Füchschen schrieb:Ich vertraue bei der Beurteilung der militärischen Lage lieber auf den Ex-Colonel für Intelligenz und Sicherheit im britischen Militär, Philip Ingram.
Eric Schmidt ist Berater und kluger Kopf für das ukrainische Militär, er hat einen großen Anteil an der Digitalisierung der ukrainischen Streitkräfte und ist öfters in der Ukraine bei dem Militär. Er war erst kürzlich wieder dort.
Jemanden, der an den Kampflinien Erfahrungen sammelte und sicherlich sehr gute Kenntnisse hat, einfach abzutun und auf irgendwelche Ex Militärs zu vertrauen, die vielleicht nicht mehr die nötigen Informationen haben?
Der dürfte die Lage, Nöte und Entwicklung der ukrainischen Verteidigung sehr gut kennen.
Füchschen schrieb:Schmidt behauptet, dass die Ukraine den Vorsprung verloren hat. Es ist genau umgekehrt: Russland hatte einst einen Vorsprung bei Drohnen, die Ukraine ist am Überholen.
Vielleicht sollte man sich genauer anschauen was er schreibt und aussagt?
Immerhin ist er ein Teil dieser Entwicklung auf ukrainischer Seite.
Es ist immer wieder überraschend, wie man direkt Beteiligten nicht glauben will, weil sie den eigenen Wünschen und Vorstellungen nicht entsprechen.
Die Geran mit Düsentriebwerk ist derzeit leider kaum abzuwehren.
Die ukrainische Art der Kriegsführung kann dem, was da kommt, nicht standhalten.
Ich bin während des gesamten langen Krieges zwischen der Ukraine und Russland dorthin gereist und habe das ukrainische Militär bei der Entwicklung modernster Gefechtsfeldtechnologien unterstützt. Doch von dieser letzten Reise bin ich besorgter zurückgekehrt als jemals zuvor seit Beginn der Invasion.
Während eines Großteils des Konflikts lag der große Vorteil der Ukraine in ihrer Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft. Russland verfügte zwar über mehr Soldaten, mehr Geld und eine weitaus größere industrielle Basis, doch die kreativen ukrainischen Ingenieure konnten innerhalb weniger Wochen neue Waffen oder Systeme entwickeln, diese an der Front testen und modifizieren. Ihre dezentralen Netzwerke aus Soldaten, Ingenieuren und Rüstungstechnologieunternehmen arbeiteten schneller, als die schwerfällige russische Militärbürokratie mithalten konnte.
Dieser Vorteil schwindet rapide. Als die Ukraine Abfangraketen entwickelte, die Russlands Shahed-Drohnenschwärme zerstören konnten, reagierte Russland umgehend und setzte schnellere, strahlgetriebene Shahed-Drohnen ein, die deutlich schwerer abzufangen sind. Russland baut derzeit eine Satellitenkonstellation auf, die mit Starlink konkurrieren soll. Dieses Satellitensystem nutzen ukrainische Drohneneinheiten, um russische Streitkräfte in der besetzten Ukraine anzugreifen. Jahrelang bestand die Strategie des Kremls darin, ukrainische Innovationen mit massiver Industrie zu unterstützen. Nun kombiniert er diese massive Industrie mit eigenen Innovationen.
Russland mobilisiert für einen totalen Krieg. Es erwägt eine weitere massive Truppenmobilisierung, die die Ukraine für diesen Herbst erwartet, und baut seine industriellen Kapazitäten zur Waffenproduktion in außerordentlichen Mengen aus. Die Ukraine kann eine solche enorme Kapazität allein nicht erreichen. Der kommende Winter wird entscheidend sein. Russland nutzt bereits die Schwäche der ukrainischen Raketenabwehr aus, um Kraftwerke und Umspannwerke anzugreifen und die ukrainische Bevölkerung bald in Dunkelheit, Kälte und Elend zu stürzen.
Die Ukraine benötigt dringend Abfangraketen, Munition und Langstreckenwaffen sowie Investitionen zum Ausbau ihrer eigenen Produktionskapazitäten. Der Westen sollte die ukrainische Rüstungsindustrie als Erweiterung seiner eigenen betrachten, gemeinsam Waffen produzieren, Lieferengpässe beseitigen und sicherstellen, dass ukrainische Kommandeure ihre Ziele niemals rationieren müssen.
Doch ukrainische Widerstandsfähigkeit zu loben, ist keine Strategie, und Mut allein kann weder ihre Städte verteidigen noch ihren Krieg gewinnen.
Die Ukraine hat dem Westen mit dem Blut ihrer Soldaten und dem Erfindungsreichtum ihrer Ingenieure vier Jahre erkauft. Wir dürfen sie nicht einen weiteren Winter allein unter russischem Beschuss verbringen lassen.
Quelle:
https://www.washingtonpost.com/opinions/2026/09/09/how-russia-is-erasing-ukraines-battlefield-advantage/Warum fälltes so schwer einzusehen, dass die Unterstützung der Ukraine zu wenig ist?
Von hier aus lässt es sich gut stinken, ein paar Drohnen Videos der Ukraine und kein Blick auf deren Probleme und schon ist man überzeugt, die Ukraine und Ukrainer könnten so endlos weitermachen.
Jede Nacht in den Luftschutzbunker zu verbringen und mittlerweile große Teile des Tages sind eben nicht unsere Probleme.
Und die Probleme der Ukraine wollen offenbar übersehen werden, die "tollen" Bilder von Drohnen verschleiern den wirklichen gesamten Blick.
Die Ukraine hat mittlerweile die 1000. Bohdana fertig gestellt, nun droht der Stillstand der Produktion.
Warum wird nicht direkt erwähnt aber die Produktion ist von einem Kramatorsker Unternehmen, man kann vermuten warum.
Innovationen sind schön und gut, auch wichtig, nur muss man eben in entsprechender Menge produzieren können, sonst sind diese wertlos.
Der Ukraine fehlt es sicherlich nicht am Willen, Mut und Erfinderreichtum, es fehlt die massive Unterstützung im ausreichenden Maß.
Der westliche Gedanke, die Ukraine darf nur nicht verlieren, wird mit Blut und Leid der Ukrainer bezahlt.
Ob diese Strategie aufgehen wird?