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Asylgesetzgebung: Muss sie angepasst werden?

55.327 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Flüchtlinge, Gesetze, Asyl ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Asylgesetzgebung: Muss sie angepasst werden?

13.10.2026 um 12:39
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:Es darf keine Ungleichbehandlung geben. Man könnte z.B. versuchen, die Grundsicherung weiter zu kürzen, um Ausgaben für Asylbewerber zu senken - die gleichen Sätze gälten dann aber für hier geborene Leistungsempfänger, Grundrente usw.
@Panaetius

Man kann aber den Rechtsweg, bzw Instanzen und Widerspruchsmöglichkeiten begrenzen, nicht abschaffen.


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Asylgesetzgebung: Muss sie angepasst werden?

13.10.2026 um 12:48
Beitrag von Tussinelda (Seite 2.811)

Du verwechselst hier etwas: Nicht über den eigenen Tellerrand schauen zu wollen, ist etwas anderes, als sich nicht in jeden Menschen und jede Lebenssituation vollständig hineinversetzen zu können.
Ich kann durchaus verstehen, dass Eltern verzweifelt sind und ihren Kindern eine bessere Zukunft ermöglichen wollen. Was ich nicht nachvollziehen kann, ist, das eigene minderjährige Kind allein auf eine derart ungewisse und gefährliche Reise zu schicken.
Wenn ich mit meiner Familie in einem syrischen Bergdorf leben würde und dort keine Zukunft mehr sähe, wäre mein Gedanke, alles zu verkaufen und gemeinsam mit meiner Familie aufzubrechen. Entweder schaffen wir es zusammen oder gar nicht. Ich würde mein Kind nicht allein vorausschicken und hoffen, dass es irgendwie gut geht.
Meine eigenen Familienbande sind schon früh zerbrochen. Vielleicht ist mir der familiäre Zusammenhalt gerade deshalb so wichtig. Für mich gehören die Verantwortung für das eigene Kind und der Wunsch nach einer besseren Zukunft untrennbar zusammen.
Ich kann akzeptieren, dass andere Menschen unter völlig anderen Umständen andere Entscheidungen treffen. Aber ich muss diese Entscheidungen deshalb nicht nachvollziehen können. Und daraus abzuleiten, ich wolle nicht über meinen eigenen Tellerrand schauen, ist eine Unterstellung, die mit meiner tatsächlichen Haltung nichts zu tun hat.
Empathie bedeutet nicht, dass man jede Entscheidung verstehen oder gutheißen muss. Und fehlendes Verständnis ist nicht automatisch fehlende Empathie.


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Asylgesetzgebung: Muss sie angepasst werden?

13.10.2026 um 12:53
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Man kann aber den Rechtsweg, bzw Instanzen und Widerspruchsmöglichkeiten begrenzen, nicht abschaffen.
Müsste du konkret sagen, was du meinst.


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Asylgesetzgebung: Muss sie angepasst werden?

13.10.2026 um 13:11
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:Es darf keine Ungleichbehandlung geben. Man könnte z.B. versuchen, die Grundsicherung weiter zu kürzen, um Ausgaben für Asylbewerber zu senken - die gleichen Sätze gälten dann aber für hier geborene Leistungsempfänger, Grundrente usw.
Das ist auch nicht richtig. Man darf nicht unter das existenzminimum gehen. Aber dass Asylbewerber das selbe bekommen müssen, wie deutsche Arbeitslose, ist schlichtweg falsch (und schon heute nicht so).


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13.10.2026 um 13:15
Zitat von stereotypstereotyp schrieb:Man darf nicht unter das existenzminimum gehen.
Das ist klar. Grundsicherung ist etwas mehr als das. Sparpotential dürfte trotzdem sehr begrenzt sein.
Zitat von stereotypstereotyp schrieb:Aber dass Asylbewerber das selbe bekommen müssen, wie deutsche Arbeitslose, ist schlichtweg falsch (und schon heute nicht so).
Ich sprach oben von anerkannten Asylanten, die dann auch Zugang zum Arbeitsmarkt haben, diese können dann normalerweise auch Grundsicherung und Wohngeld beziehen - da die GFK dies auch so vorsieht, dass die anerkannten Asylsuchenden nicht schlechter gestellt werden dürfen.


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Asylgesetzgebung: Muss sie angepasst werden?

13.10.2026 um 13:17
Zitat von BerlinerLuftBerlinerLuft schrieb:Empathie bedeutet nicht, dass man jede Entscheidung verstehen oder gutheißen muss. Und fehlendes Verständnis ist nicht automatisch fehlende Empathie.
Zustimmung - und ein achtjähriges Kind nach Ceuta schwimmen zu lassen, weil das die ganze Familie gemacht hat - das kann und will ich nicht nachvollziehen. Das ist wahrlich keine fehlende Empathie, es macht sprachlos
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:
Eine 17-Jährige aus der marokkanischen Stadt Tanger sagte der Nachrichtenagentur AP in Ceuta, sie habe ihre Mutter im Chaos verloren, nachdem sie und ihre Familie am vergangenen Donnerstag versucht hätten, schwimmend Ceuta zu erreichen. Sie habe gesehen, wie ihr achtjähriger Bruder tot aus dem Meer gezogen worden sei. »Jetzt sind es wir Kinder, die auf der Straße betteln.
Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-08/ceuta-kindermigration-spanien-marokko-grenze-gxe



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13.10.2026 um 13:27
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:Ich sprach oben von anerkannten Asylanten, die dann auch Zugang zum Arbeitsmarkt haben, diese können dann normalerweise auch Grundsicherung und Wohngeld beziehen - da die GFK dies auch so vorsieht, dass die anerkannten Asylsuchenden nicht schlechter gestellt werden dürfen.
Dann Beleg mal, wo das in der GFK steht.


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13.10.2026 um 13:50
@stereotyp

Art. 23 GFK. Wurde auch im Thread von mir bereits verlinkt.


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Asylgesetzgebung: Muss sie angepasst werden?

13.10.2026 um 14:45
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) entzieht derzeit zahlreichen Syrern in Deutschland den Schutzstatus. Das geht aus einem 16-seitigen Bescheid vom September hervor, der „Bild“ vorliegt. Betroffen sind nach Angaben der Zeitung Syrer, die polizeilich aufgefallen sind oder Deutschland vorübergehend verlassen haben und zurückgekehrt sind.

In dem Schreiben trifft die Behörde drei Entscheidungen: „Die zuerkannte Flüchtlingseigenschaft wird entzogen.“ „Der Status subsidiären Schutzes wird nicht zuerkannt.“ Und: „Abschiebungsverbote nach dem Aufenthaltsgesetz liegen nicht vor.“
Und:
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte im Frühjahr die Rückkehr von 80 Prozent der mehr als 900.000 Syrer in Deutschland in ihr Heimatland als Zielmarke genannt. Nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler geht es um ein Einsparpotenzial von sechs Milliarden Euro pro Jahr.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article6ace06168776d79fbd9cb4ac/syrer-bamf-entzieht-schutz-anwalt-warnt-vor-klagewelle.html

Das muss natürlich noch ausgeweitet werden, zb. auf Afghanen usw. und konsequent so umgesetzt werden.

Wie Olaf Scholz (SPD) mal gesagt hatte: "Im grossen Stil abschieben".


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13.10.2026 um 15:11
Naja, ist doch alles heiße Luft:
Eine Abschiebung droht das Bamf in dem Bescheid nicht an. Im letzten Absatz heißt es: „Eine Abschiebungsandrohung ergeht nicht, da es an der hierfür erforderlichen Rechtsgrundlage für das Bundesamt fehlt.“

Zur Erklärung: Der Verlust des Schutzstatus bedeutet nicht automatisch, dass Miete, Kindergeld oder andere Leistungen sofort wegfallen oder die Person sofort abgeschoben wird. Zwischen Aberkennung des Schutzstatus und einer möglichen Ausreise liegen oft weitere Verwaltungsverfahren und gegebenenfalls Gerichtsverfahren.

Viele Betroffene wehren sich inzwischen bereits juristisch gegen den Verlust ihres Schutzstatus. Der Asylanwalt Philipp Pruy sagte „Bild“: „Wir sehen seit einigen Wochen einen starken Anstieg an Aberkennungsverfahren bei Syrern. Derzeit läuft dadurch eine massive Klagewelle auf die Verwaltungsgerichte zu.“
Quelle: https://www.welt.de/politik/deutschland/article6ace06168776d79fbd9cb4ac/syrer-bamf-entzieht-schutz-anwalt-warnt-vor-klagewelle.html


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Asylgesetzgebung: Muss sie angepasst werden?

13.10.2026 um 16:32
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte im Frühjahr die Rückkehr von 80 Prozent der mehr als 900.000 Syrer in Deutschland in ihr Heimatland als Zielmarke genannt. Nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler geht es um ein Einsparpotenzial von sechs Milliarden Euro pro Jahr.
Ich will das mal in Relation setzen: Syrer haben laut Internet ca. 30% Arbeitslosenquote (Frauen sehr viel mehr als Männer, was wohl an den Kinderzeiten liegt und insofern rausgerechnet werden müsste). Damit wären ca. 300.000 Syrer arbeitslos und die kosten den Großteil der 6 Milliarden.

Bei ca. 1 Billion staatlicher Einnahmen (Steuern usw.) sind die 6 Milliarden 0,6% individuelle Steuerlast.

Mehr als 300.000 Syrer sind bereits eingebürgert. Um eingebürgert zu werden, müssen sie komplett für sich selbst sorgen können. Die durschnittliche Steuern und Abgaben, die ein Staatsbürger zahlt, sind ebenfalls ca. bei 20.000 Euro = 6 Milliarden.

Daher gleichen sich bereits diese beiden Gruppen ungefähr aus.

Zusätzlich kommen aber jetzt die 600.000 Syrer, die noch keine Deutschen sind, die aber arbeiten. Diese erreichen also bereits einen Nettogewinn, bezogen auf die Gesamtgruppe der vor 10 Jahren gekommenen Syrer. Das Abfangen des demographischen Wandels durch Neugeburten kommt als wirtschaftlicher Pluspunkt hinzu - denn die Rentenformeln richten sich nach dieser Statistik, wie viele Personen in Zukunft Beiträge zahlen, damit der Generationvertrag besteht.

Und selbst die nicht arbeitenden geben das Geld, das sie bekommen, zumindest sofort wieder aus, da sie nicht mehr haben, und kurbeln somit die Wirtschaft an. Zudem kann man, wie oben gesagt, diese Gruppe nach Ende des Bürgerkrieges wieder zurückschicken. Das ist bei den indigenen Grundsicherungsempfängern nicht möglich.


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Asylgesetzgebung: Muss sie angepasst werden?

13.10.2026 um 20:32
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:Genau, hat mit Zuwanderung nichts zu tun, wenn Menschen keine Hilfe vom Staat wollen.
Es geht nicht um Obdachlosigkeit, sondern um das Prinzip jemanden Geld zu geben der sichtbar ist ohne zu Prüfen ob es andere gibt die vielleicht bedürftiger sind. Das Prinzip hingegen lässt sich hervorragend auf die Asylthematik übertragen, oder hast du Zahlen, dass wir alle in der Welt mit Schutz versorgt haben, die asylberechtigt sind.
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:Genau, hat mit Zuwanderung nichts zu tun, wenn Menschen keine Hilfe vom Staat wollen.
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:Es ist jetzt mehr Geld da, da Millionen mehr Menschen Steuern und Beiträge zahlen und somit die Rentenkassen entlasten, zudem Arbeitsplätze füllen.

Das hat mit Hilfe nichts zu tun, sondern mit der demographischen Entwicklung.
Wenn Asyl eigentlich Demografiepolitik sein soll, hätte man es ehrlicherweise gleich Arbeitsmigration nennen können.
Aber kennst dich ja offenbar gut aus, also dann eine Frage....
Zehn Jahre nach der Fluchtmigration 2015 zeigt sich, dass die Integration in den Arbeitsmarkt in vielen Fällen gelungen ist. Laut einer aktuellen Auswertung des IAB sind im neunten Jahr nach ihrer Ankunft rund 64 Prozent der Geflüchteten im erwerbsfähigen Alter (18–64 Jahre) in Beschäftigung. Bei den Männern liegt die Quote sogar bei 76 Prozent, bei den Frauen bei etwa 35 Prozent.
https://de.statista.com/infografik/35055/beschaeftigungsquote-der-2015-zugezogenen-gefluechteten/

Gibt das später eine stattliche Rente oder eher Rentenkrümel? Und wer zahlt die Lücke bis zur Grundsicherung im Alter....... Richtig der Steuerzahler.
Ich würde also mal sagen, die Rechnung kommt also durchaus, nur eben mit Verspätung.
Gemessen vom Startpunkt von 6% kann man das natürlich als großen Gewinn verbuchen, so wie es auch der Infotext auf Statista macht, gemessen am Ziel gemessen wohl eher eine Katastrophe.

Wir können auchgern mal über die 35% bei den Frauen reden, finde ich nämlich hochspannend. Emanzipation, Gleichberechtigung; alles große Errungenschaften. Auf dem Arbeitsmarkt kommt nach der Statistik allerdings erstaunlich wenig an. Woran liegt das denn, ja mensch, sowas aber auch...
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:Und selbst die nicht arbeitenden geben das Geld, das sie bekommen, zumindest sofort wieder aus, da sie nicht mehr haben, und kurbeln somit die Wirtschaft an.
LOL, Bürgergeld / Sozialhilfe als klassisches Perpetuum mobile und Konjunkturturbo. Wie kommt man auf sowas?= Warum zahlen wir uns dann nicht allen einfach eine Grundsicherung und lehnen uns zurück? Achja,, jemand muss das Geld ja vorher erarbeiten, das umgeparkt wird.


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Asylgesetzgebung: Muss sie angepasst werden?

13.10.2026 um 22:36
Zitat von VoussoirVoussoir schrieb:Es geht nicht um Obdachlosigkeit, sondern um das Prinzip jemanden Geld zu geben der sichtbar ist ohne zu Prüfen ob es andere gibt die vielleicht bedürftiger sind. Das Prinzip hingegen lässt sich hervorragend auf die Asylthematik übertragen, oder hast du Zahlen, dass wir alle in der Welt mit Schutz versorgt haben, die asylberechtigt sind.
Das ist ja nicht die Idee von Asyl und Flucht. Sondern wer staatlich verfolgt wird oder vor Krieg flieht, soll die Möglichkeit haben, aus diesem Land fliehen zu können und dann woanders aufgenommen zu werden und dort die Chance seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Das lässt sich nicht wirklich anders als durch die derzeitige Regelung gewährleisten.

Dass es Missbrauch gibt, ist klar, aber das Grundgesetz schreibt dann trotzdem ein Existenzminimum vor - trotzdem sind drei Jahre nur Sachleistungen und Unterkunft abschreckend. Ich glaube die wenigsten suchen nach Asyl in dem Wissen, dass sie auf keinen Fall einen Anspruch haben.

Die Obdachlosen werden sogar durch Streetworker dazu ermutigt, Antrag auf Grundsicherung zu stellen. Ohne dass die Person von sich auf Hilfe sucht oder diese gar nicht will, kann man nichts machen - außer vielleicht im Kommunismus.
Zitat von VoussoirVoussoir schrieb:Gibt das später eine stattliche Rente oder eher Rentenkrümel? Und wer zahlt die Lücke bis zur Grundsicherung im Alter....... Richtig der Steuerzahler.
Ich würde also mal sagen, die Rechnung kommt also durchaus, nur eben mit Verspätung.
Die Flüchtlinge kommen praktisch immer im jüngeren Erwachsenenalter hierher. Wenn sie dann einzahlen, selbst nur auf Mindestlohn, bekommen sie natürlich weniger Rente, aber eben doch praktisch immer mehr als Grundsicherung, so dass sie den Fiskus auf Lebenszeit weniger belasten als vermutlich der durchschnittliche Beamtendeutsche.
Zitat von VoussoirVoussoir schrieb:Wir können auchgern mal über die 35% bei den Frauen reden, finde ich nämlich hochspannend. Emanzipation, Gleichberechtigung; alles große Errungenschaften. Auf dem Arbeitsmarkt kommt nach der Statistik allerdings erstaunlich wenig an. Woran liegt das denn, ja mensch, sowas aber auch...
Das ist eben der andere demographische Vorteil, dass die Frauen bzw. Familien aus diesen Gruppen mehr Kinder haben, somit die Steuerzahler von morgen hervorbringen, während die deutschen Frauen weniger Kinder zur Welt bringen, als für stabile Staatsfinanzen notwendig ist. Welche weltanschaulichen Positionen bestimmte Personengruppen haben, unterliegt - außer im Kommunismus - ebenfalls nicht der staatlichen Kontrolle.
Zitat von VoussoirVoussoir schrieb:LOL, Bürgergeld / Sozialhilfe als klassisches Perpetuum mobile und Konjunkturturbo. Wie kommt man auf sowas?= Warum zahlen wir uns dann nicht allen einfach eine Grundsicherung und lehnen uns zurück? Achja,, jemand muss das Geld ja vorher erarbeiten, das umgeparkt wird.
Genau so ist es: wenn 75% einer Gruppe an Extra-Menschen in einem ansonsten hoffnungslos alterndem Staat arbeiten und der Rest nicht, ist am Ende trotzdem mehr Geld da, also ohne diese Gruppe. Und die Extragruppe insgesamt gibt das Geld wieder aus. Und dass die Frauen, die nicht arbeiten, volle Grundsicherung bekommen, glaube ich auch nicht, da diese i.d.R. nicht alleinerziehend sind.

Die indigene Gruppe kommt übrigens kaum auf bessere Werte.

Das funktioniert natürlich nicht bei schrumpfender Bevölkerung. Ist dein Denkfehler oben.


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Asylgesetzgebung: Muss sie angepasst werden?

13.10.2026 um 22:58
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:Die Obdachlosen werden sogar durch Streetworker dazu ermutigt, Antrag auf Grundsicherung zu stellen. Ohne dass die Person von sich auf Hilfe sucht oder diese gar nicht will, kann man nichts machen - außer vielleicht im Kommunismus.
Wir reden aneinander vorbei. Es geht nicht um den Vergleich Asyl und Obdachlosigkeit und wer sich was aussucht, sondern um Sichtbarkeit. Wir wissen nicht wer alles in der Welt asylbedürftig und wir geben nur denen Schutz und Unterstützung die es hierher schaffen. Genauso weißt du nicht wieviele weitere Obdachlose es gibt, wenn du einem 2€ gibst, erreichst du für alle anderen nichts und das Grundproblem bekämpfst du dadurch auch nicht. Mehr Runden dreh ich mit der Analogie jetzt aber nicht, sonst gehe ich davon aus, dass es bewusst falsch verstanden wird.
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:Die Flüchtlinge kommen praktisch immer im jüngeren Erwachsenenalter hierher. Wenn sie dann einzahlen, selbst nur auf Mindestlohn, bekommen sie natürlich weniger Rente, aber eben doch praktisch immer mehr als Grundsicherung, so dass sie den Fiskus auf Lebenszeit weniger belasten als vermutlich der durchschnittliche Beamtendeutsche.
Wenn die 75% MÄNNER nur Median-Verdienst haben dürfte das in Rentenpunkten bei 30 Beitragsjahre wohl unter der Grundsicherung liegen. Und jetzt kommt noch der Clou, denn die Ehefrau, die möglicherweise zu den 65% FRAUEN gehört die nicht gearbeitet hat, hat gar keine eigene Rente. Ein Mini-Rentner mit Partnerin ohne Anspruch, das schreit gerade zu nach Aufstockung.
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:Das ist eben der andere demographische Vorteil, dass die Frauen bzw. Familien aus diesen Gruppen mehr Kinder haben, somit die Steuerzahler von morgen hervorbringen,
Die Frauen arbeiten kaum, aber das ist egal, weil sie dafür viele Kinder bekommen sagst du? Ich wette aber geflüchtete Frauen ohne Kinder arbeiten ebenfalls häufiger als geflüchtete Frauen mit Kind. Die vielen Kinder sind also genau der Grund für die 35%. Du kannst nicht beides feiern, das eine ist eben der Preis für das andere.
Und die Geburtenrate ausländischer Frauen geht in Deutschland doch genau so zurück. Man verschiebt das Problem nur in die Zukunft, es ist ein gesellschaftliches Problem, kein psychisches oder biologisches, oder deutsches, wie es bei dir fast klingt.


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13.10.2026 um 23:11
Zitat von VoussoirVoussoir schrieb:Wir wissen nicht wer alles in der Welt asylbedürftig und wir geben nur denen Schutz und Unterstützung die es hierher schaffen.
Asyl ist so definiert, dass man jemandem, der zu uns kommt und um Schutz bittet, und einen Grund dafür hat, diesen Schutz erhält. Das heißt gerade nicht, dass Deutschland für Menschen in anderen Ländern statt dieser Länder verantwortlich ist.
Zitat von VoussoirVoussoir schrieb:Wenn die 75% MÄNNER nur Median-Verdienst haben dürfte das in Rentenpunkten bei 30 Beitragsjahre wohl unter der Grundsicherung liegen.
Dafür würde ich einen Beleg sehen wollen. Ich hatte mal einen verlinkt, wonach bei einigen Beitragsjahrzehnten auch Mindestlohn am Ende bei über Grundsicherung liegt.
Zitat von VoussoirVoussoir schrieb:Die Frauen arbeiten kaum, aber das ist egal, weil sie dafür viele Kinder bekommen sagst du? Ich wette aber geflüchtete Frauen ohne Kinder arbeiten ebenfalls häufiger als geflüchtete Frauen mit Kind. Die vielen Kinder sind also genau der Grund für die 35%. Du kannst nicht beides feiern, das eine ist eben der Preis für das andere.
Das erste verstehe ich nicht. Grundsätzlich finde ich aber schon, dass Kinder großziehen ebenfalls ein gesellschaftlicher Beitrag ist.
Zitat von VoussoirVoussoir schrieb:Und die Geburtenrate ausländischer Frauen geht in Deutschland doch genau so zurück. Man verschiebt das Problem nur in die Zukunft, es ist ein gesellschaftliches Problem, kein psychisches oder biologisches, oder deutsches, wie es bei dir fast klingt.
Das gilt frühestens für die hier bereits geborenen - diese sind dann aber wieder ähnlich häufig in Beschäftigung wie die indigenen und erwirtschaften dadurch Geld bzw. leisten als Gesamtgruppe einen Beitrag.


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Asylgesetzgebung: Muss sie angepasst werden?

13.10.2026 um 23:28
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:Dafür würde ich einen Beleg sehen wollen. Ich hatte mal einen verlinkt, wonach bei einigen Beitragsjahrzehnten auch Mindestlohn am Ende bei über Grundsicherung liegt.
Kann man hier schlussfolgern:
Mit zunehmender Aufenthaltsdauer sind die Verdienste der 2015 zugezogenen Geflüchteten deutlich gestiegen: Die mittleren Monatsverdienste
(Median) von Vollzeitbeschäftigten lagen im ersten Jahr nach dem Zuzug bei 1.398 Euro und erreichten 2023 2.675 Euro
https://doku.iab.de/kurzber/2025/kb2025-17.pdf

Und da zwei Drittel der wenigen beschäftigten Frauen in Teilzeit arbeiten, betrifft dieser Wert praktisch fast nur die Männer.
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:Das erste verstehe ich nicht. Grundsätzlich finde ich aber schon, dass Kinder großziehen ebenfalls ein gesellschaftlicher Beitrag ist.
Abenteuerlich....Klar, wir sollten echt dankbarer sein, da kommt jemand extra bis nach Deutschland, verdient knapp über Niedriglohn, und holt per Familiennachzug auch noch gleich die Steuerzahler/Rentenretter von morgen nach. Die ganzen Zweifler werden sich dann wohl schon sehr bald vor Scham verneigen müssen, wenn das Geld wieder so richtig sprudelt aus der Rentenkasse. Und der Grundstein dafür wurde 2015 gelegt, mir fällt es jetzt wie Schuppen von den Augen, jetzt ergibt alles SInn.
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:Das gilt frühestens für die hier bereits geborenen - diese sind dann aber wieder ähnlich häufig in Beschäftigung wie die indigenen und erwirtschaften dadurch Geld bzw. leisten als Gesamtgruppe einen Beitrag.
Wie gesagt das Demografieproblem wird dadurch nicht gelöst, nur in die Zukunft verschoben. Grob heruntergebrpochen gibt es in einem funktionierenden Sozialstaat schlicht kaum Anreiz für viele Kinder, weil die Rente nicht mehr vom eigenen Nachwuchs abhängt. Und eine Großfamilie ist wohl einer ein individuelles Anliegen/Lebenswunsch und bedeutet nun mal viel Arbeit und den Verzicht auf jede Menge persönliche Freiheit. Warum sollten sich ausgerechnet die Kinder der Zugewanderten in der Zukunft da anders entscheiden als alle anderen, wenn die Wahl dazu und der Staat frei bleibt?


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13.10.2026 um 23:38
Zitat von VoussoirVoussoir schrieb:Kann man hier schlussfolgern:
Aus deiner Quelle:
Allerdings sind viele
Geflüchtete noch jung und stehen am Anfang ihrer
Erwerbsbiografie.
Quelle: s.o.

Und da steht auch, dass bereits dieser Verdienst knapp über dem Mindestlohn liegt. Damit wird für die allermeisten die Rente selbst erarbeitet sein.
Zitat von VoussoirVoussoir schrieb:Wie gesagt das Demografieproblem wird dadurch nicht gelöst, nur in die Zukunft verschoben.
Wieso? Wenn durch den Zuzug die Einwohnerzahl ungefähr konstant bleibt, IST das demographische Problem gelöst.
Zitat von VoussoirVoussoir schrieb:Grob heruntergebrpochen gibt es in einem funktionierenden Sozialstaat schlicht kaum Anreiz für viele Kinder, weil die Rente nicht mehr vom eigenen Nachwuchs abhängt.
Ich glaube nicht, dass das der Grund ist. Vielmehr wird von den Frauen eine Karriere erwartet, denn sie sollen gleichberechtigt sein. Daher verschiebt sich der Kinderwunsch zeitlich nach hinten und stößt an die biologischen Grenzen.
Zitat von VoussoirVoussoir schrieb:Warum sollten sich ausgerechnet die Kinder der Zugewanderten in der Zukunft da anders entscheiden als alle anderen, wenn die Wahl dazu und der Staat frei bleibt?
Sagt ja auch niemand, aber wenn sie die Karriere vorziehen, erwirtschaften sie dadurch Geld.

Kinder lohnen sich am meisten für Grundsicherungsempfänger, da das Kindergeld dazu kommt.


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14.10.2026 um 00:09
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:Und da steht auch, dass bereits dieser Verdienst knapp über dem Mindestlohn liegt. Damit wird für die allermeisten die Rente selbst erarbeitet sein.
Knapp über Mindestlohn. Joa also wenn 800€ Rente ausreichen, die man sich dann mit dem Mindestlohn erarbeitet hat. Also mir würds wahrscheinlich nicht reichen.
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:Wieso? Wenn durch den Zuzug die Einwohnerzahl ungefähr konstant bleibt, IST das demographische Problem gelöst.
So weit kommt es hoffentlich gar nicht erst. Die, für die der Staat schon in Vorleistung gegangen ist, dürfen sich jetzt gerne erst mal weiter am Arbeitsmarkt beweisen. Und deine Utopie funktioniert ohnehin nur mit echter, qualifizierter Zuwanderung. Aber wie viele von den begehrten Fachkräften stehen bei uns noch Schlange, statt nach Kanada, Australien oder in die Schweiz zu gehen?
Haben wir für die Fachkräfte die entscheidenen Argumente bzgl. Gehälter, Steuern und Bürokratie? Ich denke eher nicht, aber dafür gewinnen wir den Pokal beim Thema Sozialstaat. ALso wäre ich Mitte 20 mit wenig Qualifikationen, aber dafür vielen Träumen und asylberechtigt, wäre ich schön blöd mich für Slowenien statt Deutschland zu entscheiden.

Man hat die Zuwanderung in der Vergangenheit nicht erkennbar gesteuert und der Wähler quitiert es mit entsprechenden Kreuzen bei der Wahl. Ich glaube kaum, dass man das Schrumpfen der Bevölkerung politisch damit lösen wird, jetzt erneut den Versuch zu wagen jedes Jahr eine komplette Großstadt an Menschen zusätzlich aufzunehmen. Ich möchte die Partei sehen die dafür Mehrheiten organisiert.
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:Kinder lohnen sich am meisten für Grundsicherungsempfänger, da das Kindergeld dazu kommt.
Na, da freu ich mich ja auf die Zukunft. Kinder lernen ja auch viel von dem, was ihnen vorgelebt wird. Wenn ein hoher Anteil der Geflüchteten im erwerbsfähigen Alter in Haushalten mit Bürgergeld lebt, wächst da eben auch ein Teil der Kinder mit dem Gefühl auf, dass das Geld vom Amt kommt. Und dass sich Bürgergeldbezug über Generationen vererben kann, ist ja bei Deutschen gut belegt. Dafür muss man also nicht nochmal einen Report abwarten.
Das unter den Umständen die Rechnung mit den tüchtigen Steuerzahlern von morgen dann aufgeht, halte ich für eine ziemlich gewagte Wette.


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Asylgesetzgebung: Muss sie angepasst werden?

14.10.2026 um 09:03
Zitat von VoussoirVoussoir schrieb:Knapp über Mindestlohn. Joa also wenn 800€ Rente ausreichen, die man sich dann mit dem Mindestlohn erarbeitet hat. Also mir würds wahrscheinlich nicht reichen.
Auch das gilt nur für den Beginn des Erwerbslebens. Die 800 € stimmen auch gar nicht. Und 30 Jahre Beitragsjahre sind viel zu wenig angesetzt, da die meisten mit ca. 20 kommen, dann aber nicht erst mit 37 in die erste Beschäfitigung kommen. Wer über 35 Jahre in Deutschland arbeitet, bleibt sehr wahrscheinlich nicht sein Leben lang auf Mindestlohn.

Es ist natürlich richtig, dass mehr als Flüchtlinge hierher Gekommene prozentual beim Erreichen des Rentenalters eine Aufstockung bekommen werden als die Indigenen - jedoch sind das dann vielleicht ein paar hundert Euro Wohngeld, die volkswirtschaftlich keine Rolle spielen, zudem an Schule und Ausbildung (die erheblich teurer sind), gespart werden konnten. Und die Jobs müssen trotzdem gemacht werden. Entscheidend ist, dass es jetzt - wenn die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge in die Rente gehen - mehr Beitragszahler gibt. Wer in Zukunft nur eine kleine Rente erhält, ist kein Kostenfaktor. Das Problem sind eher die Beamten mit hohen Pensionen.
Zitat von VoussoirVoussoir schrieb:Man hat die Zuwanderung in der Vergangenheit nicht erkennbar gesteuert und der Wähler quitiert es mit entsprechenden Kreuzen bei der Wahl.
Naja, wenn du auf die AfD anspielst, so will diese möglichst alle Zuwanderer vergraulen - vor allem auch solche, die wir dringend brauchen - denn mehr als eine rassistische Rhetorik hat sie nicht zu bieten, und dies diese rassistische Rhetorik einer Rechtsaußenpartei ist der größte Push-Faktor gegen qualifizierte Zuwanderung. Wer mehrere Möglichkeiten hat, entscheidet sich als allerletztes (also nicht) für ein Land, wo ihm gesagt wird, dass er nicht willkommen ist. Dann bleiben tatsächlich nur die, die noch wegen des Sozialstaats kommen.

Dagegen wurden bereits alle Hürden für qualifizierte Zuwanderung beseitigt - nur wer als Muttersprache Englisch spricht, hat praktisch nie eine zweite Sprache gelernt und ist dazu auch nicht bereit, sondern geht in ein Land, wo Englisch ebenfalls im Beruf notwendig ist.

Ich glaube übrigens auch nicht, dass eine Partei, die den Sozialstaat abschaffen wollte, mehrheitsfähig wäre. Abgesehen davon, dass er im Grundgesetz verankert ist.
Zitat von VoussoirVoussoir schrieb:Wenn ein hoher Anteil der Geflüchteten im erwerbsfähigen Alter in Haushalten mit Bürgergeld lebt, wächst da eben auch ein Teil der Kinder mit dem Gefühl auf, dass das Geld vom Amt kommt.
Erstens ist es gar nicht so, da wir oben gesehen hatten, dass die Beschäftigungsquoten nach mehreren Jahren ähnlich sind wie bei den Indigenen. Und wer will schon sein Leben lang auf Existenzminimum leben? Wenn die höheren Geburtenquoten in der zweiten Generation zurückgehen, liegt das daran, dass die hier Geborenen eben ähnliche lange Ausbildungszeiten haben, denn Grundsicherungsempfänger haben i.d.R. mehr Kinder, da es sich für sie mehr lohnt wegen zusätzlichem Wohngeld, Kindergeld usw. Wer in Armut aufgewachen ist, möchte am meisten den Aufstieg.


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14.10.2026 um 09:46
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:denn Grundsicherungsempfänger haben i.d.R. mehr Kinder, da es sich für sie mehr lohnt wegen zusätzlichem Wohngeld, Kindergeld usw. ...
ich setze mal voraus, dass du das auf Alle beziehst, also auch auf Kinder von Flüchtlingen.
Zitat von PanaetiusPanaetius schrieb:Wer in Armut aufgewachen ist, möchte am meisten den Aufstieg.
das widerspricht sich aber bissel mit deiner obigen Aussage.
Denn da impliziert du ja, dass diese wegen mehr Kinder bzw dem Kindergeld recht gut leben können ("lfür sie mehr lohnt") - also keine Armut.


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