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Wohin geht die Türkei unter Erdogan?

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Themen-Wiki: Wohin geht die Türkei unter Erdogan?

Wohin geht die Türkei unter Erdogan?

26.02.2019 um 13:52
Kc schrieb:Skurril ist nur, dass der Sultan speziell in Deutschland eine große Fanbase hat.
Siehe Wahlergebnisse. Leute, die von seinen Entscheidungen und Aktionen gar nicht konkret betroffen sind, wählen also einen Autokraten.
Was für (Moral)Vorstellungen haben diese Türken denn?

Warum leben und arbeiten sie hier, wenn ihnen die Erdogan-Türkei so gut gefällt und ihnen das Land scheinbar so gute Aussichten bieten würde?

Kann ich immer nicht so recht nachvollziehen.
Die sind schon betroffen. Wenn du als Türke gelten willst musst du sozusagen einiges für dein Vaterland tun, sonst wirst du in der Gemeinschaft nicht für voll genommen.

Die Familie und die Sippe spielt eine grosse Rolle und das gibt somit die Moral vor.

Die Türken die sich integriert haben, haben sowieso die deutsche Staatsbürgerschaft. Die mögen dann mehr nach Deutschland hin orientiert sein, falls sie nur einen Pass haben.
Kc schrieb:Aber leben in der Türkei und mit den Entscheidungen des Präsidenten, leben unter Bedingungen, wo man schon wegen einer falschen Äußerung als Terrorist inhaftiert wird...nee dann lieber doch nicht.
Da bleibt man dann doch lieber im blöden Deutschland :D
Man kann ja zb. in Saudi Arabien arbeiten, das heisst aber nicht das man Araber sein möchte.
whatsgoinon schrieb:Ebenfalls verorte ich einen erheblichen Minderwertigkeitskomplex. Und klar: man schielt eben trotzdem in den Westen und missgönnt den wirtschaftlichen Erfolg. Nur die Analyse wie es dazu kam, die scheut man.
Vielleicht wissen sie was es bedarf und denken sich, dass es das nicht wert ist. Man sieht ja was Revolutionen angerichtet haben, Mao, Stalin usw.
Kc schrieb:Dass danach die Vorräte leer sind und es noch eine Weile hin bis zur nächsten Ernte...egal :Y:
Nein ist nicht egal. Das ist extrem wichtig. Nur ist die Story so, dass viele Türken zu recht und unrecht glauben einem Wirtschaftskrieg ausgesetzt zu sein. Diese Verschwörungstheorie ist aber nicht unbedingt aus der Luft gegriffen.
jedimindtricks schrieb:Und klar , die Vorstellungen orientieren sich eher an Systeme wie in Syrien und Co und sind nicht kompatibel.
So ist es.
lawine schrieb:man lebt in der Diaspora und versucht diese entsprechend den althergebrachten Vorstellungen zu gestalten.
So ungefähr.
doetz schrieb:Meinst du die Verehrer rücken von ihrem Führerkult auch wieder ab, wenn sie merken, dass es wirtschaftlich bergab geht?
Im Prinzip ja, ausser sie haben das Gefühl wie werden angegriffen. Der Coup, Wirtschaftssanktionen vom Westen z.b. man darf bestimmte Geschäfte mit Iran usw. nicht machen.
doetz schrieb:Der einfache türkische Bürger hat keine Chance sich objektiv über die aktuelle türkische Politik zu informieren. Die Lust und die Möglichkeit dazu wurden ihm schon vor langem genommen.
Kein Mensch auf der Welt hat diese Chance. Wenn man das aber versucht, kommt man schnell an seine Grenzen.

Jeder muss seine Inforamtionskonsum extemst vereinfachen. Die Welt ist zu komplex um Dinge ansatzweise zu verstehen. Informationsstress kann auch schädlich sein. Manche Völker vereinfachen mehr als andere. Man findet erst später raus wer überlebt bzw. wer die bessere Taktik hatte.


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26.02.2019 um 17:33
epikur schrieb:Kein Mensch auf der Welt hat diese Chance. Wenn man das aber versucht, kommt man schnell an seine Grenzen.
Es gibt grundlegende Unterschiede. Im Westen werden z.B. Enthüllungsjournalisten nicht sofort als Vaterlandsverräter angeklagt und/oder aus dem Land gejagt. Erdogan forciert aber solche Vorgehensweisen, weil es ihm so in den Kram passt. Er möchte nicht kritisiert werden, die Schäfchen sollen nicht aufwachen. Seine Wählerschaft steigt da leider voll mit ein.
epikur schrieb:Jeder muss seine Inforamtionskonsum extemst vereinfachen. Die Welt ist zu komplex um Dinge ansatzweise zu verstehen. [...] Manche Völker vereinfachen mehr als andere. Man findet erst später raus wer überlebt bzw. wer die bessere Taktik hatte.
Das kannst du dir vielleicht selber auf die Fahne schreiben und vielleicht mag das für dich stimmen, aber diese Aussage hat überhaupt keine Allgemeingültigkeit. Du machst es dir mit dieser Aussage ziemlich einfach. Mit dieser Einstellung wird man die Welt um sich herum natürlich nicht verstehen können.
Und das was du über das Vereinfachen etc. sagst drückt sich dann im Erfolg bzw. Misserfolg ganzer Nationen aus.
epikur schrieb:Viele Menschen dort wollen kein westliches System. Sie haben ihre eigenen Moralvorstellungen.
Die Moralvorstellung der Türken geht mMn. vor die Hunde, weil die ganzen Werte durch eine inflationäre Benutzung verschlissen wurden. Auf der anderen Seite kann man sich darüber streiten, ob diese Vorstellungen jemals so ausgeprägt waren, wie von uns Türken immer angenommen wird.

Von einer Moralvorstellung könnte man sprechen, wenn die Menschen sich wirklich darüber selbstständig Gedanken machen würden oder gemacht hätten und ihre Vordenker aus den eigenen Reihen hervorgebracht hätten. Stattdessen wird alles von oben diktiert, so wie es die jeweiligen Machthaber eben haben wollen.

Ich finde es sehr traurig, aber ein Großteil dieser vermeintlichen "Moralvorstellungen" drehen sich im Grunde genommen nur darum wer mit wem wann Sex haben darf.
Und die Verfechter dieser Moralvorstellungen sind meist nicht sehr erfolgreich in dem, was sie da predigen.
Schlimmer wird es dadurch, dass all die anderen Bereiche, in denen Anstand und Vernunft wichtig sind, vernachlässigt werden.


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26.02.2019 um 21:25
epikur schrieb:Man kann ja zb. in Saudi Arabien arbeiten, das heisst aber nicht das man Araber sein möchte.
Einfach nur irgendwo leben und arbeiten ist eine Sache. Seinen Landsleuten zu Hause durch seine Wahl das Leben schwer zu machen, ohne selbst wirklich betroffen zu sein, eine andere.
Ich finde es nicht in Ordnung, Erdogan zu wählen, dann doch aber lieber dauerhaft in Deutschland zu leben und nur ab und zu mal für einen kurzen Besuch im Ursprungsland vorbei zu schauen.
Das ist meine Sichtweise.

Inwiefern ist die Türkei einem Wirtschaftskrieg ausgesetzt?
Es macht sich halt nicht so gut, wenn der Präsident über Monate hinweg, mittlerweile fast Jahre, regelmäßig gegen alles und jeden pöbelt und droht, der nicht so will, wie er das gerne hätte. Einige Zeit war es gegenüber Deutschland sehr drastisch. Nichts als Beschimpfungen und Drohungen. Es macht sich ebenfalls nicht gut, wenn man einfach so Firmeninhaber enteignet, ins Gefängnis steckt und die Firmen als Geschenke an seine Anhänger verteilt ebenso, wie staatliche Posten.
Oder wenn man nach Belieben jeden Kritiker, besonders Journalisten, als Gülen-Anhänger/Terroristen bezeichnet und inhaftiert.

Das gefällt Investoren ebensowenig, wie Handelspartnern.

Ich würde auch nicht mit jemandem wirtschaftliche Beziehungen pflegen, der mir über Monate hinweg droht und mich vulgär beschimpft.
Den Abschwung hat Erdogan selbst verschuldet.


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27.02.2019 um 01:31
@Kc
Seinen Landsleuten zu Hause durch seine Wahl das Leben schwer zu machen, ohne selbst wirklich betroffen zu sein, eine andere.
Ich glaube nicht, dass dies die Intension dahinter ist.
Ich denke die die ihn wählen, werden dies schon mit der Überzeugung tun, dass er dem Land gut tut, in das sie ja evt. mal wieder zurück und ihre Rente verbringen wollen.
Ich denke sie denken, dass die die ins Gefängnis kommen , dies schon verdient haben und sie denken nicht daran, dass sie auch davon betroffen sein könnten.
Das wirft nun kein besseres Licht auf die Wähler, aber ein anderes ;)
Wie schon des öftern angesprochen, hat der Kerle nunmal nen dicken Kredit bei der Bevölkerung weil unter seiner Regentschaft die Wirtschaft ziemlich anzog.
Darum glauben sie auch nicht, dass die Probleme Erdogans schuld sind... ging ja früher auch immer gut mit Erdi… kann ja nicht seine Schuld sein.
Umsomehr Druck von Aussen kommt umsomehr glauben sie ihm. Dann errichten sie ne Wagenburg,
Klar jeder Kredit ist mal aufgebraucht.. aber das braucht wohl noch etwas.
Ich würde auch nicht mit jemandem wirtschaftliche Beziehungen pflegen, der mir über Monate hinweg droht und mich vulgär beschimpft.
Naja auf den amerikanischen Markt kann man schwer verzichten ;) (Sorry musste sein)


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27.02.2019 um 10:50
epikur schrieb:Vielleicht wissen sie was es bedarf und denken sich, dass es das nicht wert ist.
Nun, wer so denkt stösst natürlich auch keine Veränderung an. Muss man auch nicht. Wir hätten dann wahrscheinlich noch Arbeitstage von 12 Stunden oder schlimmer: die Leibeigenschaft. Ich denke kaum, dass sich Menschen generell gegen Freiheit und das freie Wort sträuben. In der Türkei steht es um Beides nicht besonders gut.
Kc schrieb:Einfach nur irgendwo leben und arbeiten ist eine Sache. Seinen Landsleuten zu Hause durch seine Wahl das Leben schwer zu machen, ohne selbst wirklich betroffen zu sein, eine andere.
Hier stösst das Wahlrecht meiner Meinung nach an seine Grenzen. Gerade die Diaspora hätte ja grundsätzlich die Möglichkeit, Dinge von aussen zu betrachten.


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27.02.2019 um 11:22
whatsgoinon schrieb:Gerade die Diaspora hätte ja grundsätzlich die Möglichkeit, Dinge von aussen zu betrachten.
ich meine mich zu erinnern, dass in den 1980er Jahren vorallem sehr fromme/tradtionell lebende Einwanderer aus der Türkei nach D kamen (zB die junge Cousine vom Land für den hier lebenden Sohn,....).
aber auch solche, die zB wegen des bestehenden Kopftuchverbotes IN der Türkei ins liberale Deutschland auswanderten um hier ihre Religion nach strengen Maßstäben leben zu können.

man sollte ihnen ihre Unterstützung der Re-Islamisierung ala RTE nicht verübeln


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27.02.2019 um 11:43
lawine schrieb:man sollte ihnen ihre Unterstützung der Re-Islamisierung ala RTE nicht verübeln
Mitnichten. Ich verwies nur auf die Möglichkeit und den Diskurs, sich mit Dingen auseinanderzusetzen. Es wirkt halt absurd, wenn man ein freiheitliches Lebensmodell wählt und dabei die gegenteiligen Strukturen lebt.


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27.02.2019 um 11:55
whatsgoinon schrieb:Es wirkt halt absurd, wenn man ein freiheitliches Lebensmodell wählt und dabei die gegenteiligen Strukturen lebt.
man (keine Verallgemeinerung alle türkeistämmigen Einwanderer betrefffend, damit das klar ist. es geht nur um die Unterstützer Erdogans!) hat einen freiheitlichen Raum gewählt um ein unfreies Lebensmodell zu leben (Benachteiligung von Frauen, Zwangs - und Kinderehen inklusive).
so würde ich den Satz formulieren.


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27.02.2019 um 12:19
lawine schrieb:keine Verallgemeinerung alle türkeistämmigen Einwanderer betrefffend
Wo siehst du eine Verallgemeinerung? Es betrifft ja nur die, die es so handhaben... ;) Ich kenne genügend liberale Türken, etc.


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27.02.2019 um 12:28
doetz schrieb:Das kannst du dir vielleicht selber auf die Fahne schreiben und vielleicht mag das für dich stimmen, aber diese Aussage hat überhaupt keine Allgemeingültigkeit. Du machst es dir mit dieser Aussage ziemlich einfach. Mit dieser Einstellung wird man die Welt um sich herum natürlich nicht verstehen können.
Und das was du über das Vereinfachen etc. sagst drückt sich dann im Erfolg bzw. Misserfolg ganzer Nationen aus.
Das hat mit mir nur bedingt zu tun. Wenn zb. Aborigenes keine Raketentechniker werden wollen kann ich es verstehen. Nicht jeder Kultur hat die Ziele und Prioritäten wie die Europäer.
doetz schrieb:Es gibt grundlegende Unterschiede. Im Westen werden z.B. Enthüllungsjournalisten nicht sofort als Vaterlandsverräter angeklagt und/oder aus dem Land gejagt.
Das ist zur Zeit so, allerdings hat der Westen auch nicht die Herausforderungen die andere Staaten haben. Man braucht nur in die Geschichte schauen und sieht wie der Westen dann Probleme mit der Toleranz hat und es dann ganz schnell zu Weltkriegen kommt.
doetz schrieb:Die Moralvorstellung der Türken geht mMn. vor die Hunde, weil die ganzen Werte durch eine inflationäre Benutzung verschlissen wurden. Auf der anderen Seite kann man sich darüber streiten, ob diese Vorstellungen jemals so ausgeprägt waren, wie von uns Türken immer angenommen wird.
Wie zuvor gesagt, steht die Türkei machtpolitisch nicht allzuschlecht da, wenn in der Nachbarschaft die Länder wie Kartenhäuser zerfallen.

Türkische Moralvorstellung ist z.b die Wichtigkeit der Familie. Im Westen um es aus türksicher Sicht zu beschreiben, weiss man nicht nicht mehr ob man Männlein oder Weiblien ist durch Gendermainstreaming.
doetz schrieb:Ich finde es sehr traurig, aber ein Großteil dieser vermeintlichen "Moralvorstellungen" drehen sich im Grunde genommen nur darum wer mit wem wann Sex haben darf.
Und die Verfechter dieser Moralvorstellungen sind meist nicht sehr erfolgreich in dem, was sie da predigen.
Schlimmer wird es dadurch, dass all die anderen Bereiche, in denen Anstand und Vernunft wichtig sind, vernachlässigt werden.
Mag stimmen, allerdings kann man sich auch darüber streiten wieviel Anstand und Vernunft im Westen herrscht.
Kc schrieb:Einfach nur irgendwo leben und arbeiten ist eine Sache. Seinen Landsleuten zu Hause durch seine Wahl das Leben schwer zu machen, ohne selbst wirklich betroffen zu sein, eine andere.
Wie ein anderer zuvor gesagt hat, glauben viele dran. Der Rest mag dann Mitläufer sein, das ist aber in der Türkei dann genauso.
Kc schrieb:Es macht sich halt nicht so gut, wenn der Präsident über Monate hinweg, mittlerweile fast Jahre, regelmäßig gegen alles und jeden pöbelt und droht, der nicht so will, wie er das gerne hätte.
Wie ein anderer beschrieben hat. Das klappt ja bei in den USA zum Teil auch. Ausserdem im nahen Osten gehört es eben zur Kultur bestimmte Formen der Kommunikation zu nutzen.

Es ist immer ein Wirtschaftskrieg in der Welt zu gange. Wenn man Glück hat sitzt man am langen Hebel und kann die Vorteile geniessen ohne zu grosse Nachteile.
Kc schrieb:Den Abschwung hat Erdogan selbst verschuldet.
Das hast du durch deine Analysen festgestellt? Weil es doch so einfach ist eine tolle Wirtschaft zu haben, man muss nur mehr nett sein. Im Falle z.b Griechenlands funktioniert das Patentrezept wohl nicht sonderlich.
whatsgoinon schrieb:epikur schrieb:
Vielleicht wissen sie was es bedarf und denken sich, dass es das nicht wert ist.
Nun, wer so denkt stösst natürlich auch keine Veränderung an. Muss man auch nicht. Wir hätten dann wahrscheinlich noch Arbeitstage von 12 Stunden oder schlimmer: die Leibeigenschaft.
Wir hätten dann auch nicht diese grausamen Weltkriege. Vielleicht hat es sich gelohnt. Ich weiss nicht, ob immer 12 Stunden gearbeitet wurde zb. habe ich nicht gehört, dass Aborigenes immer 12 Stunden in Leibeigenschaft arbeiten mussten. War wohl nicht immer der Fall.
whatsgoinon schrieb:Hier stösst das Wahlrecht meiner Meinung nach an seine Grenzen. Gerade die Diaspora hätte ja grundsätzlich die Möglichkeit, Dinge von aussen zu betrachten.
Tut sie auch. Sieht eben auch nicht viel anders aus von Aussen, für viele. Es gibt keine Objektivität. Jeder hat sein eigenes Filter.

Wenn die Geburtenraten bei Deutschen zurückgehen ist es zb. von der türkischen Kultur aus kein grosser Erfolg.
whatsgoinon schrieb:Mitnichten. Ich verwies nur auf die Möglichkeit und den Diskurs, sich mit Dingen auseinanderzusetzen. Es wirkt halt absurd, wenn man ein freiheitliches Lebensmodell wählt und dabei die gegenteiligen Strukturen lebt.
So ist es manchmal im Leben. Manchmal muss man in ein liberales Land gehen um seine Konservativen Lebensstil zu leben. Schaumal auf die Amishpeople als Beispiel. Das Leben ist voll mit Widerspüchen wenn man konventionell denkt.


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Wohin geht die Türkei unter Erdogan?

27.02.2019 um 13:02
@epikur

Öhm, was heißt Analyse?

Du willst ja wohl nicht leugnen, dass der gute RTE und seine Lakaien vor allem nach dem ominösen Putschversuch über Monate hinweg sehr drastisch und in weniger drastischer Form bis heute gegen Deutschland gepöbelt und gedroht haben.
Das sind Tatsachen. Und nicht nur bloße Erfindungen der BILD, nicht wahr?
Der Tenor war beständig:,,Fuck you, scheiß Deutschland, wir machen, was wir wollen, ihr seid Nazis, ihr unterstützt Terroristen, wir kommen, wann und wohin wir wollen und wenn jemand was dagegen hat, gibt's Stress...".

Zusätzlich zu den ganzen willkürlichen Inhaftierungen von allen möglichen Leuten, die nicht 100% pro Erdogan und AKP waren. Journalisten, Staatsanwälte, Richter, Lehrer...dann noch Enteignungen...
Alles ,,Gülen-Anhänger" und/oder ,,Terroristen". Diese Siegel wurden so inflationär gebraucht, wie es nur geht.

Man muss keine großangelegte wissenschaftliche Studie durchführen, um zu erkennen, dass sich sowas negativ für internationale Handelsbeziehungen auswirkt.
Du willst doch wohl auch keine wissenschaftliche Studie darüber, ob es gerade draußen heller Tag in Deutschland ist.

Wenn ich einen meiner wichtigsten Handelspartner, Deutschland/EU, fortwährend vulgär beschimpfenund bedrohe, muss ich mich nicht wundern, dass der irgendwann deutlich zurückhaltender wird, was unsere Handlungsbeziehungen angeht.
Das hat mit Wirtschaftskrieg nichts zu tun.
Es ist lächerlich, anzunehmen, dass man erst brüllen kann:,,Ich mach dich fertig, ich schlag dich zusammen, f** you!" und dann wenig später lächelnd ankommen und meinen kann:,,Hey mein Freund, wie sieht's aus, willst du mir nicht dieses tolle Produkt abkaufen oder in mein Projekt investieren?"

Ich bezweifel auch stark, dass sowas normale Kommunikationsmethoden im türkischen, arabischen oder orientalischen Raum sind.
Sich dicke aufplustern, schimpfen und mit Gewalt drohen sind normale Kommunikationsformen im Nahen Osten?

Kann mir gestohlen bleiben.


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Wohin geht die Türkei unter Erdogan?

27.02.2019 um 13:32
Kc schrieb:Du willst ja wohl nicht leugnen, dass der gute RTE und seine Lakaien vor allem nach dem ominösen Putschversuch über Monate hinweg sehr drastisch und in weniger drastischer Form bis heute gegen Deutschland gepöbelt und gedroht haben.
Deine Argumentation fängt mit "ominöse Putschversuch" an. Das ist Verschwörungstheorie.

Aber wenn es ein echter Putchversuch war, davon ist auszugehen, da keine Beweise dagegen voliegen, dann kann man verstehen wieso Erdo und viele aus der Türkei so antiwestlich reagierten. Weil man immer das Gefühl hatte, dass der Westen wenigstens ein bisschen zu den Putschisten hielt. So ähnlich wie bei dem Ägyptenputsch.
Knapp sechs Wochen nach dem Putschversuch räumte Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) Fehler der Bundesregierung im Umgang mit der Türkei nach dem Putschversuch ein und bedauerte einen zu wenig empathischen Umgang. Gabriel sagte beim „Tag der offenen Tür“ der Bundespressekonferenz am 28. August 2016 in diesem Sinne:

„Wahrscheinlich hätten wir schneller hinfahren müssen, am selben Tag oder am Tag danach. Wahrscheinlich hätten wir viel stärker unsere emotionale Beteiligung zeigen müssen. Nicht nur die türkische Staatsführung um Präsident Erdoğan, sondern auch seine Gegner in der Opposition oder türkischstämmige Menschen in Deutschland fühlen sich von uns zurückgewiesen. Die Brücken zur Türkei dürfen aber auf keinen Fall abgebrochen werden – auch nicht wegen der harten Reaktion Erdoğans mit Tausenden Verhaftungen.“[344][345]

Putschversuch_in_der_Türkei_2016
Kc schrieb:Man muss keine großangelegte wissenschaftliche Studie durchführen, um zu erkennen, dass sich sowas negativ für internationale Handelsbeziehungen auswirkt.
Du willst doch wohl auch keine wissenschaftliche Studie darüber, ob es gerade draußen heller Tag in Deutschland ist.
Das wäre nicht umbedingt dann Erdos Schuld sondern von vielen Türken. Die habe die Haltung des Westens gegenüber den Putschisten kritisiert. Sowas ist durchaus nachvollziehbar. Wenn man dann noch mit Verschwörungtheorien kommt, ist immer die Frage wer die Beziehung angefangen hat zu destabilieren bzw. wer zuerst das Fuck you gesagt hat.


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27.02.2019 um 14:24
@epikur

Präsident Erdogan ist derjenige, der den Takt vorgibt, nach dem seine Anhänger und Fans tanzen.
Er ist derjenige, der sich hinstellt und laut ruft:,,ICH bin der Präsident ALLER Türken! Wir Türken sind die besten Menschen der Welt, der blöde Westen respektiert uns nicht...".
RTE animiert und provoziert und lenkt seine Anhänger bewusst.
Natürlich ist es seine maßgebliche Schuld, wenn es in der Wirtschaft ob seiner Wutausbrüche und Tiraden schlechter läuft.

Er ist derjenige, der erst schimpft und droht, dann ankommt und lächelnd meint:,,Alles vergeben und vergessen oder mein Freund?" (schön, genauer war es der türk. Außenminister) und dann, wenn man das eher zögerlich hinnimmt, wieder sein wahres Gesicht zeigt, sich zu seinen Supportern wendet und meint:,,Da ist er wieder, der böswillige, neidische Westen!"

Der normale türkische Bürger kann nichts für die Aggressionen seines Präsis und ist nicht verantwortlich für einen Abschwung.


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Wohin geht die Türkei unter Erdogan?

27.02.2019 um 14:41
Kc schrieb:Der normale türkische Bürger kann nichts für die Aggressionen seines Präsis und ist nicht verantwortlich für einen Abschwung.
Stimme da nicht zu. Der normale Bürger hat ihn gewählt. Soweit ich mitbekommen habe reagiert er stark auf Wählermeinungnen. Er soll viele professionelle Meinungsstudien in Auftrag gegeben haben um die Stimmung im Volk auszuloten.

Oft war es sogar so, dass das Volk ihn für viel zu liberal hielt. So in der Kurdenpolitik. Erdogan versuchte die Kurden zu integrieren. Er verzichtete auf nationalistische Rhetorik und akzeptierte keinen türkischen Stammestribalismus. Das war dem Volk nicht nationalistisch genug.

Das war einer der 3 Punkte weswegen die Putschisten geputscht haben sollen. Wegen der schlechten Kurdenpolitik. Soll heissen, man hat die Terrororganisation PKK zu lange machen lassen.

Danach änderte Erdo seine Politik in der Frage. Er wird gewählt weil er aufs Volk hört.

Dabei ist die Wirtschaft nicht immer Priorität, speziell wenn es um die nationale Sicherheit geht.

Wenn es mit der Wirtschaft runtergeht, ist das meist multikausal.

Das wäre wie wenn man sagt, dass es nur einen einzigen Grund gibt warum die griechische Wirtschaft so schlecht ist.

Soweit ich mich erinnere hat der Mann das türkische GDP verdreifacht. Dann ist es eben verständlich dass er wohl zu recht Glaubwürdigkeit geniesst.


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27.02.2019 um 15:26
epikur schrieb:Der normale Bürger hat ihn gewählt
Lassen wir mal die ganzen Stimmzettel die nicht ausgefüllt und von der wahlkommission trotzdem angenommen wurden aus dem Spiel hm?


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27.02.2019 um 15:32
Paterson schrieb:epikur schrieb:
Der normale Bürger hat ihn gewählt
Lassen wir mal die ganzen Stimmzettel die nicht ausgefüllt und von der wahlkommission trotzdem angenommen wurden aus dem Spiel hm?
Falls es keine Meinung sondern eine Behauptung ist, sollte es auch Belege geben.


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Wohin geht die Türkei unter Erdogan?

27.02.2019 um 15:34
epikur schrieb:Falls es keine Meinung sondern eine Behauptung ist, sollte es auch Belege geben.
Was beim letzten verfassungsreferendum funktioniert hat, hat vorher bestimmt auch gut geklappt


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Wohin geht die Türkei unter Erdogan?

27.02.2019 um 15:38
Paterson schrieb:epikur schrieb:
Falls es keine Meinung sondern eine Behauptung ist, sollte es auch Belege geben.
Was beim letzten verfassungsreferendum funktioniert hat, hat vorher bestimmt auch gut geklappt
Du hast recht, hast mich überzeugt


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27.02.2019 um 18:19
epikur schrieb:Wir hätten dann auch nicht diese grausamen Weltkriege. Vielleicht hat es sich gelohnt. Ich weiss nicht, ob immer 12 Stunden gearbeitet wurde zb. habe ich nicht gehört, dass Aborigenes immer 12 Stunden in Leibeigenschaft arbeiten mussten. War wohl nicht immer der Fall.
Was an meiner Aussage hast du nicht verstanden?


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27.02.2019 um 18:25
whatsgoinon schrieb:epikur schrieb:
Wir hätten dann auch nicht diese grausamen Weltkriege. Vielleicht hat es sich gelohnt. Ich weiss nicht, ob immer 12 Stunden gearbeitet wurde zb. habe ich nicht gehört, dass Aborigenes immer 12 Stunden in Leibeigenschaft arbeiten mussten. War wohl nicht immer der Fall.
Was an meiner Aussage hast du nicht verstanden?
Keine Ahnung. Was hat denn Leibeigenschaft mit der Türkei zu tun?
whatsgoinon schrieb:epikur schrieb:
Vielleicht wissen sie was es bedarf und denken sich, dass es das nicht wert ist.
Nun, wer so denkt stösst natürlich auch keine Veränderung an. Muss man auch nicht. Wir hätten dann wahrscheinlich noch Arbeitstage von 12 Stunden oder schlimmer: die Leibeigenschaft. Ich denke kaum, dass sich Menschen generell gegen Freiheit und das freie Wort sträuben. In der Türkei steht es um Beides nicht besonders gut.
Also, wer so denkt wie ich geschrieben habe, ist nicht gegen Veränderung. Man wägt ab und entscheidet sich für oder dagegen. Völker haben verschiedene Prioritäten.

Nicht jede Veränderung ist gut. Man braucht nur die Revolutionen und die gescheiterten "Demokratisierungen" anschauen.


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