Quiron schrieb:Nun, du hast erklärt, was schlecht daran ist. Aber in welchen Teilen findest du es besser? Ich kann nichts erkennen.
@QuironIch sage es mal anders herum---
Was an unserem Wahlsystem ein Nachteil sein kann:
Die Regierungsbildung nach einer Wahl ist mitunter schwierig und langwierig.
Wähler, die eine Partei aufgrund ihres Programms gewählt haben, werden oft enttäuscht,
weil diese Inhalte geopfert werden.
Es werden Koalitionen geschmiedet, die auseinanderbrechen, weil es von Anfang an nicht gepasst hat.
Parteien verlieren wegen der Kompromisse ihr Profil.
Am Ende ermüdet das die Wähler und die Meinung
"Egal was ich wähle, am Ende ist es immer das selbe"hört man immer häufiger.
Während einer politischen Krise z.B. wäre es fatal, wenn sich die neue Regierung noch nicht gebildet hat und
die abgewählte Regierung (die keiner mehr ernst nimmt) noch im Amt ist.
In den USA ist das anders.
Zwar wird mitunter ewig lange ausgezählt, aber im Prinzip steht die Regierung nach der Wahl.
Ob die Ziele durchgesetzt werden, hängt dann vom Geschick und Kompromissfähigkeit des POTUS ab.
Ich kann auch vollkommen nachvollziehen, dass dieses große und diverse Land aus praktisch einzelnen Staaten besteht,
die nahezu unabhängig sind.
und dass darum am Ende nicht die Summe der landesweit abgegebenen Stimmen zählt -
sondern "the winner takes it all".
Das wird hier ja oft kritisiert. Aber es ist doch gut, dass es einen Newscomb gibt.
In einem Artkel (gelesen, als ich mich für das Thema interessiert habe), sagte eine US-Bürgerin, dass ihre Verfassung die
Grundrechte der Minderheiten stärker macht.
Aber dazu müsste man sich ausgiebiger mit dem Thema beschäftigen.
Trump beutelt das System bis an seine Grenzen und damit werden die Lücken im System deutlich:
dieses Dekretentum und diese Begnadigerei.
Letztlich liegt es an den Bürgern, was sie sich gefallen lassen.
Und ist es bei uns wirklich besser?
Ein Blick auf die AFD - und man bekommt Sorgenfalten.