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Postmortem Fotografie

6.902 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Trauer, Memento Mori, Bilder Von Toten ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Postmortem Fotografie

13.01.2021 um 19:04
Zitat von cute_Lenorecute_Lenore schrieb:wahrscheinlich gehobenen Standes.
Oder in der Öffentlichkeit tätig. Das sieht ja wie eine Aufbahrung für ein größeres Publikum aus.


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13.01.2021 um 21:15
auch das wäre ein schlüssige Erklärung.


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14.01.2021 um 10:12
Beim Mann links und bei der Frau rechts hinten ist der Spiegel zu sehen. Zwar etwas zugehängt trotzdem ist ein Treppenhaus zu erkennen. (Geländer). Wenn ich es richtig erkenne, auch mit schwarzer Girlande umwickelt.
Das Treppenhaus erklärt wie das Foto "von oben" gemacht werden konnte.
Die Bilder sind hoch interessant. Bei der Frau auch ein Kranz (im Vordergrund, Palme) in Herzform.
Ja seltsam, dass bei dem Mann gar kein Blumenschmuck zu sehen ist.

@off-peak
Ich denke öffentliche Aufbahrungen fanden dann eher in diesen öffentlichen Gebäuden statt. Oder im Freien.

Das hier sieht aus wie ein hoch herrschaftliches Haus und es könnte sich hier um den Tanzsaal handeln. Sitzmöglichkeiten am Rand.
Evtl. sollten hier die Angestellten / Bediensteten die Möglichkeit bekommen hier Abschied zu nehmen.


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14.01.2021 um 14:53
@cute_Lenore : mittlerweile weiß ich das das besagte fotografierte Kleinkind das Erstgeborene
der Urgroßeltern war und der Unfalltod durch einen Sturz vom Heuboden erfolgte .
Es muss trotz- der um 1900 noch hohen Kindersterblichkeit- eine Tragödie gewesen sein, die
Mutter des Kleinen stand kurz vor der Geburt des dritten Kindes und machte sich große Vor-
würfe.......


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14.01.2021 um 15:07
Das aufgebahrte (Ehe?) Paar aus Norwegen scheint wirklich von sehr gehobenem Stand
und daher sehr aufwendig fotografiert worden zu sein. Evtl. aus einer Adelsfamilie ? Es wirkt
etwas "schlossähnlich" was die Räume angeht, jedenfalls überaus großzügig und nobel.
Kaum vergleichbar mit den Wohnungen der normalen Bevölkerung damals.
Schade, dass wie oftmals keine näheren Infos mehr vorhanden sind.....


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14.01.2021 um 15:17
Zitat von musikengelmusikengel schrieb:Ich denke öffentliche Aufbahrungen fanden dann eher in diesen öffentlichen Gebäuden statt.
Es könnte eines sein.


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14.01.2021 um 16:01
@sommernacht88
manche Information bekommt man im Nachgang, oft auch über andere Plattformen, in denen
das gleiche Bild auftaucht.
Wer z.b ernsthaft, zu Ahnenforschungszwecken o.ä. die Identität einer verstorbenen Person herausbekommen möchte,
könnte durch die Veröffentlichung des Totenportraits in einschlägigen Foren auch sehr hilfreiche Informationen erhalten.

Villen oder Gutshäuser Reiche und Adliger Familien hatten zumeist einen Saal in dem Empfänge, Bälle oder eben auch die Aufbahrung
verstorbener Familienmitglieder stattfanden.
Oft hatten Schlösser oder größere Gutshäuser ja auch einen kleinen Familienfriedhof oder die Familiengruft auf dem Anwesen.


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18.01.2021 um 00:01
Interessant finde ich, dass die Spiegel in den Bildern, die ich bisher gesehen habe, nicht zugedeckt waren. In Filmen, die in der Zeit (ca. 1850-1910) spielen, wird oft gezeigt, dass alle Spiegel im Sterbehaus zugehangen werden.

Vielleicht findet sich irgendwo noch mehr Info zu den beiden Fotos aus dem Saal.

Hier mal ein Foto, dass ein damals einflussreicher deutscher Fotograf von seiner Ehefrau gemacht hat. August Sander fotografierte 1911 seine Frau Anna mit den Zwillingen Sigrid und Helmut. Helmut starb kurz nach der Geburt.

Der Titel des Bildes: Meine Frau in Freud und Leid

III.14.16Original anzeigen (0,3 MB)

Quellen:
Foto
Artikel


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18.01.2021 um 11:57
@Mazehare
sehr interessantes Foto.
Welches Kind verstarb, weis man das ? links oder rechts ?

hier etwas Interessantes zum Thema Spiegel verhängen.

https://bestatterweblog.de/warum-werden-die-spiegel-verhaengt-wenn-jemand-stirbt/


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Postmortem Fotografie

18.01.2021 um 13:21
Zitat von musikengelmusikengel schrieb:Welches Kind verstarb, weis man das ? links oder rechts ?
Ich denke, dass rechte. Ich habe auch kurz überlegt, aber das linke sieht mit dem geschlossenen Mund eher aus, als würde es schlafen.


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18.01.2021 um 14:43
Was für ein bewegendes Foto !

Man merkt der Mutter den Schmerz an, nur einen lebenden Zwilling im Arm zu halten -
wie schlimm muss sich das angefühlt haben ........
Das Baby im rechten Arm scheint der verstorbene Junge gewesen zu sein; es wirkt nicht
gesund, das andere dagegen "propper".
Ich bin ein Fan von August Sander seit ich ca. 12 Jahre alt war. Er war einer der größten
deutschen Fotografen und prägend in seiner Epoche.


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Postmortem Fotografie

18.01.2021 um 16:33
Zitat von sommernacht88sommernacht88 schrieb:Man merkt der Mutter den Schmerz an, nur einen lebenden Zwilling im Arm zu halten -
Ja, das stimmt. Zerrissen von Liebe und Trauer gleichzeitig. Man sagt immer, die Kindessterblichkeit war früher viel höher. Die Menschen waren es gewohnt, dass nicht jedes Kind groß werden durfte. Aber dieses Bild zeigt, dass es trotzdem schlimm war, ein Kind zu beerdigen und das es nichts ist, woran man sich gewöhnt.


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19.01.2021 um 04:17
Das Besondere an diesem Foto ist nicht nur, dass der Fotograf für seine Portraitaufnahmen bekannt war, sondern dass er gleichzeitig der Ehemann der Frau und Vater der Kinder war. Sie sieht ihren Mann durch die Kamera an, rechts und links jeweils eines ihrer gemeinsamen Kinder im Arm, das Mädchen (von uns aus gesehen links) lebt, der Junge (rechts) zeigt bereits Anzeichen des Todes (halbgeschlossene, eingefallene Augen, offener Mund durch erschlaffte Muskulatur). Ich habe schon einige solcher Fotos gesehen, die Mütter mit Kindern nach Mehrlingsgeburten zeigen, bei denen nicht alle Kinder überlebt haben, aber dieses ist anders. Anna Sanders ist sehr präsent, sie wirkt erschöpft, auch emotional, trotzdem hat sie sich hübsch zurechtgemacht. Beide Kinder tragen dasselbe weiße "Kleidchen" und liegen in derselben Art und Weise dort, wie Spiegelbilder. Nur bei genauer Betrachtung und durch den Titel ahnt man, was man da eigentlich sieht. Leben und Tod, Anfang und Ende, Hoffnung und Verzweiflung, Zukunft und Vergangenheit, und natürlich "Freud und Leid", symbolisiert durch Zwillinge, zum Ausdruck gebracht im Gesicht der Mutter, durch das Werk des Vaters, durch dessen Augen wir seine Frau mit den Kindern betrachten. Das ist fast wie ein Gedicht in einem einzigen Foto. Auch interessant, dass hier die anderen Kinder des Paares nicht mit dabei waren und auch der Vater blieb hinter der Kamera. Das stellt, wie der Titel auch, aus meiner Sicht sehr eindrucksvoll dar, dass niemand nachempfinden kann, was es für eine Mutter bedeutet, wenn ein Zwilling stirbt. Es ist ihre Freude und ihr Leid, und sie bleibt damit alleine, auch wenn sie eine Familie und Freunde hat. Das Foto hat eine starke Aussagekraft, die andauert, weil diese Gefühle auch von uns "gelesen" werden können. Es ist gleichzeitig Zeitzeuge und aktuell, privat und allgemeingültig. Und ein gutes Beispiel für ein "Memento mori", da es einem die eigene Sterblichkeit bewusst macht.
Zitat von musikengelmusikengel schrieb:hier etwas Interessantes zum Thema Spiegel verhängen.
Vielen Dank!


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19.01.2021 um 09:19
@Mazehare
es sieht so aus, wie wenn das rechte Kind schon - oder gerade erst - verstorben ist.
Und es sieht so aus, wie wenn die beiden Taufkleidchen anhätten.

Als ich geboren wurde, galt der Aberglaube, das Baby darf nicht auf die Straße, bis es nicht getauft wurde.
Was für ein Stress für meine junge Mutter (22 J.) und das beim ersten Kind. Da musste ja viel für die Verwandtschaft organisiert werden, Kuchen backen usw.
Ich war 5 Tage alt als ich getauft wurde.
Erst danach kam sie dann etwas zur Ruhe.

Vielleicht war das Kind herzkrank.

nur mal so Gedanken.


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Postmortem Fotografie

19.01.2021 um 09:26
@Mazehare

Du hast das wunderschön zusammengefasst und interpretiert. Das macht es noch "greifbarer".
Ich bin keine "Kunstkennerin", aber ich bin Mama. Und was dieses Foto ausstrahlt und aussagt. Nun... es ist... atemberaubend. Ja, dieses Wort würde ich dafür wählen. So traurig es ist, es ist ein wundervolles Bild. Man sieht nicht nur die Menschen, man bekommt eine Ahnung von den Emotionen die sich darin verbergen.


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19.01.2021 um 12:02
Zitat von musikengelmusikengel schrieb:Als ich geboren wurde, galt der Aberglaube, das Baby darf nicht auf die Straße, bis es nicht getauft wurde.
Was für ein Stress für meine junge Mutter (22 J.) und das beim ersten Kind. Da musste ja viel für die Verwandtschaft organisiert werden, Kuchen backen usw.
Ich war 5 Tage alt als ich getauft wurde.
Ernsthaft? O.o
Meine Mutter wurde auch mit 5 Tagen getauft, allerdings war das eine Nottaufe, da man nicht glaubte, dass sie die folgenden Tage überleben würde (ich bin wohl der Gegenbeweis :D ). Normal war das taufen in unserer Region ab etwa 3 Monaten.


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19.01.2021 um 12:09
Zitat von MazehareMazehare schrieb:dass niemand nachempfinden kann, was es für eine Mutter bedeutet, wenn ein Zwilling stirbt. Es ist ihre Freude und ihr Leid, und sie bleibt damit alleine, auch wenn sie eine Familie und Freunde hat
Dein Post ist wirklich toll. Er sagt alles aus, was dieses Bild spiegelt. Ein Kind zu verlieren ist furchtbar. Aber ein Kind zu verlieren und ein weiteres im Arm halten zu dürfen muss schrecklich sein. Liebe und Leid sind da einfach nicht trennbar. Man muss stark sein, für das Neugeborene und gleichzeitig braucht es Raum zum trauern. Jeder Blick auf das lebende Kind ist auch gleichzeitig ein Blick auf das verlorene Kind.


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Postmortem Fotografie

19.01.2021 um 13:30
Ein älterer Sohn, Erich Sander (geb. 1903), wurde 1934 von den Nationalsozialisten festgenommen, gefoltert und wegen "Hochverrat" angeklagt. Er überlebte seine zehnjährige Gefängnisstrafe nicht und starb 1944 (ein halbes Jahr vor Ende der Strafe). Er hatte sich politisch gegen die Nationalsozialisten engagiert. Als Fotograf dokumentierte er das Leben im Gefängnis und schuf, wie sein Vater, wichtige Zeitdokumente deutscher Geschichte. Hier ist er mit seinem Vater zu sehen (Erich erkrankte als Kind schwer an Polio).

464.605.AS web
Quelle: Galerie Julian Sander

Ich habe gelesen, dass August seinen toten Sohn Erich noch fotografiert hat, konnte aber nicht mehr darüber finden, lediglich ein Foto von Erichs Totenmaske tauchte bei der Suche auf:


41224
Quelle: https://photography-now.com/images/Bilder/gross/41224.jpg


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19.01.2021 um 14:53
@Mazehare : danke für diesen Beitrag und die Fotos !

Obwohl August Sander mir ein Begriff ist seit ich mit ca. 12 Jahren einen Bildband von ihm in die
Hände bekam, bei meiner Großtante glaube ich, sind mir die Informationen über seinen Sohn
Erich ganz neu. Mein Gott, was für Schicksale !


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19.01.2021 um 15:12
Zitat von sommernacht88sommernacht88 schrieb:Mein Gott, was für Schicksale !
Ja, was sich so alles hinter Fotos verbergen kann! August Sander hat damals ja auch Menschen fotografiert, die entweder Deutschland verlassen mussten oder die, wenn sie blieben, kurze Zeit später in Viehwaggons verladen wurden. Er hat das Ende der kurzen Freiheit in Europa dokumentiert, viele Künstler ließen sich von ihm ablichten, aber er interessierte sich auch für die Menschen abseits vom mondänen Charme der "Bourgeoisie". Empfehlenswerte Werke.


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