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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

520 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Gewalt, Terror, Polizei ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

16.03.2021 um 19:10
Zitat von BruderchorgeBruderchorge schrieb:Nur ein Idiot würde sich ohne Not auf ein Nahkampf mit einem Messerstecher einlassen, der braucht 1. nur einen Glückstreffer und 2. kann es sein, dass der ebenfalls Erfahrung/Ausbildung an seinem Gerät besitzt.
Der Stock ist in der Regel länger, da ist "nah" ein relativer Begriff. Und die meisten Messerstecher dort sind von Drogen berauscht oder auf einem Amok-Trip, wenn sie zu feige sind mit eigener Hand Selbstmord zu begehen. Samuraischwerter sind auch in Japan nicht mehr so leicht in der Öffentlichkeit zu finden. Außerdem geht es bei Kendo um Geschwindigkeit und Taktik, und die Polizisten werden auf diese Art von Angriff geschult, wenn Messer überall zugänglich sind, Schußwaffen aber nicht, mit denen z. B. Sicherheitskräfte in USA jederzeit rechnen müßten.


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

16.03.2021 um 19:26
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Am liebsten gehen solche Angriffe gegen Frauen, aus Verachtung oder um zu "necken" (typisches Affenverhalten, kein Zweifel daß der Mensch zu dieser Gattung gehört)
Insbesondere für die steile These, dass Typen Frauen Anspucken, quasi als "Flirt", dafür sol
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Wenn in Japan einer mit dem Messer auf Polizei losgeht, hat er keine Chance
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Außer der Täter greift urplötzlich und völlig unerwartet von hinten an, seine einzige Chance.
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Und die meisten Messerstecher dort sind von Drogen berauscht oder auf einem Amok-Trip, wenn sie zu feige sind mit eigener Hand Selbstmord zu begehen.
Du neigst dazu Absolutismen zu nutzen, woher beziehst du denn deine Informationen ?


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

16.03.2021 um 19:32
Edit: für deine Flirt These hätte ich gerne einen Beleg außerhalb deiner Vermutung, zumindest ein Indiz.


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16.03.2021 um 19:40
Zitat von WardenWarden schrieb:Wobei kurz zur Klinik: Gibt es da kein klassisches Sicherheitspersonal was solange "einspringen" kann, unter Annahme, es ist nicht so sehr eskaliert dass nur noch die Polizei es regeln kann?
In Kliniken gibt es i.d.R. kein Sicherheitspersonal. Am einfachsten wäre es wohl gewesen, man hätte den Betreffenden mit einer Spritze schlafen legen/ruhig stellen können. Aber das ist nicht erlaubt.
Meine Schwester arbeitet inzwischen nicht mehr im klinischen Bereich, u.a. auch wegen verschiedener Vorfälle dieser Art.


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

16.03.2021 um 19:56
Zitat von nairobinairobi schrieb:In Kliniken gibt es i.d.R. kein Sicherheitspersonal.
Schade / komisch.

Gut, als ich meinen Post oben schrieb dachte ich synonym an das klassische US-Sicherheitspersonal in Kliniken, was man in gefühlt jedem 2.-3. Film sieht, das Kliniken bzw. Hospitäler dort zeigt. Ich war mir nicht sicher ob DE das jetzt auch in ähnlicher Form hat - mein letzter KH-Aufenthalt war 2018.


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16.03.2021 um 19:59
Zitat von WardenWarden schrieb:Gut, als ich meinen Post oben schrieb dachte ich synonym an das klassische US-Sicherheitspersonal in Kliniken, was man in gefühlt jedem 2.-3. Film sieht, das Kliniken bzw. Hospitäler dort zeigt. Ich war mir nicht sicher ob DE das jetzt auch in ähnlicher Form hat - mein letzter KH-Aufenthalt war 2018.
Stimmt, in amerikanischen Filmen sieht man das oft, aber von deutschen Krankenhäusern ist es mir eigentlich gar nicht bekannt. Vielleicht weiß ja jemand Näheres darüber?


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

17.03.2021 um 05:07
@Warden
Das ist ein bekanntes Problem, mit dem ich mich in den 90ern beruflich befasst habe. Tatsächlich hat man durch die technische Entwicklung irgendwann Abschied genommen vom freundlichen oder nicht so freundlichen "Schutzmann" zu Fuss an der Ecke im Kiez. Er kannte jeden, jeder kannte ihn.

Dann konnten sich die Behörden leisten, alle verfügbaren Beamten in schicke, moderne und schnelle "Einsatzwagen" oder "Streifenwagen zu setzen." Nicht nur machte das den Dienst bei ewigem Regenwetter angenehmer, man war auch viel schneller und in stärkerer Zahl am Einsatzort. Es schien, eine sinnvolle Modernisierung der Polizeiarbeit zu sein.

In den USA bemerkte man aber bereits in den 60ern, im Rest der Welt vor allem in den 80er Jahren, dass man durch diesen technologischen Schwerpunkt, aber etwas ganz Wichtiges verloren hatte: den direkten Kontakt zum Bürger. Bürger, die auch mal Hinweise gaben, wenn man dem "Schutzmann" begegnete, Bürger, die sich eben durch die Anwesenheit des Beamten auch "beschützt" fühlten und eben vor allem, Bürger, die hinter der Uniform auch einen Menschen wahrnahmen.

In England und den USA versuchte man dann mit zahlreichen Programmen der Entfremdung zwischen Bürger und Polizei durch neue Konzepte des "community policing" entgegenzuwirken, auch in Deutschland gab es solche zaghaften Versuche, z.B. Bezirksbeamte usw. (den in der DDR gebräuchlichen Titel des Abschnittsbevollmächtigten wollte man allerdings nicht wiederbeleben). Man setzte wieder auf Fusstreifen, auf den Einsatz immer der geichen Beamten auf solchen usw.

Allerdings gelten diese Konzepte heute weltweit als gescheitert. Es gab tatsächlich in diesen Jahren einen Rückgang der Kriminalität bei gleichzeitgem starken Ansteigen der Staatsausgaben, und so war es kein Wunder, dass Politiker meinten, dann bei der Polizei einsparen zu können. Und was fiel dem Roststift zuerst zum Opfer? Die gerade wiedererweckte Bürgernähe. Reihenweise wurden kleine Polizeistationen geschlossen - wofür es sicherlich Gründe gab, - was aber wieder genau dieses "Sicherheitsgefühl" der Bevölkerung abbaute. Und so weiter. Auch die Polizeiaufgaben veränderten sich: mehr und mehr wurden Beamte für Grosseinsätze zum Durchsetzen politisch umstrittener Projekte eingesetzt, man erinnert sich an die Themen von Damals: Brokdorf, Wackersdorf, Startbahn West usw. Der "freundliche Schutzmann" wurde von vielen Leuten eher als "Staatsbüttel" empfunden. Das berühmte Bild in der Zeitung vom damaligen Bundesinnenminister Otto Schily mit Helm und Knüppel schwingend hatte eine ganz tragische Wirkung.

Und so verschwanden die Ideen wieder in den Schubladen, man setzte wieder auf eine hochtechnologisierte Polizei, zentral an wenigen Orten untergebracht, mit schnellen Fahrzeugen, Hubschraubern usw usw. Die deutsche Polizei hat auch ganz gute Arbeit geleistet, was die allgemeine Kriminalität anging, aber das Bild des Polizisten in der Öffentlichkeit hatte irreparablen Schaden genommen. Und dann gab es auf einmal ganz andere Probleme, mit welchen die Politiker gar nicht umgehen konnten, z.B. eine Ghettobildung in bestimmten Städten usw.

Auch andere gut gemeinte Ideen waren vermutlich weniger hilfreich als man dachte. Zum Beispiel die Entscheidung, die Polizei-Laufbahn nur noch im gehobenen Dienst beginnen zu lassen, alle neuen Polizisten gleich im Rang eines Kommissars starten zu lassen und in der Ausbildung ein Studium zu integrieren. Auch dafür gab es zahlreiche gute Gründe, aber der "Polizist" war auf einmal gerade in Problembezirken keiner mehr "von uns." Der neue Polizist war ein "Technokrat" geworden, sehr gut ausgebildet, sehr gebildet, gut bezahlt, gut ausgestattet - aber dadurch in gewisser Weise ein Fremdkörper gerade in den Gebieten, wo er oder sie gebraucht wurde (ich schreibe hier der Einfachheit halber von "Polizisten," wobei ich die öffnung des Polizeiberufs für Frauen, die ja noch gar nicht so lange her ist, für eine sehr wichtige und erfolgreiche Änderung halte).

Dann darf man freilich nicht übersehen, dass die Wiedervereinigung ihre eigenen Probleme brachte: in den neuen Bundesländern gab es eine ganz eigene Erfahrung der Bürger mit ihrer "Volkspolizei," welche noch lange den Aufbau der neuen demokratischen Polizei dort belastete.

Am Ende haben manche Kommunen versucht, "community policing" durch die Hintertür einzuführen, indem sie "Ordnungskräfte" mit dem tollen Titel "Stadtpolizei" ausstatten und in polizeiähnliche Uniformen stecken, es aber an Ausbildung, Auswahl und so weiter extrem mangeln lassen. Das musste schiefgehen.

Schliesslich erleben wir eine Gesellschaft, welche die "kritische Distanz" zum "Staat" inzwischen zum Prinzip erhoben hat, damit aber auch nicht recht umgehen kann, sondern im Gegenteil, inzwischen zu absurden Ergebnissen führt, wenn man Angriffe auf Rettungssanitäter und Feuerwehrleute in manchen Kreisen als salonfähigen Ausdruck eben dieser Distanz sieht, nur weil diese Personen eine Uniform tragen.

Was bleibt ist eine riesige Baustelle und Politiker, die m.E. vollkommen hilflos vor dieser stehen.


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

17.03.2021 um 06:49
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Auch andere gut gemeinte Ideen waren vermutlich weniger hilfreich als man dachte. Zum Beispiel die Entscheidung, die Polizei-Laufbahn nur noch im gehobenen Dienst beginnen zu lassen, alle neuen Polizisten gleich im Rang eines Kommissars starten zu lassen und in der Ausbildung ein Studium zu integrieren. Auch dafür gab es zahlreiche gute Gründe, aber der "Polizist" war auf einmal gerade in Problembezirken keiner mehr "von uns." Der neue Polizist war ein "Technokrat" geworden, sehr gut ausgebildet, sehr gebildet, gut bezahlt, gut ausgestattet - aber dadurch in gewisser Weise ein Fremdkörper gerade in den Gebieten, wo er oder sie gebraucht wurde (ich schreibe hier der Einfachheit halber von "Polizisten," wobei ich die öffnung des Polizeiberufs für Frauen, die ja noch gar nicht so lange her ist, für eine sehr wichtige und erfolgreiche Änderung halte).
Man muss dazu sagen, dass nicht jedes Bundesland bei der Landespolizei den mittleren Dienst abgeschafft hat, und die Bundespolizei (ferner auch Zoll) diesen weiterhin hegen und pflegen bzw. darin ausbilden.

Die sonstigen Ausführungen fand ich interessant und sie wirken logisch was den Status Quo angeht.
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Was bleibt ist eine riesige Baustelle und Politiker, die m.E. vollkommen hilflos vor dieser stehen.
Im Westen wohl nichts Neues.


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17.03.2021 um 06:51
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Zum Beispiel die Entscheidung, die Polizei-Laufbahn nur noch im gehobenen Dienst beginnen zu lassen, alle neuen Polizisten gleich im Rang eines Kommissars starten zu lassen und in der Ausbildung ein Studium zu integrieren.
Das ist nicht in allen Bundesländern der Fall, den mittleren Dienst gibt es noch.

Edit: zu spät....


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17.03.2021 um 11:46
Die "höhere" Einstellung hat unter anderem was mit der höheren Besoldung zu tun, weil die Polizisten der untersten Stufen nicht gerade üppig bezahlt werden dafür, bei jeder Tages- und Nachtzeit im Einsatz zu sein, immer wieder mal den Kopf hinzuhalten wenn irgendwer gewaltsam wird und sogar Risiken für das eigene Leben in Kauf zu nehmen. Der Polizist der noch einen Zusatzjob annehmen muß, um eine Familie finanzieren zu können, ist ein Armutszeugnis für den Staat.
Zitat von nairobinairobi schrieb:Stimmt, in amerikanischen Filmen sieht man das oft, aber von deutschen Krankenhäusern ist es mir eigentlich gar nicht bekannt. Vielleicht weiß ja jemand Näheres darüber?
Die Amerikaner brauchen das vermutlich wegen ihrer höheren Rate an Gewaltdelikten und Rauschgiftsüchtigen, die in der Notaufnahme ausflippen könnten. Bei denen können die Sanis nie sicher sein, ob ein Eingelieferter nicht noch eine Schußwaffe oder ein Messer dabei hat oder wenigstens eine Rasierklinge. Da Amerikaner bekanntlich sehr viel klagefreudiger sind als Deutsche, geht man lieber auf Nummer Sicher.
Was unter anderem auch dazu führt, daß Leute die entlassen werden, das Krankenhaus bis zur Türschwelle nicht auf eigenen Füßen verlassen dürfen, die werden grundsätzlich im Rollstuhl nach draußen gefahren, nicht daß sie sich auf den letzten Metern vielleicht noch wegen frischgebohnertem Fußboden das Bein brechen und dann das Krankenhaus deswegen verklagen. ^^
Zitat von BruderchorgeBruderchorge schrieb:Du neigst dazu Absolutismen zu nutzen, woher beziehst du denn deine Informationen ?
Hin und wieder lese ich was über die Verhältnisse in Japan. Ich mag Manga, weißt Du. :)

Daß die Polizei dort lieber mit dem Stock zuhaut als zur Waffe greift, hat mehrere Gründe, praktische und historische.
Praktisch, weil die Straßen in Japan oft sehr belebt sind, wer da auf einen Angreifer ballert geht das Risiko ein, Umstehende zu treffen. Historisch, weil Japan wegen seiner Abschottungspolitik sehr spät in die Ära der "modernen" Schußwaffen geriet und insbesondere Handfeuerwaffen als Waffen von Feiglingen und hinterhältigen Verbrechern galten, denn ehrliche Leute machten ihre Differenzen auf die gute alte Weise mit dem Schwert aus oder gingen zum Magistrat (Polizei).
Ich weiß nicht, ob sich diese Einstellung im Krieg, als natürlich alle Soldaten mit Pistolen bewaffnet wurden, nennenswert geändert hat, die Offiziere trugen jedenfalls damals immer noch ein Schwert zusätzlich zu den modernen Waffen, und nicht als Dekoration wie die westlichen Paradeoffiziere, die wußten auch damit umzugehen und hatten keine Hemmungen sie gegen Deserteure, Kriegsgefangene oder im Kampfgewühl zu benutzen. Die amerikanischen Soldaten hatten aus guten Gründen einen Horror dagegen, den Japanern als Kriegsgefangene in die Hände zu fallen, da war nämlich oft ziemlich schnell der Kopf ab.
Und wer meint, so ein simpler Holzstock könne gegen einen Messerstecher nicht effektiv sein, der sollte sich mal ein Kendo-Match ansehen. Die Kämpfer tragen ihre Schutzrüstungen nicht zum Jux, und kassieren trotzdem jede Menge blaue Flecken wenn sie sich nicht vorsehen.
Der Stock gilt den Japanern bis heute als "ehrenhafte" Billigversion des in der Öffentlichkeit natürlich längst verbotenen Schwertes, und ist außerdem ein Zeichen persönlichen Mutes und Hingabe an den Job, bei einem Polizisten. Klar ist es gefährlicher, als aus sicherer Distanz zu schießen. Aber eine Frage der Ehre. Bis heute dort eine ziemlich wichtige Sache.


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

17.03.2021 um 12:24
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Die Amerikaner brauchen das vermutlich wegen ihrer höheren Rate an Gewaltdelikten und Rauschgiftsüchtigen, die in der Notaufnahme ausflippen könnten.
Das ist sehr gut möglich. Da sind ja irre viele Schusswaffe im Umlauf.
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Klar ist es gefährlicher, als aus sicherer Distanz zu schießen. Aber eine Frage der Ehre. Bis heute dort eine ziemlich wichtige Sache.
Eine sichere Distanz hast Du allenfalls beim Schießtraining. Wenn im "Echtbetrieb" mal geschossen wird ist das meist aus einer Notwehr/-hilfesituation heraus. Von sicherer Distanz ist da wohl eher nichts zu bemerken.


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17.03.2021 um 12:40
Sichere Distanz ist bei einem Messerstecher alles, was außerhalb von dessen Reichweite (mit Klinge) liegt, auch wenn es nur 10 Zentimeter mehr sind. Ein Stock als Gegenwaffe hat den riesigen Vorteil, daß es keine Kollateralschäden gibt, denn mit einer Pistole kann man in der Hektik danebenschießen, und bei manchen Sorten Munition geht eine Kugel auf kurze Distanz sogar durch den Körper des Angreifers durch und kann Leute dahinter immer noch tödlich verletzen. Nichts was man auf einer belebten Straße gern haben möchte.
Natürlich paßt die Polizei jedes Landes ihre Gegenmaßnahmen an die typischen Durchschnittsbedrohungen an, wenn man in Japan mangels vieler Schußwaffen in Privathand hauptsächlich mit Messerangriffen rechnet, stellt man sich darauf ein und trainiert die Polizisten entsprechend im Nahkampf. Und bei denen ist bekanntlich auch die Hingabe an den jeweiligen Beruf ganz anders als bei uns, der Idealismus höher, und somit die Bereitschaft, wie weit man im Ernstfall zu gehen bereit ist, um einen Angreifer aus dem Verkehr zu ziehen. Die Samurai sind bei denen noch nicht ausgestorben. Auch wenn sie heute nicht mehr mit scharfen Klingen durch die Gegend laufen.


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

17.03.2021 um 13:36
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Die "höhere" Einstellung hat unter anderem was mit der höheren Besoldung zu tun, weil die Polizisten der untersten Stufen nicht gerade üppig bezahlt werden dafür, bei jeder Tages- und Nachtzeit im Einsatz zu sein, immer wieder mal den Kopf hinzuhalten wenn irgendwer gewaltsam wird und sogar Risiken für das eigene Leben in Kauf zu nehmen. Der Polizist der noch einen Zusatzjob annehmen muß, um eine Familie finanzieren zu können, ist ein Armutszeugnis für den Staat.
In aller Regel nagt man im mittleren Dienst in der Polizei nicht am Hungertuch und hat als Ergänzung noch etwaige Zulagen, allgemein wie situativ.

Ob das "genug" ist um seine Gesundheit zu riskieren, darüber kann man streiten. Ich mutmaße aber wegen ähnlicher Besoldung: Der finanzielle Vorteil je nach Erfahrungsstufe zwischen mD und gD aber auch nicht "krass", oft überschaubar oder moderat. Ich habe mit einer gD-Kollegin bei ähnlichen Erfahrungsstufen die Gehälter verglichen. Sie hatte, keine Ahnung, 150€ mehr. Maximal oder um den Dreh rum. Haben oder nicht haben, okay - aber auch kein "Riesensprung".

Ferner mutmaße ich, dass - sofern ohne Sonderkonstellation wie geschieden und/oder im überdurchschnittlich teuren Ballungsraum lebend - etwaige Partner in einer Familie von Polizisten in der Regel auch erwerbstätig sind und zum Haushalt beitragen. Im eigenen Arbeitsumfeld weiß ich gar nicht wie viele Kolleginnen etwa einen Polizisten als Partner haben. Aus deren Sicht gehen ja die (Ehe-)Partner folglich auch meist arbeiten; da müssten dann beide eigentlich aus finanzieller Not gar keinen Nebenjob annehmen, wenn sie zumindest grob ähnlich viel verdienen.

Man kann natürlich darüber sinnieren, ob jeweils mD oder gD-Gehalt mit Zulagen ausreicht um seinen Kopf bei der Polizei zu riskieren. Ist wohl ne subjektive Frage. Jene sind aber für mich nicht von Armut bedroht.





Mehr gen Thema argumentierend, denke ich aber, dass man auch bei relativer finanzieller Sicherheit nicht zwingend gesellschaftliche Missstände usw. tolerieren muss. Ich halte oft das Argument "das ist doch deren Job" hinfällig.

Ja, klar, wenn ich Arzt / Rettungssanitäter werden will muss Blut sehen können, als Dachdecker schwindelfrei sein, als Polizist muss ich Konflikte, rauen Ton und Körperliche Auseinandersetzung erwarten. Aber es gibt in jedem Beruf, Berufsbild, auch irgendwo eine Skala und widrige Verhältnisse.


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17.03.2021 um 13:55
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Sichere Distanz ist bei einem Messerstecher alles, was außerhalb von dessen Reichweite (mit Klinge) liegt, auch wenn es nur 10 Zentimeter mehr sind
Hm, welchen Abstand zwischen Messerjocke und Dir würdest Du denn noch als sicher einordnen? Kannst Du eine Zahl in Metern nennen?
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Ein Stock als Gegenwaffe hat den riesigen Vorteil, daß es keine Kollateralschäden gibt, denn mit einer Pistole kann man in der Hektik danebenschießen
Das stimmt. Aber die Handhabung muss 1a sitzen!


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

17.03.2021 um 14:40
Zitat von nairobinairobi schrieb:Das stimmt. Aber die Handhabung muss 1a sitzen!
Das gilt für jede Waffe. Da ich keinerlei Kampfsport beherrsche, würde ich zwischen einen Messerschwinger und meine Person so viel Distanz legen wie nur möglich. Bei jemandem der auf solche Fälle trainiert ist sieht das natürlich etwas anders aus. Vor allem wenn man von Berufs wegen Unschuldige beschützen muß. Ein Polizist oder Bodyguard macht sowas auch nicht gern, aber das ist Teil des Jobs.


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17.03.2021 um 14:58
Welch Klischee über Japan..

Gibt es da belastbare Berichte das die japanische Polizei sich auf "Nahkampf" spezialisiert hat?.

https://www.japantimes.co.jp/news/2020/12/19/national/police-officer-shoots-knife-wielding-man-niigata/


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

17.03.2021 um 14:59
Eine aggressive Person, die mit einem Messer bewaffnet ist, muss man grundsätzlich ebenso gefährlich ansehen als hätte sie eine Schusswaffe. Eine kürzere Distanz ist nämlich sehr schnell überbrückt, eine Reaktion kann dann vielleicht nicht mehr rechtzeitig erfolgen.


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17.03.2021 um 15:57
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Gibt es da belastbare Berichte das die japanische Polizei sich auf "Nahkampf" spezialisiert hat?.
Training in Judo und Kendo gehört in Japan mit zur normalen Ausbildung. Wikipedia: Metropolitan Police Academy (Tokyo) Seit ein Samurai und Polizeichef https://www.reddit.com/r/kendo/comments/ir31wh/why_do_the_japanese_police_train_kendo_how_do_you/ die Kunst des Kendo bei der Polizei eingeführt hat, als es mit Kendo für echte Kampfzwecke bergab ging, weil der ganze Stand der Samurai 1876 aufgrund eines Gesetzes als eigene Kaste aufgelöst wurde und das öffentliche Tragen von Schwertern und natürlich auch die Duelle verboten wurden (um das damals überhand nehmende Bandenunwesen mit bewaffneten Ronin, also Ex-Samurai, in den Griff zu bekommen).
Und wofür sollte man das brauchen, wenn nicht für den Nahkampf.


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17.03.2021 um 16:05
Ich sehe das nicht extra bei der japanischen Polizei..

Unbewaffnet schau ich nach UK, Irland und Norwegen.

Ich sehe auch keinen besonderen schlagstock

Dort im Vergleich zu den USA eher klein.


Ich sehe da also keine besondere Abweichung aber sehr restriktive Waffengesetzte


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17.03.2021 um 16:06
Zitat von nairobinairobi schrieb:Eine aggressive Person, die mit einem Messer bewaffnet ist, muss man grundsätzlich ebenso gefährlich ansehen als hätte sie eine Schusswaffe. Eine kürzere Distanz ist nämlich sehr schnell überbrückt, eine Reaktion kann dann vielleicht nicht mehr rechtzeitig erfolgen.
Genau. Wer sich mit so einem anlegen will, muß also sehr schnell und trainiert sein und genau wissen, wo er treffen muß, um den Gegner sofort außer Gefecht zu setzen. Zumal Messerstecher oft unter Drogen stehen, einen psychotischen Schub haben oder aus anderem Grund auf Verletzungen, die sie nicht sofort stoppen können (auch Schußverletzungen) vielleicht gar nicht reagieren.
Bei Schußwaffen hat man das Problem mit der Munition, ist sie "mannstoppend" (Geschosse die nach Aufschlag im Körper "aufpilzen" und wirklich mörderische Wunden reißen, Überlebenschance bei Rumpftreffer gering) oder eher von der durchschlagenden Sorte, die nach Treffer glatt durchgeht und weniger Schäden anrichtet, auf kurze Distanz einen Körper aber voll durchdringen kann und dann dahinterstehende Leute noch treffen. Solche Fälle gab es nämlich auch schon.


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