Zz-Jones schrieb:Läuft deine Tass-Verlinkung auch unter "Qualitätsjournalismus"?
Ich hatte für den konkreten Sachverhalt über ein dutzend Quellen des westlichen Qualitätsjournalismus ausgesucht, dazu kam kein Gegenargument. Die TASS-Quelle habe ich eingeordnet als russche Propaganda/Selbstdarstellung und ergänzt, wie man diese bewerten sollte und wie hier die spezifische Zielgruppe manipuliert werden soll. Auch kein Gegenargument. Man muss alle Seiten betrachten und die Quellen richtig einordnen. Statt von vornherein auf Quellen zu verzichten. Dazu gehört auch die Selbstdarstellungen, diese muss man nur richtig bewerten.
Zz-Jones schrieb:Und, macht es der Konsum von "Qualitätsjournalismus" überflüssig, die Realität bzw den Kontext zu berücksichtigen?
In meiner Welt bildet der Qualitätsjournalismus die Realität ab, nicht die sozialen Netzwerke.
Zz-Jones schrieb:Keine Ahnung, was du unter "irgendwas von Youtube" verstehst, aber, wenn du dort keine Unterschiede feststellen kannst, dann liegt es woran?
Ich kann erkennen, ob auf youtube ein Video erscheint, das vorausgehender Qualitätskontrolle unterlag (bspw. ein journalistischer Beitrag im Fernsehen, der dann auf youtube gestellt wurde) oder nicht. Youtube ist erstmal nur ein soziales Netzwerk.
Zz-Jones schrieb:Also, angefangen damit, dass der Russe mit wenig Einsatz spielt, hortet, und aus einem Quell von Optionen schöpfen kann, bist du jetzt also bei der internen Zerschlagung der NATO angelangt. Auf dem Weg dorthin reimst du dir dann noch irgendwelche Entwicklungen zusammen und schwuppdiwupp hat der Russe uns übertölpelt.
Was heißt "spielt"? Das wäre eine schwierige Bewertung. Was man sagen kann ist, dass Putin bis jetzt nur auf eine Freiwilligenarmee setzt und der nächste Schritt eine Mobilmachung sein könnte. Das wäre natürlich ein Unterschied.
Was speziell die Gesamtmenge der gepanzerten Fahrzeuge (Kampfpanzer, Schützenpanzer usw.) hatten wird gesehen, dass die Gesamtmenge höher ist als zu Beginn des Krieges gegen die Ukraine. Was Kampfpanzer angeht, produziert Russland aktuell jährlich ca. 1500, darunter in zunehmender Größe moderne, neu produzierte. An vorderster Front sind aber vor allem Uraltmodelle zu sehen. Dass Russland Munition hortet, ist sowieso klar.
Zu bestreiten, dass es Putin um eine Spaltung der NATO geht, wäre Irrsinn. Natürlich muss man diese Sachverhalte getrennt (also nacheinander) darstellen, sonst würde der Text zu lang werden. Außerdem gebe ich immer Raum für Rückfragen.
Ich habe natürlich keine Glaskugel, und es sind verschiedene Tatiken des hybriden Angriffs denkbar, wobei ich Putins diabolisches Spiel nicht komplett durchschauen kann. Es ging um Beispiele. Was aber ganz klar ist: dass Putin sehr wahrscheinlich keine full scale invasion auf ein NATO-Land durchführen wird (das ist das Szenario, von dem du und andere hier ausgehen), sondern eine Provokation der kleinen Schritte mit zunehmender Eskalation.
Zz-Jones schrieb:Narrative: Russe hat noch gar nicht richtig angefangen
Was ich gesagt und belegt habe, ist dass Russland noch nicht mobilgemacht hat, außerdem Waffen wahrscheinlich mit Blick nicht nur auf den Ukraine-Krieg produziert.
Zz-Jones schrieb:hat jede Menge Verbündete (ist dabei gar tonangebend)
Das "tonangebend" war euer Strohmann, ich hatte das nie gesagt. Aber meinst du denn, es stimmt nicht, was die Zeitungen schreiben, dass Nordkorea z.B. Munition oder Soldaten liefert? Oder Iran Drohnen? (Belarus könnte übrigens auch noch wichtig werden, gerade was hybride Angriffe im Baltikum mit unklarer Herkunft angeht)
Zz-Jones schrieb:Sanktionen? Pöh-was is Dat denn? Machen wir auf einer Arschbacke.
Bei der Schattenflotte spielt tatsächlich die Unterstützung Chinas eine Rolle - das war tatsaächlich eine Kernthese aus dem MH370 Thread (alles andere hat damit nichts oder fast nichts zu tun). Betreibt sogar eine eigene:
https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_100999604/russisches-gas-china-umgeht-sanktionen-mit-neuer-schattenflotte.html
Zz-Jones schrieb:Ich halte mich da lieber an die Tatsachen.
Die "alternativen Tatsachen" der sozialen Netzwerke - wer braucht schon Qualitätsjournalismus oder Experten? Alles klar.