@Panaetius Es geht ja erstmal damit los, dass du mich verkürzt zitiert hast:
Panaetius schrieb:
Zz-Jones schrieb:OSINT arbeitet mit Indikatoren, nicht mit Pressemitteilungen.
Tatsächlich schrieb ich folgendes:
Durch die Verkürzung erzeugst du den Eindruck, ich hätte behauptet, OSINT-Ergebnisse seien unkritisch zu übernehmen.
Das habe ich nie gesagt.
Du argumentierst also gegen eine Position, die du selbst konstruiert hast – klassischer Strohmann.
Aber, tun wir jetzt mal so, als wenn du tatsächlich geantwortet hättest, und gehen wir die einzelnen Punkte doch einfach mal durch:
Panaetius schrieb:Die Primärdaten sind ja auch natürlich ok.
Das ist eine
Scheinantwort.
Niemand hat bestritten, dass es Primärdaten gibt.
Du bestätigst hier etwas Triviales, um der eigentlichen Kritik auszuweichen.
Was du konsequent vermeidest, ist die Frage, was aus diesen Daten gemacht wird:
Schätzungen, Hochrechnungen, Modellannahmen – also genau der Punkt, den du nicht adressierst.
Dazu kommt: „Primärdaten“ bleiben bei dir völlig undefiniert.
Satellitenbilder? Zählungen? Indikatoren? Oder nur ein Etikett, um Kompetenz zu simulieren?
„Natürlich ok“ ist keine Analyse, sondern eine Beruhigungsfloskel.
Sie ersetzt weder Methodenkritik noch eine inhaltliche Antwort.
Kurz:
Du redest über etwas, das niemand angegriffen hat,
um nicht über das zu reden, was angegriffen wurde.
Panaetius schrieb:Nur muss man diese dann selbst händisch prüfen.
Nein. Das ist deine persönliche Anforderung – kein sachliches Argument.
Du erklärst hier deinen individuellen Prüfaufwand zum allgemeinen Maßstab und tust so, als wäre alles unterhalb deiner privaten „händischen Prüfung“ automatisch minderwertig oder unbrauchbar.
Das ist methodisch falsch.
OSINT besteht gerade darin, dass Primärdaten arbeitsteilig ausgewertet, gegengeprüft und dokumentiert werden – inklusive Transparenz der Indikatoren, nicht durch jeden Leser erneut von Null an.
Wenn dein Anspruch lautet, dass jede einzelne Person jedes Satellitenbild, jede Seriennummer und jedes Zeitfenster selbst nachrechnen muss, dann ist das kein Qualitätsstandard, sondern ein Totschlagkriterium, mit dem du jede externe Analyse beliebig delegitimieren kannst.
Kurz gesagt:
Du ersetzt Argumente durch eine unrealistische Prüfhürde – und nennst das dann Skepsis.
Panaetius schrieb:Auf sozialen Netzwerken, tiktok, youtube usw. findet man - soweit ich jetzt weiß - nur Aufbereitungen, die man nicht direkt und unmittelbar überprüfen kann. Das ist natürlich sehr viel Aufwand. Wenn ein Nachrichtendienst von sich aus was dazu veröffentlicht, kann ich davon ausgehen, dass diese Prüfung bereits von jemand anderem durchgeführt wurde. Dann erwarte ich nicht unbedingt, dass ich die Daten, Bilder usw. selbst prüfe und im Einzelnen auf den Wahrheitsgehalt der davon abgeleiteten Aussagen abklopfe. Bei sozialen Netzwerken ohne Qualitätsprüfung - die auch keine Reputation zu verlieren haben - ist dies gerade im Kontext von Krieg sowie von Kriegspropaganda aber unbedingt vorher zu leisten.
Das ist bereits auf mehreren Ebenen problematisch.
Erstens:
TikTok ist hier ein reines Ablenkungsmanöver.
TikTok wird im Forum weder verlinkt noch diskutiert noch als Quelle verwendet. Es spielt in dieser Debatte überhaupt keine Rolle. Du wirfst es trotzdem hinein, um YouTube rhetorisch in denselben Topf zu ziehen. Das ist Frame-Verschiebung, kein Argument.
Zweitens:
Du behandelst YouTube als homogener Block, obwohl es lediglich eine Veröffentlichungsplattform ist.
Ob ein Inhalt dort seriös oder unseriös ist, entscheidet nicht das Medium, sondern:
die Quellenlage
die Offenlegung der Annahmen
die Nachvollziehbarkeit der Ableitungen
Diese Differenzierung blendest du vollständig aus.
Drittens:
Dein Zusatz „soweit ich jetzt weiß“ ist ein Eingeständnis begrenzter Kenntnis, kein Erkenntnisgewinn.
Aus persönlicher Unkenntnis eine pauschale Abwertung abzuleiten, ist kein skeptischer Maßstab, sondern ein Argument aus Nichtwissen.
Viertens:
Du unterstellst implizit, dass Akteure auf YouTube keine eigenen Qualitätsmaßstäbe hätten.
Das ist unbelegt und faktisch falsch: Viele OSINT-Analysten arbeiten dort transparenter, quellennäher und nachvollziehbarer als institutionelle Veröffentlichungen, die du gleichzeitig als „geprüft“ akzeptierst.
Kurz gesagt:
Du konstruierst ein abschreckendes Sammelbild („TikTok, soziale Netzwerke, YouTube“) ohne realen Bezug zur Debatte, um dich nicht mit konkreten Inhalten befassen zu müssen. Das ist keine Quellenkritik, sondern eine pauschale Delegitimierungsstrategie.
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Als Gesamtfazit für deinen bisherigen Auftritt ergibt sich also folgendes:
Du ersetzt inhaltliche Auseinandersetzung durch pauschale Medienabwertung,
methodische Kritik durch persönliche Zumutbarkeitsgrenzen
und Skepsis durch eine unrealistische Prüfhürde.
Das ist kein Qualitätsmaßstab – das ist eine Ausweichstrategie.