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Der Kosmos und die Schätze der Welt-Gibt es eine Verbindung?

7.027 Beiträge, Schlüsselwörter: Mensch, Erde, Weltall

Der Kosmos und die Schätze der Welt-Gibt es eine Verbindung?

07.11.2010 um 21:18
@Keysibuna
Dank der Brunnen rang man der Wüste Ackerflächen ab. Laut Herodot ersannen die Garamanten die Kultivierungstechnik, den salzigen Sandboden mit Erde zu bedecken und zu bebauen. In Garama fanden Paläobotaniker Spuren von Getreide, Wolle, Dattelpalmen, Olivenhainen und Weinreben. Für Mattingly sind die Garamanten jener Zeit deshalb auf keinen Fall Nomaden, wie es die römischen Chronisten darstellten, sondern die "erste urbane Zivilisation, die jemals in einer Wüste errichtet wurde". Die Stadt soll einst an die 10.000 Einwohner gezählt haben. In ihrer Umgebung entdeckte die britische Expedition bis zu 100.000 Gräber, die allerdings noch nicht datiert werden konnten. Klar ist: Einige davon stammen aus antiker Zeit, denn sie enthielten Glaswaren aus dem über 2000 Kilometer entfernten Rom als Beigaben. Im kommenden Jahr wird das britische Team seine Grabungskampagne fortsetzen.


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Keysibuna
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Der Kosmos und die Schätze der Welt-Gibt es eine Verbindung?

07.11.2010 um 21:21
@KlausBärbel

Die Archäologen sind am Rande eines Wadis, eines ausgetrockneten Flussbettes, auf einen Friedhof mit bis zu 100.000 Gräbern gestoßen. Dies ist ein Hinweis auf eine unglaublich hohe Bevölkerungsdichte mitten in der Einöde. Die C 14 Datierungen weisen in das zweite Jahrhundert vor Christus - laut den antiken Chronisten: die Zeit der Garamanten.


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Der Kosmos und die Schätze der Welt-Gibt es eine Verbindung?

07.11.2010 um 21:22
@Keysibuna
Nein, die Seite kenne ich noch nicht. Aber den Satz "Bei den Funden ist jeder Splitter wichtig.", finde ich gut.
Gerade dort, wo man nicht genau was, ob überhaupt was da gewesen ist.

Mir fällt gerade auf, dass hier schon wieder Herodot die Aufzeichnungen gemacht hat.


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Keysibuna
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07.11.2010 um 21:22
Ein spannender und ungewöhnlicher Befund: Die Garamanten waren eine in Ansätzen egalitäre Gesellschaft - zumindest war Wohlstand nicht nur wenigen vorbehalten. Auch unerwartete Gemeinschaftsgräber entdecken die Archäologen. In einem Grab liegen Tote von weißer und schwarzer Hautfarbe, wie die DNA-Analyse ergeben hat.


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Der Kosmos und die Schätze der Welt-Gibt es eine Verbindung?

07.11.2010 um 21:23
@Keysibuna
Beigaben und Tieropfer sprechen überdies für allgemeinen Wohlstand in der Bevölkerung. Doch das so genannte Königsgrab sticht heraus: Viele kleine Steinpyramiden umringen eine auffällig große Grablege. Die Archäologen entdeckten eine vierfingrige Steinhand, Opfergaben und einen steinernen Opfertisch, was typisch für den Bestattungskult der Garamanten scheint. Neben Tierleder fanden sie auch blaue Farbstoffe und Wolltextilien, in der Wüste gesuchte Raritäten. "Wenn jemand Hunderte von Kilometern südlich der Hauptstadt so aufwändig beigesetzt wurde, spricht das für ein sehr großes Reich", argumentiert di Lernia. Neben dem prächtigen Zentrum Gara-ma waren demnach regionale Fürstensitze die Stützen eines Territoriums von etwa 160.000 Quadratkilometern.


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07.11.2010 um 21:25
Was war die wirtschaftliche Basis dieses Staats? Auf einer Felsnase an einem Abhang des Wadi Tanezzuft entdeckte Liverani eine befestigte Zitadelle, etwa 1800 Jahre alt. Ihr Wasserspeicher wurde durch eine Mauer aus massivem Sandstein geschützt. Von vier Wachtürmen aus überblickten dort Soldaten einst eine Engstelle des Wadis. Der italienische Forscher glaubt, dass die Garamanten mit den Karawanen handelten, Wegzoll in Form von Waren einforderten und als Gegenleistung Schutz vor Überfällen garantierten.


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07.11.2010 um 21:28
Die militärische Sicherung von Wasserstellen und die Kontrolle der wichtigsten Handelsrouten durch die Sahara gehörten also zu den Eckpfeilern ihrer Macht. Mineralogen bestätigen zudem die in den antiken Schriften erwähnte Quelle des Reichtums: Weiter südöstlich im libyschen Grenzgebiet zum Tschad gibt es um den Vulkanberg Wau en-Namus herum noch heute ergiebige Fundstellen für den grünlich schimmernden Halbedelstein Amazonit. Darüber hinaus gewannen die Garamanten Salz in ausgetrockneten Seebetten – die Wüste war Jahrtausende vor ihnen ein durchaus fruchtbarer und wasserreicher Ort gewesen.


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07.11.2010 um 21:29
@KlausBärbel

Oder man überfiel die Karawane selbst wenn es kein Wegzoll bezahlt wurde.


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07.11.2010 um 21:32
@Keysibuna
Meinst du? Dann hätte man sich bestimmt auf Dauer von den Karawanen verabschieden müssen. Hätte sich ja rumgesprochen.

Im Herzen Afrikas war Salz als Würze und Konservierungsmittel sehr gefragt. Die heute im Wadi lebenden Berber nennen den von Liverani entdeckten Karawanenposten bezeichnenderweise Aghram Nadharif – "Stadt des Salzes". Nur 25 Kilometer weiter südlich fanden die italienischen Archäologen eine weitere Befestigungsruine. Liverani ist sicher: Zusammen mit den Befestigungen von Fehwet und Aghram Nadharif bildete diese kleine Rundburg das südliche Tor zum Reich der Garamanten. Davon hatten die antiken Chronisten noch keine Kunde.

Konnte sich dieser Wüstenstaat wirklich mit den römischen und griechischen Kolonialmächten an der Küste messen? Oder wurde er von Rom im Lauf der Zeit unterjocht? Mario Luni, der langjährige Grabungsleiter der griechischen Metropole Cyrene an Libyens Nordostküste, glaubt an einen florierenden Karawanenhandel zwischen Kolonisten und Garamanten. Das fruchtbare Umland von Cyrene hatte Olivenöl und köstlichen Wein zu bieten, im Gegenzug waren Felle und andere Tierprodukte der Wüstenstämme an der Küste sehr begehrt. Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr. übernahmen die Römer an der Küste Libyens die "Geschäftsleitung". Neben Sklaven gehörten wilde Tiere für die Arenen zu den wichtigsten Handelsgütern.


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07.11.2010 um 21:33
@Keysibuna
Hier ist noch was zu den Karawanen.

Da die Garamanten die Karawanenrouten aus dem Innern Afrikas kontrollierten, musste Rom sich mit ihnen arrangieren – oder sie besiegen. In den Jahren 21/20 v. Chr. wählte das Imperium das Schwert. Der kriegserprobte Cornelius Balbus Minor sollte als Prokonsul Afrikas mit 20.000 Soldaten Garama einnehmen. Noch nie zuvor hatten sich römische Truppen so weit nach Süden vorgewagt: tausend Kilometer durch die Hamada al-Hamra, die Rote Steinwüste, eines der heißesten Gebiete der Sahara. Manch ein Legionär dürfte diesen Gewaltmarsch nicht überlebt haben, zumal Plinius berichtet, die Garamanten hätten Brunnen mit Sand bedeckt. Dennoch soll Balbus die Städte Garama und Cydamus (das spätere Ghadames) erobert und andere sogar zerstört haben. Zumindest feierte er seinen Sieg mit einem Triumphzug durch Rom und ließ sich auf einem Reiterstandbild aus weißem Marmor in Siegerpose abbilden.


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07.11.2010 um 21:35
@KlausBärbel

Dann hätte man erst recht diesen Wegzoll bezahlt, damit sie unbehelligt da durch reisen konnten^^

Erinnert mich an Mafia Methoden; Feuerversicherung^^


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07.11.2010 um 21:36
@Keysibuna
Die Wüstenvölker waren ja immer ein bisschen für etwas rabiatere Methoden bekannt.

Die Römer beließen es bei der Machtdemonstration und schlossen eine Art Joint Venture. Die Garamanten lieferten Elfenbein, Gold, Straußenfedern, Tierhäute, Sklaven, rote Karfunkelsteine aus dem südlichen Äthiopien und wilde Tiere. Im Gegenzug erhielten sie mediterrane Luxuswaren, Amphoren und Glasgegenstände, wie archäologische Funde in ihren Siedlungen belegen.

Obwohl beide Seiten profitierten, beteiligte sich der König der Garamanten 22 n. Chr. an einem Aufstand gegen die Römer. Knapp fünfzig Jahre später griffen die Wüstenkrieger sogar Leptis Magna an, lange Zeit die zweitgrößte Stadt im gesamten Imperium. Tacitus berichtet in seinen "Historiae": "Erst der Einsatz der von Valerius Festus, dem Legaten Numidiens, entsandten Kohorten bewirkte die Flucht der Garamanten." Es folgte wieder eine Phase der Entspannung, als deren sichtbaren Ausdruck um 86 n. Chr. der König der Wüstenkrieger gemeinsam mit dem römischen Händler Julius Maternus aus Leptis Magna die erwähnte Sklavenexpedition unternahm. Offenbar waren die Garamanten inzwischen vor allem Händler, die ihre Interessen durchzusetzen wussten.


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07.11.2010 um 21:40
Insbesondere unter Kaiser Septimius Severus, der 145 n. Chr. selbst in Leptis Magna geboren wurde, blühte diese marmorweiße Stadt weiter auf. Der prunksüchtige Septimius, erster römischer Kaiser afrikanischer Herkunft, initiierte in seiner Geburtsstadt einen wahren Bauboom. Überdies veranstaltete er in Rom Tierhetzen mit Löwen, Bisons und Leoparden im großen Stil – der Saharahandel lief offenbar prächtig, daraus zogen die römische Handelsstadt wie das Garamantenreich Gewinn. Doch so ganz traute der Kaiser dem Frieden wohl nicht, denn er ließ zwischen etwa 202 und 211 n. Chr. den tripolitanischen Limes ausbauen, ein etwa 600 Kilometer langes Grenzsystem aus Wachposten und Kastellen im Vorfeld von Leptis. Ein weiterer Beleg dafür, dass die Garamanten ein wichtiger Handelspartner waren, aber immer auch ein potenzieller Gegner.


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07.11.2010 um 21:43
@KlausBärbel

Vertrauen ist gut aber Kontrolle ist besser hat er sich wohl gedacht^^


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07.11.2010 um 21:44
@Keysibuna
Noch was zum Ursprung des Volkes gefunden:

Woher kamen die Garamanten?

Königreiche entstehen nicht aus dem Nichts heraus, doch die Frühzeit der Wüstenkrieger liegt noch im Dunkel der Geschichte. Hatten es die Römer mit einer originär libyschen Hochkultur zu tun oder basierte sie auf einem Kulturimport beispielsweise aus Ägypten oder Phönizien? Stammten die Garamanten überhaupt aus Libyen oder kamen sie vielleicht aus der Tiefe Afrikas dorthin? Die Frage lässt sich auch so formulieren: Waren sie hell- oder dunkelhäutig? Ein mehr als 3000 Jahre altes Relief aus der Grabkammer des Pharaos Sethos I. (1291–1279 v. Chr.) im Tal der Könige zeigt, so steht dort zu lesen, eine Gruppe von Libyern. Auffällig sind neben Tätowierungen an Armen und Beinen die aufwändigen Haartrachten sowie mit Borten und Mustern verzierte Umhänge. Selbst wenn es sich dabei nicht um Garamanten handelt – offenbar lebten schon mehr als 800 Jahre vor Herodots Bericht wohlhabende Völker in Libyen.


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07.11.2010 um 21:46
@KlausBärbel

Die Garamanten waren ein im Fessan ansässiges antikes Volk der Berber.

Sie besiedelten spätestens seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. das Innere Libyens im heutigen Fessan.


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07.11.2010 um 21:47
@Keysibuna
Die Italienerin Francesca Ricci hat alle seit 1999 im Wadi Tanezzuft gefundenen menschlichen Knochen hinsichtlich besonderer anatomischer Merkmale untersucht und auch DNA-Proben gewonnen. Der Vergleich mit frühgeschichtlichen Funden aus Somalia und Äthiopien sowie aus dem östlichen Libyen ist nicht ganz eindeutig. Zwar gab es eine große Kontinuität im Genpool der libyschen Urvölker, andererseits waren sie aber wohl auch offen für Zuwanderer aus Schwarzafrika. So verweisen die Gendaten meist auf weißhäutige Ethnien, doch einer der Toten war negroid. Allerdings sind diese Ergebnisse noch nicht repräsentativ.


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07.11.2010 um 21:49
@KlausBärbel

In einem Grab liegen Tote von weißer und schwarzer Hautfarbe, wie die DNA-Analyse ergeben hat.


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07.11.2010 um 21:50
@Keysibuna
Vielleicht war es ein Mischvolk, dass aus allen Hautfarben bestand.


Lässt sich wenigstens klären, ob die Garamanten Macht und Wissen selbst entwickelt oder importiert hatten? David Mattingly betont den Einfluss des Nachbarn am Nil. Indizien dafür seien Funde ägyptischer Waren in den königlichen Gräbern von Garama wie auch deren pyramidenförmige Bauweise. Der Brite spekuliert sogar, im Tempel der Hauptstadt sei dem ägyptischen Gott Amun gehuldigt worden, so wie in der unweit der libyschen Grenze gelegenen Oase Siwa. Auch das Knowhow im Wassermanagement sei aus dem Niltal in den Fessan gelangt.


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07.11.2010 um 21:52
@Keysibuna
Di Lernia ist anderer Ansicht: "Die frühen Hirtenvölker Libyens wurden zu den Garamanten." Es sei gerade das Besondere an dieser Kultur, dass sie in der langen Tradition der libyschen Urbevölkerung des Fessan stand. Belege für massenhafte Einwanderungen oder gar einen kompletten Wechsel der Bevölkerung habe man schließlich nicht gefunden. Veränderungen in der Begräbnispraxis und in den Felszeichnungen seien Zeichen schrittweiser Entwicklung. Die ihren Grund in einer Klimaveränderung hatte: Als die Wüste vor 5000 Jahren allmählich die fruchtbare Savanne verdrängte, mussten sich die einheimischen Nomadenvölker anpassen. Weitläufiges Umherziehen konnte tödlich sein, das Leben konzentrierte sich auf die schwindenden Wasservorkommen.


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