redsherlock schrieb:Noch mal der dringende Hinweis, sich das Video zu John Thompson in der Reihe "Death Row Stories" anzusehen. Da kannst du mal sehen, welche kriminelle Energie karrieresüchtige Staatsanwälte haben können. Eigentlich hätte der Staatsanwalt auf den Stuhl gehört. (Aber nein, ich bin ja gegen Todesstrafe.) Und solche Methoden sind in den USA keine Seltenheit. Die Methode des Jailhouse Informanten ("Snitch") findest du fast in jedem "zweifelhaften" Fall, der einem so bei Recherchen begegnet. Unterschlagung von Beweismitteln: ebenso. Selbst wenn das rauskommt hat der Staatsanwalt nichts zu befürchten. Die Juroren werden wissentlich betrogen. Und du kannst weiter träumen von einem rechtsstaatlichen Prozess.
Das verhält sich doch ähnlich wie mit Bewertungen in Foren .. Geh mal in einem Urlaubs Forum wo über Airlines diskutiert wird. Da findest du fast ausschließlich negative Bewertungen.
Warum? Weil zufriedene Kunden meistens nicht den Drang verspüren, ihr positives Erlebnis zu bewerten. Unzufriedene Kunden tun dies aber inflationär weil sie frustriert über das erlebte sind.
Du führst Fälle wie John Thompson auf, welche ein Skandal sind und das kann man nicht von der Hand weisen.
Aber wie viel % der Fälle macht dies in der Gesamtschau aus?
Es wird hunderttausende Fälle geben, bei denen es eben nicht lief wie bei John Thompson. Dies begegnest du aber nicht auf Recherchen, weil es keine Schlagzeile wert ist.
Ich finde die Argumentation auch etwas dürftig.
Als ich mal Fehlverhalten von Wärtern ansprach, welche Häftlinge misshandeln wurde sowas gesagt wie "Das ist nicht der Staat, das sind die Menschen dahinter und diese müssen dann strafrechtlich verfolgt werden".
Wann ist denn der Staat schuld und wann der ausführende Mensch?
Wir brauche nuns nicht darüber zu unterhalten, dass das US Justizsystem nicht perfekt ist und dass auch mal Staatsanwälte und Polizisten korrupt sind bzw. Beweise unterschlagen oder verfälschen.
Wenn ein Häftling von einer Jury und dem Richter zum Tode verurteilt wird, der Govaneur ihn nicht begnadigt und die ausführende Stelle den Straftäter hinrichtet dann ist dies trotzdem nicht die Schuld des Staates.
Warum? Weil Jury und Richter aufgrund der Indizien, der Beweise und dem Prozess zur Erkenntnis gekommen ist, dass er schuldig ist. Oder willst du suggerieren, dass die Jury ihn verurteilt obwohl sie wissen, dass alles getürkt ist?
Das macht Niemand ..
Wenn du auf der Straße eine Schlägerei siehst und beobachtest wie einer den Kampf dominiert, du das Opfer rettest welcher dann erfolgreich flüchtet dann bist du ja auch nicht schuldig oder Mittäter wenn die andere Person dir dann sagt, dass er von dem vermeintlichen Opfer ausgeraubt wurde und ihn aufhalten wollte.
Macht es dein Eingreifen dann kritikwürdig? Nein weil du gehandelt hast weil du dachtest, da wird jemand unschuldiges zusammengeschlagen.
Nicht der Staat ist für den Tot verantwortlich sondern der Staatsanwalt und weitere Beteiligte die wissentlich den Prozess manipuliert haben und diese sind Hart zu bestrafen.
Dass dies nicht passierte im Fall Thompson, ist eine Schande und sollte aufgearbeitet werden.
Aber: Das macht den Staat nicht für den "Mord" des Häftling verantwortlich .. (Mord ist es schon mal gar nicht, weil kein Mordmerkmal vorhanden ist auch wenn
@Stirnsänger wahrscheinlich wegen dem Vorsatz trotzdem einen Mord sieht)
Mein Argument, dass in der Haft aufgrund des mangelhaften Sicherheitskonzept Häftlinge vergewaltigt werden und der Staat dies indirekt legitimiert wurde auch abgeschmettert.
Deswegen finde ich es immer bisschen erstaunlich, dass manche Menschen argumentieren der Staat legitimiert die Tötung von unschuldigen aber wenn aufgrund mangelhafter Umstände Häftlinge vergewaltigt werden, dann ist das keine indirekte staatliche legitimation.
Wer behauptet, dass die USA kein Rechtsstaat ist, der lebt in einer anderen Welt.
Wie
@ElvisP bereits anmerkte, niemand bestreitet die Justizskandale in den Staaten.
Aber lasst uns doch bitte nicht so tun als wäre das so üblich ..