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Die verdrängte Diskriminierung von Männern in unserer Gesellschaft

6.696 Beiträge, Schlüsselwörter: Diskriminierung

Die verdrängte Diskriminierung von Männern in unserer Gesellschaft

24.03.2019 um 15:25
paranomal schrieb:Ganz davon abgesehen, dass kontraproduktiv ist, sofern man es denn ernst meinen würde wie man an der grotesken Forderung von dem User mit dem grünen Frosch sehen kann. Da versucht man die Ursache zur Lösung des Problems zu machen, weil man das Gleichheitsprinzip von Grund auf falsch verstanden hat und offensichtlich keine Zeit in die Analyse von Sozialdynamiken investieren möchte.
Ich finde das nicht kontraproduktiv. Man zeigt Leuten die unsinnigkeit ihrer eigenen argumentationsweise auf.
UNehrlichkeit in Diskussionen ist ein riesiges Problem, aber ich sehe nicht ein, warum die eine Seite einen Freifahrtsschein für solche Korrelationsargumente bekommen soll und es bei der anderen, wenn sie diese imitiert, zum schlechten Ton gehört.


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24.03.2019 um 15:26
Tussinelda schrieb:Du kannst jetzt auch noch mit dem Fuß aufstampfen :Y:
Deine Interpretationsfähigkeiten sind immer wieder beeindruckend. Man kann sich vor deiner unendlichen Weisheit wirklich nur verneigen. Da kann man es sich schon leisten immer wieder selbstgefällig auf sich selbst zu verweisen. So hängt doch das ganze Forum gebannt an deinen Lippen und weiß über jedes Wort Bescheid mit dem du es beglückst.
paranomal schrieb:Es geht einerseits um männliche Dominanz und andererseits um die (auch für Männer selbst) nachteiligen Auswirkungen bestimmter "männlicher" Verhaltensmuster.
Du meinst typisch männliche Verhaltensmuster wie Suizid begehen? Meiner Erfahrung nach gibt es dieses „typisch Mann“ und „typisch Frau“ höchstens an Stammtischen. Aber das ist nur meine persönliche Einschätzung.


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24.03.2019 um 15:39
Atrox schrieb:Du meinst typisch männliche Verhaltensmuster wie Suizid begehen? Meiner Erfahrung nach gibt es dieses „typisch Mann“ und „typisch Frau“ höchstens an Stammtischen. Aber das ist nur meine persönliche Einschätzung.
Ne, es geht eher um Leistungszwang bei männlichen Rollenmustern. Die erhöhte Anzahl an psychischen Erkrankungen steht hier nämlich durchaus in einem Zusammenhang. Es sollte also gerade darum gehen, dieses "typisch Mann" und "typisch Frau" abzulehnen. Selbst ich kenne Personen, die es für besonders männlich halten sich den Cholesterinspiegel durch täglichen Fleischkonsum zu versauen und Salat für was weibliches halten. Nur um mal ein (anderes und) ganz besonders bescheuertes und offensichtlich problematische Beispiel zu nennen.


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24.03.2019 um 15:50
paranomal schrieb:Ne, es geht eher um Leistungszwang bei männlichen Rollenmustern.
Leistungszwang liegt in der Regel bei dem, der das Geld nach Hause bringt. Auf der anderen Seite haben aber auch Hausmänner/-frauen einen Leistungszwang. Das sehe ich irgendwie nicht in der heutigen Zeit in meiner Altersgruppe, ich kenne aber auch Ehepaare wo Frau darauf besteht, dass Mann soviel „leistet“ (erwirbt wäre passender), dass sie nicht leisten muss. Altes Rollenbild, aber nicht gerade männlich induziert.
paranomal schrieb:Es sollte also gerade darum gehen, dieses "typisch Mann" und "typisch Frau" abzulehnen.
Ja, sehe ich ähnlich. Zumindest in Bezug auf Rollenbilder von der vorletzten Generation.


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24.03.2019 um 17:37
@Atrox
Leistungszwang liegt in der Regel bei dem, der das Geld nach Hause bringt.
Zu einseitig betrachtet. Leistungszwang spürt der, der meint, eine bestimmte Leistung erbringen zu müssen. Die besteht aber in Vielem, nicht nur im Beruf, zumal etliche Menschen ihre Arbeit nicht als Zwang, sondern als Quell der Freude empfinden.

Auch Rollenbilder und Klischees, die man zu erfüllen meint, sind Zwänge, wobei nicht jeder Zwang auch als solcher empfunden wird. In dem Moment, indem man Verhalten oder Erwartungen als Zwang empfindet, in dem Moment, in dem einem der Zwang bewusst wird, fängt man entweder an, ihn abzuschütteln (individuell ruhiger oder rebellisch oder sozial in Gruppen) oder entwickelt diverse Leiden bzw versucht sogar, die Zwänge zu verstärken, auch für andere (Stockholsyndrom).


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24.03.2019 um 17:53
off-peak schrieb:Zu einseitig betrachtet. Leistungszwang spürt der, der meint, eine bestimmte Leistung erbringen zu müssen. Die besteht aber in Vielem, nicht nur im Beruf, zumal etliche Menschen ihre Arbeit nicht als Zwang, sondern als Quell der Freude empfinden.
Stimmt, da gebe ich dir Recht. Die Bewertung habe ich außer Acht gelassen. Genau genommen wird niemand zu einer Arbeitsleistung gezwungen.
off-peak schrieb:Auch Rollenbilder und Klischees, die man zu erfüllen meint, sind Zwänge, wobei nicht jeder Zwang auch als solcher empfunden wird.
Da bleibt aber die Frage, wer diesen Druck ausübt.


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24.03.2019 um 18:01
@Atrox
Da bleibt aber die Frage, wer diesen Druck ausübt.
Oh, wir alle. Unbewusst. Soziales Umfeld, Sozialisierung, Erziehung, Lebensweisen, Umwelt.

Ist ja nicht so, dass sich irgendwer, weil ihm gerade fad war, Rollenklischees ausgedacht hätte. Oder andere Leistungszwänge. Die ergeben sich in menschlichen und tierischen Gemeinschaften, im Leben allgemein. Die sind gewachsen, tradiert und werden mittels Erziehung und sozialer Sanktionen weiter gereicht, gepfegt und gelebt. Jahrhunderte lang. Jahrtausende lang.

Irgendwann einmal entstanden, mal mehr oder weniger berechtigt, mal aus Notwendigkeit, mal aus Machtgier, mal aus Wahn heraus. Irgendjemand, sei es ein Einzelner, sei es eine Gruppe, sei es jeder Einzelne, hat irgendwann, irgendwo, irgendwie irgendetwas davon.

Es gibt auch nur selten durchgehende, in Stein gehauenen "Gesetze", sondern es sind meistens viele Varianten davon, die mehr oder minder bewusst oder nicht, streng oder nicht, praktiziert werden. Wobei das, was der Eine als Zwang oder Klischees empfindet, für einen Anderen völlig okay oder sogar als notwendig empfunden wird.


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24.03.2019 um 18:18
@off-peak

Wenn wir jetzt beim Thema Mann/Frau bleiben ist es aber eben auch oft, dass man eine Lebensweise lebt, die man für sich gut findet. Der eine heiratet reich und bleibt zuhause, andere wollen garnicht zuhause bleiben. Die Rollenverteilung wird da ja häufig gelebt. Ich arbeite z.B. total gerne und habe Spaß an täglichen Herausforderungen. Meine Frau dagegen hätte garnichts dagegen, wenn sie nicht mehr arbeiten müsste. Genau das ist ja die Rollenverteilung, die man eigentlich bekämpfen will.

Was soll ich also tun? Meine Frau zum Arbeiten zwingen? Dann ist es wieder toxische männliche Dominanz. Sie darin bestärken zuhause zu bleiben, weil sie es gerne möchte? Dann bediene ich ein altes Rollenbild, demgegenüber ein gesellschaftlicher Zwang der Vermeidung steht.

Ich denke ja eben, dass ein jeder so leben sollte, wie er mag. Das Bild von der starken selbstbewussten Frau und dem Mann, der auch die Wäsche bügelt ist eben auch nur ein Rollenbild. Ein modernes, aber im Endeffekt doch nur eine Rollenverteilung.


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24.03.2019 um 18:36
@Atrox
Sie darin bestärken zuhause zu bleiben, weil sie es gerne möchte?
Das solltest Du individuell lösen. Warum will Deine Frau gerne zu Hause bleiben? Nur faul?

Oder möchte sie zu Hause bleiben, weil ihr Kinder habt? Dann sieht die Sache schon anders aus. Obwohl auch Du ja dasselbe Recht dazu hättest. Das solltest Du dann mal ausdiskutieren.
Ich denke ja eben, dass ein jeder so leben sollte, wie er mag.
Nicht nur das, eigentlich sollte jeder Erwachsene, wenn keine physischen oder psychologischen Probleme vorliegen, für sich selbst sorgen. Gemeinsam ist man besser dran, aber deshallb zu Hause bleiben, während der ander malocht, ist nicht fair.

Sich an andere dran hängen, obwohl man fit genug wäre, ist asoziales Schmarotzen.

In dem Fall sehe ich es nicht so, dass Du sie zur Arbeit zwingen würdest, denn wäre sie nicht (mit Dir) verheiratet, müsste sie ja auch für sich selbst sorgen, nicht wahr? Du bist nicht ihr Versorger, wenn es anderer Möglichkeiten gibt.
Nur Wäsche bügeln und kochen ist etwas wenig als Alibi fürs nicht arbeiten gehen wollen. Das erledigen nämlich Leute mit Arbeit nebenbei.


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24.03.2019 um 21:57
off-peak schrieb:Warum will Deine Frau gerne zu Hause bleiben? Nur faul?
Das faule Stück hat im Einsatz für die Allgemeinheit mit Ende 20 ihre dritte Bandscheibe eingebüßt. Ich denke da ist es angemessen, dass sie ruhiger machen will. Immerhin hat sie jetzt schon mehr für die Allgemeinheit geleistet als ich es wahrscheinlich bis zur Rente tun werde.
off-peak schrieb:Oder möchte sie zu Hause bleiben, weil ihr Kinder habt?
Ja, die nächsten 15-18 Jahre wohnen wir voraussichtlich mit unserem Kind/Kindern unter einem Dach. Da nehme ich mich aber nicht raus, das ist fair verteilt denke ich.
off-peak schrieb:Gemeinsam ist man besser dran, aber deshallb zu Hause bleiben, während der ander malocht, ist nicht fair.
Per se würde ich das so nicht sehen. Es ist ein Luxus zuhause bleiben zu können oder zu arbeiten, weil man Spaß daran hat. Es kommt halt darauf an, ob beide auch damit happy sind.
off-peak schrieb:Sich an andere dran hängen, obwohl man fit genug wäre, ist asoziales Schmarotzen.
Ich habe mich dann wohl an meine Frau gehangen und durchs Studium schmarotzt. Da hätte ich trotz Job, Bafög und KFW auch nicht in dem Umfang für mich sorgen können. Aber der Wind dreht sich dann ja irgendwann und man sorgt füreinander in einer Ehe. Da sind wir keine Egoisten.


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24.03.2019 um 22:16
@Atrox
Es kommt halt darauf an, ob beide auch damit happy sind.
Dann entschuldige, aber so, wie Du Dich bisher geäußert hast, entstand ein anderer Eindruck. Auch weil Du vorher ja vieles nicht gesagt hast. Wenn Du mit Deiner Situation zufrieden bist, warum redeset Du dann von Diskrimierung?


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24.03.2019 um 23:13
@off-peak

Ich sehe da keinen Vorwurf der Diskriminierung, wenn ich sage, dass jeder sein Leben mit den Rollenbildern gestalten soll, die er gut findet. Ich sage lediglich, dass wir dabei sind das alte stereotype Rollenbild durch ein neues stereotypes Rollenbild ersetzen. Da bedarf es einfach nicht dem Urteil von dritten über den ein oder anderen Lebensentwurf.


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25.03.2019 um 02:21
Atrox schrieb:Ich sage lediglich, dass wir dabei sind das alte stereotype Rollenbild durch ein neues stereotypes Rollenbild ersetzen. Da bedarf es einfach nicht dem Urteil von dritten über den ein oder anderen Lebensentwurf.
und das stimmt nicht, denn wenn Rollenbilder abgelegt werden, dann macht man ja das, was man machen möchte, ohne den sozialen gesellschaftlichen Zwang sich wegen des Geschlechts so und so verhalten zu sollen. Was das dann ist, das man möchte, ist jedem selbst überlassen. Wer meint der Mann muss der Versorger sein, die Frau kümmert sich um die Familie und ist glücklich und zufrieden damit, der soll es so leben. Wer das aber nicht so sieht, der soll es eben anders machen und sich nicht durch Rollenklischees, die bewusst und unbewusst gelebt und vermittelt werden, zu irgendwas gezwungen sehen, um auch ja seinem Geschlecht zu entsprechen und vor allem dem Bild eines Geschlechts zu entsprechen, das aber dem eigenem Empfinden, dem Selbstbild widerspricht.


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25.03.2019 um 10:24
sacredheart schrieb am 18.03.2019:zunächst einmal ist es wohl ein guter Ausgangspunkt, dass im ersten Ansatz die biologischen Eltern auch die sozialen Eltern sein sollten.
sacredheart schrieb am 18.03.2019:Warum es sinnvoll sein soll, zu entscheiden, ja die biologische Mutter ist natürlich auch die soziale, wählt aber den sozialen Vater unabhängig von der Biologie nach ihrem persönlichen Partnerschaftswunsch aus, wird mir niemals erklärbar sein.
Du zählst gleich folgend gute Beispiele dafür auf, in welchen Fällen das sinnvoll ist:
sacredheart schrieb am 18.03.2019:Genauso wenig erklärbar ist mir allerdings auch, dass es Väter gibt, die tatsächlich einfach nur 'fuck and run' spielen. Da bringe ich auch keinerlei Verständnis für auf.
Und:
sacredheart schrieb am 18.03.2019:Und ich bringe auch nur begrenzte Sympathie dafür auf, wenn Väter nach Jahren des Desinteresses plötzlich ihre väterliche Ader entdecken und nach Jahren der Funkstille dann plötzlich vehemente Rechte einfordern.
Dass Du dafür kein Verständnis aufbringst, dass manche Eltern sich verantwortungslos verhalten, änder nichts an der Tatsache, dass es passiert.
Du würdest den biologischen Vätern in jedem Fall das Vorrecht für das Sorgerecht geben, egal wie sie sich verhalten? Wohl kaum.

Für Mütter dagegen gibt es kein "fuck and run", und die können sich nicht nach Befruchtung verdünnisieren, nach Jahren auftauchen und Muttergefühle entdecken, die müssen das Kind erstmal 9 Monate austragen, mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Und weil eine Mutter bei der Geburt immer dabei ist, hat sie automatisch das Sorgerecht.
Nun wurde schon mehrfach geschrieben, dass ein biologischer Vater seine Vaterschaft anmelden kann, auch wenn die Mutter das nicht will. Einer Adoption oder Übertragung des Sorgerechtes muss er zustimmen.
Hat er aber die 9 Monate keinen Kontakt zum one-night-stand gesucht oder als Affaire nicht gerafft, dass das Kind von ihm sein könnte, oder nicht raffen wollen und sich vaterschaftsmäßig zurückgehalten, kann er auch noch nach Jahren einen Vaterschaftstest beantragen.
Dass dann Mutter und anderes Elternteil zustimmen müssen, ist insofern logisch, als der Mann bislang keinerlei Verantwortung oder Interesse bekundete und das Kind, das mit zwei verantwortungsvollen Eltern aufwuchs, plötzlich mit einem weiteren konfrontiert wird.
Hältst Du das für positiv für das Kind und die Familie?
sacredheart schrieb am 18.03.2019:biologische Väter wie auch immer nach Mutterwunsch zu ersetzen
Nochmals: Der biologische Vater, wenn ermittelt, muss zustimmen. Bei jeder Adoption müssen die Eltern zustimmen.
Bei einer Samenspende stimmt der Spender zu, dass er keinen Anspruch auf Vaterschaft erhebt, und die Mutter verzichtet darauf.
Eine Leihmutterschaft ist in D. nicht erlaubt und steht hier nicht zur Debatte.
Damit schwule Paare trotzdem legal adoptieren können, wurde nun der neue Gesetzentwurf eingebracht. Adoptiert werden können Kinder, die zur Adoption freigegeben wurden, Waisenkinder und das Kind des Partners (wenn das andere Elternteil zustimmt!)

Es kann nicht einfach irgend wer drauflos adoptieren, ohne dass sehr sorgfältig geprüft wird, ob das dem Kindeswohl dient.
sacredheart schrieb am 18.03.2019:Wenn eine Mutter den Vater des Kindes ab der Geburt kathegorisch vom Kontakt ausschließt und dafür eine andere Person (egal ob Mann oder Frau) als sozialen Elternpart gemäß ihrem Wunsch einbringt, wird sie damit in Deutschland relativ leicht durchkommen. Das können Männer schon biologisch nicht genau so tun.
Dann muss a) "Vater unbekannt" angegeben sein und b) muss ein Partner das Kind adoptieren, sonst hat er kein Sorgerecht!
sacredheart schrieb am 18.03.2019:Aus meiner Sicht steht aber das Recht des Kindes auf seine echten Eltern im Vordergrund, dem sollte der Wunsch der Mutter, in einer bestimmten Konstellation mit jemandem zusammenzuleben oder nicht einfach klar hintanstehen.
Dir ist schon klar, dass das rein rechtlich so ist und sich auch nicht ändert?
sacredheart schrieb am 18.03.2019:Wenn das nicht möglich ist, zB ein Elternteil tot oder ein Elternteil abgehauen oder ein Elternteil Serienmörder, dann bin ich gerne auch jederzeit für ein zweitbestes Modell zu haben, sonst nicht
Wenn also die Mutter mit einem anderen Partner das Kind aufzieht, und sich nach Jahren ein biologischer Vater meldet, dann soll der das Sorgerecht bekommen?
sacredheart schrieb am 18.03.2019:Ich würde auf Spendersamen verzichten
Fein, das ist Deine persönliche Situation.
sacredheart schrieb am 18.03.2019:Schließlich existieren auch noch Möglichkeiten zur Adoption von Kindern. Das hilft dann Kindern in schwieriger Lage weiter, befriedigt nur das eigene Ego unter Umständen weniger.
... und genau diese Möglichkeit zur Adoption sollen jetzt auch gleichgeschlechtliche Paare haben. Weil anerkannt wird, dass sie ebenso gute Eltern sein können, wie andere Paare.
sacredheart schrieb am 18.03.2019:Insofern sehe ich es als einen extremen Fehlanreiz an, dass man Elternschaft nun beliebiger zu fassen wünscht, zumal es ausschließlich den situativen Wünschen Erwachsener angepasst werden soll und nicht den Bedürfnissen von Kindern.
Nicht die Elternschaft wird beliebiger gefasst, sondern die Rechte von homosexuellen Paaren denen von Heteros angeglichen, soweit möglich.
sacredheart schrieb am 18.03.2019:Da ich aber einige Menschen kennengelernt habe, die einen biologischen Elternteil aus verschiedenen Gründen nie kennengelernt haben, ist mir auch die Unsicherheit und der Schmerz bekannt, den das oft in jungen Erwachsenen auslösen kann, oft verbunden mit einer durch diese Person nicht verschuldeten Identitätskrise.
Dir ist schon bewusst, dass auch bei Adoptionen von zur Adoption frei gegebenen Babys heute empfohlen wird, dass die biologischen Eltern zu den Adoptiveltern und dem Kind Kontakt halten wenn es dem Kindeswohl dient? Z.B. kann es einen Besuch einmal im Jahr geben... wenn es dem Kindeswohl dient, dadurch also keine Gefahren für das Kind entstehen z.B. weil die Eltern gewallttätig sind.

Das alte Konzept, das Kind irgendwann mal aufzuklären, wenn es im vermeintlich "richtigen Alter" ist, hat sich längst als falsch herausgestellt.

Würden Kinder von homsexuellen Paaren oder dem h.Partner/Partnerin adoptiert, würde das auch nicht ausschließen, dass die biologischen Eltern Kontakt behalten. Sie geben aber mit der Adoption das Sorgerecht endgültig ab.

Ein zwischen drei und mehr Personen geteiltes Sorgerecht... de facto ist das in vielen Patchwork-Familien so. Daran will auch niemand was ändern, dass man sich auch ohne Gerichtsverfahren absprechen kann.
sacredheart schrieb am 18.03.2019:Es würde doch nichts dagegen sprechen, wenn man das Familienrecht an die aktuelle Situation anpasst:
Biologische Elternschaft begründet Sorgerecht und soziale Elternschaft kann dann ja gerne ein zusätzliches 'kleines' Sorgerecht begründen. Warum kein vollwertiges: Weil die Beziehung ja auch in die Brüche gehen kann, bei einem ehelich geborenen Kind bleibt mindestens die biologische Elternschaft, ansonsten bleibt als Rechtfertigung dieses 'Elternrechts' ja nur ehemalige Selbstverwirklichungswünsche.
Es gibt für überhaupt keine Beziehung eine Garantie, auch nicht für die von leiblichen Eltern.
Die Adoption (egal durch welches Paar oder welche Person) soll sicherstellen, dass die Beziehung zum Kind durch eine Trennung nicht abbricht, denn die Adoptiveltern verpflichten sich, volle und lebenslange Verantwortung zu übernehmen - wie biologische Eltern.
sacredheart schrieb am 18.03.2019:Patentanten oder Patenonkeln
Das ist ein denkbar unpassender Vergleich, da auch viele verwandten Paten ihre Pflicht nach der Taufe als erledigt ansehen. Wie sehr sie sich verantwortlich fühlen, ist eine rein persönliche Sache.
sacredheart schrieb am 18.03.2019:wer ist das, mein fehlendes Elternteil. Und das können Jaqueline und Ewelina eben nicht ersetzen.
Eher können Adoptiveltern die biologischen ersetzen, als ein abwesender Vater die Person, die Verantwortung übernehmen wollte.
sacredheart schrieb am 18.03.2019:Findest Du es abwegig, dass Ewelina sich jetzt denkt: Eigentlich ist es ja gar nicht mein 'richtiges' Kind? Das kann sich ein biologischer Vater, der mit Jaqueline spinnefeind ist, nicht gleichermaßen denken.
Und wie klappt das so bei "normalen" Adoptiveltern?

Nochmals: Das Adoptivrecht schließt nicht aus, dass das Kind die biologischen Eltern kennen lernt, dass ein biologischer Vater die Vaterschaft bekundet und Sorgerecht beantragt, dass er die Freigabe zur Adoption nicht erteilt.

Du meinst, dass biologische Eltern in fast jedem Fall die besseren sind ... davon geht auch das Gesetz aus. Gesetze sind dazu da, die Ausnahmen zu regeln und auf Einzelfälle einzugehen, und in diesem Fall immer unter Berücksichtigung des Kindeswohls.
Auch "normale" Adoptiveltern bekommen kein Kind, wenn sie das nur als Abrundung des Lifestyles betrachten und nicht verstehen, dass es eine lebenslange Verantwortung über die Ehe hinaus ist, falls man sich trennt.


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25.03.2019 um 10:32
Ilvareth schrieb am 18.03.2019:Es geht also um diese 90 Tage, die man nicht frei zwischen den Eltern aufteilen kann.
Und damit begründest Du, dass Männer in Schweden grundsätzlich diskriminiert werden?

:D

Dann lies doch mal weiter, was Du zitiert hast:
Ilvareth schrieb am 18.03.2019:Trotzdem kann man noch nicht von perfekter Gleichberechtigung sprechen. Zum Beispiel verdienen schwedische Männer im Schnitt fast 15 Prozent mehr als Frauen. Das könnte daran liegen, dass Frauen eher in weniger gut bezahlten Berufen arbeiten. Aber selbst in den gut vergleichbaren Berufen und bei gleicher Bildung bekommen weibliche Angestellte in Schweden rund fünf Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.“
Atrox schrieb:Meiner Erfahrung nach gibt es dieses „typisch Mann“ und „typisch Frau“ höchstens an Stammtischen.
Atrox schrieb:Ich denke ja eben, dass ein jeder so leben sollte, wie er mag. Das Bild von der starken selbstbewussten Frau und dem Mann, der auch die Wäsche bügelt ist eben auch nur ein Rollenbild. Ein modernes, aber im Endeffekt doch nur eine Rollenverteilung.
Du müsstest nur mal unterscheiden zwischen gesellschaftlichem Rollenbild, Deiner (und Deiner Frau) persönlichen Wahl einer Rolle und Deiner und der gesellschaftlichen Beurteilung eurer Rollenaufteilung, vielleicht käme man dann in der Diskussion mal weiter.

Dass jeder so leben soll, wie er mag, ist in dem Zusammenhang sympathisch, aber off-topic, denn auch mit Deiner allerfestesten Grundüberzeugung geht eine stattfindende Diskriminierung nicht von alleine weg, oder lässt sich eine Diskriminierung nachweisen.


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Die verdrängte Diskriminierung von Männern in unserer Gesellschaft

25.03.2019 um 10:54
FF schrieb:Du müsstest nur mal unterscheiden zwischen gesellschaftlichem Rollenbild, Deiner (und Deiner Frau) persönlichen Wahl einer Rolle und Deiner und der gesellschaftlichen Beurteilung eurer Rollenaufteilung, vielleicht käme man dann in der Diskussion mal weiter.
Glaubst du das lässt sich so nebenbei entkoppeln? Das gesellschaftliche Bild setzt sich doch eben aus den vielen individuellen Lebensentscheidungen erst zusammen. Die Lebensrealität wird eben nicht vom Soziologen in seinem Kämmerlein bestimmt, sondern in individuell in den eigenen vier Wänden. Da sehe ich es schon als zentral, wenn einem von außen gesagt wird, dass man als Frau doch bitte unabhängig sein soll.
FF schrieb:Dass jeder so leben soll, wie er mag, ist in dem Zusammenhang sympathisch, aber off-topic, denn auch mit Deiner allerfestesten Grundüberzeugung geht eine stattfindende Diskriminierung nicht von alleine weg, oder lässt sich eine Diskriminierung nachweisen.
Was willst du mir damit sagen? Dass ich meine Frau für das "greater good" bis zur Rente malochen lassen soll, obwohl sie nicht möchte? Diskriminiere ich damit vielleicht sogar andere Frauen, wenn meine Frau nicht arbeiten muss?


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25.03.2019 um 11:18
@FF

Erst mal vorab: Warum handelt es sich denn um einen Gesetzesvorstoß, der auch von der Presse so berichtet wurde?

Ganz einfach, weil es über das bisherige Adoptionsrecht - das Du inhaltlich widergegeben hast - hinausgehen soll. Es soll also die MitMutterschaft deutlich erleichtert werden.

Ganz im Gegensatz zu dem was Du schreibst, handelt es sich um eine Gesetzesvorstoß, der ganz isoliert lesbischen Paaren 'helfen' soll, die ja nur eine Teilgruppe homosexueller Paare bilden.

Bei den von Dir angeführten abwesenden Vätern muss man natürlich auch genau hinschauen: Warum sind die denn abwesend? Das sind ja nicht alles Halodris, die wie in den Stammtischparolen von Politikern sämtlich Unterhalt prellen und sich verdünnisieren.

Erst mal muss die Frage erlaubt sein: Weiss der Vater denn überhaupt, dass er Vater ist? Sonst kann er sich nicht einbringen.
Und zweitens stellt sich die Frage: Ist ein Vater unpräsent ,weil er auf Initiative der Mutter hin entsorgt wurde und jeder Kontakt hintertreiben wurde oder vielleicht, weil er tatsächlich ein Halodri ist. Beides kann ja möglich sein.

Und so wenig ein Vater, der sich im Wissen um seine Vaterschaft verdrückt, ein guter sozialer Vater sein wird, so wenig wird eine Mutter, die den Umgang und Kontakt mit dem Vater verhindert, eine geeignete Erziehungsberechtigte sein.


Außerdem übersiehst Du einen Punkt:

In aller Regel ist bei einer Adoption ja schon vorher für das Kind etwas gar nicht gut gelaufen, Adoptionen sind ja nicht gewünschter Normalfall. Die sich darauf beziehende Rechtslage dient ja auch vor allem dazu, Schaden für das Kind zu minimieren.

Bei einer MitMutterschaft und einer geplanten Adoption liegt ja nicht a priori eine kindliche Notlage vor, es wird lediglich den Wünschen von Erwachsenen Rechnung getragen.


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25.03.2019 um 11:28
@sacredheart
nein, es wird Rechtssicherheit geschaffen, für alle Beteiligten, auch den biologischen Vater aber auch und vor allem für das Kind. Das übersiehst Du. Außerdem bedeutet Adoption nicht, dass "etwas für das Kind gar nicht gut gelaufen" sein muss, wie kommst Du auf das schmale Brett?


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25.03.2019 um 11:35
FF schrieb:Und damit begründest Du, dass Männer in Schweden grundsätzlich diskriminiert werden?
Ich? Ich hab damit erklärt, um was im Detail es bei der Aussage, dass es bei Männern zu finanziellen Einbußen kommt, geht. Und den behaupteten Gender Pay Gap zum Nachteil von Männern in Schweden widerlegt, wie du richtig festgestellt hast.


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25.03.2019 um 11:37
@Tussinelda

Die überwiegende Zahl an Adoptionen kommt doch zustande durch den Tod, Krankheit, Pflegebedürftigkeit oder Unzurechnungsfähigkeit von Eltern. Alle diese Dinge würde ich als 'adverse event' bezeichnen.

Es kommt doch in einer glücklichen und vollständigen Familie eher nicht vor, dass die Eltern sich sagen: Ach den kleinen Torben geben wird jetzt mal weg, sollen andere auch mal Freude an ihm haben.

Aber ich lasse mich gerne von Dir durch eine Aufzählung erfreulicher Ereignisse eines Bessern belehren, die am Ende zu einer Adoption führen.


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