nairobi schrieb:Und diese Privatleute müssen noch nicht mal irgendwo hin gehen müssen. Ihr Eigentum (Häuser, Einrichtung, Inventar, Fahrzeuge, Gärten usw.) wird beschädigt/zerstört und vermüllt, was die Einsatzkräfte ja zu verhindern versuchen
Das ist leider so. Zu Weihnachten hat es unser Viertel (mehrere Häuser, darunter unser Wohnhaus) getroffen. Keine Angriffe gegen Leib und Leben von Anwohnern, weil sich, glücklicherweise, niemand dieser Gruppe von 35 (!) Männern (Fans eines namhaften bayerischen Fusballclubs) entgegengestellt hat.
Es gab
tolle rote Graffitis an sämtlichen Wänden der Häuser, teilweise inkl. der Haustüren. Sonderlich begeistert waren die Herren vom Eintreffen der Polizei nicht.
Hier der Bericht:
Original anzeigen (0,5 MB) https://www.polizei.bayern.de/aktuelles/pressemitteilungen/096055/index.html—
Als ich noch Krankenschwester war, gab es öfters mal Angriffe gegen uns. Sogar auf den “normalen” Stationen, in die sich Besucher oder neu angekommene Notfallpatienten (gerne mal mit drei Wochen Rücken oder Halsschmerzen) ‘verirrt’ hatten.
Gerade während der Wiesnzeit war es für uns immer besonders gefährlich und wir sind oft im Nachtdienst (da waren wir alleine, teilweise mit 40/50 Patienten) mit Stecken der Physiotherapie dagesessen, um uns (und die Patienten) wenigstens ein wenig verteidigen zu können. Wobei vom Security-Menschen, den das Krankenhaus zum Oktobers organisiert hatte, auch schon eine Grundgefahr ausging, so aggressiv (und meist blau), wie er jedes Jahr war.
Mir ist es schleierhaft, wie man Menschen, die anderen helfen/deren Leben retten bzw. diese schützen sollen angreift, diese verletzt oder deren Arbeitswerkzeug, wie eben auch Einsatzwägen, beschädigt/unnutzbar macht.
Und das oft aus den banalsten Gründen, weil der Sanka halt mal eine Straße blockiert, man jetzt aber in die Arbeit möchte usw.
Gerade bei Sanis spielen die Angreifer/Beschädiger mit dem Leben und der Gesundheit anderer.
Oder wie ein Angehöriger eines Patienten der mich mit seinen Krücken verprügeln wollte, weil ich ihm keinen Kaffee kochen wollte (dafür haben wir eine Cafeteria). Der hatte aber vorab schon Aggressionen gegen uns und fand Pflegekräfte, die (O-Ton) eh nur in Scheisse wühlen, abstoßend und weit unter seiner Würde (aber einen Kaffee wollte er schon…).
Was vielleicht auch immer untergeht: diese Aggressionen fangen ja schon im Kleinen an, bspw. mit Beleidigungen, zynischen Bemerkungen, hier mal einen kleinen, kaum zu bemerkenden Schubser (für den man sich dann natürlich gleich entschuldigt) usw.
Nachdem diese halt im Alltag untergehen, weil die halt ständig geschehen, wird das auch nicht weiter beleuchtet.
Und wenn man mit so “Kleinigkeiten” schon durchkommt, dann ist die Motivation für Größeres schnell gegeben.