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Coronavirus (Sars-CoV-2)

24.604 Beiträge, Schlüsselwörter: China, Virus, Krank + 14 weitere
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Coronavirus (Sars-CoV-2)

Coronavirus (Sars-CoV-2)

21.11.2020 um 17:33
@Pergamon

Medizinische Versorgung schon, der Bedarf an Altenpflege und aktuell auch an Covid-Versorgung ist in Deutschland stark zunehmend (alternde Gesellschaft, vergleichsweise hohe Lebenserwartung), in Teilen von Afrika und Asien sehr viel niedriger.

Z.B. in Tansania wird gar nicht mehr auf Covid getestet, offiziell gibt es das dort nicht mehr.


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Coronavirus (Sars-CoV-2)

21.11.2020 um 17:53
Zitat von AnaximanderAnaximander schrieb:Also ein win win
Klar, ist für ein Land immer von Vorteil, wenn es die Kosten für die Ausbildung übernimmt und die Fachkräfte dann abwandern. Auch wird im Bürgerkriegsland Syrien sicher kein erhöhter Bedarf an medizinischem Fachpersonal bestehen. Das ist ziemlich blauäugig @Anaximander


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Coronavirus (Sars-CoV-2)

21.11.2020 um 17:55
@Pergamon
Unser Gesundheitssystem in Deutschland würde ohne ausländische Ärzte und Pflegekräfte kollabieren, die Bedingungen für angehendes medizinisches Personal sind in Deutschland schon seit Jahrzehnten suboptimal. In meinem Bekanntenkreis gibt es einige Ärzte, die in den 1990er Jahren ihre Ausbildung gemacht haben, die Meisten haben sich anfangs der 2000er Jahre niedergelassen, die meisten davon würden heute lieber was anderes machen.

Ein Schulfreund von mir war nach seiner Facharztausbildung zehn Jahre in England, anfangs ist er wochenweise gependelt, der hat bei geringerer Stundenbelastung das doppelte wie in Deutschland verdient. Andere sind nach Skandinavien gegangen und da auch wesentlich bessere Arbeitsbedingungen vorgefunden, hier in Deutschland gab es viele kleine Sonnenkönige unter den Chefarzt, die alle Assistenzärzte für Luschen gehalten haben.

Also es gibt kein Schwarz und Weiß sondern nur Abstufungen von Grau


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Coronavirus (Sars-CoV-2)

21.11.2020 um 18:33
@paxito

Das ist eben die Frage, ob Fachkräfte in medizinischen Berufen (wegen der kürzeren Ausbildung v.a. in Pflegeberufen) zuerst auswandern und nach Akzeptanz im Zielland die Ausbildung beginnen oder bereits als fertig ausgebildete auswandern. Ich habe jetzt gedacht, dass bei Zuwanderung aus Drittländern (Nicht-EU) der Fall häufiger ist, dass die Einwanderer sich hier (in Europa oder deutschsprachigen Ländern) ausbilden lassen. In diesem Fall entsteht kein Verlust für das Ursprungsland, wenn die Menschen dort z.B. gar nicht arbeiten können. Vielleicht gibt es auch andere Informationen dazu.


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Coronavirus (Sars-CoV-2)

21.11.2020 um 19:12
@Anaximander
Ich halte das "Tripple Win" Versprechen für einen Mythos. Es gibt da nur einen Gewinner, die deutschen Unternehmen. Die Herkunftsländer verlieren Fachpersonal und bei den Pflegekräften hier bei uns werden künstlich die Löhne niedrig gehalten.
Näheres zum Brain Gain hier.
Ich möchte explizit darauf hinweisen, dass meine ausländischen Kollegen keinen schlechteren Job machen als ich selbst, zumindest in der großen Mehrheit.


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Coronavirus (Sars-CoV-2)

21.11.2020 um 20:17
@paxito

Diese Webseite ist ganz schön kritisch, das ist sicherlich nicht die Position, welche von offizieller Seite vertreten wird, im Gegenteil wird die ja auch dort dargestellt. Kritik kann natürlich berechtigt sein.

Die Ausrichtung ist aber schon heftig:
Informationen zur deutschen Außenpolitik ist ein sich als „staatsfern“ bezeichnendes „linkskritisches“[1] Internetportal. Die unter dem Namen German-foreign-policy.com bekannte Webseite tritt mit dem Anspruch auf, die „hegemonialen Taktiken und Strategien des vereinigten Deutschland“ nachzuweisen.[2]
Quelle: Wikipedia: Informationen zur deutschen Außenpolitik

Vor allem wird aber dort eigentlich nur Zuwanderung im Rahmen der EU-Freizügigkeit besprochen. Im Rahmen der EU ist die Freizügigkeit von Arbeitnehmern ausdrücklich vorgesehen, Teil des EU-Vertrags. Die Ausnahme dort ist vielleicht Albanien, was aber auch in Europa liegt und einen EU-Assoziierungsvertrag hat.

Deswegen sprach ich oben ja auch von Drittstaaten, insbesondere Afrika und Asien.

Genaue Zahlen habe ich jetzt nicht finden können, ob Zuwanderer in Plegeberufen aus Drittstaaten meistens bereits im Ursprungsland ausgebildet wurden oder nicht bzw. wie das Verhältnis ist.

Hier gibt es zumindest einen Leitfaden, wie Einwanderer aus Drittländern in Deutschland für die Pfelge ausgebildet werden sollen:

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Wirtschaft/leitfaden-auszubildende-aus-drittstaaten-fuer-die-pflege.pdf?__blob=publicationFile&v=10

Hier ist von einem konkreten Projekt in Vietnam zu lesen, wo Fachkräfte dort etwas deutsch lernen, dann aber erst in Deutschland ausgebildet werden:

https://www.wido.de/fileadmin/Dateien/Dokumente/Publikationen_Produkte/Buchreihen/Pflegereport/2016/Kapitel mit Deckblatt/wido_pr2016_kap15.pdf

Die Frage des möglichen Lohn-Dumpings tauchte auch in der Brexit-Debatte öfters auf. Die seriösen Studien, die dort in diesem Zusammenhang angefertigt wurden, kamen allerdings für den Schluss, dass Zuwanderung nicht zu einem Lohndumping führt (wobei England noch mehr hochqualifizierte Zuwanderung hat) oder wenn überhaupt dann nur in ungelernten Berufen (unskilled, ohne Ausbildung), aber auch dort nur gering, und das was eine ziemlich umstrittene Studie.

Außerdem ist die Pflege trotz Zuwanderung ein Mangelberuf, die Lohnentwicklung kann daran also nicht liegen.

Wobei ich schon finde, dass man in der Pflege mehr verdienen sollte, aber an der Zuwanderung liegt das mMn nicht. Eher würde ich vermuten, dass der work load ohne Zuwanderung noch dramatischer werden würde.

In England fehlen jetzt ja auch nochmal weitere 10.000 Pflegekräfte durch den Brexit, die Löhne haben sich aber nicht geändert. Ist ja jetzt auch weniger Geld da.


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Coronavirus (Sars-CoV-2)

21.11.2020 um 23:43
Heute abend war ich mal per Rad in der Stadt. Was soll ich sagen: Auf dem Marktplatz, auf jedem Spielplatz, im Park massenweise Deutschlands Hoffnung, also die Jugend, ohne Masken, mit Bierflaschen, rudelweise ohne jeglichen Abstand, zur Freude des Virus.

Nee, also da fände ich es besser, wenn die Jugend kontrolliert in Kinos, Bistros und Kneipen säße, schön auf Abstand, vom Betreiber kontrolliert (weil der ja sonst Bußgeld zahlen müsste). Ob sich so geile Ideen bis Berlin durchsprechen?


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Coronavirus (Sars-CoV-2)

22.11.2020 um 00:19
Ach ja, und es erzähle mir ja bei der nächsten Runde zwischen Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin keiner, dass der Bildungsauftrag, sprich der Präsenzunterricht an Schulen um jeden Preis, jedes andere Interesse von Bürgern, etwa Kultur (Theater, Kinos, Laienchöre, und -orchester) oder Möglichkeit zum Sport in Schwimmhallen und Fitnessstudios) (gut zur Stärkung des Immunsystems, interessiert aber politisch kaum) um Längen schlage.

Nein, die Bundesländer haben schlicht die zweite Welle, sprich das Fitmachen von Schulen, für diese Welle, verpennt, und das nicht, weil sie es nicht gewusst hätten, sondern weil das Geld für die Digitalisierung der Schulen fehlt. Also muss das nun durch komplette Schließung des gesamten Freizeitbereichs kompensiert werden.

Bildung ist laut Grundgesetz Ländersache, und wenn es kostet, können die Länder den Bund ausbremsen. Und das werden sie am 23.11. tun, wenn es heißt: Weiter mit dem Lock-Down Light. Wir, die Länder (so meine Vorstellung von dem, was da gesagt wird) können bzw. wollen mangels Knete nix die Schulen investieren, die müssen sich weiter durchwurschteln. Wenn wir die Schulen für Präsenzunterricht schließen müssten, gäbe es Krach mit den Eltern und der Wirtschaft, klar weil Eltern als Arbeitskräfte gebraucht werden und die Kiddies irgendwo hinmüssen, wenn die Eltern auf Arbeit sind. Stattdessen machen wir den Kultur- und Freizeitbereich sowie private Kontakte weitgehend dicht - und glauben, dass das der Stein der Weisen ist. Wikipedia: Stein der Weisen.

Könnte ja sein, dass das Drehbuch irgendwie anders lautet, aber ich glaube es nicht.
.


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Coronavirus (Sars-CoV-2)

22.11.2020 um 00:26
Zitat von AndanteAndante schrieb:sondern weil das Geld für die Digitalisierung der Schulen fehlt.
Nicht ganz richtig: es fehlt das Verständnis, wie die Situation in Schulen aussieht und wie man darauf aufbauend überhaupt sinnvoll "digitalisieren" kann. Ich bin da (leider) im Detail hautnah dran, da werden Gelder völlig sinnlos nach dem Prinzip Gießkanne verteilt, gleichhzeitig darf man aber Dinge die man wirklich braucht wie z.B. Netzwerkadministratoren nicht bezahlen weil die nicht im Leistungsumfang des "Digitalpakts" vorgesehen sind. Hier eine längere Zusammenfassung, ist nicht von mir, aber die Probleme sind die Gleichen:
die Digitalpakt-Geschichte ist noch viel schlimmer als man sich vorstellen kann. Ich bin einer jener Lehrer, die diesen in der Umsetzung bei uns an der Schule begleitet. (Vorgang: Schulleiter erhält Nachricht über Digitalpakt und die Bedingungen; delegiert Bildung einer AG- dessen Leiter ich bin - um Ist- und Soll-Zustand und pädagogische Begründungen des Nutzens in ein Konzept > 25 Seiten zu schreiben; diverse Treffen mit Schulverband, Schulleitung, etlichen Dienstleistern für Schul-IT, Endgeräte etc. …. und nebenbei läuft halt der tägliche Wahnsinn weiter und Unterricht soll auch gemacht werden)

Ein Kollege und ich machen das weil wir das aus Überzeugung in der Schule verbessern wollen und schon seit Jahren hinterher sind alles was möglich ist in Bewegung zu setzen. Wir haben immer versucht mit unserem Etat PC-Räume und Laptops auf einem nutzbaren Stand in hinreichender Anzahl zu haben. Wir haben selbstständig unser Schul-WLAN soweit ausgebaut, das es nahezu perfekt ist und wir uns somit eine Ausleuchtung für WLAN (die mal so eben 5000 € kostet bei 1500 € jährlichem Etat) sparen zu können. Flaschenhals ist unsere sagenhafte 16 Mbit Leitung, die wir partout nicht verbessert bekommen. Seit 6 Jahren versuchten wir, dass der Schulverband Glasfaser legen lässt, die 20 m an der Schule vorbei läuft, aber nie angeschlossen wurde (Kosten … ).

Jetzt gibt es einen Anschluss, der aber nur wegen des Ausbaus des Verwaltungsnetzes (Schulleitung) gelegt wurde.


Ein einfaches umpatchen und zack geht es mit 100, 200 oder gar 500 Mbit weiter …. natürlich nicht. Das ist nun ein Anschluss der vom Land bereitgestellt wird.Bedingungen: Nur Schulgeräte, nur pädagogische Inhalte. Heißt direkt für uns: Die Infrastruktur, über die alles zentral geregelt wird von unserem iServ-Server (DHCP etc.) ist nun quasi nicht mehr zu benutzen, weil wir sicherstellen müssen, dass keine privaten Geräte (die 80% der Lehrer natürlich nutzen für den Unterricht) das Schulinternet benutzen. Ferner müssen ein Schüler- und Lehrernetz eingerichtet werden, die getrennt sein müssen. Klar ginge das technisch sicherlich, bedarf dann aber vieler € und erschöpft dann einfachauch unseren Fähigkeiten und den Faktor Zeit.

Zurück zum ursprünglichen Digitalpakt (Zusatzpaket: Soforthilfe) und dem Ding mit den Leihgeräten. Mein Kollege und ich waren schnell und haben sofort alles zusammengeschrieben und gesucht Anfang der Sommerferien, als das Soforthilfeprogramm auf den Weg gebracht wurde. Wir haben einen 5-stelligen Betrag zugeteilt bekommen für eben diese Leihgeräte. Es sollte ein Mix aus Laptops und Tablets werden. Es dauerte 3 Monate! bis es weiterging seitens der Verwaltung. Natürlich waren unsere Angebote (wir haben 20 Stück eingeholt) hinfällig und landesweit waren - oh Wunder - alles Tablets vergriffen. Vor zwei Wochen dann haben wir 60 Laptops bekommen, die nichts mehr mit unseren Angeboten zu tun hatten. Nun gut, sie funktionieren und sind soweit geeignet. Allerdings haben wir 800 Schüler … nun gut dachten wir, dann haben wir immerhin 60 Geräte um die an Schüler zu geben die zu Hause gar nichts haben. Dann: nächstes Treffen mit dem Schulverband. Die Politik wünscht sich einheitliche, nachvollziehbare Verteilungsgrundsätze. Also wer bekommt was für ein Gerät aus welchem Grund? Nach kurzem Hinweis, dass wir als Schule objektive Gründe wie Einkommen, Hartz IV oder ähnliches wegen des Datenschutzes gar nicht erheben dürfen, wurde aber auch unser Vorschlag abgelehnt, dass die Klassenlehrer, die ja ihre Schüler und die häuslichen Umstände in der Regel gut kennen, entscheiden, wo so ein Gerät zu Hause definitiv benötigt wird. Das wäre dann zu willkürlich … und es muss einfach grundsätzlich jeder ein Gerät bekommen, der kein eigenes hat (Handy zählt nicht). Also: Umfrage gemacht ==> Ergebnis: Wir brauchen 150 Geräte - mindestens.

Aktueller Stand: Wir haben Geräte, dürfen sie aber nicht herausgeben, weil wir zu wenig haben, um diese Zahl zu bedienen. Es wäre politisch ja nicht zu begründen warum jemand eines bekommt und ein anderer nicht …

Es ist einfach nur noch alles ermüdend und alles was man anpacken möchte wird unnötig kompliziert gemacht. Der eigentliche Digitalpakt übrigens (was viele nicht wissen) soll zu 70% in die Infrastruktur gehen und nur 30% für Endgeräte sein. Unsere Schule bekommt einen niedrigen 6-stelligen Betrag zugewiesen von dem dann Switches, Lichtwellen, WLAN, Ethernetdosen in den Räumen etc hauptsächlich gelegt werden sollen und genau diese Infrastruktur funktioniert ja bei uns sehr gut und muss gar nicht groß aufgerüstet werden. Dennoch wird dann das Geld einfach genutzt um es zu machen, da es sonst verfallen würde. Endgeräte bedeutet dann übrigens auch sowas wie Whiteboards, Dokumentenkameras, Laptops in den Klassen. Also lange Rede, kurzer Sinn: Das Geld wird nicht dafür genutzt werden, was bei uns an der Schule direkt gewünscht oder benötigt wird. Und der Hinweis von mir bei der letzten Konferenz, das man doch auch bitte Administration einpreisen möge, hat dann auch nur für Zusagen gesorgt mit dem Hinweis, dass man absolut dafür ist, man aber gucken müsse, ob man dafür dann woanders noch Geld herbekommt.

Und jetzt der letzte Gedanke aus Erfahrung: Wenn morgen ein Beamer kaputt geht, dann tauschen ein Kollege oder ich die Birne sofort aus, weil wir für Spare-Vorrat gesorgt haben und auf Einheitlichkeit gesetzt haben. Wenn von etwas Restgeld ein motivierter Admin bezahlt werden soll, der 5 Schulen im Schulverband betreut und der bitte nicht erst einen Termin für ein Problem zwei Tage später hat, damit Unterrichtsräume weiter genutzt werden können …. tja, da sehe ich schwarz.
https://blog.fefe.de/?ts=a1487385

Ich denke, man kann sich denken dass es in den anderen Bereichen auch so oder so ähnlich läuft. Es fehlt am Problemverständnis, da können dann auch keine sinnvollen Lösungen aufgebaut werden.


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Coronavirus (Sars-CoV-2)

22.11.2020 um 00:38
Zitat von SeidenraupeSeidenraupe schrieb:kommt nie jemandem der Gedanke, dass dieses gut ausgebildete Fachpersonal (zudem, von der Schule bis zum Berufsabschluss kommen andere Länder idR für die Ausbildungskosten auf) anderswo fehlt?
Klar fehlen die anderswo. Allerdings würde es sie bei uns nicht geben, dann hätten auch wir noch mehr Personalmangel als ohnehin schon zu beklagen, was wir uns auch nicht leisten leisten können.

Auch uns fehlen weiterhin Rettungssanitäter, Kranken- und Altenpfleger und Nachwuchs steht nicht gerade in den Startlöchern.
Unser deutscher Nachwuchs wählt nach der Schule vermehrt den Gang zur Uni und das auch nicht unbedingt im Bereich Medizin, obwohl da immer noch mehr Nachwuchs zu erwarten ist, wenn nicht gerade abwandernd, als in Ausbildungsberufen.

Also unter den momentanen Umständen zieht immer jemand den schwarzen Peter. Entweder leiden wir an Personmangel (insbesondere im Bereich der Ausbildungsberufe) oder andere Länder, aus denen Arbeitskräfte zu uns kommen oder wir sie abwerben, um damit unseren Mangel auszugleichen bzw. Bestand aufzustocken.

Also wer darf den schwarzen Peter ziehen?


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Coronavirus (Sars-CoV-2)

22.11.2020 um 01:00
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:da werden Gelder völlig sinnlos nach dem Prinzip Gießkanne verteilt, gleichhzeitig darf man aber Dinge die man wirklich braucht wie z.B. Netzwerkadministratoren nicht bezahlen weil die nicht im Leistungsumfang des "Digitalpakts" vorgesehen sind.
Wer kennt das nicht als im öffentlichen Dienst Tätige(r). Egal ob Bildungs- oder Justizbereich: mit Entgeltgruppe 9 oder 10 kriegt man keinen qualifizierten Netzwerkadministrator, da zahlt die Wirtschaft weitaus mehr. Wie übrigens auch sonst angesichts des demographischen Faktors, da ist der öffentliche Dienst keineswegs mehr DER Superjob. In freier Praxis oder als Ober- oder gar als Chefarzt kriegt ein Arzt am Ende viel mehr als als Amtsarzt bei einem Gesundheitsamt.

Sollte mich freuen, wenn sich spätestens durch die Corona-Krise herumspricht, dass wir (als Bürger) in den Ministerien nicht noch mehr brave Parteisoldaten, Unterbringungsfälle (sprich abgehalfterte Versager aus anderen Bundesländern, die noch irgendwie pro forma für was zuständig sind, bis es für die Pension reicht, aber sonst nix machen) brauchen, sondern Experten.

Und das nicht durch teure Gutachtenvergabe nach außen. Wozu haben wir einen Riesen(wasser)kopf in den Landesministerien sitzen. Wie als Bürger bezahlen die alle und noch mal externe Gutachter haufenweise extra?

Aber gut oder vielmehr nicht gut, das war schon vor Corona so. Es fällt halt durch Corona jetzt richtig auf. Das kann man bejammern und für die Zukunft auf die To-Do-Liste setzen. Die Frage ist, was jetzt politisch und seuchenhygienisch zu tun und dann auch durchsetzbar ist.


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Coronavirus (Sars-CoV-2)

22.11.2020 um 01:08
Zitat von AndanteAndante schrieb:Aber gut oder vielmehr nicht gut, das war schon vor Corona so. Es fällt halt durch Corona jetzt richtig auf. Das kann man bejammern und für die Zukunft auf die To-Do-Liste setzen.
Sag ich seit Ostern: die Liste mit "Ja das wäre eine gute Idee gewesen, hätte man vor 10 Jahren machen sollen" wird verdammt lang bis wir hier fertig sind.
Zitat von AndanteAndante schrieb:Die Frage ist, was jetzt politisch und seuchenhygienisch zu tun und dann auch durchsetzbar ist.
Politisch wird die ganze Scheiße bis zum bitteren Ende durchgezogen, weil die deutsche Politik völlig bewusst lieber dreistellige Milliardensummen verbrennt bzw. dem schlechten Geld noch hinterherwirft als dass sie sofort zugibt einen oder eine Reihe von schwerwiegenden Fehlern gemacht zu haben und die Notbremse zieht.

Der Lockdown wird sich unter wechselnden Namen bis März/April ziehen, wo sich die Fallzahlen, der allgemeinen Entwicklung von Atemwegserkrankungen im Winter folgend, wieder senken werden. Und dann darf man sich schon auf die heiße Wahlkampfphase für die Bundestagswahl einrichten, da wird der Geldbeutel zumindest von den Versprechungen her sehr, sehr, sehr locker sitzen.

Und irgendwann schlagen die Insolvenzen usw. dann eben ein, die Kurzarbeitergeldkassen sind leer, die Steuerschätzung für nächstes Jahr wird großartig werden, andere schwerwiegende (und teure) Probleme sind nicht einfach über Nacht verschwunden (Klimawandel, Flüchtlingskrise, Brexit, Auseinanderdriften der EU) und so weiter.

Wenn uns die Krise und die Reaktion darauf nur 10 Jahre wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung gekostet haben werden sind wir denke ich dann noch sehr gut weggekommen. Es werden eher 15-20.

Und auf dem Nährboden wird noch so mancher Pilz sprießen den man sich jetzt noch nichtmal vorstellen kann.


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Coronavirus (Sars-CoV-2)

22.11.2020 um 01:12
Zitat von AndanteAndante schrieb:Wer kennt das nicht als im öffentlichen Dienst Tätige(r). Egal ob Bildungs- oder Justizbereich: mit Entgeltgruppe 9 oder 10 kriegt man keinen qualifizierten Netzwerkadministrator, da zahlt die Wirtschaft weitaus mehr. Wie übrigens auch sonst angesichts des demographischen Faktors, da ist der öffentliche Dienst keineswegs mehr DER Superjob. In freier Praxis oder als Ober- oder gar als Chefarzt kriegt ein Arzt am Ende viel mehr als als Amtsarzt bei einem Gesundheitsamt
Ja, weil immer mehr Leute, so mein Eindruck, immer gieriger werden und einen Beruf nicht mehr aus Leidenschaft und Überzeugung erlernen und da helfen wollen, wo es der Allgemeinheit dient, wo sie wirklich gebraucht werden, weil (Nachwuchs)Mangel herrscht und wo sie wirklich etwas zum Positiven mit ihren Fähigkeiten bewirken könnten, sondern weil nur noch das Geld regiert, das Gehalt oberste Priorität hat.

Bei so einem Denken bzw. so einer Einstellung verwundert es daher auch nicht, dass immer mehr Menschen den Öffentlichen Dienst schon während ihres Studiums kategorisch ausschließen und lieber nach der Privatwirtschaft hecheln, die mit mehr Dollarnoten winken.


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Coronavirus (Sars-CoV-2)

22.11.2020 um 06:31
Zitat von AndanteAndante schrieb:Heute abend war ich mal per Rad in der Stadt. Was soll ich sagen: Auf dem Marktplatz, auf jedem Spielplatz, im Park massenweise Deutschlands Hoffnung, also die Jugend, ohne Masken, mit Bierflaschen, rudelweise ohne jeglichen Abstand, zur Freude des Virus.
Ja so isset bei uns auch...den jungen Leuten, fehlt halt komplett die Möglichkeit sich zu treffen. Die Discos seit Beginn der Pandemie zu...Im Sommer wenigstens die Gastronomie offen.
Zitat von AndanteAndante schrieb:Nee, also da fände ich es besser, wenn die Jugend kontrolliert in Kinos, Bistros und Kneipen säße, schön auf Abstand, vom Betreiber kontrolliert (weil der ja sonst Bußgeld zahlen müsste). Ob sich so geile Ideen bis Berlin durchsprechen?
Das hatte ich Anfang November auch in einem Beitrag bemängelt, dass man ausgerechnet die Lokalitäten mit Hygienekonzept schließt.

In der Zwischenzeit habe ich aber meine Meinung geändert.

Denn das würde nur funktionieren, wenn man die Leute vom Wohnzimmersessel quasi in die Kneipe "beamt" und dann auch wieder retour.

Die Realität beim Ausgehen der Jugend sieht heutzutage, zumindest bei uns anders aus.

Erst mal fährt man in die Stadt...trifft sich da am ÖPNV-Verteiler in der Innenstadt. Dann werden 3 Mann losgeschickt und holen die Sechserträger, Wodka, O-Saft usw. und man glüht mit preiswertem Alkohol aus dem Supermarkt vor. Da hätten wir die selbe Rudelbildung, wie jetzt...die ja tunlichst verhindert werden soll.

Erst nach 2 Stunden löst man sich dann auf und fährt per ÖPNV in die bevorzugte Lokalität. Um sich dann wieder...bevor man mit den letzten Nachtschwärmer-Bussen ( die heißen bei uns so)...den Heimweg antritt...am ÖPNV-Verteiler zu teffen um noch im Rudel einen Absacker zu trinken.

Mein Fazit:

Ob du nun Lokalitäten mit Hygiene-Konzept, offen hast oder nicht...ist quasi sprichwörtlich "gehüpft wie gesprungen".


Oder anders ausgedrückt, beim Schließen der Lokalitäten mit Hygienekonzept, geht es nicht darum was vor Ort passiert, sondern um das was dazwischen auf An- und Abreise passiert.


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Coronavirus (Sars-CoV-2)

22.11.2020 um 07:55
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Und irgendwann schlagen die Insolvenzen usw. dann eben ein, die Kurzarbeitergeldkassen sind leer, die Steuerschätzung für nächstes Jahr wird großartig werden, andere schwerwiegende (und teure) Probleme sind nicht einfach über Nacht verschwunden (Klimawandel, Flüchtlingskrise, Brexit, Auseinanderdriften der EU) und so weiter.
So siehts aus. Diese Menschen sanieren Airbus bevor sie Krankenhäuser bauen. Oder verbraten Gelder im BER.
Und was mich am meisten wundert, CDU und SPD werden bei der nächsten Wahl wieder die Mehrheit haben.
Und die AFD wird weiter Zuwachs bekommen.
Das wird alles noch ganz bitter.
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Wenn uns die Krise und die Reaktion darauf nur 10 Jahre wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung gekostet haben werden sind wir denke ich dann noch sehr gut weggekommen. Es werden eher 15-20.
Also unsere Leitung hat ja schon gesagt das es ihre letzte Amtszeit ist. Und nach ihr die sinnflut.


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Coronavirus (Sars-CoV-2)

22.11.2020 um 08:25
@bgeoweh

Mit welcher Berechtigung wird hier unser aller Geld so sinnlos verbraten statt Fehler zuzugeben und gewisse Entscheidungen zurückzunehmen?

Warum macht man alles einfach kaputt und denkt nicht an die Folgen des Ganzen? Nur einseitig immer Corona als Begründung vorzuschieben ist sehr bequem.

Was ist, wenn die Kassen leer sind, kein Geld mehr da ist? Wir 15-20 Jahre zurück sind?

Also ich möchte sehr gern zurück in den Öffentlichen Dienst. Mir gefällt es dort.


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Coronavirus (Sars-CoV-2)

22.11.2020 um 08:32
@BenSensei

Kannst du mir erklären, warum man so handelt? Das sieht doch jeder normale Mensch, dass das der falsche Weg ist.


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Coronavirus (Sars-CoV-2)

22.11.2020 um 09:49
@Elfenqueen
Keine ahnung, aber ich glaube die Frage nach dem warum wäre OT. Besser wäre doch die frage nach dem "wie" , grade im Bezug auf corona und den damit verbundenen Folgen.
Wie Künstler und Kleingewerbe retten ? Wie bessere struktur im Gesundheitswesen schaffen ?

Also ich hab hier mal gelesen das die GEZ Gebühren jährlich einnahmen im Volumen von 8 mrd bescheeren. Davon die Hälfte für Gewerbetreibende und Gesundheitssektor wär doch was


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Coronavirus (Sars-CoV-2)

22.11.2020 um 09:56
Also das ist wahrscheinlich zu viel zu wenig, aber das ist eigentlich auch nicht meinthemenfeld. Keine ahnung wie man das alles lösen soll.


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Coronavirus (Sars-CoV-2)

22.11.2020 um 10:19
Zitat von BenSenseiBenSensei schrieb:Davon die Hälfte für Gewerbetreibende und Gesundheitssektor wär doch was
Allein mit mehr Geld kann man den Pflegenotstand nicht beheben. Der ergibt sich vor allem daraus, dass nicht genügend Personal vorhanden ist. Auch eine Lohnerhöhung wird nicht dazu führen, dass sich mehr Menschen für die Pflege ausbilden lassen, die eigentlich ganz was anderes machen wollen, da gehört ja auch ein Interesse dazu. Der Bedarf an Pflegekräften nimmt ständig zu, das Interesse an dem Beruf aber nicht unbedingt.


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