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Afghanistan, die Luft wird dicker

6.006 Beiträge, Schlüsselwörter: USA, Krieg, Terrorismus, Bundeswehr, Afghanistan, Ausland, Taliban, Auslandseinsatz

Afghanistan, die Luft wird dicker

25.12.2009 um 14:42
@StUffz

Stellt sich dir Frage ob man die ganze Munition, war ja nicht gerade wenig in dem Video, unabsichtlich oder vielleicht sogar absichtlich "zum mitnehmen" dargelassen hat?

Weiß man ob die ganze Aktionen nicht schon vom US-Militär beobachtet wurde um zu kucken wo die den ganzen Kram hinbringen?

Aus Pakistan ist ja bekannt das man mit verschiedenen Chips arbeitet die sich durch Radarsignale die z.B. von Drohnen gesendet werden einschalten bzw. selbständig Signale senden und so eine entsprechende Position von Kämpfern verraten um diese anzugreifen.

Fänd ich auf jeden Fall eine ganz gute Idee.

Die schleppen den ganzen Kram mit zu ihren Lagern oder sontigen Positionen und man braucht das ganze nur beobachten bzw. per Signal verfolgen.


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informator
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Afghanistan, die Luft wird dicker

25.12.2009 um 22:07
@Larry08

Das waere eine Idee. Ich denke aber nicht, dass die Gegner dies nicht wissen wuerden. Zwar sind die meisten nur Bauer und so weiter und haben auch keine Bildung, aber durch Erfahrung und Gespuer, wissen sie was gefaehrlich ist und was nicht (das denke ich mal).
Aber in diesem Fall (also Nuristan) glaube ich nicht, dass man die Munition absichtlich dort gelassen hat. Es sind ja Amis umgekommen, dass weis ich, denn das habe ich von einem ami soldaten. Die Soldaten mussten fliehen und man kann ja (denke ich) gar nicht wissen, wann so eine Aktion seitens der Gegner kommt, oder? Laut seiner Vermutung, waren auch viele der dort lebenden Menschen an der Aktion beteiligt.

Zum Abschluss moechte ich nur hier diesen Zitat noch bringen:

A second point, we think that there’s a fair percentage of the foot
soldiers in the Taliban that basically do this for pay.
And so, creating
economic opportunities as an alternative in order to support
their families is another vehicle for this.


Das ist ein Teil einer Antwort von Secretary Clinton an Senator Thune.

Ich habe noch viele andere Zitate rauskopiert die mir suspekt rueber kamen. Werde es morgen in nem Blog posten. Ihr koennt den Transcript der Anhoerung auch selber lesen/herunterladen und anhand von bestimmten Suchbegriffen durchsuchen:

http://armed-services.senate.gov/Transcripts/2009/12%20December/09-65%20-%2012-2-09.pdf

Das fettgedruckte ist nun entgueltig bestaetigt worden.


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Conner23
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Afghanistan, die Luft wird dicker

25.12.2009 um 22:39
Leider können wir nicht mehr abrücken, die Politik Merkels und CO hat uns den Weg versperrt!!!

ALLE KÖNNEN NORMALERWEISE HREN HUT NEHMEN; WEGEN DARSTELLUNG FALSCHER TATSACHEN!

In Grob nachllässiger weise wurde das vertrauen des Volkes missbraucht!!
Deutschland mit seiner lächerlichen Armee:" Der Tanklasterangriff:!! Sind ja eh alle auf sich selbst gestellt da, rückhalt gibt es nicht. Welch ein Einsatzt, am liebsten würde ich unsere Jungs da herausholen, das ist nicht unserer Krieg, den führen wir erstmal intern NÄÄÄ ANGELA!!!!

Das hilft den Jungs an der Front auch nicht weiter. IHR HAT DIESE IN DIESE SCHEISS LAGE GEBRACHT UND UNS NIX GESAGT, WIR HÄTTEN DARAUF REAGIEREN KÖNNEN, aber nein, was denkt ihr gewählten, wer ihr eigentlich seid da?

Lügner und Volksverräter im grossen Stil, das seid ihr, das macht die Situation dermassen peinlich, das ich am liebsten auswandern würde.

Und sowas bezahlen WIR! Man sollte datt ganze Gesochs zum Teufel Jagen, mit Sack und Pack da!

UND SCHULD HABEN DIE DÄMLICHEN WÄHLER!

Im Interesse des Volkes!!!

Wir sind das VOLK!!!

Windstärke 14, als Feedback ihr bekommt, verräter!


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Afghanistan, die Luft wird dicker

25.12.2009 um 23:33
Conner23 schrieb:Lügner und Volksverräter im grossen Stil, das seid ihr, das macht die Situation dermassen peinlich, das ich am liebsten auswandern würde.
Tu dir keinen Zwang an - besser Gestern als Heute. ;)


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Afghanistan, die Luft wird dicker

26.12.2009 um 14:15
Wen meint er denn mit "ihr"?


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informator
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Afghanistan, die Luft wird dicker

26.12.2009 um 22:08
@StUffz

Hier die tollen Zitate:

Du kannst ja bestimmt etwas englisch

http://informiert.blogspot.com/2009/12/hearing-to-recieve-testimony-on.html

Du musst auf "here" klicken um den ganzen transcript lesen zu koennen.


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Afghanistan, die Luft wird dicker

26.12.2009 um 22:14
Guttenberg erkennt, was jeder vernünftige Mensche schon längst erkannt hat. Demokratie ist in Afganistan unwichtig.


Keine Demokratie
Guttenberg gibt Afghanistan auf

Der Verteidigungsminister glaubt nicht mehr an eine demokratische Entwicklung des Landes nach westlichen Maßstäben. Der CSU-Politiker hat einen neuen Plan, der mit einer persönlichen Kurskorrektur verbunden ist: Er will die Taliban in die afghanische Regierung einbinden.

Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hält eine Demokratie in Afghanistan nach westlichem Vorbild für nicht erreichbar. "Ich bin schon länger zu der Überzeugung gelangt, dass Afghanistan gerade wegen seiner Geschichte und seiner Prägung sich nicht als Vorzeige-Demokratie nach unseren Maßstäben eignet", sagte der CSU-Politiker der "Bild am Sonntag".

Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hält Gespräche mit Taliban für sinnvoll
Der Minister hält - im Gegensatz zu seiner bisherigen Position - eine Regierungsbeteiligung gemäßigter Taliban für denkbar. Für eine dauerhafte Befriedung Afghanistans könne dies sinnvoll sein, sagte Guttenberg. "Weil wir in einem Land mit einer so großen regionalen Vielfalt nicht einen ganzen Volksstamm wie die Paschtunen außen vor lassen können, wenn wir tragfähige Lösungen für die Zukunft wollen". Allerdings dürfe dies nicht ohne Bedingungen geschehen. "Inakzeptabel wäre der Gedanke etwa, wenn universell geltende Menschenrechte unmittelbar ausgehebelt würden."
Guttenberg räumte ein, dass er in der Vergangenheit zur Einbeziehung der Taliban eine gegenteilige Auffassung vertreten habe. "Wir müssen allerdings eine Vielzahl von auch steinigen Wegen beschreiten, um den momentanen Realitäten in Afghanistan gerecht zu werden", begründete er seinen Sinneswandel.

Guttenberg hatte vor wenigen Tagen erklärt, Kontakte zu gemäßigten Taliban seien sinnvoll, um die Sicherheitslage in Afghanistan zu verbessern. Er sei dafür, zu Volksgruppen und Stämmen Kommunikationskanäle zu halten, solange man sich dadurch nicht selbst eine Falle stelle. "Nicht jeder Aufständische bedroht gleich die westliche Gemeinschaft." Das Abschneiden von jeglicher Kommunikation halte er "mittlerweile nicht mehr für allein gültig - allerdings müssen Kriterien gelten".
Vor zwei Jahren hatte der damalige SPD-Chef Kurt Beck den Vorschlag ins Gespräch gebracht, mit moderaten Taliban zu reden. Er handelte sich damals harsche Kritik von der Union und der afghanischen Regierung ein. Guttenbergs Vorgänger Franz Josef Jung (CDU) bezeichnete die Idee als "völlig abwegig". Afghanistans Präsident Hamid Karsai hatte sich mit einem Vorstoß in dieser Richtung scharfe Kritik des Westens eingehandelt.

Die Realität hat die Debatte überholt

Inzwischen hat die Realität die Debatte überholt: Tatsächlich gibt es schon seit längerer Zeit verschiedene, vertrauliche Kontakte zu den Rebellen. Nicht nur Karsai unterhält über Gewährsleute Verbindungen zu mehr oder auch minder gemäßigten Taliban-Chefs.
Experten sind sich sicher, dass die US-Regierung - als Teil ihrer neuen Afghanistan-Strategie - verstärkt das Gespräch sucht mit dem Ziel, eine Art Burgfrieden mit Teilen der Fundamentalisten zu schließen. Sowohl US-Präsident Barack Obama als auch Außenministerin Hillary Clinton traten in den vergangenen Monaten dafür ein, mit gemäßigten Taliban zu sprechen. Allerdings ist unklar, wer überhaupt als "gemäßigt" einzustufen ist und wie das überprüft werden kann.

http://www.ftd.de/politik/international/:keine-demokratie-guttenberg-gibt-afghanistan-auf/50054283.html
Ich bin für den sofortigen Abzug aller Truppen. Die Mission, Obama auszuschalten ist erledigt. Nur darum ging es beim Einmarsch.


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informator
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Afghanistan, die Luft wird dicker

26.12.2009 um 22:32
@pprubens

Jetzt geht es eindeutig zu weit!

Guttenberg jetzt als den Held zu feiern als ob er selbst zum erkenntnis kam, kotzt mich richtig an. Wie gesagt, diese ganzen sachen werden auch schon lange bei den USA besprochen und er hat nichts neues gesagt. Karzai die Marionette spricht schon jahre davon.
Der regt mich total auf. So ein verdammter... er geniesst bestimmt diese show.
Seine "Realpolitik" (laut ZEIT)... Ich und tausende andere haben das alles was er heutezutage sagt, schon seit jahren gesagt.
Wie dumm diese Gesellschaft doch ist. Damals (2002) wurde man als Fundamentalist und Islamist bezeichnet und heute gilt man als Realpolitiker....
Allein wenn ich geschrieben habe, nicht alle Taliban sind gleich, wurde man von allen Seiten angegriffen.


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Afghanistan, die Luft wird dicker

26.12.2009 um 22:36
informator schrieb:Jetzt geht es eindeutig zu weit!

Guttenberg jetzt als den Held zu feiern als ob er selbst zum erkenntnis kam, kotzt mich richtig an.
Mich auch @informator mich auch. Aber was sollen wir machen? Der Wicht mach nun den dicken Macker.
informator schrieb:Wie dumm diese Gesellschaft doch ist.
Na, da unterscheide ich doch noch @informator
Die Presse ist nicht "die Gesellschaft". Eher im Gegenteil. Das darf man nicht durcheinander bringen.
informator schrieb:nicht alle Taliban sind gleich
Hier gehts um die Waffenbrüder. Und die sind alle gleich scheisse. Aber mir egal. Ich lebe nicht in Afghanistan und bin für einen sofortigen Abzug aller Truppen.


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informator
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Afghanistan, die Luft wird dicker

26.12.2009 um 22:49
@pprubens

Ja natuerlich ist die Gesellschaft nicht schuld und dumm auch nicht.

Das Problem der Mesnchen ist einfach, dass sie denken die Zeitungen wuerden reichen, um sich einen Gesammtbild der Lage in Afghanistan machen zu koennen.

Man muss durch Buecher Hintergrundinfos sammeln, welche die Zeitungen eben nicht tun oder vielleicht selten nur. Da die meisten Buerger eben keine Lust haben, bestimmte Buecher ueber Afghanistan zu lesen, kann man sie bloed an der Nase herumfuehren. Die Show von Guttenberg ist doch ein Beweis. Er ist der neue Obama. Mit welchem Recht er diesen General abkommandiert hat, obwohl er nur paar Tage im Amt war, kann ich bis heute nicht begreifen.


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Afghanistan, die Luft wird dicker

26.12.2009 um 22:54
informator schrieb:Man muss durch Buecher Hintergrundinfos sammeln,
Bücher, Berichte von Leuten, Leute die man kennt, und klar, auch Infos aus der Presse... Gesellschaft, Kultur, Geschichte, Historie, @informator


Guttenberg ist ein Neuling. Er hat ne riesen Aufgabe vor sich, darf man nicht vergessen. Und hat schon einige Fehler gemacht. Aber dieselben Fehler haben andere auch gemacht und waren alte Hasen.

Afghanistan ist kein Land, mit dem man sich auf die Schnelle Freunde oder Reputation schafft.

Ich denke, wenn man es schaffen könnte, den Opiumanbau komplett zu vernichten, wäre alles andere ein Kinderspiel. Einfach die Opiumfelder abbrennen. Aus der Luft. Eine konzertierte Aktion der Isaf. Jedes Jahr. Fände ich wichtig.

Und natürlich Abzug aller Truppen.


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informator
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Afghanistan, die Luft wird dicker

26.12.2009 um 22:56
@pprubens

Ich wuerde gerne wissen, warum du fuer ein Abzug der Truppen bist. Bist du dir auch ueber die Konsequenzen bewusst?


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Afghanistan, die Luft wird dicker

26.12.2009 um 22:56
Afghanistan, die Luft wird dicker

--> wäre ja ok, wenn die Luft mal dicker würde: Diskussion: Afghanistan, die Luft wird dicker

;)


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informator
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Afghanistan, die Luft wird dicker

26.12.2009 um 22:56
Guttenberg ist der neue Obama


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Afghanistan, die Luft wird dicker

26.12.2009 um 22:58
Die Konsequenzen sind klar @informator


Fürmich gab es nie das Ziel, Afghanistan "Demokratie" zu bringen, sondern immer nur, Osama und seine Taliban platt zu machen. Osama ist weg. Die Taliban sind teils auch weg. Und der Teil, der noch da ist, hat Rückhalt in der Bevölkerung und der "Regierung". Solln se machen.

Opiumfelder noch wegbrennen und fertich ist die Laube.


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Afghanistan, die Luft wird dicker

26.12.2009 um 23:01
Weg mit dem Dreck:


afghanistan
Arme Bauern, reiche Ernte

Mitten im Chaos Afghanistans blüht der Anbau von Schlafmohn – das Land ist wieder der größte Heroinproduzent der Welt

Auf den ersten Blick wirkt das kleine afghanische Dorf Dascht idyllisch. Auf einem dürren Esel galoppiert ein alter Mann an den Lehmhütten vorbei, Staub wirbelt auf, in einem nahen Mohnfeld bindet die Bäuerin ihren Tschador fester um Mund und Nase. Die roten Mohnblüten bilden einen scharfen Kontrast zu der kargen Gebirgslandschaft. In Dascht leben sechs Großfamilien, überwiegend von Opiumanbau. „Dascht“ bedeutet Wüste, und der Name könnte nicht treffender sein. Die Provinz Wardak in Zentralafghanistan, in der das Dorf liegt, gehört zu den verlassensten Winkeln des armen Landes. Was auf den steinigen Böden gedeiht, reicht kaum, um das nackte Überleben zu sichern. Die Taliban wurden vor anderthalb Jahren gestürzt, aber bislang haben die westlichen Hilfsorganisationen in dieser Gegend noch nichts ausgerichtet. „Als mir die Agentur vorschlug, Mohn anzubauen, und gleich einen Vorschuss angeboten hat, habe ich sofort zugestimmt“, erzählt der Bauer Salik. Die „Agenturen“, wie sie die Bauern beschönigend nennen, sind Drogenlabors, die das aus dem Schlafmohn gewonnene Rohopium zu Heroin verarbeiten.

Zwei Drittel des weltweit gehandelten und bis zu 90 Prozent des in Europa konsumierten Heroins stammen nach Schätzungen der Vereinten Nationen aus Afghanistan. Für September erwarten Experten eine neue Rekordernte, die den 1999 erreichten Höchststand von 4600 Tonnen, die auf 91000 Hektar Anbaufläche geerntet wurden, noch übertreffen könnte. Heroin ist heute der Hauptexportartikel des Landes, in dem 70 Prozent der Bevölkerung unterernährt sind. „Die Drogenbekämpfungspolitik der westlichen Geberländer ist ein eklatanter Misserfolg“, sagt der stellvertretende afghanische Landwirtschaftsminister Mohamad Sharif.

Mit dem Ende der Taliban-Herrschaft entstand außerhalb der Hauptstadt Kabul ein Machtvakuum. Weder finanziell noch personell ist die Regierung von Präsident Hamid Karsai in der Lage, in den Provinzen die elementaren Staatsfunktionen zu gewährleisten: Polizei, Justiz, Grenzsicherung. Davon profitieren die in der pakistanischen Grenzregion angesiedelten Drogensyndikate. Kaum waren die Taliban aus ihren Ämtern in den Regionen vertrieben, schwärmten Mittelsmänner der Dealer aus, um im ganzen Land verarmte Bauern zum Opiumanbau zu animieren. Diese „Agenten“ verteilen nicht nur kostenlos Saatgut und Dünger, sie bilden die Bauern auch im Anbau des Rauschgifts aus und kaufen manchmal die Ernte im Voraus auf. „Viele Bauern haben dieses Jahr angefangen, Schlafmohn anzubauen“, sagt der Sprecher der UN-Drogenkontrollbehörde UNODC in Kabul.

Allerdings hat nicht nur die herrschende Anarchie diesen Zuwachs ermöglicht. Er ist auch das Ergebnis verfehlter Entwicklungspolitik. Im Rahmen der internationalen Arbeitsteilung der Geberländer ist Großbritannien für die Vernichtung der Opiumfelder zuständig. London hat dafür 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. „Aber die Briten haben eine sehr kurzsichtige Methode gewählt: Sie boten Bauern, die mit der Vernichtung ihrer Opiumfelder einverstanden waren, eine einmalige Kompensationszahlung – ohne Perspektive für die Zukunft“, sagt Mohamad Sharif.

Um die Prämie beantragen zu können, beeilten sich daraufhin zahlreiche Bauern, mit dem Anbau überhaupt erst zu beginnen. Andere warteten geduldig, bis ihre Felder untergepflügt waren, um anschließend die reifen Mohnkapseln auszugraben und doppelt zu kassieren: Zur britischen Kompensationszahlung addierte sich der Erlös aus dem vermeintlich zerstörten Rohopium, der im vergangenen Jahr bei 350 Dollar pro Kilo lag. Zwar hat Großbritannien das Programm inzwischen eingestellt. Ein neues gibt es bisher nicht. Die britische Botschaft in Kabul vertröstet lediglich: „Wir sind dabei, langfristige Alternativen für die Bauern zu prüfen.“

In die Kritik geraten ist zudem die überwiegend von den USA geleistete Nahrungsmittelhilfe. Seit dem Sturz des Taliban-Regimes schwappte eine Welle von mehr als 600000 Tonnen Getreide nach Afghanistan, aber die Hilfe kommt nicht immer bei den Ärmsten an. Mit der Verteilung an Bedürftige beauftragt, verscherbeln lokale Notabeln in Wirklichkeit oft einen Teil der Lieferungen auf den Märkten der Dörfer. So sinken die Preise für lokal angebautes Getreide, die Bauern können ihre Erzeugnisse nicht mehr rentabel verkaufen und werden von den bereitstehenden „Agenten“ zu Opiumproduzenten umgeschult. „Das ist zwar nicht der einzige Grund für den Heroinboom, aber es ist höchste Zeit, dass die internationale Gemeinschaft die perversen Effekte der Nahrungsmittelhilfe unter die Lupe nimmt“, sagt der französische Entwicklungshelfer und Landwirtschaftsexperte Henri Chaudet.

Opium gedeiht im Schatten von Armut und Korruption. Distriktgouverneure verdienen kaum mehr als 30 Dollar monatlich, allein ein Sack Reis kostet aber 35 Dollar. Die ohnehin symbolischen Gehälter kommen zudem in den fernen Provinzen oft gar nicht an. Die Beamten leben von Schmiergeldzahlungen, die nicht zuletzt von den Drogensyndikaten stammen. Die Regierung in Kabul toleriert diese Praktiken notgedrungen, denn sie hat nicht die nötigen Einnahmen, um angemessene Gehälter zu bezahlen. „Die Staatskassen sind leer, wir können Opiumbauern und bestechlichen Beamten folglich nur ins Gewissen reden“, sagt Mohamad Sharif.

Schon trauert in den Provinzen so mancher Afghane dem autoritären Taliban-Regime nach. Die Muslimextremisten hatten im Juli 2000 ein Anbauverbot für Schlafmohn erlassen und so rabiat durchgesetzt, dass die Ernteerträge von 3300 Tonnen (2000) auf nur noch 185 Tonnen im Jahr 2001 sanken. Der Grundbesitzer Asghar aus Laghman im Osten des Landes erzählt: „Als die Taliban hier waren, haben sie die Waffen der Privatleute eingesammelt und die Opiumfelder vernichtet. Heute brauche ich eine Kalaschnikow, um meine Familie zu schützen, und ich finde nicht mehr genug Landarbeiter, um meine Weizenfelder zu bestellen, weil die meisten zu den Opiumbauern abgewandert sind.“
http://www.zeit.de/2003/37/Afghanistan_2fOpium


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Afghanistan, die Luft wird dicker

26.12.2009 um 23:04
Dümmer gehts immer:



US-Truppen bewachen Opiumfelder in Afghanistan

In der südlichen Provinz Helmand bewachen Soldaten der Marines die Opiumfelder afghanischer Bauern, anstatt sie zu vernichten. Die seit Anfang Mai in die Region versetzten Truppen finden sich inmitten riesiger Opiumfelder, womit der größte Teil des weltweit verkauften Heroins produziert wird.

Die Taliban, die täglich gegen die US/NATO-Truppen kämpfen, erwirtschaften mit Anbau von Opium und dem daraus produzierten Heroin, einen Jahresumsatz von ca. 100 Millionen Dollar.

Anstatt diese Felder zu zerstören, werden sie nun allerdings vor dem Zugriff der Dorfbewohner geschützt und bewacht, was für Unverständnis bei den Soldaten sorgt. Auch die Ernte und der Verkauf wird von den Soldaten nicht behindert.
http://www.shortnews.de/start.cfm?id=711618


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26.12.2009 um 23:04
@pprubens

So - oder so ahnlich - hab ich mir das auch vorgesetellt...


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Afghanistan, die Luft wird dicker

26.12.2009 um 23:07
Und was hindert "uns" diesem Heroindreck den Garaus zu machen @jafrael
Was für eine verfickte Scheiße.
Irgendwelche Vorzeigeminister machen einen auf fotogen zwischen den Truppen, aktive Soldaten werden unter Anklage gestellt und der Opiumanbau wird sogar beschützt. Ich fass es nicht...


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Afghanistan, die Luft wird dicker

26.12.2009 um 23:10
@pprubens

"So eine versickte Scheisse" - Das ist eben so eine Sache! -gg*


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