peterlee schrieb:Klar, komplette Sozialleistungen, Integrationskurse und jede Menge kostenloser RechtsberatungsNGOs bieten ja auch soviel andere Länder in der Welt.
Das Problem das ich immer wieder sehe ist die Integration in den Arbeitsmarkt, die wird durch eine wildgewordene Bürokratie absurd erschwert.
Weserdampfer schrieb:Welche Umstände würden den Schluss zulassen, dass eine bei dem Gewaltdelikt X zu konstatierende Überrepräsentation von Migranten aus dem Land Y maßgeblich auf sozialisatorische Faktoren zurückzuführen sei?
Dir ist klar, dass das ne völlig andere Frage ist? Dafür brauchst du keine Gewaltstatistik und auch keinen Bezug zu einem Land. Die sozialisatorischeh Faktoren die zu Gewalttaten führen können sind bekannt: Gewalterfahrungen im Elternhaus, emotionale Vernachlässigung, delinquente Peergroups um die der wichtigsten zu nennen. Das führt nicht zwangsläufig zu Gewalttaten, bildet aber einen sozialen Rahmen der sie ermöglicht. Die Korrelation ist da gut belegt. Hat nur eben herzlich wenig mit Kultur, Religion oder Staatsangehörigkeit zu tun.
Was dich aber eigentlich interessiert hat, solange 90%+ einer bestimmten Kultur, Religion oder Nationalität nicht gewalttätig werden, ist da nicht die Ursache. Sagen so auch die Ersteller der Kriminalstatistik, immer wieder.
Wie die Überrepräsentation zustande kommt, lässt sich nicht schnell und einfach erklären,nich schrieb schon, dass ich das eigentlich nicht leisten kann.
Aber wenn dich das so umtreibt, ich sehe mehrere Ansätze um das zu erklären:
1. statistische Verzerrungen
Es ist bekannt das Gewalttaten unabhängig von allen anderen Faktoren hauptsächlich von Männern zwischen 15 und 30 begangen werden. Die sind in der deutschen Bevölkerung unter, bei den Migranten über repräsentiert. Weiter hast du mehr Gewalttaten in Ballungsräumen als auf dem platten Land. Und auch da unterscheidet sich die Verteilung von Migranten deutlich vom Durchschnitt.
2. sozioökonomische Effekte
Kriminalität korreliert nachweislich stark mit bestimmten Risikofaktoren, die bei Migranten und v.a. bei Asylbewerben und anerkannten Flüchtlingen deutlich häufiger sind. Armut, geringer Status und Gruppenunterbringung beflügeln Kriminalität.
3. Fluchterfahrungen
Wie ich oben schrieb, Gewalterfahrungen in Jugend / Kindheit sind ein wesentlicher Umstand der zu Gewalttaten führen kann. Solche Erfahrungen - das Gewalt ein legitimes Mittel ist oder das man selbst Gewalt erfährt usw. - das erleben gerade Flüchtlinge leider häufig.
4. Verzehrung durch Mehrfachtäter
Es gibt eine Gruppe von Intensivtätern die immer und immer wieder in den Statistiken auftaucht und für einen Großteil der Taten verantwortlich sind. Die Taten verteilen sich eben nicht gleichmäßig über alle sagen wir Syrer, sondern häufen sich extrem auf eine kleine Minderheit dieser Gruppe - die Mehrfach-/Intensivtäter.
Das ist aber bloße Meinung. Das konkret aufzuzeigen, die Stärke dieser Effekte zu berechnen und mögliche weitere Faktoren in den Blick zu nehmen ist ne Mammutaufgabe. Das Ergebnis würde vermutlich niemanden wirklich zufriedenstellen, weil es eben keine einfachen Antworten gibt.