Nyx_07 schrieb:Die Anforderungen sind hier aber auch extrem höher als vor 20 Jahren. Meine Kids haben erst gemacht und auch beim ersten Mal bestanden aber die mussten wirklich lernen.
Ich habe den Testbogen Nr. 181 auf fahrschule.de ausgefüllt und auch nicht bestanden
:( Welche Fahrerlaubnis man zum Abschleppen eines defekten Fahrzeugs benötigt, habe ich z.B. falsch ausgefüllt, und fälschlicherweise gedacht, dass man auf Kraftfahrstraßen schneller fahren darf, als das eigene Abblendlicht reicht - auf Autobahnen ist das nämlich so, wenn fremdes Licht den Verlauf der Fahrbahn erkennen lässt.
Bei einem der Videos habe ich einen Radfahrer nicht wahrgenommen- das wäre mir im RL nicht passiert.
Ich vermute aber, dass es bei Fahrschülern auch am sinnentnehmenden Lesen der Fragen hapert.
Die Anforderungen sind aber schon hoch - auf einem der Videos überfahrt ein nachfolgendes Motorrad verkehrswidrig die schraffierte Fläche der Linksabbiegerspur - was man natürlich nur im Rückspiegel des Filmautos sieht. Man muss langsamer fahren und darf nicht nach links wechseln, also auf Fehlverhalten anderer richtig reagieren.
Insgesamt folgt die Fahrschulausbildung aber dem gleichen gefährlichen Trend wie die Mathematikdidaktik, die zur Abschaffung der schriftlichen Division führt.
Man lädt die Didaktik mit der Maximalvorstellung eines ständig optimal mitdenkenden, problemlösenden und reflektierenden Menschen auf und vernachlässigt gleichzeitig sicher erlernbares, abrufbares Grundwissen, das grundsätzlich jedem zugänglich ist.Dieses Art der Didaktik vernachlässigt praktische Anwendbarkeit aus ideologischen Motiven. Nicht umsonst hat pädagogische Ausbildung in der Vergangenheit immer einen engen Praxisbezug gehabt, und konnte so einseitige intellektuelle Entwürfe aus dem Elfenbeinturm durch Praxiserfahrung entschärfen.
Der Führerschein, die Jägerprüfung - all das sollte eigentlich nur Grundwissen abprüfen, das in der Praxis weiterentwickelt und vertieft wird.
In der Grundschule müssen mMn Rechenwege und -methoden gelehrt werden, die allen Kindern zugänglich sind.
Dafür fehlt Politikern und Ministerialbeamten heute schlicht und einfach der eigene Praxisbezug. Sie leben ihre Maximalvorstellung aus.