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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

13.981 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vorfall, Dyatlov, Dyatlov Pass ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der Dyatlov-Pass-Vorfall

30.04.2021 um 18:08
@Nemon & @all, trotz extrem beschränkter Zeit einige wenige Sachen zum Nachdenken (zu Sogrin und auch Rutschblock):

1.) Sogrin hat den Platz des Zeltes erstmalig am 4. März gesehen (https://dyatlovpass.com/case-files-330-339) – da war das Zelt schon längst abtransportiert und die Umgebung des Zeltes durch die Suchmannschaften umgepflügt. Wie konnte er da noch (offensichtliche) Relikte einer Lawine erkennen können wollen – sofern diese vier Wochen nach dem Vorfall überhaupt noch zu sehen gewesen wären ?

2.) Er schreibt in dem von Dir zitiertem Buch dass eine Lawine von den Suchtrupps sofort ausgeschlossen wurde - wahrscheinlich aufgrund keiner offensichtlichen Zeichen dafür (…da hat man dann aber auch nicht gesucht nach weniger offensichtlichen Zeichen) – er will aber trotzdem selbst noch nach Tiefenreif gesucht haben (das erfordert einigen Aufwand wenn man das richtig macht...) … - er hat das jedenfalls nicht erwähnt in seiner Zeugenaussage.

3.) Zumindest dass (fast) kein Schnee im Zelt gefunden wurde lässt ja darauf schliessen dass das Zelt platt („von Schnee bedeckt“) war bei Verlassen, bei vermutlich halboffenem Eingang und den Schlitzen gibt es keine andere Erklärung für fehlenden schnee im Zeltinneren, der Wind hätte es sonst (im aufgebauten Zustand) vermutlich sogar auch zerfetzt. Und der zerbrochene Skistock ( Beitrag von WladimirP (Seite 414) ) im Zelt kann nicht vom IS oder einer Windwalze zerbrochen wurden sein.

4.) Weiterhin meint Solgrin, oberhalb des Zeltes keine wie auch immer geartete gefährliche Schneeschicht entdeckt zu haben, auch weil Steine zu sehen waren: Dazu: „…Je dünner die Schneedecke, desto anfälliger ist sie für labile, gefährliche Altschneeschichten…. Außerdem wird bei weniger Schnee die Belastung des Tourengehers direkt auf die schwachen Schichten im Schnee übertragen. …Wenn an den Hangrücken noch Sträucher oder Felsen aus dem Schnee schauen, ist dies als Gefahrenzeichen zu werten …“
Quelle: https://www.bergwelten.com/a/gefaehrliches-halbwissen-6-irrtuemer-ueber-lawinen

5.) Bereits früher von mir gepostet – Lawinenkunde Uni Freiburg - der beschriebene Sachverhalt zum Tiefenreif ist einfach nur eine Tatsache:
Zitat von bergfreundbergfreund schrieb am 12.01.2020:... Die Bildung dieser Becherkristalle ist ein Sublimationsvorgang. Voraussetzung dafür ist ein hoher Temperaturgradient in der Schneedecke (ab 15 °C/m). Je größer der Temperaturgradient ist, desto schneller erfolgt die aufbauende Umwandlung.

Folgende Voraussetzungen begünstigen die Aufbauende Umwandlung:

• Großer Temperaturgradient über 10 °C/m. Gradienten im Bereich von 25 °C/m und mehr bedingen einen extrem starken Aufbau (kalter Winter mit geringer Schneehöhe)
Quelle: Beitrag von bergfreund (Seite 591)

Bedeutet ganz einfach: Bei z.B. 50 cm Schneedicke reichen 12.5 °C Temperaturunterschied Boden – Luft um die Kristallbildung auf „extreme“ Weise anzustoßen. Es ist dabei egal wo sich die „kalte“ und „warme“ Schicht befindet („oben“ oder „unten“) und es ist keine Option sondern zwangsläufig.

6.) Als gesichert gelten die extremen Temperaturschwankungen im Januar (bei Bedarf auch noch Hinweise in meinem o.g. Beitrag, Puzrin führt dafür 15° C an) sowie die Tatsache dass zu Winterbeginn relativ wenig Niederschlag (Schnee) auf den seit Ende November im Dauerfrost befindlichen Boden fiel – also der Boden „vorgekühlt“ war und die Schneeschicht dann als Isolator mit einem hohen Temperaturgradienten fungierte – und zwar nicht zwischen Tag und Nacht wie von Solgrin als Beispiel (im Tien Schan) gebracht sondern an verschiedenen Tagen mit kälteren und wärmeren Luftströmungen.

7.) Und nicht zuletzt muss ich nochmal darauf hinweisen, dass eine Rutschblocktest natürlich nicht funktionieren kann wenn die Schneebedingungen von 1958/1959 nicht gegeben sind (bedeutet die Wetterabfolge nicht gegeben ist – welche durch das Klima beeinflusst ist). Es ist doch wohl unbestritten und offensichtlich, dass die Schneeschichtbildung von Winterbeginn an Einfluss auf den Zustand der Schneedecke vom Boden bis zur Oberfläche hat. Und zum Klima kann ich deshalb nur (noch einmal) sagen:

8.) Ich sehe einen Temperaturunterschied z.B. im Quartal 4 der letzten 20 Jahre von ca. +3° C bei dem Mittelwert der Temperatur für unser „Zielgebiet“ großflächig im Ural gegenüber dem Quartal 4 1958. Das sind WELTEN! Bedeutet u.a. als Konsequenz kürzere Winter (…später einsetzender Frost) , aber auch vieles andere mehr. Dazu hatte ich kürzlich ein interessantes Video verlinkt („Rentiere auf dünnem Eis“). Demgegenüber ist der Januar 1959 aber ca. 3° C wärmer als der Januar im Durchschnitt der letzten 20 Jahre…

Wie will man da seriös Feldforschung betreiben unter der Voraussetzung gleiche Bedingungen - oder wenigstens ähnliche - wie 1958/1959 zu haben – ganz abgesehen davon dass natürlich unbedingt auch die Wetterfolge mit Luftfeuchtigkeit, Taupunkt, Wind, Windrichtung stimmen muss.

Zum Ausprobieren nochmal hier:
https://data.giss.nasa.gov/gistemp/maps/

9.) Und schliesslich: die Schneeplatte die später (oder Teile davon) in Bewegung gekommen sein könnte und die Sogrin nicht erkennen kann (möchte?) ist doch gut zu erkennen bei Anlegen des (vermeintlichen ) Standplatzes für das Zelt: Die abgestellten Rucksäcke sinken überhaupt nicht tief ein in den Schnee (entgegen seiner Einlassung dazu)- einer der Spechte stützt sich sogar offensichtlich am Rand der Grube auf den festen Schnee.


Es tut mir leid, ich weiß dass es überhaupt nicht fair ist hier den Beitrag einfach zu posten und nicht in der Lage zu sein zu antworten - genau deshalb habe ich mich ja schon früher mehrmals verabschiedet.


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

30.04.2021 um 19:29
@bergfreund
Eigentlich möchte ich nicht noch was sagen zu der Angelegenheit. @wab hat dir auch einiges dazu gesagt, meine ich.
Ich möchte aktuell nur kritisieren, dass deine Aussagen teilweise aus einem anderen Kontext geholt werden und nicht mit den konkreten Aussagen zu diesem Bergücken passen und viel zu weit hergeholt und indirekt sind, um auch nur annähernd das Schneebrett stützen zu können. Es bleibt am Ende dabei, dass alle Experten, die da waren, das ausschließen und es keine Spur, keinen Hinweis, gab. Auf „Wind, der uns vom Plateau blasen will“ und „they were blown out of the tent“ etc. führen die zeitgenössischen Aussagen.

Die dezidierte Arbeit, mit der WAB Buyanov entgegentritt, ist dir bekannt? Das ist Pflichtlektüre Nr. 1 in diesem Fall und nicht Lawinen-Trivia aus dem schneereichen Hochgebirge oder Glaziologen, die von falschen Voraussetzungen ausgehen.
Nur hierzu noch:
Zitat von bergfreundbergfreund schrieb:Und der zerbrochene Skistock ( Beitrag von WladimirP (Seite 414) ) im Zelt kann nicht vom IS oder einer Windwalze zerbrochen wurden sein.
Diese Aussage meinst du:
Zitat von WladimirPWladimirP schrieb am 17.12.2018:Bei Dyatlovgruppe war in der Mitte des Zeltes ein Skistock (wurde von der Suchmannschaft gefunden, aber nicht richtig erkant wofür), als unterstützung gestellt. Unter Schneelast brach Skistock an einer davor rund angeschlitzter Stelle.
Ich kenne nicht alle Aussagen zu dem Stock auswendig, weiß aber noch, dass sie, wo sie vorkommen, ebenso widersprüchlich sind wie alles, was das Zelt betrifft. Mal wurde er zerschnitten, mal gebrochen, mal gar nicht erwähnt. Um so einen Stock zu brechen, muss man m. E. schon einiges unternehmen. Immerhin war er stark genug, dass man ihm die Dachlast zumutete (vielleicht kann @PGR156 das kalkulieren). Das wäre allerdings leicht zu ermitteln. Und der Ofen hing daran, wenn er denn mal hing. Deswegen wohl auch die Kerbe.
Zitat von bergfreundbergfreund schrieb:Die abgestellten Rucksäcke sinken überhaupt nicht tief ein in den Schnee (entgegen seiner Einlassung dazu)-
Wo findet sich der Wortlaut dieser Einlassung?


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30.04.2021 um 22:10
Mir will nicht so recht in den Kopf, wieso ein Infraschallereignis (gerne in Kombination mit katabatischem Wind), ein derart chaotisch-panikartiges Verlassen des Zelts der ganzen Gruppe zur Folge haben kann, in dem Wissen, bei dem Wind vielleicht nirgendwo hin zu kommen, weil man ständig durch ebenjenen starken Wind zu Boden gedrückt werden wird und überhaupt nicht vorwärts kommt.

Würde man sich nicht eher noch enger zusammenkauern und die bangvollen Stunden versuchen auszuharren?

Das passt mir nicht zusammen. Aber ein Ereignis, das ein Verbleiben im Zelt unmöglich macht sowie das Zerschneiden des Zelts lassen für mich schlicht nur ganz wenig Interpretationsspielraum: Das Zelt war unbewohnbar und die Leute kamen nicht "normal" raus.


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30.04.2021 um 23:25
Zitat von deim0sdeim0s schrieb:Mir will nicht so recht in den Kopf, wieso ein Infraschallereignis (gerne in Kombination mit katabatischem Wind), ein derart chaotisch-panikartiges Verlassen des Zelts der ganzen Gruppe zur Folge haben kann, in dem Wissen, bei dem Wind vielleicht nirgendwo hin zu kommen, weil man ständig durch ebenjenen starken Wind zu Boden gedrückt werden wird und überhaupt nicht vorwärts kommt.
Der ausschlaggebende Faktor ist bei diesem Szenario m.M. nach, das der IS eben dieses "Wissen" sozusagen außer Kraft setzt.
Wenn der IS eine Art " Belastungssyndrom" auslöst, ist man eben nicht mehr Herr über seine Gedanken.
Man handelt dann nicht mehr rational, sondern instinktiv, und zwar eben indem man panikartig sofort von dort weg will.


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30.04.2021 um 23:59
Zitat von Vomü62Vomü62 schrieb:Der ausschlaggebende Faktor ist bei diesem Szenario m.M. nach, das der IS eben dieses "Wissen" sozusagen außer Kraft setzt.
Wenn man bei dieser Betrachtung bleibt, wäre noch zu klären, ob Infraschall länger anhaltend die "Wahrnehmung" aller Teilnehmer der Gruppe beeinträchtigen konnte.

So wie ich das verstehe, sind derartige Ereignisse an recht enge räumliche Voraussetzungen (Topographie) gebunden. Sprich,- in einiger Entfernung zum Zeltplatz sollte doch das reale Bewusstsein für die Lage bei den meisten Teilnehmern wieder vorhanden gewesen sein.

Was für mich ebenfalls gegen dieses Phänomen spricht ist der offenbar einheitliche Weg nach unten, den die Gruppe genommen hat.
Würde man bei einer "kopflosen" Flucht aus dem Zelt nicht erwarten, das in verschiedene Richtungen geflohen wird?
Dafür gibt es jedoch keine Anzeichen.


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01.05.2021 um 01:26
Zitat von MettMaxMettMax schrieb:Was für mich ebenfalls gegen dieses Phänomen spricht ist der offenbar einheitliche Weg nach unten, den die Gruppe genommen hat.
Würde man bei einer "kopflosen" Flucht aus dem Zelt nicht erwarten, das in verschiedene Richtungen geflohen wird?
Dafür gibt es jedoch keine Anzeichen.
Das mit dem "einheitlichen Weg nach unten" ist eben bei genauerer Betrachtung nicht durch die Spuren belegt. Es gibt stärkere Indizien, die dagegen sprechen. Es spricht ja gerade viel dafür, dass "4+2+1+1+1" Personen auf unterschiedlichen Routen unterwegs waren.


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

01.05.2021 um 01:59
Zitat von NemonNemon schrieb:Es gibt stärkere Indizien, die dagegen sprechen. Es spricht ja gerade viel dafür, dass "4+2+1+1+1" Personen auf unterschiedlichen Routen unterwegs waren.
Hm, dann habe ich die Indizien noch nicht gefunden.


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

01.05.2021 um 06:55
Zitat von MettMaxMettMax schrieb:Wenn man bei dieser Betrachtung bleibt, wäre noch zu klären, ob Infraschall länger anhaltend die "Wahrnehmung" aller Teilnehmer der Gruppe beeinträchtigen konnte.
Vermutlich nicht, wie Du ja selbst schreibst:
Zitat von MettMaxMettMax schrieb:Sprich,- in einiger Entfernung zum Zeltplatz sollte doch das reale Bewusstsein für die Lage bei den meisten Teilnehmern wieder vorhanden gewesen sein.
Allerdings waren sie wohl zumindest so weit vom Zelt weg, das sie es nicht mehr wieder gefunden haben. Als sie dann wieder halbwegs klar denken konnten, blieb nichts weiter übrig, als ins Tal zu flüchten.
Zitat von MettMaxMettMax schrieb:Würde man bei einer "kopflosen" Flucht aus dem Zelt nicht erwarten, das in verschiedene Richtungen geflohen wird?
Naja, "abwärts" und "mit dem Wind" dürfte wohl instinktiv die erste "Richtung" sein, wenn man vor etwas wegläuft, dessen Herkunftsrichtung man nicht kennt.
Meiner Meinung nach hat man sich womöglich sogar erstmal ein paar Meter (10-20-30m) entfernt vom Zelt getroffen, wo der IS-Effekt evtl. schon nachließ, und ist von dort gemeinsam weg gegangen, weil man nicht zum Zelt zurück wollte.
Aber das kann man natürlich nicht belegen, die Spuren im Schnee können so oder so ausgelegt werden.


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01.05.2021 um 11:24
Zitat von MettMaxMettMax schrieb:Hm, dann habe ich die Indizien noch nicht gefunden.
Ich sollte mal System hineinbringen und die zentralen Aussagen zu allen Punkten zusammenstellen. Da diese Schubladen aber noch nicht bereitstehen, kann ich nur eben mal ein paar Nadeln aus dem Heuhaufen picken:

Nemon zu Fußspuren
Beitrag von Nemon (Seite 551)

WAB zu Fußspuren
Beitrag von wab (Seite 555)

YpersephoneY zu Fußpuren
Beitrag von YpersephoneY (Seite 567)


WAB stellt den Ablauf ab Verlassen des Zeltes als Ergebnis seiner Forschungsarbeit dar (Stichwort 4+2+1+1+1):
Beitrag von wab (Seite 541)


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01.05.2021 um 12:40
Zitat von bergfreundbergfreund schrieb:7.) Und nicht zuletzt muss ich nochmal darauf hinweisen, dass eine Rutschblocktest natürlich nicht funktionieren kann wenn die Schneebedingungen von 1958/1959 nicht gegeben sind (bedeutet die Wetterabfolge nicht gegeben ist – welche durch das Klima beeinflusst ist).
Sehe ich auch so. Alle vorliegenden Studien, Berichte und Artikel über Schneebretter enhalten quasi "unendliche" Faktoren & Bedinungen, die zu einem Abgang führen können. Die jeweiligen Experten sagen selbst, dass es ziemlich schwierig ist Lawinenabgänge vorauszusagen.
Alleine eine Wechtenbildung am Berggrat reicht aus um etwaigen Abgangsgrundlagen zur Plausibilität zu verhelfen. Schneeverfrachtung an den Berg können andere Winkel geschaffen haben und und und.
Sogrin muss nach 2 Wochen davon nichts mehr gesehen haben. Die Zeit wurde schliesslich nicht angehalten. ;) Nach fast 60 Jahren kann sich selbst die Topographie des Berges gändert haben und somit heute eine Wechtenbildung ausschliessen. Steine würden ja genügend rum liegen, die sich bewegt haben könnten. Und und und und und .
Habe das "Experiment" nun gelesen.
Erstaunlich finde ich, dass die selben "Experten" so etwas aufgrund eines einzigen Experimentes dann ausschliessen und im selben Atemzug die verworrene IS-Theorie, die nicht wenigere Faktoren benötigt über mehrere Foren hinweg zur Plausibilität verhelfen wollen.
Ist ja nicht so als hätte man irgend einen Hinweis zu IS bisher gefunden ;)
Es muss aber nicht einmal an ihnen liegen. Vielleicht liegt es auch nur an so manchem User hier, der immer wieder meint, dass seine "Experten" den einzig richtigen Weg kennen.

Wenn man alles widerlegen möchte, dann reicht so ein Versuch bei weitem nicht aus.
Ordentliche Feld-Versuche würden da noch einige Schritte weiter behandeln.
Wo sind z.B. die ganzen Versuche wie so ein Block dann auf ein Zelt wirken würde ? Hab keinen auf die Schnelle gefunden.
(Es langweilt mich andauernd irgendwelche Freds oder Foren durchschen zumüssen. Will man ein ernsthafter Experte sein, dann könnte man doch wenigstens mal seine ganzen Erkenntnisse zusammenstellen. Dyatlov-pass.com macht es doch vor. *nerv*)
Auch hierbei ist das Problem, dass es dann X-Faktoren geben würde die man beachten müsste.
Z.b. Material des Zeltes ( Reissfestigkeit ), wie stark die Zugkräfte der Sicherungshaken wären, Geschwindigkeiten,Massen ect.
Sie hätten es wenigstens versuchen und ein ähnliches Zelt mit diesen Blöcken bombardieren können.
Für mich ist das ziemlich enttäuschend. Wird ja so viel Wirbel um dieses Experiment hier veranstaltet.
Es nur aus der Möglichkeit heraus zubeurteilen, ob ein Schneebrett überhaupt möglich ist und es damit zuwiderlegen halte ich für ..Naja..
Aber dies ist dann nur meine Meinung ;)

Habe es einmal versucht rein hypothetisch zu simulieren. Und nein ich konnte nicht alle Faktoren einfliessen lassen.
Hier mal ein paar Versuche.. und ich habe die letzten 2 Tage hunderte gemacht.
Zelt-Simulation-SchneebrettOriginal anzeigen (1,7 MB)

Es treten um die Fragestellung wie Sie aus dem Zelt kamen und dabei nichts mitgenommen haben immer wieder 2 Erkenntnisse auf.
1. Wenn die Schneemasse nicht gross war, war es möglich sich den Weg zur Bergabseite freizuschneiden. Jedoch hätten sie
für diesen Fall auch locker etwas mitnehmen können.
2. Wenn die Schneemasse grösser war, dann hätte sich die Zeltzeite zum Berg so verschoben, dass die Bergabsteite des Zeltes
keine vernüftigen Schnitte zugelassen hätte. Sie hätten sich dann wohl auf der anderen Seite den Weg freischneiden müssen und irgendwie den Schnee wegdrücken müssen. Im besten Fall hätten Sie zur Bergabseite etwas aufschneiten können um dann seitlich herauszukrabbeln, jedoch sind dann die ganzen Schnitte am Zelt eher fraglich. Man würde sich dann wohl eher horizontal als vertikal den Weg freischneiden. Zudem wären dann wohl einige Haken gerissen und das Zelt eventuell sogar umgekippt.

(in den Bildern habe ich die Simulation an den jeweiligen Stelle angehalten. Ich habe jetzt nicht auch noch die Verteilung der Schneemasse berücksichtig)


Und ist es damit widerlegt ? Nein, natürlich nicht. Aber es wirft halt einige Fragen auf. Und solange solche Experimente von wem auch immer ( auch von den Schweizern ) nicht gemacht werden bleibt auf gut deutsch Polen offen ;-)

Der nächste Schritt wäre, dass man sich auch mit Verletzungen auseinander setzen muss. Und dabei wäre ärtzlicher Input nötig.
Und wenn man noch länger damit verbringt und man es weiter behirnt, fallen einem bestimmt noch viel mehr Punkte ein.
Da ich diesbezüglich bisher nicht viel finden konnte, ist es eine Hypothese, die mehr Fragen als Antworten liefert.
Für mich ein Grund sie nicht in Erwägung zu ziehen. Aber das darf natürlich jeder gerne für sich selbst entscheiden ;-)
Soo long....


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01.05.2021 um 13:08
Zitat von bergfreundbergfreund schrieb:die Schneeplatte die später (oder Teile davon) in Bewegung gekommen sein könnte
Hmm, könnte es möglich (gewesen) sein, dass das Zelt abrutschte? Aber dennoch stehen blieb?
Zitat von deim0sdeim0s schrieb:Mir will nicht so recht in den Kopf, wieso ein Infraschallereignis (gerne in Kombination mit katabatischem Wind), ein derart chaotisch-panikartiges Verlassen des Zelts der ganzen Gruppe zur Folge haben kann, in dem Wissen, bei dem Wind vielleicht nirgendwo hin zu kommen, weil man ständig durch ebenjenen starken Wind zu Boden gedrückt werden wird und überhaupt nicht vorwärts kommt.
Vor Allem hätte diese angebliche Panik dann plötzlich ruckartig vor dem Zelt wieder aufhören müssen.
Zitat von Vomü62Vomü62 schrieb:Der ausschlaggebende Faktor ist bei diesem Szenario m.M. nach, das der IS eben dieses "Wissen" sozusagen außer Kraft setzt.
Tut er aber nicht. Das ist eben der Punkt. Es erwischt zum einen nicht alle gleich stark, und zum Anderen dreht man nicht einfach plötzlich durch.
Zitat von Vomü62Vomü62 schrieb:Wenn der IS eine Art " Belastungssyndrom" auslöst, ist man eben nicht mehr Herr über seine Gedanken.
Aber doch nicht alle gleichzeitig. Und man ist auch nicht einmal völlig unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen.
Zitat von MettMaxMettMax schrieb:Was für mich ebenfalls gegen dieses Phänomen spricht ist der offenbar einheitliche Weg nach unten, den die Gruppe genommen hat.
Würde man bei einer "kopflosen" Flucht aus dem Zelt nicht erwarten, das in verschiedene Richtungen geflohen wird?
Eben. erst noch alle Neune geistig total hinüber, aber kaum sind sie draußen, denken sie so vernünftig wie eh und jeh. Unwahrscheinlich.
Vor Allem: Wenn das Zelt noch brauchbar war, warum jetzt nicht wieder rein gehen? Zielstrebig Richtung Wald gehen können, aber nicht ebenso zielstrebig ein paar Schritte zurück ins Zelt? Oder wenigstens ein paar Dinge mehr raus holen?


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

01.05.2021 um 13:14
Nehmen wir an, es gab ein Schneebrett, die Leute sind verschüttet worden, haben sich durch die Schnitte irgendwie herausgewunden.
Warum sollten sie dann einfach von dort weg gehen, wenn sie bei klarem Verstand waren? Sie hätten entweder das Zelt versucht wieder auf zu stellen (Schnee wegräumen) oder zumindest versucht, wichtige Ausrüstung(Kleidung, Axt) zu bergen und dann damit im Wald ein vernünftiges Feuer zu machen.
Egal, was die Ursache der Flucht war, in beiden Fällen muß m.M. nach die rationale Denkfähigkeit arg gelitten haben.
Insofern wäre IS eine Erklärung, warum sie irrational/panisch geflüchtet sind, obwohl die Umstände diese panische Flucht nicht rechtfertigten.


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

01.05.2021 um 13:17
Zitat von Vomü62Vomü62 schrieb:Warum sollten sie dann einfach von dort weg gehen, wenn sie bei klarem Verstand waren?
Weil das Zelt unter Schnee lag, der sich mit bloßen Händen kaum weg schaufeln lässt.


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01.05.2021 um 13:19
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Vor Allem hätte diese angebliche Panik dann plötzlich ruckartig vor dem Zelt wieder aufhören müssen.
Wenn das IS-Ereignis eng begrenzt war, direkt am Lagerplatz, dann könnte es schon 20-30m weiter weg ja aufgehört oder stark nachgelassen haben.
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Tut er aber nicht. Das ist eben der Punkt. Es erwischt zum einen nicht alle gleich stark, und zum Anderen dreht man nicht einfach plötzlich durch.
Hat ja niemand behauptet. Ich denke, sowas baut sich über Minuten auf, bei manchem wirds nur Kopfschmerzen, bei anderen richtige Panik oder Übelkeit oder sonstwas auslösen. Wenn aber einmal so ein Gefühl bei vielen aufkommt, jemand das Messer zückt und irre das Zelt aufschneidet, um raus zu kommen, dann schaukelt sich das sicherlich hoch, bis alle nur noch raus wollen.


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01.05.2021 um 13:22
Zitat von Vomü62Vomü62 schrieb:Warum sollten sie dann einfach von dort weg gehen, wenn sie bei klarem Verstand waren? Sie hätten entweder das Zelt versucht wieder auf zu stellen (Schnee wegräumen) oder zumindest versucht, wichtige Ausrüstung(Kleidung, Axt) zu bergen und dann damit im Wald ein vernünftiges Feuer zu machen.
Das ist genau der Punkt ;)
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Weil das Zelt unter Schnee lag, der sich mit bloßen Händen kaum weg schaufeln lässt.
Wie sind sie dann überhaupt rausgekommen ? 9 Mann ?


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01.05.2021 um 13:23
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Eben. erst noch alle Neune geistig total hinüber, aber kaum sind sie draußen, denken sie so vernünftig wie eh und jeh. Unwahrscheinlich
Eben nicht. Sonst hätten sie ja das Zelt ausgraben können oder Ausrüstung mitgenommen. Sie haben nur soweit "klar" gedacht, das sie schnell weg wollten, nach unten, weil das der leichteste Weg war. M.M.n. sind sie erst weiter unten wieder einigermaßen "klar" geworden, vielleicht auch nicht alle gleichermaßen. Aber da war es zu spät, das Zelt nicht mehr zu finden.


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01.05.2021 um 13:23
Zitat von Vomü62Vomü62 schrieb:Wenn aber einmal so ein Gefühl bei vielen aufkommt, jemand das Messer zückt und irre das Zelt aufschneidet, um raus zu kommen, dann schaukelt sich das sicherlich hoch, bis alle nur noch raus wollen.
Würdest Du, wenn Du keine Problem damit hast, so einem irren Aufschneider nachlaufen oder das Zelt reparieren?
Zitat von Tron42Tron42 schrieb:Wie sind sie dann überhaupt rausgekommen ? 9 Mann ?
Auf der Seite nach unten, mit weniger bis keinem aufgestautem Schnee im Wege.


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01.05.2021 um 13:28
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Weil das Zelt unter Schnee lag, der sich mit bloßen Händen kaum weg schaufeln lässt.
Wenn sie aus dem verschütteten Zelt raus konnten, kann das nicht so viel gewesen sein.
Es muß also irgendwas ihr klares Denken herabgesetzt haben, sodaß sie nicht daran dachten, das Zelt zu retten, oder wenigstens Ausrüstung zu bergen. Und wenn man nicht davon ausgehen will, das sie bekifft oder besoffen waren muß man nach Ursachen für diese "Irrationalitäten" suchen.


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01.05.2021 um 13:30
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Auf der Seite nach unten, mit weniger bis keinem aufgestautem Schnee im Wege.
Oh denk darüber bitte nochmals nach ;) So ganz einfach ist das nämilch nicht, um dann zu sagen, sie konnten aufgrund von Schnee nichts mehr mitnehmen.
Zitat von Vomü62Vomü62 schrieb:Ursachen für diese "Irrationalitäten"
Das ist richtig. Aber das ist noch lange kein Grund alles mit IS beantworten zu müssen ;-)


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01.05.2021 um 13:34
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Würdest Du, wenn Du keine Problem damit hast, so einem irren Aufschneider nachlaufen oder das Zelt reparieren?
Ich gehe ja davon aus, das sich alle mehr oder weniger stark beeinträchtigt fühlten, und deswegen erstmal "weg" wollten. Gleichzeitig trat dann auch noch die "Gruppendynamik" auf, wenn in so einer Enge jemand mit dem Messer rumfuchtelt, man rennt erstmal, mehr oder weniger "automatisch", vom Katastrophenort weg, selbst wenn man selber nur wenig körperlich betroffen ist. Und dann waren sie zu weit weg, um zurück zu finden.


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