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Ist Antisemitismus wieder "in"?

6.286 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Islam, Judentum, Antisemitismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Ist Antisemitismus wieder "in"?

12.11.2021 um 20:12
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Welche genau meinst du denn? Ich kenne ihre Entschuldigung für die Teilnahme an dem Marsch.
OK, ewig her.

Lies bitte mal das hier:

https://www.berliner-zeitung.de/wochenende/nemi-el-hassan-ich-weigere-mich-meine-palaestinensische-identitaet-zu-leugnen-li.192159#Echobox=1635854211

Danach hat sich der WDR endgültig getrennt.

Ich teile einige Passagen, andere jedoch finde ich höchst verwerflich und bezüglich der Entschuldigung zum al Kuds Marsch egalisierend.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

12.11.2021 um 20:15
@behind_eyes

Ich kann gut verstehen, dass der WDR sich danach von ihr getrennt hat. Da wurde andere für weniger gekickt. Ich will das gar nicht so sehr dem WDR ankreiden.

Da wäre es dann jetzt wohl sinnvoll, wenn du mir sagst, welche Passagen genau du verwerflich daran findest.
Allerdings nochmal: Ich sage nicht, dass ich alles, was El-Hassan sagt gut finde. Ich sage, dass die Teilnahme am Al-Kuds Marsch mit 20 und ein paar Likes niemanden, der sich anderweitig deutlich differenzierter äußert, direkt zum antisemiten oder gar zur islamistin machen. Und ich sehe da eine deutliche MEdienkampagne gegen sie, die aber genau diese Sichtweise erreichen wollte. Und das finde ich schlecht.

Ob sie anderweitig dummes Zeug redet, das stelle ich nicht in Abrede.


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22.11.2021 um 21:05
Das ZDF hat aus dem palästinensischen Terroristen, der gestern in Jerusalem einen Juden ermordete und vier weitere verwundete, flugs ein Opfer Israels gemacht und einmal mehr unter Beweis gestellt, wie tendenziös seine Berichterstattung ist.

https://amp.focus.de/politik/deutschland/oeffentlich-rechtlicher-israel-hass-aus-attentaeter-wird-toter-palaestinenser-das-israel-problem-von-ard-und-zdf_id_24451514.html
Ein palästinensischer Terrorist tötet am Sonntagmorgen am Jerusalemer Tempelberg mit einem Gewehr einen Israeli und verletzt drei weitere. Kurz darauf erschießt die Polizei den Attentäter. Die Terror-Organisation Hamas spricht von einer „heroischen Operation“. Die Überschrift der ZDF-Nachricht lautet: „Israel: ein Palästinenser erschossen“.

Das ZDF verdreht mit ihrer Headline die Nachricht, die lauten müsste „Hamas-Terror am Tempelberg: ein Todesopfer und drei Verletzte“. Und: Es war nicht irgendein Palästinenser, den die Polizei erschossen hat, um den Amoklauf zu stoppen. Es war der 42-jährige Fadi Abu Shkhaydam, ein Islamist und Vertreter der Hamas in Ost-Jerusalem.

(...)

Der Historiker und Nahost-Experte Michael Wolffsohn beobachtet die Vorkommnisse bei ARD und ZDF schon seit langem: „Die Berichterstattung von ARD und ZDF in puncto Israel ist bereits seit Jahren skandalös. Dabei ist Anti-Israelismus von Antisemitismus oft kaum noch zu unterscheiden. Kritik an der Regierung Israels, wie an jeder anderen Regierung, ist eine Selbstverständlichkeit“, so Wolffsohn zu FOCUS Online: „Doch in Berichten über Israel wird immer wieder der Eindruck suggeriert, der Staat an sich bestehe aus Killern, Militaristen und Apartheid-Befürwortern.“

Wolffsohn, der bis zu seiner Pensionierung 2012 an der Münchener Universität der Bundeswehr als Professor für Neuere Geschichte lehrte, ist sich sicher, dass die öffentlich-rechtliche Berichterstattung nicht ohne Folgen bleibt: „Wir brauchen keine Psychologie, um zu verstehen, was in den Köpfen und Herzen der meisten öffentlich-rechtlichen Journalisten vor sich geht. Fakt ist: Ihr Output ist inakzeptabel israel- und letztlich judenfeindlich. So wird Antisemitismus und Israel-Hass in Deutschland weiter salonfähig gemacht.“

Auch Leonard Kaminski, Gründungsmitglied des Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus e.V. (RIAS), findet, dass die Israel-Berichterstattung seit Jahrzehnten fragwürdig sei: „Immer wieder fällt auf, dass hier eine Täter-Opfer-Umkehr stattfindet. Vielleicht reizt die Journalisten bei ARD und ZDF die palästinensische David-Rolle gegen den großen Goliath Israel. Oder es ist ein Reflex, als Deutscher die Israelis besonders kritisch zu beäugen, um die Nazi-Gräuel für sich und das eigene Land ein wenig zu relativieren.“ Fest stehe für Kaminski jedoch, „dass diese fragwürdige und gefährliche Form der 'Israel-Kritik' keine Spezialität linksgerichteter Journalisten ist, sondern in allen Teilen der Gesellschaft anzutreffen ist“.



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22.11.2021 um 21:13
Der öffentliche Rundfunk gibt in Teilen kein gutes Bild ab. Dieses Framing ist unter aller Kanone.


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23.11.2021 um 10:03
Zitat von CapspauldinCapspauldin schrieb:Der öffentliche Rundfunk gibt in Teilen kein gutes Bild ab. Dieses Framing ist unter aller Kanone.
Kein gutes Bild ist etwas untertrieben. Aber diese Art der Berichterstattung passt ins Bild, wenn man sich mal die Personalpolitik des ÖRR anschaut. Da wächst halt zusammen, was zusammen gehört. Und diesbezüglich ist der ÖRR schon lange angezählt und steht unter besonderer Beobachtung. Dennoch scheint es immer häufiger zu derartigen Ausfällen zu kommen. Das lässt schon tief blicken.


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02.12.2021 um 10:28
Was hatten wir lange nicht mehr? Genau, einen Antisemitismus-Skandal bei deutschen Medien. Wobei "skandalös" eigentlich falsch ist, "normal" trifft es bei der Häufigkeit schon eher. Also bis zum nächsten normalen Skandal in ein paar Tagen.

https://www.google.com/amp/s/www.nzz.ch/amp/feuilleton/skandal-um-mutmassliche-holocaust-leugner-und-antisemiten-im-oeffentlich-rechtlichen-rundfunk-ld.1658041
Die Aussagen könnten an einem Kongress von rechtsextremen Verschwörungstheoretikern zu hören gewesen sein. «Der Holocaust ist eine Lüge», heisst es da, oder: «Die Juden kontrollieren die Gehirne der Menschen durch Kunst, Medien und Musik.» Verbreitet wurden diese Ansichten jedoch nicht von braunen Kameraden, sondern von Journalisten der Deutschen Welle – des offiziellen Auslandrundfunks der BRD, der zur ARD gehört. Das geht aus einem Bericht hervor, den die «Süddeutsche Zeitung» am Dienstag veröffentlicht hat.

Demnach haben sich in den letzten Jahren mehrere Mitarbeiter von Korrespondentenbüros im Nahen Osten wiederholt antisemitisch und israelfeindlich geäussert. Zitiert wird unter anderem ein Journalist, dem 2019 das Korrespondenzbüro in Libanon anvertraut wurde. Er schrieb 2014 in den sozialen Netzwerken: «Jeder, der mit den Israelis zu tun hat, ist ein Kollaborateur und jeder Rekrut in den Reihen ihrer Armee ist ein Verräter und muss hingerichtet werden.»

Ein Terrorist als Opfer
Für die Deutsche Welle sind die Vorwürfe umso peinlicher, als der Sender laut Eigenwerbung «das Verständnis zwischen den Kulturen und Völkern» fördern will. Zudem wird er, obwohl er zur ARD gehört, nicht über Gebühren, sondern direkt mit Steuergeldern finanziert. Der jährliche Beitrag beläuft sich derzeit auf rund 390 Millionen Euro. Als Reaktion auf die Vorwürfe hat der Sender angekündigt, eine externe Untersuchung einzuleiten.

Die betreffenden Mitarbeiter behaupteten gegenüber der «Süddeutschen Zeitung», sie hätten sich aufgrund persönlicher Erlebnisse zu diesen Aussagen hinreissen lassen. Einer zeigte sich reumütig, ein anderer will mit seinen Aussagen zum Holocaust bloss falsch verstanden worden sein. Sicher ist, dass der Fall erneut ein schlechtes Licht auf die öffentlichrechtlichen Sender wirft, die sich gerne als Vorkämpfer gegen Rassismus und Antisemitismus gebärden.



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10.12.2021 um 12:19
Tausende von Demonstranten haben am Sonntag in Paris und anderen Städten Frankreichs «Gerechtigkeit für Sarah Halimi» gefordert. Sie empfinden es als schockierende Rechtsverweigerung, dass sich der Mörder der Jüdin wegen Schuldunfähigkeit nicht vor Gericht verantworten muss. Kobili Traoré hatte seine Nachbarin vor vier Jahren in einem Wahnzustand nach dem Konsum von Drogen von ihrem Balkon geworfen. Am 14. April bestätigte Frankreichs höchste Gerichtsinstanz einen Entscheid des Pariser Berufungsgerichts, wonach Traoré strafrechtlich nicht für die Tat verantwortlich ist.
Wegen des auch von der Justiz bestätigten antisemitischen Motivs ist es für die jüdische Gemeinschaft, die in den letzten Jahren mehrfach Ziel terroristischer Attacken war, schockierend, dass Traoré «ungestraft davonkommt». «Jewish lives matter!» war am Sonntag bei der Demonstration auf dem Pariser Trocadéro-Platz auf Schildern zu lesen. Einmal mehr würden mit dem Kassationsentscheid antisemitische Verbrechen «banalisiert», beklagten die Demonstranten.
Auch der Vorsitzende des Dachverbands jüdischer Institutionen in Frankreich, Francis Kalifat, äusserte sein Unverständnis über den Entscheid. «Wie kann die Justiz unseres Landes den antisemitischen Charakter eines Verbrechens anerkennen, dem Täter aber gleichzeitig Straflosigkeit gewähren?
https://www.nzz.ch/international/frankreich-empoerung-ueber-straflosigkeit-fuer-moerder-von-juedin-ld.1614048
Dansette claimed that Traore had refused treatment from a Jewish nurse at the hospital “for fear of being consumed by his demons and starting again.” During the murder of Halimi, neighbors overheard Traore screaming the word “Shaitan” — Arabic for “Satan” — as he punched and kicked his victim.
“He had outing permissions and was able to go, accompanied, to his family for a whole weekend,” he said.
https://www.algemeiner.com/2021/12/08/antisemitic-killer-of-sarah-halimi-refused-treatment-from-jewish-nurse-at-psychiatric-hospital-french-parliamentary-inquiry-told/


Was ist hier eigentlich los? Warum spricht man einen solchen Täter von der Zurechnungsfähigkeit frei, weil er langjährig Cannabis konsumierte? Warum belohnt man ihn, in Form von Freigang, obwohl er die Behandlung einer jüdischen Krankenschwester ablehnte?


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10.12.2021 um 12:29
Ein Skandal, als ob Antisemitismus der Auswuchs von Cannabiskonsum ist. Dieser ist tief verwurzelt, in Frankreich und in Deutschland.
Dass der Täter muslimische Parolen gerufen hat, verwundert nicht.


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10.12.2021 um 12:37
Zitat von MokaEftiMokaEfti schrieb:Warum spricht man einen solchen Täter von der Zurechnungsfähigkeit frei, weil er langjährig Cannabis konsumierte?
Aus dem gleichen Grund wie bis dato Alkoholiker ab einem gewissen Pegel auch nicht mehr schuldfähig sind...

https://www.strafrecht-bundesweit.de/info-recht-verhalten-strafverfahren/schuldfaehigkeit-promille-grenzen-bak-wert-im-strafrecht/

Ist eigentlich nichts neues...

Also saufen ist toll und rauchen scheiße, oder?


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10.12.2021 um 14:27
Zitat von KurzschlussKurzschluss schrieb:Aus dem gleichen Grund wie bis dato Alkoholiker ab einem gewissen Pegel auch nicht mehr schuldfähig sind...
Ich erinnere mich düster daran, dass Frankreich seit 1944 nicht mehr unter deutscher Besatzung steht, auch wenn das in der grenzenlosen Selbstgefälligkeit der Deutschen keine Rolle zu spielen scheint. Übertragungen von deutschem auf französisches Recht sind aber auch so irrelevant, weil sie nichts über die f r a n z ö s i s c h e Rechtslage aussagen. Meines Wissens nach ist es lt. französischem Recht auch möglich, auf strafmildernde Umstände bei Drogenmissbrauch zu verzichten und für den bewussten Erwerb und die Einnahme bewusstseinsverändernder Substanzen dem Täter mindestens eine Teilschuld zuzusprechen.

@MokaEfti

Das Traore nicht im rauschinduzierten Wahn gehandelt hat, sondern ein abgedichtetes antisemitisches Weltbild motivatorisch war, bestätigt er jetzt nochmal. Er hat Halimi nach Aussage ihres Bruders William Attal schon im Vorfeld als "dreckige Jüdin" beleidigt, seine Schwester hat die Tochter von Halimi im Hausflur mehrfach beleidigt und geschubst; Traoré war regelmäßiger Gast einer salafistischen Moschee; in der Tatnacht brüllte er nicht nur die üblichen islamischen Mordparolen, sondern er war auch so geistesgegenwärtig auszurufen, sie begehe gerade Selbstmord. Nach Aussage Paul Bensussans, einem der Gutachter, könne man den antisemitischen Hintergrund der Tat auch nicht ausblenden. Seit 2017 hat er auch keine psychiatrische Heilbehandlung erhalten.

Und entgegen mehrer internationaler jüdischer (JTA, Jewish Chronicle) oder israelischer Medien (Tines of Israel) berichteten die französischen Medien zum Tatzeitpunkt verhalten bis gar nicht über den Mord, schließlich war ja gerade Wahlkampf. Erst den bestialischen Foltermord eines radikalen Moslems an einer Jüdin medial unter den Teppich kehren, dann das Opfer verhöhnen indem man den Täter strafrechtlich davon kommen lässt und klarmacht, dass es nur eines beschissenen Joints bedarf, um mit Judenmord davon zu kommen. Der sitzt jetzt in der Psychiatrie, kifft dort schön weiter und lacht sich einen ab.


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10.12.2021 um 15:26
Zitat von KurzschlussKurzschluss schrieb:Aus dem gleichen Grund wie bis dato Alkoholiker ab einem gewissen Pegel auch nicht mehr schuldfähig sind...
Erstmal bin ich nicht vom Fach. Zunächst würde es mich bereichern, wenn du mich darüber aufklären könntest, was man genau unter einem Pegel beim Cannabiskonsum versteht. Ich hatte nur von einem Langzeitkonsum gelesen.
2,0 Promille: Ab einer Blutalkoholkonzentration von 2,0 Promille bei Tatbegehung liegt eine verminderte Schuldfähigkeit im Sinne von § 21 StGB nahe. Die Schuldfähigkeit ist jedoch einzelfallabhängig und daher ist dies nicht als starre Grenze zu verstehen, sondern lediglich ein Indiz.
https://www.strafrecht-bundesweit.de/info-recht-verhalten-strafverfahren/schuldfaehigkeit-promille-grenzen-bak-wert-im-strafrecht/

In allen Promille-Grenzen deiner Verlinkung wird explizit darauf hingewiesen, dass eine Schuldfähigkeit dennoch gegeben sein kann. Gerade die Toleranz von Alkohol legt mMn nahe, dass mit zunehmender Toleranz auch eine Schuldfähigkeit möglich ist. Nicht mehr "schuldfähig" kann ich hier leider nicht erkennen...
Zitat von KurzschlussKurzschluss schrieb:Also saufen ist toll und rauchen scheiße, oder?
Wo spielt das hier genau irgendeine eine Rolle?
Die genannten Werte bilden keine starren Grenzen, sondern es ist immer eine Einzelfallbetrachtung notwendig. Dabei nutzt die Rechtsprechung in der Regel die Blutalkoholkonzentration als Einstieg in die Frage der Schuldfähigkeit. Zusätzlich wird aber zum Beispiel das Verhalten vor, während und nach der Tat betrachtet. So spielt es eine entscheidende Rolle, ob der Beschuldigte sich nur noch schwankend auf den Beinen halten konnte oder gar noch zu komplexen Handlungen imstande war. Auch kann die Trinkgewohnheit des Beschuldigten ein wichtiges Element sein. Ein unerfahrener Trinker wird deutlich früher eine verminderte Steuerungsfähigkeit besitzen, als jemand, der regelmäßig Alkohol konsumiert.
https://www.strafrecht-bundesweit.de/info-recht-verhalten-strafverfahren/schuldfaehigkeit-promille-grenzen-bak-wert-im-strafrecht/


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12.12.2021 um 11:06
Wenn ein Mensch für eine Tat schuldunfähig gesprochen wird, wird ein Gericht seine Gründe dafür haben. Es ist ja die Instanz mit solchen Erfahrungen.


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12.12.2021 um 11:46
Zitat von GerlindGerlind schrieb:Es ist ja die Instanz mit solchen Erfahrungen.
Und diese "Instanz" kann sich nicht irren? Demut statt Zweifel?


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12.12.2021 um 11:54
Zitat von MokaEftiMokaEfti schrieb:Und diese "Instanz" kann sich nicht irren? Demut statt Zweifel?
Hat sie sich geirrt ?
Wer stellte das fest`?


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12.12.2021 um 13:10
@Gerlind

Es ist auch nicht notwendig das eine staatliche Instanz das Urteil erst revidiert, um Zweifel an ihm zu hegen; die ergeben sich bei der Betrachtung von Vorgeschichte, Tatgeschehen und Nachgang ganz allein. Scheinbar sind die Zweifel in Frankreichs Gesellschaft und Politik auch so groß, dass nicht nur mehrere Tausende Demonstranten auf die Straße gingen, sondern die Regierung jetzt eine Gesetzesänderung anstrebt.

Vielleicht beschäftigst du dich erstmal selbst mit dem Fall. Schon Columbo wegen. :)


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12.12.2021 um 13:18
Zitat von GerlindGerlind schrieb:Hat sie sich geirrt ?
Man kann sich über den Fall nur eine eigene Meinung bilden, das dürfte soweit klar sein.
Zitat von SwansonSwanson schrieb:Das Traore nicht im rauschinduzierten Wahn gehandelt hat, sondern ein abgedichtetes antisemitisches Weltbild motivatorisch war, bestätigt er jetzt nochmal. Er hat Halimi nach Aussage ihres Bruders William Attal schon im Vorfeld als "dreckige Jüdin" beleidigt, seine Schwester hat die Tochter von Halimi im Hausflur mehrfach beleidigt und geschubst; Traoré war regelmäßiger Gast einer salafistischen Moschee; in der Tatnacht brüllte er nicht nur die üblichen islamischen Mordparolen, sondern er war auch so geistesgegenwärtig auszurufen, sie begehe gerade Selbstmord. Nach Aussage Paul Bensussans, einem der Gutachter, könne man den antisemitischen Hintergrund der Tat auch nicht ausblenden. Seit 2017 hat er auch keine psychiatrische Heilbehandlung erhalten.
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Währenddessen kletterte T. über den Balkon ins Nachbarhaus zur angrenzenden Wohnung Halimis, die allen im Gebäude als Jüdin bekannt war. Weitere Anrufer bei der Notrufzentrale berichteten von einer schreienden Frau, die offensichtlich geschlagen wurde, und von „Allahu akbar“- und „Ich habe den Scheitan getötet“-Rufen.[9][10][11] Inzwischen war eine weitere Einheit der Polizei (brigade anti-criminalité) eingetroffen und hatte im Hof des Gebäudes Stellung bezogen. Vor deren Augen wurde Sarah Halimi aus dem Fenster ihrer Wohnung im dritten Stock gestoßen. Nach dem Mord kehrte T. über den Balkon in die Wohnung der ihm bekannten Familie zurück, die ihn vom Schlafzimmer aus laut beten hörte.[9][12] Gegen 5:35 Uhr drang die eingetroffene Spezialeinheit in die Wohnung ein und nahm Kobili T. ohne Widerstand fest.
Wikipedia: Mordfall Sarah Halimi

Frankreich ist das Land in Europa mit der größten jüdischen Gemeinde. Die Entwicklungen in Frankreich nehme ich mit Sorge zur Kenntnis.
Anderswo schon. In einzelnen Orten oder Vierteln der endlosen Pariser Banlieue leben heute keine Juden mehr. Ihrer 20 000 seien in den letzten Jahren um- oder weggezogen, schätzt die BNVCA, die Anlaufstelle für antisemitische Gewaltakte. Der Demoskop Jérôme Fourquet listete in einem Buch ein paar Beispiele des lokalen Aderlasses in den so genannt «schwierigen» Banlieue-Orten auf: In Aulnay-sous-Bois sank die Zahl der jüdischen Familien in den letzten fünfzehn Jahren von 600 auf 100, in Blanc-Mesnil von 300 auf 100, in Clichy-sous-Bois von 400 auf 80.

Die meisten sind innerhalb Frankreichs umgezogen, andere gleich nach Israel. Und jene jüdischen Eltern, die in Frankreich bleiben, schreiben ihre Sprösslinge in die boomenden jüdischen Privatschulen ein. Wie auch Stelle Bensignor: «Wir hatten keine Wahl, obwohl meine Kinder keinerlei Kippa trugen.»
https://www.luzernerzeitung.ch/international/antisemitismus-die-vertreibung-der-franzoesischen-juden-aus-der-banlieue-ld.2205699
Die London Times berichtete am 23. Mai 2017, dass der Mord an Sarah Halimi nicht als antisemitisch eingestuft worden sei, da man fürchte, dies könne dem Wahlkampf des rechtspopulistischen Front National nutzen
Wikipedia: Mordfall Sarah Halimi

Der Antisemitismus in Frankreich entwickelt sich weiter und weiter... Der ganze Tatablauf zeigt, dass er sein Opfer gezielt ausgewählt hat. Dabei kann er nicht total neben sich gestanden haben, schließlich kletterte er noch über den Balkon ins Nachbarhaus, in welchem sich S. Halimis Wohnung befand.
Währenddessen kletterte T. über den Balkon ins Nachbarhaus zur angrenzenden Wohnung Halimis, die allen im Gebäude als Jüdin bekannt war. Weitere Anrufer bei der Notrufzentrale berichteten von einer schreienden Frau, die offensichtlich geschlagen wurde, und von „Allahu akbar“- und „Ich habe den Scheitan getötet“-Rufen.
Wikipedia: Mordfall Sarah Halimi


Dazu kommt auf der anderen Seite, dass es ausreichend Gutachten gibt, welche Traore bestätigen zu dem Tatzeitpunkt einen psychotischen Schub erlitten zu haben. Die Sache mit dem Cannabis ist lächerlich, da er als Langzeitkonsument deswegen nicht derart austickt, vielmehr kann es verstärkend wirken. Es kommen also verschiedene Dinge zusammen.

Die Verweigerung der Behandlung einer jüdischen Krankenschwester, eben weil sie jüdisch ist, zeigt dann eben für mich ein durchaus geschlossenes antijüdisches Weltbild auf, welches für mich nichts mit Cannabis oder einer Psychose zu erklären ist.


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12.12.2021 um 17:38
Wollt ihr mir erzählen ein Antisemit sei immer zurechnungsfähig und daher per se nicht schuldunfähig zu sprechen ?

Ich denke schuldunfähig oder nicht sollte zunächst nicht am Weltbild festgemacht werden.


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12.12.2021 um 18:47
Nee, wir erzählen dir, das ein Antisemit, der seine psychotischen Schübe mysteriöserweise immer nur dann bekommt, wenn ein Jude anwesend ist; der obwohl angeblich psychisch krank keine psychologische Behandlung erhält und sogar in der Psychiatrie weiterkiffen kann; der vorher mit antisemitischen Drohungen gegen sein Opfer aufgefallen ist; der in der Tatnacht so aufgeräumt war, dass er einen Selbstmord seines Opfers behauptete; und über den selbst Gerichtsgutachter aussagen, dass die antisemitische Dimension eine Rolle spielt und er mindestens eine Teilschuld trägt, allem Anschein nach schuldfähig ist.

"Der Staat wird schon Recht haben" ist da kein überzeugendes Gegenargument.


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12.12.2021 um 20:04
Zitat von SwansonSwanson schrieb:Nee, wir erzählen dir, das ein Antisemit, der seine psychotischen Schübe mysteriöserweise immer nur dann bekommt, wenn ein Jude anwesend ist; der obwohl angeblich psychisch krank keine psychologische Behandlung erhält und sogar in der Psychiatrie weiterkiffen kann; der vorher mit antisemitischen Drohungen gegen sein Opfer aufgefallen ist; der in der Tatnacht so aufgeräumt war, dass er einen Selbstmord seines Opfers behauptete; und über den selbst Gerichtsgutachter aussagen, dass die antisemitische Dimension eine Rolle spielt und er mindestens eine Teilschuld trägt, allem Anschein nach schuldfähig ist.

"Der Staat wird schon Recht haben" ist da kein überzeugendes Gegenargument.
All das , was du schreibst, überzeugt mich nicht davon , dass er schuldfähig gewesen wäre zur Zeit der Tat. Ich gehe erstmal davon aus, dass Richter richtig entscheiden. Was anderes sind Aussagen von Menschen, die aussergerichtlich urteilen.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

13.12.2021 um 07:54
Zitat von GerlindGerlind schrieb:Ich gehe erstmal davon aus, dass Richter richtig entscheiden.
denn es gibt keine Fehlurteile? Richter sind "Übermenschen"? Oder worauf begründet sich Deine Aussage?


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