sacredheart schrieb:Die Koalition mit der SPD ist er freiwillig einegangen, niemand hatte ihn gezwungen. Und auch, auf was für Personal er da stoßen würde, wusste er vorher. Insofern liegt es überwiegend in seiner Verantwortung.
Es ist einfach kein Konzept erkennbar und bei Herrn Merz auch keine Freude zu entdecken, sich mit dem Wahlvolk zu befassen.
Rentenreform? Undurchschaubares Gewurschtel, Gesundheitsreform? Ist eine Minimierung der Gesundheitsleistungen, um Beitragsgelder weiter für Steuergeldaufgaben zu missbrauchen. Migration? Ein hin und her, kein Konzept, weniger Abschiebungen, mehr Einbürgerungen Wirtschaft? Besser gar nicht hinschauen.
Da ist auch nichts, was man als Erfolg feiern könnte. Deshalb feiert Herr Merz dann das Abschneiden von 'Die Mannschaft' als begeisternd.
Ich kann deinen Beitrag gut nachvollziehen. Was mich ehrlich gesagt am meisten überrascht ist gar nicht, dass es Kritik gibt sondern wie schnell die Stimmung gekippt ist. Ich komme aus einer Industrieregion. Hier arbeiten viele Menschen in Schicht, in der Industrie oder im Handwerk. Das sind keine Leute die ständig nach staatlichen Leistungen rufen oder sich vor Arbeit drücken…im Gegenteil. Viele arbeiten seit Jahren Überstunden, leisten viel und versuchen einfach ihren Lebensstandard zu halten. Genau bei diesen Menschen nehme ich momentan eine enorme Enttäuschung wahr. Und dabei geht es oft gar nicht nur um einzelne Reformen, sondern um das Gesamtbild. Viele haben das Gefühl, dass ihre Sorgen nicht ernst genommen werden und dass Entscheidungen schlecht erklärt oder widersprüchlich kommuniziert werden. Diese Menschen haben mittlerweile erhebliche Angst vor der Zukunft.
Ob für alles ausschließlich Merz verantwortlich ist? Natürlich nicht. Viele Probleme sind über Jahre entstanden. Aber als Bundeskanzler trägt er nun einmal die politische Verantwortung für die Richtung die eingeschlagen wird. Deshalb überrascht es mich auch nicht, dass die Unzufriedenheit gerade jetzt so sichtbar wird.
Besonders finde ich diesmal auch, dass die scharfe Kritik inzwischen nicht mehr nur von politischen Gegnern kommt. Ich höre sie zunehmend auch von Menschen, die der Union früher sehr wohlgesonnen waren oder Merz sogar unterstützt haben. Wenn selbst aus den eigenen Reihen immer mehr Zweifel kommen, sollte man das nicht einfach abtun sondern sich ernsthaft fragen warum das Vertrauen so schnell verloren gegangen ist. Aber da sind wir bei Merz an der falschen Stelle.
Ob dadurch die politischen Ränder stärker werden, wird sicher nicht nur an einer Person liegen. Aber wenn große Teile der Bevölkerung das Gefühl haben, dass ihre Erwartungen enttäuscht wurden, dann ist das zumindest ein Faktor den man nicht ignorieren darf.