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Todesstrafe

26.017 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: USA, Deutschland, Menschenrechte ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Todesstrafe

05.10.2026 um 15:43
Und ich hab dir Fälle genannt bei denen geistige Behinderte eben nicht umgebracht wurden .. @Cachalot


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05.10.2026 um 15:44
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Und ich hab dir Fälle genannt bei denen geistige Behinderte eben nicht umgebracht wurden
Andersherum. Akzeptierst du dass in den USA geistig Behinderte zum Tode verurteilt und umgebracht wurden?


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05.10.2026 um 15:45
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Und ich hab dir Fälle genannt bei denen geistige Behinderte eben nicht umgebracht wurden ..
Das ist halt trotzdem Lichtjahre entfernt von "Das würden die USA nicht tun."


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05.10.2026 um 15:54
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Das Opfer von CP kann nichts für die komplikationshafte Hinrichtung, das Opfer ist trotzdem tot und das Leid welche sie erlebt hat bis sie gestorben hat kann auch Niemand ungeschehen machen.
Eine Hinrichtung kann das aber auch nicht ungeschehen machen!
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Ich halte das Erschießungskommando oder aber eine Weiterentwicklung mit vorheriger MRT Vermessung des Kopfes und ein KI gestütztes System für die Exekution am sinnvollsten.
Vermessung des Kopfes? Es wird doch ins Herz geschossen. Obwohl ich zustimmen muss, dass es ins Gehirn effektiver wäre (schnellere Bewusstlosigkeit!), aber die Sauerei wäre sicher noch größer, und das ist wieder nicht gewünscht. Sage das nicht ohne Zynismus.


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05.10.2026 um 16:00
Zitat von CachalotCachalot schrieb:Andersherum. Akzeptierst du dass in den USA geistig Behinderte zum Tode verurteilt und umgebracht wurden?
Bestreitet keiner.
Trotzdem kann man es bei CP nicht hervorsehen weil die USA eben nicht konsequent alle hingerichtet hat.
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Eine Hinrichtung kann das aber auch nicht ungeschehen machen!
Muss es auch nicht.
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Vermessung des Kopfes?
Ja, Vermessung des Kopfes.
Wobei es theoretisch bzgl. des Herz auch möglich wäre.

Ist gängige Praxis in der Medizin das Herz zu Vermessen.
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:und das ist wieder nicht gewünscht
Ich kann mir vorstellen dass die USA sich künftig etwas intensiver mit alternativen Exekutionsarten auseinandersetzen wird.


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05.10.2026 um 16:33
Man schaue sich auch mal den Fall an, 2014 in Arizona:
Joseph Rudolph Wood III was an American convicted murderer executed on July 23, 2014, at Florence State Prison in Arizona, with a two-hour lethal injection procedure that was described as "botched".[3] Wood gasped and snorted for an hour and fifty-seven minutes after the drugs were injected, and the entire procedure took almost two hours; experts said the execution should have taken about ten minutes.
The execution began at 1:52 p.m. MST and ended at 3:49 p.m. when Wood was pronounced dead. It involved injecting Wood with the drug cocktail of midazolam, a sedative, and hydromorphone, a semi-synthetic opioid,[11] each at a dose such that a single application of both drugs was supposed to be sufficient to kill him. Wood had to be dosed 15 times,[12] during which he gasped and snorted for well over one hour,[13] a media witness comparing Wood's breathing to a "fish gulping for air".[14] One Associated Press reporter said Wood gasped more than 600 times.
Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft dazu:
Stephanie Grisham, then a spokeswoman for the Arizona attorney general's office, who was also a witness, said: "There was no gasping of air. There was snoring. He just [lay] there. It was quite peaceful."
Und den Opferangehörigen war es offenbar nicht grausam genug:
After the execution, victim Debra Dietz's sister told the Associated Press: "What I saw today with him being executed, it is nothing compared to what happened on August 7, 1989,"
In einer Videodoku (weiss jetzt nicht, ob aus der Death Row Stories oder einer anderen), hatte ein männlicher Angehöriger (der Sohn?) noch drastischere Worte in Richtung von Kritikern des Ablaufs gefunden.

Quelle: Wikipedia: Execution of Joseph Wood


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05.10.2026 um 16:34
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Bestreitet keiner.
Trotzdem kann man es bei CP nicht hervorsehen weil die USA eben nicht konsequent alle hingerichtet hat.
Da stimme ich dir zu. Sie sind diesbezüglich konsequent inkonsequent.


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05.10.2026 um 16:51
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb am 23.09.2026:Und was die öffentliche Wahrnehmung betrifft? Das können wir ja alle life immer wieder wunderbar nachverfolgen. Der Focus liegt am Ende eher selten beim Leid der Opfer oder Opferangehörigen. Öffentlich dreht sich am Ende fast alles immer um den die Täter. Dessen Befindlichkeiten, dessen Rechte. Opferangehörige erscheinen maximal auf der Nebenkläger Bank. Die müssen ggf in Zivil Prozessen in zähe mühsame Auseinandersetzungen gehen.
Das stimmt leider.

Ich finde, da müsste schon etwas geändert werden. Auch, um es den Opfern von Straftaten leichter zu machen, im Prozess auszusagen, der sich ja unter Umständen auch länger hinziehen kann.


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05.10.2026 um 17:20
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Ist gängige Praxis in der Medizin das Herz zu Vermessen.
Ich lag schon mehrmals im KH und geh mind. 2× im Jahr zum Hausarzt. Mein Herz wurde noch nie vermessen.


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05.10.2026 um 17:28
@SomertonMan
Würde vermuten dass es doch vermessen wurde und du dir dessen nicht bewusst bist.

Durch meine Herzerkrankung weiß ich, was medizinisch alles so möglich ist.


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05.10.2026 um 17:43
Zitat von Jules20Jules20 schrieb:Ich finde, da müsste schon etwas geändert werden. Auch, um es den Opfern von Straftaten leichter zu machen, im Prozess auszusagen, der sich ja unter Umständen auch länger hinziehen kann.
Das gibt es doch alles schon lange. Nirgendwo sind die Rechte der Opfer so groß wie in den USA. Und ich finde, in einer zweifelhaften Form. Psychologische Unterstützungen wären sicherlich besser.


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05.10.2026 um 17:48
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Würde vermuten dass es doch vermessen wurde und du dir dessen nicht bewusst bist.
Hab Donnerstag eh einen HA-Termin. Werd ihn mal fragen. So redselig wie er ist, wird er mir sicher dann erstmal nen Vortrag über das Thema halten. 😄


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05.10.2026 um 18:45
@Jules20
Über Dinge wie Mitspracherecht im Prozess? Besser gar nicht anfangen, mit solchen Gedanken. Weil in den Jurys nicht umsonst handverlesene, sozusagen neutrale Personen sitzen. Unbeeinflusst ( hoffentlich) von Verwandtschaftsverhältnissen, Abhängigkeiten usw.? Ein Richter hat es mal super beim Sentencing ausgedrückt in Richtung Täterangehörige und Opferangehörige. „ es hat einen guten Grund, dass niemand von ihnen als Juror geeignet wäre“. In den Gerichtsverfahren kommen ja immer Angehörige beider Seiten (vor dem Urteil) zu Wort. Die einen fordern volle Härte d Gesetzes, die anderen flehen um Gnade für den Täter. Das sind keine gute Voraussetzungen, für eine neutrale Bewertung nur nach Fakten. Sobald persönliche Emotionen dabei sind, wird’s schwierig, mit nach bestem Wissen und Gewissen, anhand der Fakten gem.d Gesetz.
Deshalb denke ich erst gar nicht über so etwas nach.
Opferangehörige können ja zb Interviews u Statements geben. Manchmal sogar vor Kameras im Gericht in ihren impact Statements. Sie haben eine Stimme. Nur am Ende entscheidet der Richter und der sollte sich hüten zu sagen, aufgrund der Wünsche der Opferangehörigen ergeht folgendes Urteil…
Es soll Länder geben, wo Opferangehörige die Strafe mit festlegen und am Ende sogar mal den Stock oder die Peitsche selbst schwingen dürfen… da will wohl keiner mehr… zurück in die Steinzeit.

@redsherlock
Trotzdem nochmal an dieser Stelle zum Thema Trauer und Bewältigung. Ich denke es ist nicht an Außenstehenden, zu sagen, welche adäquaten Formen der Trauerbewältigung es zu geben hat. Jeder verarbeitet, Verlust und Traumata individuell. Nicht zu vergessen, die Opferfamilie saß im Prozess und durfte sich da en Detail mitanhören, wie der bestialische Mord minutiös und graphisch dokumentiert vor sich ging. Und wenn diese Mutter oder die Angehörigen das so vom Prozess mitgenommen haben, dann wurde es konserviert und bei manchen geht es eben nicht mehr weg, das Kopfkino. Und Rachegefühle und Hass auf die Täterin, lassen sich nicht einfach mal so abschalten, oftmals hilft weder Selbsthilfegruppe oder Psychologe.
Menschen fragen nach dem warum und diese Lücke im Leben schließt sich nicht für jeden, nach Protokoll. Es ist doch eine Wunschvorstellung, dass es bei jedem irgendwann aufhört, oder schwächer wird. Spätestens, wenn Frau Pike in den letzten 30 Jahren mal wieder medial Thema war, Opferangehörige wieder und immer wieder nach Tennessee müssen, um zu hören, welche juristischen Schritte gerade von Frau Pike begangen wurden. Das zermürbt und es nagt, weil die Wut hochkocht, wieso diese Frau/Tochter noch nicht exekutiert wurde, sondern Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit und sogar Emphatie bekommt und ihr Kind liegt six Feed under ( bzw in der Urne auf dem Sideboard) und kein Peace oder closing in Sicht. Ich habe mal irgendwo gelesen von einem trauernden Vater, er sitzt gefangen in einer Höhle und nichts hilft mehr und er hat Angst zu sterben, bevor sein totes Kind Gerechtigkeit erfährt. Und für manche Opferangehörigen ist es nun mal ein closing, wenn diejenige Person, die den ganzen Schmerz und ein Leben in der Wartehalle verursacht hat, hingerichtet wird.
Und wenn sie ihr den Tod wünschen? So sieht es das Urteil vor, das wurde ihnen zumindest beim Sentencing suggeriert oder versprochen ( im philosophischen Sinn)
30 Jahre Wartehalle ist uG für Frau Pike ebensolche Hölle wie für die Opferangehörigen gewesen.
Ich könnte Dir hier sicher ohne Mühe ein paar Opferangehörige ( aus diversen bekannten) Fällen nennen, nicht nur Mordopfer, auch zb Terroranschläge, Große, von Menschenhand verursachte Katastrophen. Da hast Du immer Trauer und Verzweiflung in allen erdenklichen Varianten.
Und als Ergänzung, wenn man die US Kommentare in Chats oder Kommentarspalten, auf den diversen Plattformen wie YT u Medien nur ansatzweise u kurz überfliegt. Glaub nicht, dass May Martínez oder Angehörige nun die einzige wären, die so denkt oder kommentiert. Sogar jetzt noch, nach diesem Pfusch Armageddon, die Menschen teilen sich in emphatisch, und hater. Das ist immer auch ein Abbild der Spaltung, der Gesellschaft. Mit der Todestrafe fängt es an, pro oder contra. Und mal am Rande, wer garantiert mir oder Dir, dass Du oder ich , gaaaanz anders wären, wenn wir eines Tages zu Opferangehörigen würden, einer bestialischen Tat am Kind. Ich würde da für mich niemals die Hand ins Feuer legen, dass ich so großherzig wäre, dem Täter zu verzeihen. Und keine Ahnung, ob man jemals aus dem hole herausfindet.
Und anderen den Tod zu wünschen? Man wird es erfahren, wenn man jemals wirklich die Perspektive wechseln müsste. Gottseidank wird die Form und Art und Länge von Trauer noch nicht bestraft. Und im Land of the Free darf sie sagen was sie will… Gottseidank.


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05.10.2026 um 18:57
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:@Jules20
Über Dinge wie Mitspracherecht im Prozess? Besser gar nicht anfangen, mit solchen Gedanken. Weil in den Jurys nicht umsonst handverlesene, sozusagen neutrale Personen sitzen. Unbeeinflusst ( hoffentlich) von Verwandtschaftsverhältnissen, Abhängigkeiten usw.? Ein Richter hat es mal super beim Sentencing ausgedrückt in Richtung Täterangehörige und Opferangehörige. „ es hat einen guten Grund, dass niemand von ihnen als Juror geeignet wäre“. In den Gerichtsverfahren kommen ja immer Angehörige beider Seiten (vor dem Urteil) zu Wort. Die einen fordern volle Härte d Gesetzes, die anderen flehen um Gnade für den Täter. Das sind keine gute Voraussetzungen, für eine neutrale Bewertung nur nach Fakten. Sobald persönliche Emotionen dabei sind, wird’s schwierig, mit nach bestem Wissen und Gewissen, anhand der Fakten gem.d Gesetz.
Um Gottes Willen, ich wollte damit nicht ausdrücken, dass Angehörige Einfluss auf das Strafmaß haben sollte.

Ich meinte mit meinem heutigen Beitrag, dass es mehr Angebote für die Opfer und deren Angehörige geben sollte, das Verbrechen zu verarbeiten.


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05.10.2026 um 19:05
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Psychologische Unterstützungen wären sicherlich besser.
Das stimmt und wollte ich so auch ausdrücken. Es wäre meiner Meinung nach auch wichtig für die Opfer und deren Angehörige.


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05.10.2026 um 20:32
@calliegraphie
Es geht mir nicht darum, den Angehörigen vorzuschreiben, wie sie zu trauern haben. Gleichwohl wird dir jeder Psychologe sagen, dass dieses Beharren auf Hass und Vergeltung nicht gut ist für die Opferangehörigen. Aber das eigentlich schlimme finde ich die Verknüpfung dieser Verlusterfahrung und die retributiven Mechanismen der US-Justiz. Natürlich ist mir klar, dass diese "Logik" sehr in der US-Bevölkerung verbreitet ist. Aber das liegt eben auch wesentlich daran, dass Politik bzw. Justiz (was in den USA kaum zu trennen ist) diese Mechanismen schüren.

ERSTENS: vor dem Sentencing dürfen Opferangehörige oft ihre Statements abgeben. Zum Beispiel vor der Entscheidung der Jury über Tod oder LWOP, bzw. ob LWOP oder "nur" Life (LWP). (Und Juroren sind natürlich sehr empfänglich für Emotionen.)

ZWEITENS: Genauso geht es bei unterschiedlichen Arten von Parole oder Commutation (und ggfs. auch Appeals). In manchen Bundesstaaten können die Opferangehörigen ein Veto einlegen, was, wenn es nicht sowieso legal bindend ist, Board und/oder Gouverneur aber quasi verbietet, dann gegen die Opferangehörigen zu entscheiden, weil es als politischer Selbstmord gilt.

DRITTENS: Die Teilnahme als Zeugen bei der Hinrichtung.

Meines Erachtens darf in einem ordentlich Rechtsstaat all dies nicht sein. Aber ich sehe es nicht nur legal/juristisch als Problem, sondern auch psychologisch, denn es wälzt viel Verantwortung auf die Opferangehörigen ab. Es wird quasi aktiv verhindert, dass die Angehörigen abschließen, solange diese "Verfahren" noch nicht beendet sind. Natürlich habe die Angehörigen keine Verpflichtung, sich daran zu beteiligen. Aber das sie die Möglichkeit haben (und ein Großteil der Gesellschaft das auch erwartet), fühlen sie sich psychologisch dazu verpflichtet. Ein Nichtwahrnehmen seine Meinung zu den jeweiligen Prozessen abzugeben, wird gleichsam als Verrat gegenüber dem Opfer empfunden. Sehen wir auch ganz extrem bei May Martinez, mit dem Portrait und der Glaube, dass ihre Tochter nun Erleichterung finden wird (durch die Hinrichtung). Wie gesagt, ich will ihr diesen Glauben nicht nehmen. Aber es ist doch offenbar nicht "gesundes" Umgehen mit der Trauer. (Ich bin sicher, es würden mir 99,9$ der Psychologen und Trauerberater zustimmen.) Mal abgesehen davon, dass heutzutage (im DMS-5 und/oder ICD-11) zu langes Trauern als Störung angesehen wird (ich glaube, länger als 6 Monate, oder so). Das finde ich übrigens selbst auch wieder extrem Bedenkenswert. Entspricht auch nicht meiner eigenen Erfahrung. Aber nochmal: hier, in diesem speziellen Fall (der keine Ausnahme ist) wurde Trauerbewältigung mit staatliche Unterstützung verhindert.


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05.10.2026 um 20:39
Interessanter Artikel.
Fall Christa Pike: Die barbarischen Staaten von Amerika | STERN.de https://share.google/mnWU6vHtPP45FR8eC
Trump würde quasi alles hinrichten, wenn er dürfte.


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Todesstrafe

05.10.2026 um 20:59
Habe den Stern-Artikel auch gerade entdeckt. Nur ein paar Highlights. (Hervorhebungen in fett durch mich.)
Ein Bonmot in Washington geht so: „Politiker halten nicht an der Todesstrafe fest, weil sie gerecht ist, sondern weil Härte gegen Kriminelle die beste Währung im Wahlkampf ist.“
Erst auf Nachfrage eines Journalisten sagt er [Trump] zur gescheiterten Hinrichtung: „Das war eine interessante Situation.“

Eine „interessante Situation“, so empfindet es also der Präsident.

Viele Amerikaner fühlen da mehr. Sie sprechen von barbarischer Grausamkeit. Für sie entlarvt der Fall Christa Pike die Idee von einer „humanen Hinrichtung“ als grausame Farce, die auch Donald Trump nicht mehr vertuschen kann. Für sie steht die Todesstrafe in diesen Tagen auf dem Prüfstand.
Über eine Stunde lang hatte das Exekutionsteam nach fehlgeschlagenen Einstichen Gift in ihren Körper gedrückt, während Pike über ein unerträgliches Brennen im Arm klagte und schließlich röchelnd um Luft rang. Dass der Staat Tennessee das Verfahren schließlich abbrechen und einen Ambulanzwagen rufen musste, um eine verurteilte Mörderin vor dem eigenen Scharfrichter zu retten, ist die zynische Offenbarung staatlichen Barbarentums.
Laut dem Anästhesisten und Intensivmediziner Joel Zivot, den Christa Pikes Verteidiger vor der Hinrichtung für eine medizinische Beurteilung hinzuzogen, wirkt Pentobarbital im Gewebe wie flüssiges Bleichmittel. Autopsieberichte von über 200 Hingerichteten belegten zudem, dass das Gift schwere Lungenödeme erzeugt – die Verurteilten ertrinken innerlich an ihrem eigenen Lungensekret, während Lähmungsmittel ihnen jede Möglichkeit nehmen, ihren Schmerz nach außen zu tragen. Bereits im Mai 2026 scheiterte dasselbe Hinrichtungsteam in Tennessee beim Versuch, einem Gefangenen eine Infusion zu legen. Der Fall Christa Pike ist für Joel Zivot kein Betriebsunfall, sondern ein Systemfehler.
Voraussichtlich, so erklären ihre Anwälte, werde Christa Pike durch den stundenlangen Sauerstoffmangel bleibende Hirnschäden oder schwere körperliche Behinderungen davontragen, falls sie überlebt. Schon diskutieren Juristen in den USA: Darf sie dann erneut hingerichtet werden? Schon einmal, 1946, hat der Oberste Gerichtshof geurteilt, ein Mann sollte ein zweites Mal auf den elektrischen Stuhl gesetzt werden, nachdem der erste Versuch wegen eines technischen Defektes gescheitert war.

Der Rechtswissenschaftler Austin Serat hingegen kommt zu einem eindeutigen Urteil: Einen Menschen nach einem stundenlangen Gift-Martyrium erneut in die Hinrichtungskammer zu schleifen, würde eine verfassungswidrige Doppelbestrafung und unerträgliche Grausamkeit darstellen. Zudem verbiete die Rechtsprechung die Exekution von Personen, die aufgrund geistiger oder körperlicher Beeinträchtigungen nicht mehr prozess- oder urteilsfähig sind. Eine Umwandlung in lebenslange Haft sei damit verfassungsrechtlich zwingend.
Quelle: https://www.stern.de/politik/ausland/fall-christa-pike--die-barbarischen-staaten-von-amerika-38350716.html


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05.10.2026 um 21:46
Zur Frage einer erneuten Hinrichtung:
Im Gegensatz zu den genannten Beispielen gibt es im Fall Pike aber einen entscheidenden Unterschied. Ihr wurden die vorgesehenen Hinrichtungsmedikamente tatsächlich verabreicht. Sie erhielt zwei Dosen Pentobarbital und blieb dennoch am Leben. Tennessee erklärte danach, alle Schritte des vorgesehenen Protokolls durchgeführt zu haben.

Laut dem US-Rechtsprofessor Austin Sarat ist Pike der erste Mensch, der nach der Verabreichung der Medikamente einer Giftspritzen-Hinrichtung weiterlebte. Damit unterscheidet sich ihr Fall wesentlich von Broom und Smith. Dort gelangte kein Hinrichtungsmedikament in den Körper. Laut bisherigen Angaben gab es auch keine unvorhersehbare Panne wie bei Francis 1946.
Könnte Tennessee es trotzdem nochmals versuchen?

Das ist derzeit offen. Der Supreme Court hat einen zweiten Versuch nach einer gescheiterten Hinrichtung bisher nicht grundsätzlich verboten. Pikes Anwälte könnten sich bei einem neuen Versuch vor allem auf das im achten Zusatzartikel der US-Verfassung festgehaltene Verbot grausamer und ungewöhnlicher Strafen berufen.

Dann müssten Gerichte beurteilen, ob ein weiterer Versuch nach der bereits erfolgten Medikamentengabe und den gesundheitlichen Folgen diese Grenze überschreiten würde. Für genau diese Konstellation gibt es bislang keinen höchstrichterlichen Entscheid.
Quelle: https://www.lessentiel.lu/de/story/gescheiterte-exekution-darf-tennessee-christa-pike-noch-einmal-hinrichten-103644778


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06.10.2026 um 18:23
Der Fall CP hat jedenfalls nicht dazu geführt dass das Thema Hinrichtungen auf Eis liegt.
Ich finde das auch gut so, da ich Todesstrafen weiterhin als sinnvoll erachte.

Auch wenn ich wie gesagt den Verlauf bei der Hinrichtung von CP bedauere.

Erstmals nach 60 Jahre wird es wohl eine Hinrichtung geben, welche durch das Militär durchgeführt wird.

Die Hinrichtung muss von dem US Präsident gebilligt werden nach geltenden Militärrecht. Das hat Trump nach Empfehlung getan.

Die Hinrichtung wird durch Erschießen erfolgen.

Nidal Malik Hasan dürfte frühstens in 60 Tagen, spätestens in 150 Tagen hingerichtet werden.
Hasan hatte ein Amok verübt und dabei "Allahu Akbar" gerufen. Er tötete 13 Menschen.

Quelle: https://www.bild.de/news/ausland/amoklauf-auf-militaerbasis-erschiessungskommando-soll-ex-us-major-56-hinrichten-6ac48c158b65780eaf1347b7?source=puerto-reco-2_bild-V27.0.C_Lower_Aufmacher_Old


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