Letzter.......und das es schwierig ist, mit den Fotos, wissen wir ja, da gibt es auch sehr viele, die nachweislich zeigen, wie mit dem Tatort umgegangen wurde, wo Ermittler sich widersprochen haben etc.
Ich bin mal gespannt, ob Roux die Polizisten aussagen lässt, die schriftlich aussagten, dass sie VOR von Rendsburg am Tatort waren........und wenn, was die so erzählen.....


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

20.04.2014 um 09:38
"Mindestens die Hälfte aller Aussagen vor Gericht sind unzuverlässig. Einmal weil sie auf absichlichen Verzerrungen - der Lüge - beruhen und zum anderen, weil es sich um Irrtümer - um unbewußte Fehler handelt. Weil das so ist, daß mindestens 50 % aller Aussagen falsch sind, deswegen kann man einer Aussage immer nur eine Anfangswahrscheinlichkeit für ihre Zuverlässigkeit von 50 % geben."
Man kann fast sagen: Je ungewöhnlicher die Geschichte scheint, desto glaubhafter ist sie. Denn ein Lügner wird eher unspektakuläre Geschichten auftischen; Ganz einfach: weil scheinbar „Absurdes“ unrealistisch wirkt.
"In der Juristerei herrscht ja allgemein die Vorstellung vor, ein Zeuge ist dann besonders glaubwürdig, wenn er konstant, sicher und bestimmt und in allen Vernehmungen gleich aussagt: Genau das ist falsch. Man muß sehr stark differenzieren: Gleich bleiben muß der Kern des Geschehens. Und der Kern des Geschehens muß ganz eng gefaßt werden. Das, was für den Zeugen oder Angeklagten zentral war: Ort, Zeit und handelnde Personen. Und Geschehen am Rande kann und sollte sich auch verändern. Das spricht dafür, daß sich der Zeuge bemüht hat, die subjektive Wahrheit zu sagen."
"Niemand ist in der Lage, zu jedem Zeitpunkt all seine Erinnerungen abzurufen. Das kennen wir alle: Sie treffen einen alten Schulfreund auf der Straße, unterhalten sich mit dem 15 Minuten, tunlichst vermeiden Sie, ihn beim Namen zu nennen. Und kaum ist er um die Ecke, da fällt es Ihnen wieder ein, wie er heißt. Wir sind einfach nicht in der Lage, zu jeder Zeit alle Erinnerungen abzurufen und deswegen ist es nur natürlich, daß Auskunftspersonen in verschiedenen Vernehmungen Verschiedenes sagen, einmal etwas wissen und einmal etwas nicht wissen."
Ein Warnsignal ist es auch, wenn die Auskunftsperson „schlafende Hunde weckt“, also gleich von sich aus erklärt, weshalb sie sich noch ganz genau erinnert und weshalb alles ganz genau so war, wie sie es sagt.
Am lautesten müssen die Alarmglocken klingeln, wenn sich die Auskunftsperson zurückhält, weil sie nicht mehr weiter weiß. Wenn sie im Lügendilemma steckt und nichts anzubieten hat, dann flüchtet sie geradezu weg oder antwortet vage. "Ich weiß nicht mehr", "Ich kann mich nicht erinnern".
Das Wichtigste in der Vernehmung ist die Trennung zwischen Bericht und Verhör. Erst sollte der Zeuge ausführlich berichten, dann erst sollte der Vernehmende seine – möglichst offen formulierten - Fragen stellen. Oft kann er sich nicht zurückhalten und unterbricht den Zeugen. Aber das ist schlecht.
Realitätskriterien und Warnsignale können Aussagen auf ihren Lügengehalt hin überprüfen. Aber man spricht nur von „subjektiver Wahrheit“, denn die Auskunftsperson kann sich auch geirrt haben. Und diesen Irrtum wird sie auch gegen alle Widerstände verteidigen, z.B. wenn sie etwas falsch wahrgenommen hat. Wir erkennen in Mustern und ziehen – manchmal vorschnell – Schlüsse, um welchen Gegenstand es sich handeln muß.
Aus einer Reihe von Details ziehen wir also unsere Schlußfolgerungen. Wir können nicht alles vollständig wahrnehmen. Unsere Sinnesorgane sind nicht gut genug: In der Dämmerung können wir zum Beispiel keine Farben sehen. Und auch die Flut von Reizen können wir nicht bewältigen. Die allerwenigsten registrieren wir überhaupt.
Alleine in der Wahrnehmung können also Fehler auftreten, genauso bei der Erinnerung. Ein großer Feind der gespeicherten Information sind Gespräche mit anderen Beteiligten über das Ereignis. Es bildet sich dann eine gemeinsame Meinung über den Ablauf. Und diese Meinung überschreibt die wahrgenommene Information wie eine Computerdatei. Ähnliches passiert, wenn Gewaltopfern zur Identifizierung des Täters ein Fotokatalog mit Verdächtigen gezeigt wird.

Überhaupt werden nur die wenigsten Informationen in unserem Langzeit-Gedächtnis gespeichert – und dort müssen sie hin, um auch Monate später vor Gericht abrufbar zu sein. Der Filter ist auch hier unser Interesse. Das, was wir uns merken wollen, behalten wir.
Wenn die Auskunftsperson richtig wahrgenommen hat und sich an alles korrekt erinnert, dann bleibt immer noch eine große Fehlerquelle: die Widergabe. Die Bilder müssen richtig übertragen werden – vom Kopf des Zeugen in den des Richters.
„Daß wir gezwungen sind, aufgrund von mit Worten, die wir hören Bilder uns zu machen und daß wir uns im klaren darüber sein müssen, daß diese Bilder oft weit entfernt von demjenigen, das der andere gerade vor seinem geistigen Auge hat. Ich denke, es ist ganz wichtig, sich klarzumachen, daß wir alle sehr viel beitragen, sowohl die Sender, wenn sie uns was berichten als auch wir Empfänger, wenn wir etwas hören. Daß wir immer weiter weg gehen, von dem, was wirklich passiert ist."

Und wenn wir uns nochmal klar machen. Damit eine Aussage zuverlässig ist, muß das Ereignis erst richtig wahrgenommen, dann richtig erinnert, außerdem wahrheitsliebend geschildert und schließlich richtig verstanden werden. 50 % aller Zeugenaussagen sind unzuverlässig, haben wir gehört – mindestens.
mal Auszüge von dieser Seite, hier komplett nachzulesen
http://www.wahle.de/jura/tatsachen/zeuge.htm


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KlaraFall
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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

20.04.2014 um 10:21
Hier habe ich noch einen interessanten Artikel zum südafrikanischem Gesetz gefunden:

(...)
What does this mean for Oscar Pistorius? Reviewing the news reports, this means the prosecution is pursuing murder or an intentional killing charge as opposed to a culpable homicide charge. This is based also on some of the evidence, which suggests a baseball bat was used in the crime. Pistorius’s plea of not guilty on the basis of an accidental killing also leaves no room for consideration of culpable homicide. As the facts shift and change, and as the trial publically unfolds, so too will the law reveal further possibilities in this tragic case of celebrity misconduct.

http://ideablawg.squarespace.com/blog/2013/2/19/the-pistorius-case-what-is-murder-in-canada-may-not-be-murde.html


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

20.04.2014 um 10:26
@KlaraFall
das ist ein Blog.....und von letztem Jahr....außerdem haben wir doch schon die Unterschiede herausgearbeitet, die Gesetze quasi weltweit betreffend......

baseball bat :ask:


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

20.04.2014 um 10:29
@Tussinelda
Tussinelda schrieb:kann er nicht, deshalb ist es auch lächerlich zu sagen, dass ER entschieden hat nicht auszusagen und dies FÜR seine Integrität spräche........es ist das Gleiche, wie mit Nels Zeugen, die sagen aus, von denen man sich das Meiste verspricht.......Nel lässt ungefähr 85 Zeugen weg, Roux bis jetzt einen, naja, mal abwarten, wer noch kommt
Er wird auch nicht die Aussage vor Gericht verweigert haben, er wird der Verteidigung gesagt haben, dass er nicht im Sinne der Verteidigung aussagen kann. Die Entscheidung lag am Ende bei der Verteidigung. Aber die haben ja guten Ersatz mit Botha und Dixon gefunden ;)


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z3001x
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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

20.04.2014 um 10:29
Tussinelda schrieb:baseball bat :ask:
https://www.google.de/search?q=oscar+pistorius+baseballschläger


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KlaraFall
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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

20.04.2014 um 10:30
Aus der Sicht Pierre de Vos
The Pistorius defence and the fear that grips white South Africa


http://theconversation.com/the-pistorius-defence-and-the-fear-that-grips-white-south-africa-25559


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

20.04.2014 um 10:31
@z3001x
es war aber ein cricket bat ;)


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z3001x
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20.04.2014 um 10:31
@Tussinelda
Ach wie lustig. Kotz.


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

20.04.2014 um 10:33
@KlaraFall
schöner link, ich zitiere mal
Because there was no actual threat to Pistorius' life, he cannot rely on the principle of self-defence. However, in South African law, the principle of putative self-defence may apply where the accused genuinely believed his or her life was threatened.

Where an accused is found to have genuinely believed their life was in danger and to have accordingly believed they were using reasonable means to avert an attack on themselves or their property, they may escape conviction for murder on the grounds that they lacked requisite intention.

Pistorius therefore has to convince the court that his vulnerability, as a disabled person living in South Africa, genuinely led him to believe his life was in danger from an intruder hiding behind a closed toilet door. The court must further be convinced that his response – pumping four bullets through the door – was reasonable in the circumstances.

For a person living outside South Africa, this may seem a tough ask. It may not seem remotely reasonable to shoot four “zombie-stopper” bullets into a door without having been directly threatened by an attacker and without knowing who was hiding behind it.

However, at the heart of the defence is an assumption that the high crime rate in South Africa, coupled with Pistorius’s vulnerable state as a disabled person, rendered his actions reasonable.


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20.04.2014 um 10:33
@z3001x
wieso lustig? Mit dem falschen Fuss aufgestanden?


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KlaraFall
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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

20.04.2014 um 10:34
Hier noch ein Artikel über Nel und Roux

http://www.news.com.au/world/africa/the-oscar-pistorius-trial-pits-two-of-south-africas-best-lawyers-against-each-other/...


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

20.04.2014 um 10:38
@Tussinelda
Was sollen die Polizisten denn aussagen? Von Rendsburg hat bereits beschrieben was er vorgefunden hat. Glaubst du die Polizisten sagen, ja wir waren bisschen eher da und haben schnell alles verstellt? Mit welcher Begründung?


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

20.04.2014 um 10:45
@obskur
ich weiß ja gar nicht, ob die Aussagen aber es wäre natürlich ein weiteres Indinz für einen möglicherweise kontaminierten Tatort und das von Rendsburg, falls es diese Aussagen der Beamten gibt, ja dann entweder etwas nicht mitbekommen hat, die Aussagen nicht gelesen hat, sich geirrt hat oder gar lügt....denn ER war ja der Erste, der den Tatort besichtigte laut eigener Aussage


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

20.04.2014 um 10:48
Tussinelda schrieb:....oder gar lügt....
ach ja?


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20.04.2014 um 10:48
@Tussinelda
Warum sollte er lügen? Es ist immer wieder bezeichnend, der Ozzy sagt die volle Wahrheit aber ein von Rendsburg lügt. Man man man Er hatte doch gar kein Grund dazu, er ist nicht angeklagt.

Das klingt langsam nach Verschwörung hier, alle lügen, außer Ozzy.


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sterntaucher
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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

20.04.2014 um 10:50
Der Wahrheit auf der Spur... Tatsachenfeststellung vor Gericht

Der von @Tussinelda verlinkte Bericht: http://www.wahle.de/jura/tatsachen/zeuge.htm

enthält aber noch weitere Teile, so z.B.:

2. Teil: Warnsignale - So lassen sich Lügner entlarven

Da steht unter anderem: "
"Am lautesten müssen die Alarmglocken klingeln, wenn sich die Auskunftsperson zurückhält, weil sie nicht mehr weiter weiß. Wenn sie im Lügendilemma steckt und nichts anzubieten hat, dann flüchtet sie geradezu weg oder antwortet vage. "Ich weiß nicht mehr", "Ich kann mich nicht erinnern"

Wenn man unter diesem Aspekt OP's Aussagen betrachtet, dann sage ich mal: Diese Alarmglocken läuteten fortwährend und lauter als die Osterglocken an diesem Sonntag.

Ich hab jedenfalls heute noch ein "Ringing" im Ohr von OP's "i don't know und I don't remember",und immer dann, wenn es interessant gewesen wäre.

OP möchte seine Unschuld beweisen, deswegen hat er ja eine Aussage gemacht!

Und er macht den Kardinalfehler, dem man einem Lügner unterstellt!
Und genau dieser Fehler zieht sich durch seine komplette Aussage wie ein Faden!
Und wenn gar nichts mehr hilft, dann haben andere Fehler gemacht oder gelogen!

Nicht sehr glaubwürdig, eher das Gegenteil! Meine Meinung


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Oscar Pistorius, das Model, der Valentinstag und das war dann Notwehr

20.04.2014 um 10:54
Frohe Ostern :)

Ich habe hier noch mal eine weitere Betrachtungsweise zu den gedächtnispsychologischen Grundlagen der Zeugenvernehmung. Ist leider zuviel, um es komplett zu kopieren ...

Meist muss der genaue Wahrnehmungskontext des Zeugen rekonstruiert werden
Hierbei ist vernehmungs- und aussagepsychologisch zu beachten, dass der Verlust von Gedächtnisinhalten nicht den Augenblick des Einwirkens der Störung (Gewalttat oder Stress), sondern die sehr kurze Zeit von meist wenigen Sekunden vor dieser Noxe betrifft. Hat es beispiels weise vor einer Gewalttat noch eine kurze Interaktion zwischen Täter und Opfer gegeben, so ist es durchaus möglich, dass diese bereits kodierte, aber noch nicht konsolidierte Information verloren geht. In diesem Fall wäre dem Opfer unter Umständen eine Täterbeschreibung nicht möglich, obwohl weitere Tatzeugen an- geben, dass das Opfer den Täter doch genau beschreiben können müsse, weil beide kurz vor dem gewaltsamen Einwirken – etwa eines Schlagstocks – noch mit- einander gesprochen haben.
Neben Gewalteinwirkung und Stress gibt es noch weitere Einflussfaktoren, die das Kodieren komplexer Ereignisse er schweren oder verhindern können. Hierzu zählen vor allem der Zustand des Zeugen sowie die Zeugenbetroffenheit.
Der Zustand eines Zeugen zum Zeitpunkt des Ereignisses kann wichtige Auswirkungen auf die Qualität einer Wahrnehmung haben. Müdigkeit, Alkohol-, Drogen- oder Medikamenteneinfluss oder deren Entzug reduzieren häufig die Aufmerksamkeit und können sich zudem negativ auf die Wahrnehmungsfähigkeit eines Zeugen auswirken. Ereignisse werden dadurch verfälscht oder nur lückenhaft gespeichert und können zu einem späteren Zeitpunkt auch nur entsprechend wiedergegeben werden.
Auch die Zeugenbetroffenheit kann die Verarbeitung und Speicherung eines Ereignisses empfindlich stören. Hierbei ist nicht die Schwere eines Delikts der aus- schlaggebende Faktor, um Betroffenheit auszulösen, sondern vielmehr das subjektive Empfinden eines Zeugen. Beispiels- weise können gerade ältere Menschen, die ein vergleichsweise harmloses Delikt (wie einen Handtaschendiebstahl) beobachten, derart „geschockt“ sein, dass eine adäquate Verarbeitung dieses Ereignisses misslingt. Eine emotionale Erstarrung zeigt sich auch bei Zeugen, die Vorfälle beobachten, die sie an selbst erlebte traumatische Ereignisse erinnern (vgl. Milne & Bull, 2003). Zeugenbetroffenheit geht letztendlich mit physiologischem Stress und daher mit derselben Einschränkung der Informationsverarbeitung einher.
Auch beim Abruf von erinnerbaren Gedächtnisinhalten kann sich der Vernehmungsbeamte mit einer Reihe von Problemen konfrontiert sehen, die eine verwertbare Aussage eines Zeugen beeinträchtigen.
●● Konstruktiver Charakter des Gedächtnisses, Skripte, Klischees und voreilige Schlussfolgerungen
●● Emotionale Faktoren, „Waffenfokus“ und Parteilichkeit
●● Vernehmungssituation als Stressor
(Vgl. Christianson, 1997; Greuel et al.
1998; Milne & Bull, 2003).

http://www.rechtspsychologie.uni-bremen.de/downloads/dokumente/GedaechtnispsychologiederVernehmunginKriminalistik.pdf


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