sacredheart schrieb:Eine Frage aus echter Neugier: Ist das Ironie?
Wie empathisch war es denn, im Wesentlichen 16 Jahre alles schleifen zu lassen?
Keine Ironie. Meine Wehmut gilt auch nur punktuell.
Frau Merkel und Frau Nahles waren es, die die Rente für besonders langjährig Versicherte durchgesetzt und eingeführt hatten - um die Verdienste derjenigen zu würdigen, die 45+x Jahre ins System eingezahlt haben. Diese Anerkennung der Lebensarbeitsleistung hat sich unter Merz ins komplette Gegenteil verkehrt. Da wird aktuell von mehreren Seiten ein abschätziges Bild von faulen Boomern gezeichnet, die sich auf Kosten nachfolgender Generationen nun als "Frührentner" einen schönen Lenz machen wollen. Die Auswüchse bei der Rentenbezugsdauer könne man nicht länger hinnehmen. Kein Wort z. B. darüber, dass es der Staat selbst ist, der ältere Arbeitslose mit 63 in die Frührente (mit Abschlägen) drängt, um die Arbeitslosenzahlen zu frisieren. Nur 2/3 aller Neurentner gehen direkt aus einem sozialversicherungspflichtigen Job heraus in Rente.
Das man 16 Jahre alles schleifen ließ, kann ich nicht so sehen. Die Regelaltersgrenze wurde schrittweise auf 67 angehoben, die Altersgrenze für die "Rente mit 63" ebenfalls auf inzwischen 64,5 Jahre und ab 2029 auf 65 Jahre. Um demografische Verschiebungen abzufedern, wurden bei der Anwerbung ausländischer Fachkräfte bürokratische Hürden abgebaut. Früher musste das Arbeitsamt erst prüfen, ob ein ebenso qualifizierter Arbeitsloser zur Verfügung steht etc.
Das da nichts passiert, kann man nun wirklich nicht behaupten.