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"Missing 411", David Paulides/mysteriöse Vermisstenfälle

1.422 Beiträge, Schlüsselwörter: Vermisst, Mysteriös, Verschwunden, Paulides, 411

"Missing 411", David Paulides/mysteriöse Vermisstenfälle

20.07.2019 um 15:04
@purplepearl
das Buch hört sich gut an, aber das sind halt eben nur 18 Fälle, ich glaub Paulides hat inzwischen um die 5-6 Bücher rausgebracht ;)
Ich meine das Thema beschäftigt auch in D viele Menschen, schade das kein Verleger auf die Idee kommt die Bücher mal ins deutsche zu übersetzen!
Klar hätte nicht so einen Ertrag wie von zb Shades of Grey, aber ich bin des Englischen nicht mehr so mächtig, dass ich ohen Probleme so ein Buch mit Fachbegriffen mal eben lesen könnt ;)


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"Missing 411", David Paulides/mysteriöse Vermisstenfälle

20.07.2019 um 17:39
Das große Problem ist dabei, dass der Autor hier einfach Fälle mit untergemogelt hat, die gar nicht seltsam sind. So habe ich auf YouTube den Fall von Betty Wolfrum gefunden, der scheinbar auch in den Büchern aufgelistet ist. Was hat dieser Fall, in dem es sogar klare Indizien dafür gibt, dass der/die Entführer/in im sozialen Umfeld zu suchen ist, in dem Buch zu suchen. Es hört sich nach einem normalen Fall von Kindesentführung an, nichts ausergewöhnliches. Der einzige Grund dafür, diese Fälle alle in Verbindung zu bringen, ist, dass man von vornherein von paranormalen Ereignissen ausgeht. Ansonsten gibt es hierfür keinen rationellen Grund. Das ärgert mich an diesen Büchern, zumal der Autor ehemliger Polizist ist und es eigentlich besser wissen müsste.


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"Missing 411", David Paulides/mysteriöse Vermisstenfälle

20.07.2019 um 18:07
@Steelcloud

Willst du mich hier etwas zu einer Straftat verführen? ;-)


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"Missing 411", David Paulides/mysteriöse Vermisstenfälle

28.07.2019 um 13:14
ich lese grad "411 North America and beyond", ca. 50% durch. Die Fälle sind relativ knapp und prägnant beschrieben die ich bisher gelesen habe. Bei keinem Fall wird von Seiten des Authors irgendeine Interpretation versucht, es werden nur Ermittlungsergebnisse beschrieben. Von einem "von vornherein von paranormalen Ereignissen" ausgehen kann keine Rede sein, zumindest nicht bei dem was ich bisher gelesen habe. Hatte mehr Details erwartet.

PS: passt der Fall von Gary Simpson, dem englischen Leeds Fan von Ende Mai 2019, nicht auch sehr gut? Die Obduktion brachte keinerlei Ergebnisse, die Todesursache sowie -umstände geben den Ermittlern Rätsel auf. Allerdings waren hier keine Meldungen zu Unstimmigkeiten was Kleidung, Schuhe etc anbetrifft, zu vernehmen.


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"Missing 411", David Paulides/mysteriöse Vermisstenfälle

10.08.2019 um 14:49
Ich bin über den "Müdschwätzer" auf dieses Thema aufmerksam geworden und habe mich durch einige Seiten gelesen.
Muss zugeben, dass meine Theorien Querbeet waren.. mittlerweile glaube ich, dass es dort Dimensionsrisse gibt..auch wenn das wirklich spuky klingt.

Zuletzt hat mich der Fall von Aaron Hedges beschäftigt.

Was hat ihn dazu veranlasst den falsch eingeschlagenen Weg weiter zu laufen?


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"Missing 411", David Paulides/mysteriöse Vermisstenfälle

10.08.2019 um 14:50
Für alle die diesen Fall nachlesen wollen:

https://www.spurensucher.eu/index.php?id=279


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"Missing 411", David Paulides/mysteriöse Vermisstenfälle

10.08.2019 um 17:43
@blackpink

Das Problem an einem solchen Bericht, wie Du ihn verlinkt hast, ist leider, dass die Autoren nicht objektiv (genug) schreiben. Es geht nicht um Klärung, sondern um Mystifizierung.

Sie vermischen die Fakten, die reine Berichterstattung mit ihrer persönlichen Meinung, und das gleich von Anbeginn an. So fällt es schwer, diese zu trennen, und im Laufe des Weiterlesens vermischt der Leser sie ebenfalls. Ist er Artikel dann aufgesogen, wird jeder Leser meinen, die Meinung der Autoren wären Fakten.

Der ganze Artikel durchzieht sich eben mit diesen Meinungen. So zB finden die Autoren es erstaunlich, dass eine Feldflasche gefunden wurde, „die man in der Wildnis genauso wenig zurücklässt wie seine Stiefel.“
Hier machen sie aus einem Fakt (Feldflasche gefunden) sofort ein Rätsel, das sie aber nur einseitig (lässt man nicht zurück) erklären wollen. Dass diese Feldflasche verloren ging, findet keinen Eingang in ihre Überlegungen.
Auch Weglassen von vielen anderen Möglichkeiten, sodass nur eine übrig bleibt, nämlich die die man andeuten möchte, ist ein beliebter Trick/bzw Fehler von Erzählenden, die eben nicht wissen, aber glauben wollen, bzw andere dahin gehende manipulieren wollen, dass diese dann das glauben, was die Autoren beabsichtigen.

Der ganze Artikel ist von diesen Denkfehlern, ausgelassenen Überlegungen, emotionalen Übertreibungen, Schuldzuweisungen an die einzig Kompetenten in der Geschichte (die Suchtrupps), Behauptungen ohne Belege, etc.

Um jeden einzelnen rhetorischen Kunstgriff aufzudecken, müsste ich jetzt ein Buch verfassen.

Diese Trickfallen, die übrigens noch nicht einmal absichtlich aufgestellt sein müssen, auch Autoren fallen oft auf ihre eigene Rhetorik rein, kann man aber durchschauen.

Das geht am besten, indem man solche Artikel Absatz für Absatz, Zeile für Zeile zerlegt. Sich nicht von der Gesamtstimmung überwältigen lässt.

Das fällt eigentlich recht bald in der Art auf, mit der das Geschehene beschreiben wird. Ich zitier mal einen der ersten Absätze, auf den ich mich des Weiteren beziehen werde:
"Sein Leichnam – sofern es sich überhaupt um seinen Leichnam handelt – wurde erst vor kurzem – Anfang August 2016 – an völlig anderer Stelle gefunden – ebenfalls weit entfernt von seinem Jagdrevier, in dem er sich ursprünglich befand. Die forensische Untersuchung steht noch aus. Wie gewohnt sprechen die Behörden in offizieller Tonart von Desorientierung und Unterkühlung. Im Falle dieses erfahrenen Jägers, der mit seiner Jagdgesellschaft seinerzeit auch im ständigen Funkkontakt stand, klingen diese Mutmaßungen eher einfältig bis lächerlich."

Der Bericht fängt zunächst neutral an:
"Sein Leichnam – sofern es sich überhaupt um seinen Leichnam handelt – wurde erst vor kurzem – Anfang August 2016 – an völlig anderer Stelle gefunden – ebenfalls weit entfernt von seinem Jagdrevier, in dem er sich ursprünglich befand. "

So weit, so gut. Dann folgt ein ebenfalls neutraler und sehr wichtiger Satz:
"Die forensische Untersuchung steht noch aus."
Das heißt, die Autoren können zum Zeitpunkt des Verfassens des Berichtes noch nichts wissen. Die Auffinder der Leiche hingegen schon. Sie haben sie schließlich bereits gesehen, und können daher doch etwas mehr sagen. Aufgrund ihrer Erfahrung, weil sie wesentlich öfters als die Autoren verschwundene Personen entdeckt haben. Weil sie wesentlich öfters als die Autoren dabei Leichen fanden.

Sie habendaher mehr Erfahrung und mehr Wissen als die Autoren, die in dem Fall gar nichts wissen.

Trotzdem, obwohl sie nichts wissen, maßen sie sich bereits ein Urteil an. Ein abwertendes, alles andere als neutral:
" Wie gewohnt sprechen die Behörden in offizieller Tonart von Desorientierung und Unterkühlung."
Das Wort "Tonart" verrät die Arroganz. Es wird bereits hier angedeutet, dass die Behörden das immer sagen würden. Das alleine ist falsch, denn wenn sie eine Leiche mit Genickbruch finden, dann sagen sie das auch.

Diese Unterstellungen werden heftiger:
"klingen diese Mutmaßungen eher einfältig bis lächerlich."
Ausgesprochen unverschämt, Leuten, die beruflich und ausgebildet Erfahrung mit vermissten und verstorbenen Wanderern haben, als "einfältig" zu bezeichnen. Ausgesprochen manipulierend, eine auf Erfahrung beruhende und daher zu Recht vermutete Todesursache "lächerlich" zu nennen.

Das hat null mit Aufklärung zu tun.

Null mit Respekt vor der Leistung und der Erfahrung und dem Wissen der Suchtrupps.

Es dient lediglich dem Zweck, die Suchtrupps und die Behörden als unfähig, die unwissenden, unerfahrenen Lehnstuhlautoren hingegen als kompetent, ja sogar kompetenter als die wirklichen Fachkräfte darzustellen.

Ein Trick, den Möchtegernexperten nur allzu oft verwenden. Wer nicht nachweisen kann, dass er der Bessere wäre, der macht eben „die anderen“ schlechter.

Der Schaden ist damit bereits angerichtet, die gewünschte Denkrichtung beim Leser manipulierend vorgegeben. Und wie man ja sieht, funktioniert das ja auch. Die meisten Leser solcher Berichterstattung nehmen sie ja für bare Münze, merken die Manipulation, dass hier etwas Mysteriöses, nicht rational Erklärbares passiert sein müsse, gar nicht.
Aber genau von diesen Manpulationen lebt das Genre.

Womit begründen die Autoren des Spurensuchers nun ihre durch Nichts belegte Schlussfolgerung? Mit " Im Falle dieses erfahrenen Jägers,"
Aha. Als ob eine Erfahrung in Sachen Jagen einen Immun gegen Kälte und verirren machen würde.
Es ist auch nicht klar, ob Edges wirklich so erfahren war. Und, w ie schon gesagt, selbst das gibt keinen 100%S Schutz.
Er war kein Supermensch.

Ich darf da mal an Robert Falcon Scott (* 6. Juni 1868 - † 29. März 1912 ) erinnern, der ein erfahrener Polarforscher war und dennoch an seiner letzten Expedition scheiterte und dabei den Tod fand. Mit ihm alles Mannen. Allesamt erfahren. Vermutlich mehr erfahren als Hedges.

Solche Dinge passieren auch den Besten unter uns. Und sollten daher immer als Todesursache in Betracht gezogen werden.
Wer aber unbedingt aus diesen Unglücken mysteriöse Fälle machen möchte, der verdrängt das eben, bzw gaukelt dem Leser tatsächlich vorkommende Probleme als „kann ja gar nicht sein – die Behörden lügen doch alle – da ist ganz was anderes passiert – was die da vertuschen wollen“ vor.

Wie hätte eine objektivere Berichterstattung aussehen müssen?
1. Die eigene Meinung raushalten oder wenn,
2. dann erst am Ende des neutralen Berichtes ausführen.
3.Keine Emotionen, wie „erstaunlicherweise“,
3. Und die Begründungen, wie man zu seiner Meinung kommt, nennen.
4. Diese Begründungen ihrerseits müssen auf den Fakten aufbauen, dürfen also keine Fantasiefakten, Strohmänner oder Beleidigungen enthalten.
5. Am besten, am objektivsten und am anständigsten wer es gewesen, erst einmal den Bericht der Forensiker abzuwarten. Um wenigstens Bescheid zu wissen, nicht wahr?

Ich kann daher allen hier nur raten, auf der Hut zu sein, wenn Berichterstattungen den Ton der Objektivität verlassen, und versuchen, den Leser emotional ein-und umzustimmen. Denn das tun sie nicht, weil sie wertneutral einen Fall klären wollen, sondern weil sie Effekt heischend das Publikum auf ihre Sicht einstellen wollen. Die sich dann bestens verkauft.


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"Missing 411", David Paulides/mysteriöse Vermisstenfälle

10.08.2019 um 17:47
„Das Phänomen zurückgelassener Stiefel - häufig auch Socken - ist ein immer wiederkehrendes Muster unaufgeklärter bizarrer Vermissten- bzw. Todesfälle in Nationalparks.“
Wie schon des Öfteren erwähnt, wird diese Behauptung nicht mit objektiver Statistik belegt. Diese Phänomen ist in erster Linie nur Meinung.

„Paulides erinnert sich in seinem Interview an zahlreiche Fälle von Kindern, die auch Kleidungsstücke irgendwo zurückgelassen hatten, sich dieser aber - aufgrund ihres Alters - gar nicht selbständig hätten entledigen können“
Auch hier, Meinung wird als Fakt dar gestellt. Diese „Kinder“ werden nicht nach zahlenmäßig genannt. Wie viele Fälle von insgesamt allen sind denn „zahlreiche“? Man könnte genau so gut sagen, einige wenige und wäre auch nicht schlauer.

Auch wissen wir nicht, wie alt diese sockenlose Kinder waren. Zu behaupten, die hätten sich ihre Socken nicht selbst ausziehen können, ist daher, milde gesagt, Unsinn. Sich Kleidungsstücke vom Körper wuzzeln, können schon sehr kleine Kinder.

Abgesehen davon, lösen sich Socken recht schnell von den Füßen, wenn man bereits keine Schuhe mehr an hat. Und falls diese Socken eben nur, wie bei Kindern eher üblich, kurze Söckchen sind.

Wie schon öfters ausgeführt, man kann auch die Unwahrheit sagen, indem man Wahrheit unterlässt. Indem man einfach nur eine Erklärung favorisiert, und andere, vor allem vernünftigere, verschweigt.

Das macht Paulides so, das machen auch die Spurensucher-Autoren.
Darauf sollte man aber nicht reinfallen. Man sollte immer klar trennen, was uns Autoren mitteilen. Fakten oder Meinungen.

Übrigens, Fun Fact am Rande: Laut Artikel ist noch nicht einmal raus, ob die Leiche überhaupt Hedges ist.


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"Missing 411", David Paulides/mysteriöse Vermisstenfälle

10.08.2019 um 22:06
@off-peak

Danke für diese ausserordentlich tollen Beiträge. Ich hoffe das nimmt sich der eine oder andere vor dem nächsten Posting zu Herzen.

Was ich persönlich ja überhaupt nicht verstehe warum immer nur so schwammige Aussagen ala "zahlreich" etc verwendet werden. Was ist daran so schwierig wenn man einfach mal richtige Zahlen verwendet. Anzahl,Alter d. Kinder etc. könnte man dann einfach in eine Exceltabelle eintragen und auswerten.


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"Missing 411", David Paulides/mysteriöse Vermisstenfälle

10.08.2019 um 23:25
sandymaus3 schrieb:Was ich persönlich ja überhaupt nicht verstehe warum immer nur so schwammige Aussagen ala "zahlreich" etc verwendet werden.
Ich kann nur raten. Das ist eben ein Erzähltrick. Schwammige Angaben lassen jeden willkürlichen Spielraum zu. Damit kann man eine breite Masse an Klientel glücklich machen, die einfach alles in so eine Aussage hinein interpretieren können.
Ohne aber, dass man selbst einer Falschaussage bezichtigt werden könnte.

Außerdem wirken undefinierte Worte emotional einfach stärker, was Autoren von Mysteries ja auch möchten. Der Leser soll ja aufgewühlt werden, aber bloß nicht auf die Idee kommen, nüchtern mal Fakten zu überprüfen, denn dann lösen sich Mysteries in 99% der Fälle einfach auf.

Nüchterne Statistiken sagen zwar viel mehr aus, aber sie lassen einen emotional auch kälter. Wenn von 100 Vermissten, zwei oder auch fünf ihre Schuhe verlieren, klingt das nicht so geheimnisvoll, als wenn die Rede von "zahlreichen" Opfern ist. Jetzt kann man dann auch noch Dinge wie "ein Muster" behaupten, was bei konkreten, sehr kleinen Zahlen eben nicht möglich ist.

Und die Saat geht auf: man lese sich diesen Thread hier oder die Reviews diverser Bücher auf online Verkaufsportalen mal durch, die Mär vom Muster der Schuh- und Sockenlosen ist nicht tot zu kriegen. Eben so wenig ist allerdings die exakte Zahl in Erfahrung zu bringen.

Überhaupt interessieren sich die wenigsten Leute, und Mystery-Fans und Gläubige aller Art, noch weniger, für exakte statistische Evidenz. Die hören lieber von "wahnsinnig vielen Vermissten", vermeintlich erkennbaren Mustern und Ritualen, und ungenauen Andeutungen, während diese Vermissten in der Realität aber nur einen klitzekleinen Bruchteil aller jährlichen Besucher, die in die Millionen (!) gehen, eines solchen Parks ausmachen. Ich hatte das hier schon mal ausgerechnet.

Soweit ich mich noch erinnere, wird zB der YSNP jährlich von ca 4 Millionen Besucher besucht. Die von Paulides in seinem ersten Buch besprochenen 411 Vermissten, die sich obendrein über einen Zeitraum von fast 100 Jahren (?) erstrecken, würden, wenn sie innerhalb eines Jahres verschwunden wären nur ca 0,1 Prozent ausmachen. Auf ca 100 Jahre aufgeteilt, sind das nur mehr 0,001 Prozent, also 1 Promille.

Selbst wenn ich großzügiger rechne, weil der Park ja nicht jedes Jahr seit seinem Bestehen diese Menge an Besucher hatte, und jetzt mal als Durchschnitt nur die Hälfte annehme, dann sind es immer noch erst 2 Promille, bei einem Viertel der Besucherzahl nur 4 Promille.

Brutal gesprochen ist das so gut wie nichts.

Natürlich nicht für die Opfer, keine Frage. Und hierin liegt ja der Grusel der Geschichten. Sie werden aus zutiefst menschlicher Perspektive der Opfer und ihrer Hinterbliebenen erzählt. Und schon ist etwas mysteriös, das im Grunde genommen leider völlig normaler Alltag ist.

Man unterliegt dem alt bekanntem Schlussfolgerungsirrtum der Anekdote. Von außen betrachtet sind diese paar Vermissten ein Klacks, und ihr Schicksal lässt sich vernünftig und verständlich mit Verirrungen, falscher oder mangelhafter Ausrüstung und Bekleidung, Abstürzen, Dehydration, Unterkühlung, Wetterumschläge und letztendlich durch Tierfraß und Verschleppt werden durch Tiere, erklären.
Nur für die Einzelfälle gibt man sich eben mit so unmysteriösen, unromantischen, beinharten Erklärungen, die man als Laie nicht auf dem Schirm hat und daher auch nicht "versteht", einfach nicht zufrieden. Persönliches Drama mit Gruseltouch verkauft sich halt besser als eine nüchterne Statistik. Heldenhafte Einzelschicksale („war ja so erfahren“, „hat bis zum Schluss Kontakt gehalten“) berühren uns menschlich eben weitaus stärker als eine anonyme Masse unpersönlicher Toter.


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10.08.2019 um 23:32
Da fallen mir einie gänzlich unspektkuläre Erklärungen für diese Schuhe ein: es wäre durchaus möglich, dass die Opfer sie ablegten, weil sie unpraktisch beim Klettern waren.
Oder weil sie sich den Fuß verstaucht hatten, den Fehler begingen, den Schuh auszuziehen, und dann nicht mehr reinkamen.
Oder einfach, weil sie nass geworden sind.


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"Missing 411", David Paulides/mysteriöse Vermisstenfälle

10.08.2019 um 23:43
Um nur mal ein reales Beispiel zu zeigen, was unvernünftigen Parkbesuchern so alles passeiren kann (ist ja nicht so, dass man sie vorher nicht warnen würde):

https://www.tt.com/panorama/unfall/15889025/besucher-kommen-tier-zu-nahe-bison-schleudert-neunjaehrige-durch-die-luft

Und jetzt stellen wir uns mla vor, das Mädchen rennt von ihrer Truppe weg, oder hat sich so weit entfernt, dass niemand den Angriff mitbekommt, dann läuft die wer weiß wo hin oder liegt verletzt und bewusstlos rum und wird einfach eine Zeitlang nicht gefunden.
Während der Flucht verliert sie ihre Schuhe. Oder streift sie ab, weil sie auf einen Baum klettert. Nix zu essen, nix zu trinken, keine warme Kleidung dabei.
Nix Mystery, sondern eine Verkettung unglücklicher Umstände und Zufälle.

Viel Menschen unterschätzen einfach das Verhalten von Wildtieren und den damit verbundenen Risiken. Sie verstehen offenbar nicht, dass die Natur keine Tierdoku ist, die man gemütlich vom TV Sessel aus angucken kann.

Übrigens, die gefährlichsten Begegnungen mit frei laufenden Tieren, die man zB in England bei Wanderungen durch die Natur erleben kann, sind Angriffe durch Kühe! Noch nicht einmal durch Stiere, sondern durch Kühe, die in aller Regel wesentlich aggressiver sind. Frei herumstreunende Rinderherden werden nämlich von Kühen, und nicht durch Stiere, angeführt.


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"Missing 411", David Paulides/mysteriöse Vermisstenfälle

11.08.2019 um 01:06
Es gibt auch immer einen Grund wieso man auf den wegen bleiben soll.

In den Bergen kann es gerne mal kleine Spalten geben die man erst nicht sieht. Da ist dann kleines Wurzelwerk oder Moos drüber oder das lässt sie kleiner wirken. Uns schwupps ist man weg.

Kenn selber einen vermisstenfall der bei einer gut besuchten Rute verschwunden ist. Paar leute haben ihn noch auf dem weg gesehen und sind weiter.
Nachfolgenden ist er nicht mehr begegnet.

Ein UFO hat den sicherlich nicht weggebeamt.

Irgendwann werden sie ihn vielleicht finden
. Und mich würde es nicht wundern wenn er nicht weit vom Weg wäre


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"Missing 411", David Paulides/mysteriöse Vermisstenfälle

11.08.2019 um 01:45
@HollyRoxx
HollyRoxx schrieb:In den Bergen kann es gerne mal kleine Spalten geben die man erst nicht sieht.
Richtig. Und wenn so jemand bewusstlos wird, dann sagt der auch lange nichts mehr. Falls er sich nicht gleich das Genick bricht.

Ich ging mal mit einer Freundin spazieren, zum Glück in der Sadt, auf einem Gehweg. Aus heiterem Himmel fiel ich hin. Habe bis heute keine Ahnung, warum. Jedenfalls hat meine Freundin den Fall nicht beobachtet, da sie gerade in dem Moment woanders hinblickte. Sie sagte hinterher, sie hätte sich nur kurz umgedreht, und als sie wieder zu mir hinsah, war ich pötzlich weg.
Nun, sie entdeckte mich bald wieder, ich lag ja vor ihren Füßen.
Aber diese Aussagen, nur "kurz weg gesehen", "plötzlich keiner mehr da" sind genau die gleichen, die die Leute, denen ein Mitglied einer Truppe abhanden kommt, fast immer von sich geben.
Jetzt lass uns mal auf einem Berg spazieren gehen, und mir passiert das. Ich schmiere glatt ab, und niemand hat es gesehen. Wenn ich mich aus irgendeinem Grunde nicht verständig machen kann, werde ich dann zu Fall 412.


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11.08.2019 um 16:23
Ich habe mich schon einmal vor einiger Zeit mit diesen Fällen beschäftigt und ab und an stoße ich auch wieder auf sie.
Mit den Informationen die das Netz hergibt klingt es tatsächlich alles irgendwie mysteriös.. aber ich denke, dass in den "zahlreichen" Geschichten vieles dazugedichtet wird, einiges weg gelassen und einiges mit einem gewissen gedanklichem Spielraum erzählt wird.

Zum Beispiel:
https://www.mysteryblog.de/411-missing-das-raetsel-der-vermissten-menschen-319501.html

5. Merkwürdigkeit:
Zitat:
ihre Kleidung lag fein säuberlich und gebügelt neben ihnen


Nichtsdestotrotz sind einige Vermisstenfälle, Auffindeorte der Gegenstände, Personen oder Leichen...seltsam.. bzw nicht nachvollziehbar..
Aber es kommt eben auch immer auf die Situation an sich an. Keiner kann sagen, was zB Aaron Hedges dazu veranlasst hat, den ihm bekannten Weg zu verlassen.. denn er hätte ja irgendwann merken müssen, dass sich der Fluss weiterhin zu seiner Rechten befand.. wo er, wenn er richtig abgebogen wäre, nun auf der anderen, linken Seite hätte sein müssen.


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11.08.2019 um 17:18
@islya
islya schrieb:Ihre Kleidung lag fein säuberlich und gebügelt neben ihnen
Da fallen mir spontan zwei Punkte ein:
1. Ist es überhaupt wahr?
2. Kann die Kleidung ja sehr wohl vorher noch zu Hause gebügelt worden sein.
islya schrieb:Nichtsdestotrotz sind einige Vermisstenfälle, Auffindeorte der Gegenstände, Personen oder Leichen...seltsam.. bzw nicht nachvollziehbar..
Durchaus, weil uns eben Informationen fehlen. Weder wir noch die Suchtrupps bzw AUffinder waren ja während des gesamten Erlebnisses dabei.

Allerdings bedeutet "nicht nachvollziehbar" eben nur "nicht nachvollziehbar" - man weiß nicht Alles. Es bedeutet aber nicht, dass irgend eine obstruse Annahme (Aliens, Unheimliches, Yetis, Erdgeister oder massenhaft frei rum laufende Serienkiller) deshalb richtig wäre.

Die Wahrheit lautet, bis zur Entdeckung neuer Fakten, "wir wissen es nicht".


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11.08.2019 um 17:27
off-peak schrieb:Oder weil sie sich den Fuß verstaucht hatten, den Fehler begingen, den Schuh auszuziehen, und dann nicht mehr reinkamen
So einen Moment hatte ich auch mal.
Wir waren in den Alpen wandern und ich hatte einen verstauchten Fuß..obendrein waren die Wanderstiefel noch ungetragen..und so freute ich mich, als ich einen See sah um meinen Fuß zu kühlen.. nur.. den Schuh bekam ich durch die Schwellung kaum vom Fuß..ich beließ es dabei, denn ich fürchtete, dass ich den Stiefel nicht mehr anbekäme.. und so hielt ich meinen Fuß samt Schuh ins erfrischende Nass.. :D

Im Hotel musste ich die Schnürsenkel auftrennen um überhaupt rauszukommen..
Den restlichen Tag passte ich in keinem meiner mitgebrachten Schuhe hinein..

Was den Fall des Aaron Hedges angeht.. so wurde, lt des letzten Films von DP, auch ein Lagerstelle in der Nähe der gefundenen Boots entdeckt.. mir kommt da nur eines in den Sinn.. Lager = Ausruhen und entledigen der Schuhe.. was ihn allerdings davon abhielt diese wieder anzuziehen bleibt offen..

Später sagt in dem Film eine Frau, dass sie es nicht verstehen kann, dass er in diesem Gelände ohne Schuhe weiter lief, aber den schweren Rucksack mitnahm.. das ist dann wohl auch eines der mysteriösen Dinge.. bzw der Dinge, die man nicht ganz nachvollziehen kann, es aber durchaus plausible Erklärungen dafür geben kann.


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11.08.2019 um 17:30
@islya
islya schrieb:So einen Moment hatte ich auch mal.
Eben. Diese Momente kommen im Leben öfters vor, als einem lieb ist. Vor Allem auf Wanderungen, noch dazu, wenn das Gelänge unzugänglich ist.

Ich habe mir schon zweimal am Knöchel ein Band gerissen. Beim ersten Mal war ich noch jung und unerfahren, und beging den Fehler, Schuh auszuziehen ...
Der Knöche schwoll, ungelogen, zu Fußballgröße an.


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11.08.2019 um 17:47
Was das plötzliche Verschwinden angeht hatte ich auch schon ein paar Erlebnisse.

War mit meiner Mutter im Wald spazieren.. sie war leicht schräg hinter mir..wir unterhielten uns sogar.. dann wurde ich durch meinen Hund kurz abgelenkt.. als ich wieder zu ihr zurück sah, war sie weg..

Hab sie gerufen, aber bekam keine Antwort.. schließlich ging ich querfeldein und entdeckte sie nach einigen Metern im Wald.. sie schaute mich verwirrt an und meinte, dass sie gar nicht gemerkt hätte, wie weit sie reingelaufen wäre.. dass sie mich auch nicht hat rufen hören.. und sie annahm, dass sie wenn sie in einem "U" läuft wieder auf den Weg kommen würde.. dem war aber nicht so, da der Weg sich in eine andere Richtung weiterschlängelte.

Sie hatte binnen weniger Meter die Orientierung verloren..und es nicht mal zurück auf den von ihr eingeschlagenen Weg rein, raus geschafft..


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11.08.2019 um 18:04
@islya
islya schrieb:Hab sie gerufen, aber bekam keine Antwort.. schließlich ging ich querfeldein und entdeckte sie nach einigen Metern im Wald.. sie schaute mich verwirrt an und meinte, dass sie gar nicht gemerkt hätte, wie weit sie reingelaufen wäre.. dass sie mich auch nicht hat rufen hören.. und sie annahm, dass sie wenn sie in einem "U" läuft wieder auf den Weg kommen würde.. dem war aber nicht so, da der Weg sich in eine andere Richtung weiterschlängelte.
Und hiermit hast Du alle Punkte genannt, die tatsächlich gleichzeitig der Grund dafür sind, warum Leute sich aus den Augen verlieren und auch nicht rufen hören. Und das ohne größere Dramatik wie Abstürze in Schluchten, Verletzungen, Bewusstlosigkeit und Tod.

- Man sieht nicht immer zu ihnen hin.
- Jeder geht einfach weiter, ohne sonderlich auf den anderen zu achten.
- Ein paar Meter sind in der Dichte eines Waldes schon ausreichend, um jemanden nicht mehr zu sehen und auch,
- um ihn nicht mehr zu hören.
- Ein paar Minuten reichen aus, um sich sehr weit von einer Gruppe weg zu bewegen.
- Da man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht, verliert man schnell die Orientierung.
- Dann meint man mitunter auch, man ginge ohnedies in die richtige Richtung zurück, obwohl das nicht stimmt, sondern man sich auf diese Art nur noch weiter fort bewegt.

Am besten wäre es in so einer Situation, einfach an Ort und Stelle zu verharren und ununterbrochen zu rufen oder Lärm zu machen.


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