abberline schrieb:Dann wehren sich inzwischen acht Bundesländer gegen die Rentenpläne der Regierung. Das dürfte also der nächste Reinfall für selbige werden.
Wenn die CDU in Berlin im September abgewählt wird, dann werden es sogar neun Bundesländer sein. Die erforderliche Mehrheit von 35 Stimmen im Bundesrat ist dann kaum noch erreichbar.
Auch im Bundestag ist die Mehrheit keinesfalls sicher. Schwarz-Rot hat nur eine 12-Stimmen-Mehrheit.
Es wurde derselbe dilettantische Fehler wie bei der Entlastungsprämie gemacht. Wer versucht, die Länder vor vollendete Tatsachen zu stellen, der läuft eben Gefahr, im Bundesrat Schiffbruch zu erleiden. Damit müssen Merz und sein Aktenträger Frei nun leben. Auch Bärbel Bas hat sich mit ihrer voreilig erteilten Zustimmung ("Gesamtkunstwerk") ganz sicher keinen Gefallen getan. Bei ihr zuhause in Duisburg bei ThyssenKrupp am Hochofen braucht die sich wohl erstmal nicht mehr blicken lassen.
Ich hoffe auf einen Kompromiss. Anhebung der erforderlichen Beitragsjahre meinetwegen auf 46 oder 47 Beitragsjahre. Aber dann muss auch wirklich Ende Gelände sein. Ein heute 16-jähriger Schulabgänger müsste nach den Plänen der Union 53 Jahre lang durcharbeiten, um abschlagsfrei in Rente gehen zu können. Das ist ja purer Wahnsinn. Es muss möglich bleiben, die Rente auch noch bei einigermaßen guter Gesundheit zu erreichen und zu erleben. Und auch wenn man in touristischen Orten viele vitale Silberschöpfe mit Nordic-Walking-Stöcken sieht, Gesundheit ist immer nur eine Momentaufnahme. Jeder kennt wohl mindestens einen Fall im Familien- oder Bekanntenkreis, wo eine plötzlich schwere Erkrankung von jetzt auf gleich alles im Leben zerschossen hat. Eben noch Nordic Walking in St. Peter-Ording, zwei Monate später kann man zuhause schon nicht mehr allein aufs Klo gehen. Und da gibt's noch viel mehr Karten, die das Schicksal bereithält, fernab jeder Lebenserwartungsstatistik und versicherungsmathematischen Hochrechnung. CDU/CSU täten gut daran, sich wieder mehr auf das "C" in ihrem Namen zu besinnen.