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Montags-Mahnwachen

6.110 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Krieg, Verschwörung, Frieden ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Montags-Mahnwachen

08.12.2014 um 21:31
@Landluft

Die Unterzeichner des Aufrufs sind gar nicht in der Position den Medien irgend etwas vorzuschreiben. Es handelt sich um Ex-Politiker, Kulturschaffende, Künstler, Schriftsteller, Liedermacher, Schauspieler, Filmemacher, Theologen, darunter ist ein Kabarettist, Dirigent, Wissenschaftler, Bürgerrechtler, sowie einige Journalisten und zwei bis drei Wirtschaftsvertreter. Medienkritik, wie sie im Aufruf zum Ausdruck kommt, muss man in einer Demokratie schon aushalten können. Deshalb ist dein Vergleich mit dem Dritten Reich daneben. Es wäre es sogar wünschenswert gewesen, wenn auch damals kritische Intellektuelle die Kriegstreiberei der Machthaber und der gleichgeschalteten Medien angeprangert hätten.


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Montags-Mahnwachen

08.12.2014 um 23:13
@Narrenschiffer
15 : 00 Marcus Steiner – Gerichtsbarkeit für Souveräne
http://www.friedensmahnwachen.at/1-globale-friedensmahnwache-in-wien/

Es gibt doch keine gar keine Gerichtsbarkeit für "Selbstverwalter" ?!


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Montags-Mahnwachen

08.12.2014 um 23:24
@che71

So weit nach unten im Programm habe ich gar nicht gescrollt.

Marcus Steiner war beim BZÖ (der ehemaligen Haider-Partei) und ist wie die gleich darüber im Programm befindliche Gudrun Knorrek bei dieser eigenartigen Waldviertler Freeman-Gruppierung.

http://www.profil.at/articles/1434/980/377419/die-zwangsvollstrecker-waldviertler-politsekte-weltbild


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Montags-Mahnwachen

09.12.2014 um 00:55
Und wieder weniger...
Auch der GEW-Landesverband Berlin distanziert sich
von "Friedenswinter"-Demonstration am 13.12.2014

Die GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft | Landesverband Berlin) schreibt soeben:
"Der GLV hat sich heute von der 'Friedensdemonstration' am 13.12. distanziert. Wir danken ausdrücklich allen SympathisantInnen für die konstruktive und solidarische Debatte. Der Beschluss im Wortlaut: 'Die GEW Berlin wird in Anbetracht der fehlenden Abgrenzung der Veranstalter*innen der Demonstration <Verantwortung für unser Land heißt: Nein zu Krieg und Konfrontation> am 13.12. gegenüber rechten Ideologien, u.a. aus dem Umkreis der <Montagsdemo>, nicht weiter für die Demonstration werben."
https://www.facebook.com/GEW.BERLIN/posts/846498025413760

https://www.facebook.com/Aluhut.fuer.Ken.site


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Montags-Mahnwachen

09.12.2014 um 01:01
Zitat von catharicathari schrieb:Die Unterzeichner des Aufrufs sind gar nicht in der Position den Medien irgend etwas vorzuschreiben.
Glücklicherweise hast du in diesem Punkt Recht, aber das hindert die Verfasser ja offensichtlich nicht daran, es nicht doch zu versuchen.
Zitat von catharicathari schrieb:Medienkritik, wie sie im Aufruf zum Ausdruck kommt, muss man in einer Demokratie schon aushalten können.
Selbstverständlich ist Kritik an den Medien zulässig und wünschenswert. Wie ich dir aber schon zu verdeutlichen versuchte - was leider nicht bei dir angekommen ist - findet sich in dem Aufruf nicht nur bloße Kritik, sondern der Versuch, eine bestimmte Art und Weise der Berichterstattung vorzuschreiben, was eben nichts anderes als Zensur ist.
Zitat von catharicathari schrieb:Deshalb ist dein Vergleich mit dem Dritten Reich daneben.
Auch hier hast du wieder nicht begriffen, was ich damit ausdrücken wollte. Deswegen versuche ich es noch einmal, und diesmal hoffentlich mit etwas mehr Erfolg: Mit dem Ende der Nazizeit begann auch das Ende der Pressezensur in Deutschland. Diese Errungenschaft sollten wir nicht aufs Spiel setzen durch blödsinnige Aufrufe von irgendwelchen Leuten, deren Zeit zum größten Teil abgelaufen ist.


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Montags-Mahnwachen

09.12.2014 um 09:45
@Landluft

Zensur bedeutet Kontrolle über das geschriebene Wort durch staatliche Stellen oder andere Personen in Machtpositionen. Ein öffentlicher Appell (Ausdrücken eines Wunsches oder einer Aufforderung) durch Kulturschaffende und Ex-Poitiker hat nichts mit Zensur zu tun, es ist Kritik am Konfrontationskurs in der hiesigen Berichterstattung.

Eine Generation, die den Krieg bestenfalls als Computerspiel kennt, sollte sich schon anhören, was die Kriegsgeneration zu sagen hat. Theo Sommer (84) von 1972 bis 1992 Chefredakteur der ZEIT schreibt:
Die Unterzeichner des Friedensaufrufs "Nicht in unserem Namen" haben recht: Wir brauchen eine neue Entspannungspolitik mit Russland.
http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-12/ukraine-krise-krieg-russland-eu-appell



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Montags-Mahnwachen

09.12.2014 um 11:51
@cathari

Offensichtlich im krassen Gegensatz zu dir finde ich bereits den Wunsch nach Zensur verwerflich, nicht erst deren Ausübung.

In der Zeit erschien ebenfalls dieser Kommentar zum Aufruf: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-12/russland-putin-westen-aufruf-katrin-goering-eckardt


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Montags-Mahnwachen

09.12.2014 um 12:25
@cathari
Zitat von catharicathari schrieb:Es wäre es sogar wünschenswert gewesen, wenn auch damals kritische Intellektuelle die Kriegstreiberei der Machthaber und der gleichgeschalteten Medien angeprangert hätten.
Was passiert ist. Nicht genug, aber die, welche es getan haben, bezahlten überwiegend dafür mit ihrem Leben oder ihrer Gesundheit. Was auch den Gegensatz zur heutigen Zeit darstellt.
Ich würde mir wünschen, auch @Landluft, sich mit irgendwelchen Vergleichen gen Nazizeit zurückzuhalten.

@Landluft
Zitat von LandluftLandluft schrieb: Selbstverständlich ist Kritik an den Medien zulässig und wünschenswert. Wie ich dir aber schon zu verdeutlichen versuchte - was leider nicht bei dir angekommen ist - findet sich in dem Aufruf nicht nur bloße Kritik, sondern der Versuch, eine bestimmte Art und Weise der Berichterstattung vorzuschreiben, was eben nichts anderes als Zensur ist.
Dem kann ich nicht zustimmen. Der Aufruf ist medienkritisch, was die Berichterstattung gegenüber Russland angeht, aber in meinem Verständnis ergebnisoffen formuliert. Man fordert ja nicht eine spezifische Richtung, sondern eine "verantwortungsvolle, auf soliden Recherchen basierende Berichterstattung." Das schließt alle Richtungen mit ein.

Der Wunsch nach Zensur hingegen wäre, den Staat aufzufordern, ein gewisse Art der Berichterstattung gefälligst zu unterbinden. Und davon kann in dem Aufruf wirklich keine Rede es.

Solche ausgewogen Aufrufe sind ein wünschenswerter Teil des öffentlichen Disputs. Ist man anderer Meinung, darf und soll man sich daran beteiligen. Aber etwas zu unterstellen, was meines Erachtens nicht aus dem Aufruf hervorgeht -und sicherlich nicht in der Intention der Verfasser liegt, halte ich für weniger konstruktiv. Die ganze Debatte ist schon verfahren genug.


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Montags-Mahnwachen

09.12.2014 um 23:22
@Lalaburg

Beim besten Willen vermag ich nicht zu erkennen, was du an dem Aufruf "ergebnisoffen" findest.

Noch einmal zum Verdeutlichen:
Wir appellieren an die Medien,

- ihrer Pflicht zur vorurteilsfreien Berichterstattung überzeugender nachzukommen als bisher. Leitartikler und Kommentatoren dämonisieren ganze Völker, ohne deren Geschichte ausreichend zu würdigen. Jeder außenpolitisch versierte Journalist wird die Furcht der Russen verstehen, seit NATO-Mitglieder 2008 Georgien und die Ukraine einluden, Mitglieder im Bündnis zu werden. Es geht nicht um Putin. Staatenlenker kommen und gehen. Es geht um Europa. Es geht darum, den Menschen wieder die Angst vor Krieg zu nehmen. Dazu kann eine verantwortungsvolle, auf soliden Recherchen basierende Berichterstattung eine Menge beitragen.
Hier wird eine Dämonisierung ganzer Völker unterstellt und postuliert, dass es für "außenpolitisch versierten Journalisten" nur eine einzige, nämlich Russland-unkritische Sichtweise geben darf. Der tiefste Griff in die Kloschüssel ist aber der Satz
Zitat von catharicathari schrieb:Es geht darum, den Menschen wieder die Angst vor Krieg zu nehmen.
Ja, verdammt noch mal, der Krieg ist in der Ukraine doch längst da! Wie soll den Menschen denn die Angst davor genommen werden in der Berichterstattung, wenn nicht durch das Verbot, darüber zu berichten?

Bei aller Liebe, das ist alles andere als "ergebnisoffen".


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Montags-Mahnwachen

09.12.2014 um 23:25
Der TE kommt ja fast wie ein Freak rüber, der Leute für seine Sekte gewinnen will...


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Montags-Mahnwachen

10.12.2014 um 00:15
@Landluft

Vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt. Nicht der Aufruf als Ganzes ist ergebnisoffen, aber die Passage hinsichtlich der Medien.
Zitat von LandluftLandluft schrieb:Hier wird eine Dämonisierung ganzer Völker unterstellt (...)
Dem stimme ich zu. Allerdings Völker, nicht Volk.
Zitat von LandluftLandluft schrieb: (...) und postuliert, dass es für "außenpolitisch versierten Journalisten" nur eine einzige, nämlich Russland-unkritische Sichtweise geben darf.
Das vermag ich nun wiederum nicht daraus zu lesen. Dort steht:
Zitat von catharicathari schrieb:Jeder außenpolitisch versierte Journalist wird die Furcht der Russen verstehen, seit NATO-Mitglieder 2008 Georgien und die Ukraine einluden, Mitglieder im Bündnis zu werden.
Dort steht: die Furcht der Russen verstehen. Ich deute das im Sinne eines Nachvollziehens. Nicht im Sinne von: Die Ereignisse in der Ukraine und die Rolle Russlands dabei einseitig gutheißen. Man kann, die Betonung liegt auf kann, die russische Furcht nachvollziehen und die russischen Sicherheitsinteressen im Hinterkopf haben. Ob sie gerechtfertigt sind, irrational überzogen oder irgendwo in der Mitte, steht dann auf einem anderen Blatt. In diesem Kontext kann man sich auch klar gegen die Art und Weise aussprechen, wie sich diese Furcht außenpolitisch manifestiert, sieh Krim, siehe Ostukraine.
Und zumindest in meiner Lesart geht es im Appell ja darum, sich wieder auf die Werte eines "Gemeinsamen Europäischen Hauses" zu besinnen. Kooperation statt Konfrontation. Einbindung statt Abgrenzung. Abwägung statt Vorverurteilung. Was Kritik an der Handlungsweise des Gegenübers selbstverständlich mit einschließt.
Der tiefste Griff in die Kloschüssel ist aber der Satz

Es geht darum, den Menschen wieder die Angst vor Krieg zu nehmen.

Ja, verdammt noch mal, der Krieg ist in der Ukraine doch längst da! Wie soll den Menschen denn die Angst davor genommen werden in der Berichterstattung, wenn nicht durch das Verbot, darüber zu berichten?
Nach mehrmaliger Lektüre vermag sich mir der tiefere Sinn auch nicht mehr nachdrücklich zu erschließen. Es geht vermutlich eher um einen Krieg zwischen den Großmächten, um die Ausweitung des Konfliktes in der Ukraine auf globaler Ebene. Ich stimme aber zu: Der Krieg ist schon da. Aber ein Verbot einer Berichterstattung, im Sinne eines Todschweigens, kann ich da nicht herauslesen.


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Montags-Mahnwachen

10.12.2014 um 09:40
Naja, das als Bevormundung anzusehen, ist wohl heißer gegessen, als gekocht.

Egal, hab da wat schönes:

Das Lieblingshassthema auf Montagsveranstaltungen

Jürgen Elsässer ist wahrscheinlich der größte Meister des Hasses unter den Friedensbewegten, das wird klar, wenn man sich noch mehr seiner Mahnwachen-Auftritte anschaut und anhört. Elsässers Parolen sind böse und schlimm. Doch das Allerschlimmste ist es, mitanzusehen, wie die Menschen auf ihn reagieren. „Ami, go home!“, sagt Elsässer unaufgeregt in ein Mikrofon, nachdem er über Amerika - das Lieblingshassthema auf Montagsveranstaltungen - gesprochen hat. Eine berauschte Menge schreit es ihm darauf nach. „Ami, go home!“ Immer und immer wieder.

So, wie sie da klatschen auf ihrer Mahnwache, so, wie sie brüllen, so werden auch die öffentlichen Worte Wladimir Putins in Russland gefeiert. Und so ist das wahre, heimliche Mastermind dieser deutschen „Friedensbewegung“ nicht Jürgen Elsässer, nicht Ken Jebsen, nicht sonst irgendwer, es ist der russische Präsident höchstpersönlich. Denn einerseits lebt Putin die antidemokratischen Ideale dieser Bewegung, andererseits verkörpert er Stärke. Eine Stärke, die wieder Zucht, Ordnung und Klarheit in das Leben all dieser verwirrten, friedensbewegten Deutschen bringen könnte. Denn sie sind die Überforderten, die Ausgestoßenen hier in der westlichen Welt. Genauso wie Putin ein Ausgestoßener in der Weltpolitik ist, jedoch ein sehr starker, mächtiger Ausgestoßener. Und deshalb sehnen sich diese Deutschen auch nach seiner festen und führenden Hand. Und deshalb ist diese neue „Friedensbewegung“ auch so gefährlich - weil sie nichts mit dem zu tun hat, was das demokratische Nachkriegsdeutschland eines Jürgen Habermas, eines Willy Brandt oder einer Angela Merkel ausmacht


http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/verschwoerungstheoretiker-formieren-sich-in-deutschland-13306679.html


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Montags-Mahnwachen

10.12.2014 um 09:48

Montagsmahnwachen
Eine neue Studie belegt, dass viele der Teilnehmer für rechte Thesen offen sind – auch wenn sie es selbst nicht so sehen

Wer für Frieden und Demokratie auf die Straße geht, hat Unterstützung verdient – diesen Satz würden sicherlich viele Menschen unterschreiben. Problematisch wird es allerdings, wenn sich zu allgemeinen Idealen krude Ansichten gesellen, mit denen man eigentlich nichts zu tun haben will. Bei den „Montagsmahnwachen für den Frieden“ vermuteten verschiedene Kommentatoren genau solche Verbindungen. Es wurde ein Übergewicht rechter Parolen und Personen ausgemacht, die sich unter dem Friedens-Mäntelchen zusammenfinden. Doch ganz so einfach ist es nicht, lautet das Fazit einer am Montag in Berlin vorgestellten Studie, die erstmals konkrete Ergebnisse liefert. Ziel der Untersuchung war, ein präzises Bild der politischen Orientierung der Mahnwachenteilnehmer zu bekommen. Herausgekommen ist ein Sowohl-als-auch.

Die im Zuge der beginnenden Ukraine-Krise aufgekommenen Demonstrationen verbreiteten sich seit März diesen Jahres von Berlin aus über verschiedene deutsche Städte. Diskussionen über den politischen Hintergrund der Montagsmahnwachen nährten sich durch Aussagen wie die des Initiators der Berliner Veranstaltungen, Lars Mährholz, der in seinem Aufruf „die tödliche Politik der Federal Reserve (einer privaten Bank)“ und das von der US-Notenbank betriebene „Schuldgeldzinssystem“ als Ursache für die ukrainische Situation erklärte. Aufgrund solcher und anderer Aussagen wurden seitens der Medien und Politik Vorwürfe laut, es handle sich bei den Montagsmahnwachen um eine Ansammlung antisemitischer sowie antiamerikanischer Außenseiter, deren verkürzte Systemkritik anschlussfähig für Rechtsextreme sei. Auch das Auftreten der in rechten Kreisen durch ihre Verschwörungstheorien bekannten Jürgen Elsässer, Ken Jebsen oder Andreas Popp führte verständlicherweise zu Kontroversen.

Während die politische Überzeugungen der Mahnwachenprominenz hinlänglich bekannt sind, blieben Vermutungen bezüglich der Teilnehmer bis jetzt spekulativ. Um das zu ändern, wurde in Zusammenarbeit des Zentrums Technik und Gesellschaft der Technischen Universität Berlin mit dem Verein für Protest- und Bewegungsforschung eine Studie durchgeführt. Befragt wurden Demonstranten beispielsweise nach der Selbsteinordnung in das linke oder rechte politische Spektrum, die sie aber meist verweigerten. Knapp 40 Prozent derjenigen, die an der Studie teilnahmen, lehnten diese Skala als überholt ab. Bezeichnenderweise definierte einer der Befragten die „Abschaffung altpolitischer Paradigmen und Bauernfängerphrasen wie beispielsweise 'links' und 'rechts'“ als Ziel des Protests. Immerhin 38 Prozent ordneten sich ins linke Lager ein, was verglichen mit Aussagen von Teilnehmern anderer Demonstrationen dennoch auffällig unterdurchschnittlich ist.

Ungeachtet dessen wurden Fragen nach bestimmten politischen Einstellungen so beantwortet, dass eine Nähe zu autoritären oder antisemitischen Ideologien offensichtlich ist. So stimmten die Befragten zu einem Drittel folgender Aussage ganz oder überwiegend zu: „Wir sollten einen Führer haben, der Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert.“ Dass Zionisten „sich weltweit an die Hebel der Macht gesetzt“ haben, sahen gut 27 Prozent der Befragten so. Des Weiteren wurde der Aussage, die Bundesrepublik sei kein souveräner Staat, mit gut 60 Prozent zugestimmt, während gut 50 Prozent die USA und ihr Militär als „der Knüppel der FED (US-Notenbank)“ degradierten. Insgesamt ergibt sich damit ein Bild diffuser Verbindung von obrigkeitshörigen, verschwörungstheoretischen Ansichten.

Neben diesen eindeutig rechten Überzeugungen fanden die Wissenschaftler bei den genannten Anliegen auch klassisch linke Themen wie Kapitalismuskritik oder das Ablehnen des geplanten Freihandelsabkommen TTIP. Die Befragten nahmen die Widersprüchlichkeit ihres Forderungskatalogs nicht als solche war, einer von ihnen propagierte: „Wir lassen uns nicht spalten“. Das erinnert zwangsläufig an Konzepte wie jenes der auch von Elsässer vertretenen Querfront, nach dem linke und rechte Positionen unter einem gemeinsamen Banner vereint werden sollen. Darauf angesprochen sprach der Mitautor der Studie und Koryphäe der Protest- und Bewegungsforschung Dieter Rucht von einer „doppelte Ambivalenz“. Diese sei geprägt durch das Nebeneinander mehrerer Teilgruppen mit unterschiedlichen Interessen einerseits, durch inkonsistente Weltbilder auch innerhalb dieser Gruppen andererseits. Einzig die Ablehnung gegenüber dem politischen System erzeugt Einigkeit, hier verneinten 93,9 Prozent der Mahnwachenteilnehmer ein „gutes Funktionieren“ der Bundesrepublik. Auch die Institutionen genießen laut Studienergebnis fast kein Vertrauen, egal ob Bundesregierung, Banken oder Medien.

Zwar beteiligen sich nachweislich ebenso linke Akteure an den Montagsmahnwachen, doch bleibt unter dem Strich der Eindruck einer Versammlung von Positionen, die eindeutig anschlussfähig für rechtsextreme Inhalte sind. Dass die Träger solcher oder ähnlicher Überzeugungen nicht gerne als politisch rechts bezeichnet werden, ist spätestens seit der Sarrazin-Debatte oder der offiziellen Selbstbeschreibung der AfD hinlänglich bekannt. Nach Aussage der Autoren der Studie konnte zwar nur zwei Befragten ein „geschlossenes, konsistentes rechtsextremes Weltbild“ nachgewiesen werden, der „Nährboden für populistische Instrumentalisierungen“ sei aber durchaus gegeben.

Dass viele der Äußerungen nachweisbar in einem paradoxen Verhältnis zueinanderstehen, sollte nicht über die Gefahr hinwegtäuschen, die in der Verbindung von allgemeinen Friedensbekundungen und dem Wunsch nach diktatorischer Führung liegt. Kategorien wie rechts und links mögen als Zuschreibungen nicht immer ausreichen, bei der Beschreibung der Montagsmahnwachen erscheinen sie definitiv sinnvoll.

https://www.freitag.de/autoren/jangreve/links-rechts-schwaeche

Deshalb: Querfront


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Montags-Mahnwachen

10.12.2014 um 11:39
@eckhart
Eine neue Studie belegt, dass viele der Teilnehmer für rechte Thesen offen sind – auch wenn sie es selbst nicht so sehen
Kalter Kaffee, die Studie ist keineswegs neu, sie wurde Mitte Juni dieses Jahres publiziert und sie stand hier auch schon zur Diskussion. Die Mahnwachen haben sich in der Zwischenzeit gewandelt. Kritiker von damals, wie etwa Reiner Braun oder Konstantin Wecker arbeiten jetzt mit der neuen Friedensbewegung zusammen. Die Kooperation für den Frieden, der Dachverband der deutschen Friedensbewegung, mit mehr als 50 friedenspolitischen Organisationen unterstützt gemeinsam mit den Mahnwachen den Friedenswinter, falls dir diese Entwicklung entgangen ist.
Die Kooperation für den Frieden unterstützt den „Friedenswinter 2014 / 2015“
Aufruf um zahlreiche Beteiligung an den Demonstrationen des 12. und 13. Dezember!
http://www.koop-frieden.de/



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Montags-Mahnwachen

10.12.2014 um 12:09
Zitat von catharicathari schrieb:Die Mahnwachen haben sich in der Zwischenzeit gewandelt.
Ich habe davon bisher nichts bemerkt.


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Montags-Mahnwachen

10.12.2014 um 12:16
@eckhart
Dochdoch, der Wandel ist vorhanden, von albern zu vollends lächerlich.
---

btw, seh gerade, dass sich eine NDS-Heulsuse über den FAZ-Artikel echauffiert. Was bedeutet: Letztere hat wohl den Nagel auf den Kopf getroffen.


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Montags-Mahnwachen

10.12.2014 um 12:17
Konstantin Wecker schreibt zum Problemfeld “Riß in der Friedensbewegung”

Liebe Freunde,
Manchmal kann es notwendig werden, dem eigenen Verstand ein reset zu verpassen.
Ich bin in den letzten Tagen nachdenklich geworden. Sehr nachdenklich.
Eigentlich wollte ich die Tage in Asien in Ruhe am Strand verbringen und Körper und Seele die notwendige Auszeit verpassen.
Nun aber brechen Ereignisse auf mich ein, die mich nicht zur Ruhe kommen lassen.
Einmal die schreckliche Zuspitzung des Ukrainekonflikts – und zum Anderen der Riss, der durch die Friedensbewegung geht oder gezogen wird.
Ich habe mich eindeutig positioniert. Mit Antisemitismus will und werde ich mich nicht gemein machen. Und in den Kommentaren, die wir hier und anderswo gelesen haben, gab es leider eine ganze Menge offen oder verkappt antisemitischer Ausfälle. Jutta Ditfurths Vorgehen wiederum mag man bewerten, wie man möchte, aber die massenhaften Mord- und Vergewaltigungsdrohungen, die sie abbekommen hat, sprechen eine deutliche Sprache, was für ein mieser Pöbel im Umfeld dieser Montagsdemos zumindest auch unterwegs ist. Und dafür habe ich überhaupt kein Verständnis.
Allerdings haben mich einige andere Kommentare geradezu angerührt.
Meistens ging es dabei um die Hoffnung der Menschen, dass die Friedensbewegung sich nicht kaputt dividieren lassen solle, gepaart mit dem völlig richtigen Impuls, jetzt auf die Strasse zu gehen, aktiv zu werden, die Veränderung nicht nur zu fordern, sondern zu sein. Das alles ist mir sehr sympathisch.
Bis vor wenigen Tagen kannte ich übrigens auch einen Herrn Jebsen gar nicht. Und einige Kommentatoren, die ihn auf meiner Seite aggressiv in Schutz nahmen, ohne dass ich ihn überhaupt angegriffen hätte, haben mich – nun ja – verwundert. Andere klangen sehr vernünftig. Alles in allem schwankte der Tonfall der Jebsen-Verteidiger von unverschämt und beleidigend bis zu ehrlich um Verständnis nachsuchend und Aufklärung erhoffend.
Vor einigen Tagen schrieb mir Jebsen selbst. Freundlich, fast freundschaftlich, und er lud mich ein zu einem Interview für seine Seite. Ich gehöre nun definitiv nicht zu den Menschen, die eine dargebotene Hand blind wütend ausschlagen. Aber ich möchte auch wissen, mit wem ich es zu tun habe und meinen guten Namen nicht missbrauchen lassen (und auch selbst entscheiden, für wen ich „Gastbeiträge“ schreibe…).
Sicherlich, ich frage mich seit einigen Tagen auch, ob es da vielleicht nicht eine berechtigte Müdigkeit der jüngeren Generation gibt, was die ewigen Grabenkämpfe der Ideologen betrifft. Und ob ich selbst nicht vielleicht schon zu alt, zu unflexibel bin, um mich dieser neuen Herausforderung zu stellen. Und das, obwohl ich mich immer für einen sehr unideologischen Menschen gehalten habe.
Andererseits – hat nicht gerade das Alter vielleicht manchmal wenigstens den Vorteil, etwas weitblickender zu sein, weil man schon viel erlebt hat?
Ich selbst sehe mich jedenfalls nach wie vor am ehesten als Anarchisten, wenn es denn schon ein -Ismus sein soll. Und An-Archie heisst: Freiheit von Herrschaft! Für eine solidarische Welt ohne Kapitalismus, in der ein gleichberechtigtes, positives Zusammenleben von Menschen jeglicher Herkunft, Religion, Hautfarbe, Geschlecht, Identität, mit Respekt vor der Natur möglich wird…
Nach wie vor: diese Ziele bleiben mir heilig. Und dann findet sehr schnell eine Unterscheidung statt zwischen völkischen Ideologen und kritischen Friedensbewegten. Mit “Frieden für ein starkes Deutschland” kann man bei mir definitiv nicht punkten. Nicht in den 80ern und auch nicht heute. Und damals waren mir übrigens auch jene Stalin-Linken sehr suspekt, die sowjetische Atomraketen irgendwie viel besser fanden als amerikanische.
Und was ist, frage ich mich, wenn Ken Jebsen wirklich Unrecht widerfahren ist, wenn er diffamiert wird, zum Beispiel wegen einer Mail, die er, wie ich es dem Netz entnehmen konnte, bestreitet geschrieben zu haben? Wie schnell ist das heute möglich!
Man sollte schon sehr, sehr vorsichtig sein, jemandem als “Antisemiten” zu stigmatisieren.
Nur sehe ich dann andererseits, dass Ken Jebsen seit geraumer Zeit intensiv mit dem Herrn Elsässer kooperiert. Und das schreckt mich dann wieder ab. Denn dieser ehemalige Linke feiert von der AFD und der FPÖ bis zur Blocher-Partei in der Schweiz so ziemlich alles, was rechts ist. Er hatte kürzlich eine unsägliche homophobe Konferenz zu verantworten, auf der die brutale Verfolgung der Schwulen und Lesben in Putins Russland verharmlost und gerechtfertigt wurde. Seit Neuestem kumpelt Herr Elsässer, der sich als Chefaufklärer in Sachen NSU aufspielt, auch noch mit Karl-Heinz Hoffmann herum: ganz genau, mit dem berüchtigten Wehrsportgruppenhoffmann! Und gegen diese grausige Figur haben wir Münchner spätestens seit dem Oktoberfestattentat 1980 eine, im wahrsten Sinne: Mordswut auf dem Herzen.
Am letzten Montag hielt nun Herr Elsässer eine Rede bei der Berliner Montagsdemo. Er sprach sehr links und ausgesprochen völkerbindend, ja, wie ein waschechter Antirassist. Ich muss mich dann aber doch fragen, was da los ist, wenn derselbe Mann am 19. Februar 2013 auf seinem Blog schrieb:
“Hilfe, die Roma kommen! Die wilde Einwanderungsflut bedroht die deutschen Städte. Ganze Roma-Dörfer kommen mit Sack und Pack und lassen sich in Elendsquartieren im Ruhrpott, in Mannheim und in anderen Städten nieder. Sprachkenntnisse: null. Arbeitsplätze: null. Was machen sie dann? Jeder weiß es.”
Ist er nicht doch ein Wolf im Schafspelz?
Ich will wirklich niemandem Unrecht tun. Ich höre auch, dass Ken Jebsen dem Herrn Elsässer wegen dessen Homophobie sehr öffentlichkeitswirksam die Luft aus dem Schlauch gelassen hat. Und wirklich, mir steht es fern, Leute unbesehen in irgendeine Ecke zu verfrachten, wo sie nicht hingehören.
Ansonsten ist auch mir klar, dass in der aufgeheizten Atmosphäre dieser Tage laufend neue Feindbilder konstruiert werden. Das stört mich. Mir selbst wird vermutlich mit meinem neuen Buch bald auch ein starker Wind entgegenblasen, da ich es wagen werde, Spiritualität mit politischem Engagement zu verknüpfen. Und dann wird in dem Buch auch noch der „Aufruf zur Revolte“ abgedruckt sein, den ich mit Prinz Chaos II. geschrieben habe. Ich ahne jetzt schon, dass es bestimmte linke Hardcore-Kreise geben wird, denen allein schon bei dem Wort „Spiritualität“ das Kotzen kommt – sowie bestimmte bieder-bürgerliche Kreise, die bei dem Wort „Revolte“ an die Decke gehen.
So hat ein jeder auf seinem Feld sich zu beweisen und kann nur hoffen, Schulterschluss zu finden mit ein paar anderen – ohne den Falschen auf den Leim zu gehen. Und so kann ich auch diesen Text nicht mit einem abschließenden Urteil beenden, sondern nur mit der aufgewühlten Nachdenklichkeit, die an seinem Anfang stand.
Mit homophoben Rassisten für den Weltfrieden? Das kann nicht klappen. Ich will und werde aber mit jedem und jeder zusammen für den Frieden, gegen Ausbeutung und für eine bessere, würdigere Welt kämpfen, der und die ehrlichen Herzens ist.
Ich wäre insgesamt sehr froh, wenn wir zu einer offenen und freundlichen Auseinandersetzung finden würden. Ich habe meine Bedenken unmissverständlich vorgetragen. Ich werde auch ohne Vorbehalte zuhören, wenn man gute Gründe vorträgt, diese Bedenken zu zerstreuen.
Sehr gut gefällt mir ein kluger Beitrag des Rappers Kaveh, den ich auf der Seite “Die Freiheitsliebe” gefunden habe. Der junge Mann schreibt nach einer sehr fundierten Analyse über die Montagsdemos:
“…dass jedoch eher unpolitische bzw. politisch nicht klar einzuordnende Bürger und Menschen aus dem sog. verschwörungstheoretischen Spektrum es schaffen, tausende von Menschen für Demos zu mobilisieren scheint relativ neu zu sein. Daher sollten sich Linke schon die Frage stellen und darüber diskutieren, ob sie in diesen mit dem politischen und wirtschaftlichen System unzufriedenen Menschen nicht strategische Verbündete sehen sollten, anstatt sie zu dämonisieren? Natürlich vorausgesetzt, diese verfolgen keine rassistischen, homophoben, antisemitischen oder andere diskriminierende Meinungen und Ziele.”
Wenn Kaveh zu Recht meint, dass viele Linke keinen Systemwechsel wollten, weil sie zu sehr mit den “transnationalen Konzernen, bürgerlichen Parteien und Mainstreammedien” verbandelt sind, muss ich ihm trotzdem widersprechen. Mich jedenfalls kann er damit nicht meinen.
Ich bin nämlich durchaus der Meinung, dass nur ein Systemwechsel eine gerechtere Welt erschaffen kann.
Und ich rufe weiterhin zur Revolte auf.

Euer Konstantin

Die Art Revolte, zu der er aufruft, gibts noch gar nicht !
Noch lange, lange nicht!


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Montags-Mahnwachen

10.12.2014 um 13:46
@eckhart
Zitat von eckharteckhart schrieb:Konstantin Wecker schreibt zum Problemfeld “Riß in der Friedensbewegung”
Der Text stammt vom 24. April 2014. Der Riss besteht nicht mehr. In der Zwischenzeit haben Gespräche stattgefunden und man hat sich gefunden. Konstantin Wecker unterzeichnete den Aufrufs zum Friedenswinter.
Friedenswinter: Friedensbewegung mobilisiert

Nein zu Krieg Eine große Zahl Organisationen aus der Friedensbewegung mobilisieren gemeinsam gegen die weltweit zunehmenden Kriege und die weitere Aufrüstung.

Unterstützt von Prominenten wie Eugen Drewermann, Daniela Dahn, Reinhard Mey, Peter Sodann und Konstantin Wecker zeigen sich Vertreter des Bündnisses besorgt über die Äußerungen des Bundespräsidenten, der Bundesregierung sowie von Teilen der Opposition, Deutschland müsse sich mit mehr Truppen, dem Ausbau der Rüstungsproduktion und des Exports von Waffen weltweit militärisch engagieren. Erstmals findet die Berliner Demonstration vor dem Bundespräsidialamt statt.
https://www.freitag.de/autoren/awilmen/friedenswinter-friedensbewegung-mobilisiert



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Montags-Mahnwachen

10.12.2014 um 13:51
In der Zwischenzeit ist haben Gespräche stattgefunden und man hat sich gefunden.
Mit wem? Haben sich zB. Elsässer, Jebsen und Co gefunden ? Und wenn ja, mit wem?


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Montags-Mahnwachen

10.12.2014 um 14:03
@eckhart
Naja, der Wecker tanzt halt auf vielen Hochzeiten. Trotz des Textes hat er bereits zu Beginn der Manhwachen nicht so recht gewusst, ob er sich lieber distanzieren oder sympathisieren soll. Jedenfalls scheint ihn der Friedenswinter nicht akut zu beschäftigen. Auf seiner HP und bei FB promotet er lieber seine Tour und gibt Einschätzungen zu akt. Ereignissen ab.


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