Arrakai schrieb:Weshalb sollte die Hürde ein Argument sein? Es bestreitet niemand, dass die Transition den Betroffenen sehr wichtig ist, und dass sie dafür vieles in Kauf nehmen. Mit der Frage, wer das bezahlt, hat das schlichtweg nichts zu tun.
Warum eine Hürde ein Argument ist? Weil sie die Wahrscheinlichkeit wesentlich verringert, das "mal eben so" durchzuführen, etwa wenn man sich nicht so sicher ist, oder sich nur leicht unwohl fühlt.
(Vielleicht sehen das ja andere anders, aber z.B. eine OP mit absehbar starken Schmerzen, langem Krankenhausaufenthalt, Risiken für Komplikationen, je nach Art der OP der Möglichkeit dass hinterher das Ausscheiden und/oder das Ausüben von Sexualität eingeschränkt bleibt, würde ich persönlich nur bei deutlichem Leidensdruck durchführen lassen.)
Arrakai schrieb:Du findest das schade. Ich finde auch schade, dass meine adjustierte Schiene zur Linderung meiner Kiefergelenksschmerzen (CMD) nicht bezahlt wird. Meine letzte hat knapp 1500 EUR gekostet. Das gute ist, dass ich mir das leisten kann, auch wenn es weh tut. Andere können es sich gar nicht leisten. Die kriegen dann eine Knirscher-Schiene, die bei fortgeschrittener CMD kaum noch Linderung verschafft. Oder sie bekommen Gläser bezahlt, die so dick sind, dass die Nase regelrecht eingequetscht wird.
Zur Klarstellung: Mit "schade" meinte ich, dass es für mich (!) nur "schade" ist, weil ich es mir leisten kann, mir aber sehr bewusst ist dass es Menschen gibt bei denen es finanziell anders aussieht.
Meine Brille kostet ähnlich viel. (Dass es Menschen gibt die sich das nicht leisten können, oder sehr hart sparen müssen, ist mir arg bewusst - ich hatte selbst lange Zeit nur wenig Geld (rechnerisch unterm Existenzminimum), meine Eltern bezogen Hartz IV, sind jetzt "kleine Rentner".)
Auf die Idee, jemandem eine medizinische Behandlung zu neiden, wäre ich persönlich aber auch zu den knappsten Zeiten nicht gekommen - vielmehr: froh darüber sein, nicht auch noch dieses medizinische Problem, diesen Stress zu haben. Große OPs sind "nicht lustig".