Voussoir schrieb:Knapp über Mindestlohn. Joa also wenn 800€ Rente ausreichen, die man sich dann mit dem Mindestlohn erarbeitet hat. Also mir würds wahrscheinlich nicht reichen.
Auch das gilt nur für den Beginn des Erwerbslebens. Die 800 € stimmen auch gar nicht. Und 30 Jahre Beitragsjahre sind viel zu wenig angesetzt, da die meisten mit ca. 20 kommen, dann aber nicht erst mit 37 in die erste Beschäfitigung kommen. Wer über 35 Jahre in Deutschland arbeitet, bleibt sehr wahrscheinlich nicht sein Leben lang auf Mindestlohn.
Es ist natürlich richtig, dass mehr als Flüchtlinge hierher Gekommene prozentual beim Erreichen des Rentenalters eine Aufstockung bekommen werden als die Indigenen - jedoch sind das dann vielleicht ein paar hundert Euro Wohngeld, die volkswirtschaftlich keine Rolle spielen, zudem an Schule und Ausbildung (die erheblich teurer sind), gespart werden konnten. Und die Jobs müssen trotzdem gemacht werden. Entscheidend ist, dass es jetzt - wenn die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge in die Rente gehen - mehr Beitragszahler gibt. Wer in Zukunft nur eine kleine Rente erhält, ist kein Kostenfaktor. Das Problem sind eher die Beamten mit hohen Pensionen.
Voussoir schrieb:Man hat die Zuwanderung in der Vergangenheit nicht erkennbar gesteuert und der Wähler quitiert es mit entsprechenden Kreuzen bei der Wahl.
Naja, wenn du auf die AfD anspielst, so will diese möglichst alle Zuwanderer vergraulen - vor allem auch solche, die wir dringend brauchen - denn mehr als eine rassistische Rhetorik hat sie nicht zu bieten, und dies diese rassistische Rhetorik einer Rechtsaußenpartei ist der größte Push-Faktor gegen qualifizierte Zuwanderung. Wer mehrere Möglichkeiten hat, entscheidet sich als allerletztes (also nicht) für ein Land, wo ihm gesagt wird, dass er nicht willkommen ist. Dann bleiben tatsächlich nur die, die noch wegen des Sozialstaats kommen.
Dagegen wurden bereits alle Hürden für qualifizierte Zuwanderung beseitigt - nur wer als Muttersprache Englisch spricht, hat praktisch nie eine zweite Sprache gelernt und ist dazu auch nicht bereit, sondern geht in ein Land, wo Englisch ebenfalls im Beruf notwendig ist.
Ich glaube übrigens auch nicht, dass eine Partei, die den Sozialstaat abschaffen wollte, mehrheitsfähig wäre. Abgesehen davon, dass er im Grundgesetz verankert ist.
Voussoir schrieb:Wenn ein hoher Anteil der Geflüchteten im erwerbsfähigen Alter in Haushalten mit Bürgergeld lebt, wächst da eben auch ein Teil der Kinder mit dem Gefühl auf, dass das Geld vom Amt kommt.
Erstens ist es gar nicht so, da wir oben gesehen hatten, dass die Beschäftigungsquoten nach mehreren Jahren ähnlich sind wie bei den Indigenen. Und wer will schon sein Leben lang auf Existenzminimum leben? Wenn die höheren Geburtenquoten in der zweiten Generation zurückgehen, liegt das daran, dass die hier Geborenen eben ähnliche lange Ausbildungszeiten haben, denn Grundsicherungsempfänger haben i.d.R. mehr Kinder, da es sich für sie mehr lohnt wegen zusätzlichem Wohngeld, Kindergeld usw. Wer in Armut aufgewachen ist, möchte am meisten den Aufstieg.