Heute vor genau 40 Jahren verstarb einer der großartigsten Rockmusiker aller Zeiten – Phil Lynott, der charismatische Frontmann von Thin Lizzy.
Mit ca.12 Jahren hörte ich zum ersten Mal Musik von dieser Band und war von Anfang an fasziniert
Ein paar Monate später spielte dann Thin Lizzy in einer Nachbarortschaft – in der zur damaligen Zeit einzigen Konzerthalle die es hier weit und breit gab. Insidern sei gesagt es handelte sich um die Hemmerleinhalle in Nk. a. Brand. Thin Lizzy war damals auf ihrer „Live and Dangerous“ World Tour.
Schon im Vorfeld des Konzerts hingen überall in der Stadt die Plakate an den damals noch meist aus Holz gefertigten Bauzäunen und Plakatwänden und mein Wunsch das Konzert zu besuchen wuchs ins unermessliche. Leider war ich damals erst 11 oder 12 Jahre alt – und meine Eltern verboten es mir, meinen älteren Bruder zu dieser Veranstaltung zu begleiten.
Logischerweise war ich mehr als wütend auf meine Eltern, im Nachhinein jedoch war ich Papa und Mum dankbar: Als mein Bruder nachts von Konzert nach Hause kam hörte er so gut wie nichts mehr.
Das mag zum einen an der grottenschlechten Akustik der H-Halle selbst gelegen haben, aber zum Großteil lag es wohl daran das die Lizzys damals schon mit einer immensen Lautstärke spielten.
Der Wunsch Thin Lizzy einmal im Leben Live zu sehen, begleitete mich bis zum 4.September 1983 – dann ging er in Erfüllung, und zwar auf den Zeppelinfeld in Nürnberg, dort trat Thin Lizzy im Rahmen ihrer Abschiedstour bei Monsters of Rock auf.
Original anzeigen (1,8 MB)Leicht war es nicht sich zwischen 25.000 anderen Heavy Metal-Fans einen Stehplatz möglichst nahe an der Bühne zu erkämpfen, aber ich schaffte es schließlich.
Da stand Phil Lynott dann breitbeinig auf der Bühne, und zeigte zusammen mit seinem Bandmitgliedern das Heavy-Rock auch rhythmisch kraftvoll und gleichzeitig melodisch klingen kann, die „irische Dampfmaschine der Rockmusik“ zeigte noch einmal, dass noch mehr als genug „Druck auf dem Kessel“ war, um alle Fans mitzureißen, in ihren Bann zu ziehen.
Auch wenn Lynott die „alten Anmachspiele des Heavy Metal“ wiederkäute, machten alle mit, zollten so dieser einzigartigen Band auf ihrem letzten Konzert noch einmal den gehörigen Respekt.
Thin Lizzy als Band, Phil Lynott als charismatischer Sänger prägten mein Leben mehr als manche andere Band, wohl wissend das der Lebensstil von Lynott nicht zwingend als erstrebenswert anzusehen war.
Ich hoffe mit dieser kleinen Geschichte die Erinnerung aufrecht erhalten zu können, die Erinnerung an eine Band, welche die Fahne der Rockmusik noch hochhielt, während andere Gruppen längst dem Mainstream folgten. Beenden möchte ich mein Statement mit einem Zitat seiner Mutter, Philomena Lynott: Liebt ihn für seine Musik, aber nicht dafür, wie er gelebt hat.“
