DerLotse schrieb:Die Frage dürfte eher sein, ob so viel Ausfall bei den Steuereinnahmen gewollt ist.
Das natürlich auch, zudem, das hat das Coronajahr gezeigt, gab es wohl auch andere Möglichkeiten, "sich einzudecken", wenn das nicht von den Menschen kommt, kann man das Verbot zumindest derzeit einfach umgehen.
DerLotse schrieb:Von jedem Euro, der für diese fragwürdige "Tradition" ausgegeben, bekommt der Staat seinen Anteil in Form von Mehrwertsteuer. Das ist eine ähnliche Doppelmoral wie bei Tabak und Alkohol.
Ja, nur praktischer, weil bei Alk und Tabak ja mitunter hohe Folgekosten anfallen (Arbeitsausfälle, Gesundheitskosten). Die Krankenversicherung der Wildtiere reicht ja nichts aus. Witzig ist auch, dass in einigen Altstädten nun gesperrt ist, weil man Angst hat vor Feuer und dass man auf den Kosten sitzen bleibt - die das Privatpersonen geht, ist das egal. Wir haben hier einen Landwirt, der regelmäßig die Krise hat, weil sein Hof etwas doof steht und Leute dann an Silvester extra zum Böllern am Waldrand auftauchen und die Raketen dann immer wieder auf seinem Hof landen und auf seinen Wiesen - die geht er dann ab, dass es ihm das Heu nicht versaut und die Pferde keine Kolik bekommen. Das ist dann irgendwie egal.
DerLotse schrieb: Wenn man sich also seitens der Politik nicht dazu durchringen kann, den Handel und den Besitz in von Sprengkörpern zu Silvester komplett bei drakonischer Strafe zu verbieten, dann könnte man sich ja vielleicht auf eine "Sprengsatzsteuer" in Höhe von mindestens 500% verständigen?! Mal gucken, wann, wo und wie oft es dann noch von privater Hand "Bumm" macht.
Das habe ich tatsächlich auch schon überlegt. Ich habe mal einige Sommer in Schottland verbacht und damals wirklich weniger Schokolade gegessen und Alkohol getrunken, weil es so unendlich teuer war (für mich als Studentin). Damit könnte man den Verkauf sicher auch drosseln. Solange man für 19,99 € ganze 100er Packs mit Zeug bekommt ...
EnyaVanBran schrieb:Unglaublich, mit welcher Verbissenheit die Leute an ihren 17 Silvesterraketen festhalten. Egal welche Folgen die Knallerei hat. Hauptsache man kann sich 120 Sekunden lang daran erfreuen.
Die Leute wirst du immer haben. Ich bin alt genug, dass sich Leute damals tierisch über die Anschnallpflicht aufgeregt haben, heute würde das ja niemand mehr diskutieren, dass es sinnvoll ist. Es heulen ja schon genug Leute rum, dass man statt Bleigießen und Wachsgießen macht. Es gibt einfach Leute, die gerne dagegen sind - das ist schon sehr anstrengend.
EnyaVanBran schrieb:Manche Menschen haben wohl nichts anderes, woran sie sich erfreuen können. Wenns doch so schön glitzert....
Tatsächlich stellen wir das jedes Jahr fest - wir sehen von unserem Kaff aus in klaren Nächten in die nächste Stadt - im Außenbezirk liegt das typische Industriegebiet + viel sozialer Wohnungsbau aus den 70ern, wo man ganze Wohnviertel gebaut hat. Da wird irre viel geknallt, obwohl das Geld ziemlich knapp ist. Bei uns im Dorf geht es, aber da sind auch viele Leute, die ihr Häuschen abzahlen, zwei Autos brauchen, um die Arbeit zu gelangen und vielleicht auch vernünftiger mit dem Geld haushalten.