martenot schrieb:Darüber denke ich oft nach. Eine Möglichkeit sehe ich darin, selbst politisch aktiv zu werden, zumindest in der Kommunalpolitik. Oder selbst einer Partei beizutreten - aber welcher?
Zumindest will ich später zu mir selbst sagen können: ich habe mich aktiv dagegen engagiert. Ich bin nicht gleichgültig geblieben, habe die Entwicklung nicht tatenlos hingenommen.
@martenotIch halte den Eintritt in eine demokratische Partei für keine schleche Idee.
Die Frage ist, was man sich davon erwartet. Wenn man nur ein stilles, zahlendes Mitglied ist,
ändert sich das schockierte Gefühl ja nicht.
Man zahlt seinen Beitrag, und das war es.
Ich glaube, jeder hat eine innere Kompassnadel.
Wenn die mir jeden Tag anzeigt, dass "die Welt verrückt spielt" und "das darf doch alles nicht wahr sein",
muss ich (wenn es mir damit nicht gut geht) dafür sorgen, dass diese Nadel etwas runterkommt.
Mir ist klar, dass ich die Weltpolitik nicht ändern kann, aber ich kann in meinem engen Kreis etwas tun.
Und da kann auch ein Eintritt in eine Partei helfen, wenn ich mehr bin als nur zahlendes Mitglied.
Die nächste Überlegung ist:
Was bringt es mir denn, wenn ich mich in meiner eigenen Bubble bewege?
Nichts. Das ist nur ein kurzes Ventil zum Dampf ablassen.
Man sich ja einig: Die AFD ist schlimm. Trump ist schlimm", am eigenen Gefühl der
Tatenlosigkeit ändert sich nichts.
Ich glaube, man muss einen Schritt raus machen, aus der eigenen Bubble.
Wie?
Kinder und Jugendliche wissen heute so wenig über unsere Geschichte.
Lösung: ein Ehrenamt. Das kann vieles sein:
Im Sport, Medienkompetenz vermitteln, Geschichte, an Kunstprojekten mitarbeiten.
Das muss nicht künstlerisch sein. Organisation dahinter ist auch wichtig.
Kunst z.B. erreicht viele Menschen, wenn man sie öffentlich zeigt.
Man könnte sich mit anderen zusammentun und Bibliotheken Angebote machen:
Lesenachmittage für Kinder. Bücher haben die ja genug.
Aus einem Buch vorlesen, mit Kindern diskutieren.
Bücher sind eine gute Alternative zum Internet (und die AFD ist da stark)
Und vor allem: man muss nicht in der ersten Reihe stehen. Auch Ideengeber,
Organisatoren, Gestalter von Flyern sind wichtig.
Das sind nur ein paar Überlegungen.
Jeder/jede muss für sich herausfinden, was Spaß macht und was er kann.
Und wieviel Zeit man hat.
Wenn das Gefühl der Tatenlosigkeit schwächer wird, haben wir etwas Gutes getan
(oder wir haben uns betrunken...)