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Deutschland unter Kanzler Merz

3.090 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: USA, Deutschland, Russland ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Deutschland unter Kanzler Merz

um 09:01
Zitat von mchomermchomer schrieb:Streichen der Krankenversicherung für Bürgergeldempfänger? Komplettes Einstellen des Bürgergelds? Oder ist die reine private Krankenversicherung die Lösung? Mehr USA und Argentinien wagen?
sich möglicherweise an anderen Ländern zu orientieren. Kein anderes Land hat ein ähnlich ausgebautes Sozialsystem wie unser Land. Man kann Sozialleistungen auch zeitlich beschränken wie z. B. in Italien. Zumindest bis zu einer bestimmten Altersgrenze. Es kann nicht sein, dass die arbeitende Bevölkerung für Menschen aufkommt, die es sich im Bürgergeld bequem machen. Das ist einfach nicht mehr drin.


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um 09:05
@socialme
Zitat von socialmesocialme schrieb:Man kann Sozialleistungen auch zeitlich beschränken wie z. B. in Italien.
Sozialleistungen (z.B. Arbeitslosengeld) sind zeitlich begrenzt! Das könnte man auch wissen, wenn man sich informieren würde!


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um 09:06
Zitat von AfricanusAfricanus schrieb:Sozialleistungen (z.B. Arbeitslosengeld) sind zeitlich begrenzt! Das könnte man auch wissen, wenn man sich informieren würde!
ich habe mich auf das Zitat bezogen, da ging es um Bürgergeldempfänger.


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um 09:10
Zitat von socialmesocialme schrieb:Es kann nicht sein, dass die arbeitende Bevölkerung für Menschen aufkommt, die es sich im Bürgergeld bequem machen. Das ist einfach nicht mehr drin.
Daraus wird aber erst ein Schuh, wenn auch der Kündigungsschutz gestrichen wird. Warum soll z. B. ein Arbeitgeber genötigt sein, einen zu alten oder jedes Jahr zwei, drei Wochen krankmachenden Mitarbeiter durchzufüttern? Wenn, dann Rambo-Zambo, Edel-Weidel Like. Der Kündigungsschutz ist ebenso ein Auslaufmodell, besonders in Zeiten von KI. Bringe ich es nicht mehr, ist ChatGPT besser oder ist jemand einfach günstiger, dann weg. Dann geht es auch wieder aufwärts. Mehr USA wagen. Fast 40 Billionen Staatsverschuldung sind immerhin Zeugnis eines Erfolgmodells.


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um 09:17
Zitat von socialmesocialme schrieb:Es kann nicht sein, dass die arbeitende Bevölkerung für Menschen aufkommt, die es sich im Bürgergeld bequem machen.
Viele verstehen einfach nicht, dass starke Sozialsysteme kein Almosen für arbeitslose Arbeiter sind, sondern ein fundamentales Druckmittel für alle Arbeiter, denn ein existenzsicherndes, sanktionsfreies Bürgergeld treibt den "Wert" der eigenen Arbeit nach oben.

Wenn die Alternative zum Job - also das Bürgergeld - nicht mit existenzieller Angst verbunden ist, gewinnen ja Beschäftigte an Verhandlungsmacht.

Sie können höhere Löhne und bessere Bedingungen fordern, weil die Drohung, zu kündigen, realer wird.

Es ist ein Akt der Selbstsabotage für alle, die von ihrer Arbeitskraft leben müssen.

Starke Sozialleistungen wie ein sanktionsfreies und hohes Bürgergeld stärken die Verhandlungsmacht aller Arbeiter. Sie zwingen Kapitalisten, attraktive Löhne und Arbeitsbedingungen anzubieten, um Mitarbeiter zu halten.

Wer also als Arbeiter für schwache Sozialleistungen ist, schwächt damit unwillkürlich auch die eigene Position gegenüber dem Unternehmer und schadet sich letztlich selbst.


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Deutschland unter Kanzler Merz

um 09:25
Zitat von mchomermchomer schrieb:Daraus wird aber erst ein Schuh, wenn auch der Kündigungsschutz gestrichen wird. Warum soll z. B. ein Arbeitgeber genötigt sein, einen zu alten oder jedes Jahr zwei, drei Wochen krankmachenden Mitarbeiter durchzufüttern? Wenn, dann Rambo-Zambo, Edel-Weidel Like. Der Kündigungsschutz ist ebenso ein Auslaufmodell, besonders in Zeiten von KI. Bringe ich es nicht mehr, ist ChatGPT besser oder ist jemand einfach günstiger, dann weg. Dann geht es auch wieder aufwärts. Mehr USA wagen. Fast 40 Billionen Staatsverschuldung sind immerhin Zeugnis eines Erfolgmodells.
Der Kündigungsschutz steht doch nicht zur Debatte. Wir haben uns die letzten Jahre übernommen.

Es ist in Deutschland scheinbar unmöglich mit 2 Billionen Euro zu haushalten. Ich bin mir nicht sicher, ob es noch weitere Länder gibt, die diese Einnahmen toppen können. Es gibt Menschen die arbeiten und am Monatsende bleibt nichts oder wenig übrig. Gerade Menschen die ihre Arbeit weiter entfernt ausüben, wird tatsächlich geraten auf E-Mobilität umzusteigen oder sich eine Arbeitsstelle näher zu suchen. Das ist an Zynismus nicht mehr zu überbieten. Mit den Menschen die etwas leisten gibt es kein Mitleid, die verhöhnt man.
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Viele verstehen einfach nicht, dass starke Sozialsysteme kein Almosen für arbeitslose Arbeiter sind, sondern ein fundamentales Druckmittel für alle Arbeiter, denn ein existenzsicherndes, sanktionsfreies Bürgergeld treibt den "Wert" der eigenen Arbeit nach oben.
mich verwundert es eher, dass es noch Menschen gibt, die im Niedriglohnsektor überhaupt arbeiten. Da lohnt sich Arbeit doch kaum noch, wenn man bedenkt, was man im Bürgergeldbezug alles bezahlt bekommt. Ich empfinde dass es eher wenig Anreize gibt um aus dem Bürgergeld zu kommen, als dies tatsächlich als Druckmittel dienen soll um Arbeiternehmer in der Beschäftigung zu halten.


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um 09:47
Zitat von socialmesocialme schrieb:Der Kündigungsschutz steht doch nicht zur Debatte.
Ach, da fängt die Rosinenpickerei an. Das ist unsolidarisch gegenüber den anderen Angestellten und vor allem dem Arbeitgeber. Bringst du es nicht mehr oder bist du einfach zu teuer, dann muss man dem Arbeitgeber ein Druckmittel in die Hand geben.
Entweder du spurst, oder bist weg. Alles andere wäre linksgrünversiffter Sozialismus.

Die Wirtschaft muss beweglich bleiben, Wachstum und vor allem mehr Geld für Polizei, Militär und Überwachungsapparat sollten oberstes Gebot sein. Vor allem, wenn endlich Schluss ist mit dem Sozialismus und das Bürgergeld gestrichen wird, muss der Staat beim Pöbel härter durchgreifen.
Zitat von socialmesocialme schrieb:Es ist in Deutschland scheinbar unmöglich mit 2 Billionen Euro zu haushalten. Ich bin mir nicht sicher, ob es noch weitere Länder gibt, die diese Einnahmen toppen können.
Richtig. Auch das sind die USA das Vorbild. Die kommen immerhin von Jahr zu Jahr ohne Neuschulden aus. Auch Italien. Das wurde kein Cent mehr Schulden gemacht, seit Meloni regiert.
Deswegen wurde ihre Reform zuletzt auch mit überwältigender Mehrheit von der Bevölkerung angenommen. Auch der Erdrutschwahlsieg Orbans zeigt: Das wollen die Menschen, denn dann läuft alles super.


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um 10:03
Zitat von socialmesocialme schrieb:Da lohnt sich Arbeit doch kaum noch, wenn man bedenkt, was man im Bürgergeldbezug alles bezahlt bekommt. Ich empfinde dass es eher wenig Anreize gibt um aus dem Bürgergeld zu kommen, als dies tatsächlich als Druckmittel dienen soll um Arbeiternehmer in der Beschäftigung zu halten.
Ah, da weht der Wind her. Sprich, du würdest dich weigern, einen Job anzunehmen, wenn er nicht deutlich mehr einbringt als das Bürgergeld?
Unfassbar. Günstige Arbeitskräfte werden händeringend gesucht.

Wenn das der Merz hört. Wasser predigen und Wein saufen…


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um 10:20
Zitat von socialmesocialme schrieb:mich verwundert es eher, dass es noch Menschen gibt, die im Niedriglohnsektor überhaupt arbeiten. Da lohnt sich Arbeit doch kaum noch, wenn man bedenkt, was man im Bürgergeldbezug alles bezahlt bekommt. Ich empfinde dass es eher wenig Anreize gibt um aus dem Bürgergeld zu kommen, als dies tatsächlich als Druckmittel dienen soll um Arbeiternehmer in der Beschäftigung zu halten.
Es gibt Befragungen, warum Leute Stellen nicht annehmen. Der Hauptgrund, warum Leute Stellen nicht annehmen, ist, unterirdisch schlechte Bezahlung und unterirdisch schlechte Arbeitsbedingungen.

Das heißt, das sind Stellen mit Befristung, mit schlechter Bezahlung, mit wenig Regelarbeitszeit und viel Flexibilität drin. Das sind Stellen, wo die Arbeitsbedingungen würdelos sind. Deswegen werden Stellen nicht besetzt

Theoretisch müsste man eine ganz andere Debatte führen, denn die Debatte, die wir jetzt führen, wo wir sagen: "Warum sind diese "faulen" Menschen im Bürgergeld?", ist idiotisch.

Wieso haben wir vergessen, dass wir mal das Ziel hatten, Vollbeschäftigung zu erreichen?

In einem kapitalistischen System, innerhalb der kapitalistischen Logik, müsste ja das Ziel sein, wenn man eine soziale Marktwirtschaft als Ausprägung des kapitalistischen Systems anstrebt, was ja angeblich alle machen, dass jedem Proletarier eine Stelle angeboten wird, die seinen Qualifikation entspricht und die Würde des Menschen bewahrt. Jeder soll so ein Angebot bekommen. Bedeutet: Wir wollen Vollbeschäftigung.

Die Fragen, die wir uns stellen müssen, sind: Wie schaffen wir Vollbeschäftigung? Wieso gibt es immer weniger zu besetzende Stellen? Wieso gibt es immer mehr arbeitslose Arbeiter und warum sind die zu besetzenden Stellen immer schlechter?

Hätten wir Vollbeschäftigung, hätten wir keinen Niedriglohnsektor mehr, Arbeiter wären in einer viel besseren Verhandlungsposition und wir hätten gestärkte Gewerkschaften.

Heutzutage kennt aber kaum noch einer das Wort Vollbeschäftigung. Warum kennt keiner mehr das Wort? Nun ja, weil die herrschende Klasse und neoliberale Politiker keine Vollbeschäftigung wollen, da sie erkannt haben, dass es für die Kapitalisten maximal schlecht ist, wenn jeder einen Job hat.

Denn wenn jeder einen Job hat, dann ist die Verhandlungsposition des Kapitalisten gegenüber dem Arbeiter geschwächt. Der Kapitalist ist natürlich immer noch in der überlegenen Verhandlungsposition, weil er die Produktionsmittel besitzt, aber mit einem großen Heer Arbeitsloser, die möglichst prekär und sanktioniert sind, ist der Kapitalist in einer noch viel besseren Verhandlungsposition. Und diese bessere Verhandlungsposition möchte man auf gar keinen Fall aufgeben.

Das heißt, vom System, auch von den neoliberalen Politikern und auch von den Kapitalisten her, will man arbeitslose Menschen.

Würden die Kapitalisten und neoliberalen Politiker keine Arbeitslosen wollen, würden sie Vollbeschäftigung fordern. Tun sie aber nicht. Sie lügen. Sie heucheln. Die wollen diese Bürgergeldempfänger haben - unbedingt.

Gleichzeitig wollen sie aber auch, dass es dem Bürgergeldempfänger so schlecht geht wie nur irgendwie möglich.

Und wie schafft man es, dass es den Arbeitslosen so schlecht geht wie möglich?

Na ja, indem man die ganze Zeit diese Menschengruppe dämonisiert und sagt, dass Arbeitslose ganz schlimme faule Menschen sind, die der fleissigen arbeitenden Bevölkerung alles wegnehmen wollen. Die sie der Grund dafür sind, dass die sie ihren Job hassen und schlechte Arbeitsbedingungen haben.

Damit schafft man nicht nur ein Druckmittel für Bürgergeldempfänger, sondern auch noch eine Dämonisierung, sollte man irgendwann mal zu dieser Gruppe dazugehören.

Das heißt, der Unternehmer kann einem die beschissensten Arbeitsbedingungen vor die Nase halten, er kann die Gehaltserhöhung lachend ablehnen und einem dann sagen: „Du kannst ja auch ins Bürgergeld gehen. Willst du etwa auch einer von diesen Faulenzern sein, die unsere ganze Gesellschaft kaputt machen?"

Also die herrschende und derzeit politische Klasse ist sehr glücklich mit dem Bürgergeldsystem, so wie es ist und sie will daran auch absolut nichts ändern. Auch ein Friedrich Merz nicht.

Friedrich Merz möchte nur, dass das Druckmittel - der Faustpfand der Bürgergeldempfänger - noch größer wird. Dass die Bürgergeldempfänger noch mehr stigmatisiert werden. Aber etwas verändern möchte er nicht.

Würde er das wollen, würde er Vollbeschäftigung fordern.


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