Panaetius schrieb:Die NATO und die einzelnen NATO-Staaten müssen gegenüber ihren Wählern Rüstungsausgaben rechtfertigen, daher glaube ich nicht, dass alles nur leeres Geschwätz ist.
Die russische Bedrohung entsteht ja nicht erstrangig dadurch, dass deren Arsenale voll wären und wir einer hochmodernen Rüstungsindustrie entgegentreten müssten, sondern dadurch, dass Putin meint, souveräne Nachbarn überfallen zu müssen, da er erstens nunmal Bock auf Krieg hat und zweitens eben feuchte Träume bekommt, sobald er eine Karte aus der Zeit Alexander des Großen sieht.
Bei den 'Begründungen", wieso er Krieg braucht, könnte man wesentlich weiter ausholen, das ist aber im Grunde auch eher nebensächlich, da es entweder an den Haaren herbeigezogen oder selbst verschuldet ist.
Worum es tatsächlich geht, ist, dass Russland ein imperialistisches Land ist, welches nur dadurch aufgehalten wird, dass man selber Stärke zeigt (Aufrüstung/Entschlossenheit..) und außerdem unterstützt, dass Putin sich immer wieder eine blutige Nase holt und auf dem Schlachtfeld kaum vorankommt (Unterstützung Ukraine).
Zudem mußt du dir dabei auch mal verdeutlichen, wie denn überhaupt die Ausgangslage war.
Wir verfielen nach der Wende in einen Dornröschenschlaf, aus dem wir erst langsam wieder erwachten, nachdem Putin 2022 dann die Ukraine überfiel.
Das dies tatsächlich eintreten könnte, hatte damals kaum jemand ernsthaft auf dem Schirm, da man dachte, diese Zeiten wären längst vorbei.
Als ich 1990/91 beim Bund war, hatten wir Wehrpflicht und Saddam hatte gerade Kuwait überfallen. Das tendierte in sofern, als wir mehr Wache schieben mussten und auch ständig auf Übung/im Training waren.
Ich kann wirklich sagen, dass wir mindestens 1x pro Woche scharf schießen waren, gelegentlich auch noch deutlich mehr, und dass die "Pappkameraden" alle noch wie Russen aussahen.
Allein in unserer Kaserne hatten wir damals ungefähr so viele Panzer, wie sie die Bundeswehr dann 2022 auf Deutschland verteilt insgesamt noch hatte.
Zudem war das meiste damals einsatzbereit, denn es wurde ja ständig gewartet, da man eben noch eine eigene gut struckturierte Instandsetzung hatte.
All diese Strukturen von damals gibt es aber nicht mehr.
Es ging bei uns bereits los, dass man, aufgrund der scheinbar abgenommenen Bedrohungslage aus dem Osten, sich dann von überschüssigem Material trennen wollte.
Eines Tages hatten wir dann auch türkische Offiziere in der Kaserne, die sich das alles genau anschauten...
Meine damalige Kaserne ist eine der vielen, die dann im Laufe der Zeit eben aufgelöst wurden.
Die Rüstungsindustrie ging dann von einer einstiegen Massenproduktion zu einer Manufaktur von Goldrand-Lösungen über.
Um das alles wieder auf ein "kriegstüchtiges" Niveau hochzufahren, braucht es nunmal Jahre.
Der Startschuss fiel mit der "Zeitenwende" - Rede, wenngleich dann einige erstmal in den Startblöcken hängenblieben. Mittlerweile ist der Kurs jedoch gesteckt.
Panaetius schrieb:Laut
https://www.oryxspioenkop.com/2022/02/attack-on-europe-documenting-equipment.html
...wurden ca. 200 Panzer aus der gesamten T-90-Familie bislang im Krieg gegen die Ukraine zerstört.
Oryx listet nur das, was auch visuell bestätigt ist.
Die Dunkelziffer, vor allem aus der Anfangszeit, dürfte noch um einiges höher sein.
Panaetius schrieb:Folgende Zahlen nannte vor einer Woche das ZDF:
Zahlenquartett.
Russland wäre froh, wenn sie dieses Geld aufbringen könnten. Tatsächlich, so mein Stand, hat man den Verteidigungsetat von 2025 auf 2026 um etwa 3Mrd. gekürzt.
Desweiteren basiert die russische Kalkulation auf Einnahmen, die es so in dieser Größenordnung nicht mehr gibt.
Darüber hinaus hat man sich mit den ganzen Prämien und Todesfall-Leistungen an die Angehörigen Kosten ans Bein gebunden, die das ganze dann auch noch zusätzlich relativieren.
Du lässt dich davon blenden, dass Putin nach Außen hin immer auf dicke Hose macht.
Zu Deutschland in deinem Zahlenquartett:
Da fehlt z.B. die Komponente, dass die gesamte Planung/Finanzierung bis 2042 ausgelegt ist.
Die finanziellen Möglichkeiten sind zudem noch lange nicht ausgeschöpft.
Hättest du dir die von mir verlinkten Videos zum Beschaffungsvorhaben der Bundeswehr angeschaut, wärest du da deutlich besser informiert.
So fischt du da halt nur im Dunkeln und reimst dir irgendwas zusammen, weil dir jemand anscheinend den Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen empfohlen hat.
Um auch mal die Komponente "Qualität" mit ins Spiel zu bringen, die aus deiner Zahlenspielerei ebenfalls nicht hervorgeht, stell dir jetzt mal vor, was man derzeit in Russland "neu" produzieren kann...
Ja - Hightech kann das nicht sein...und es wird zunehmend schwieriger.
Und jetzt werfen wir mal einen Blick darauf, wie das auf der anderen Seite entwickelt:

PANZER-SCHMIEDE: Härtetest für den Lynx KF41 – Rheinmetalls digitaler Schützenpanzer geht in Serie
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Der Zulauf für die Ukraine hat bereits begonnen.