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Das bedingungslose Grundeinkommen

Das bedingungslose Grundeinkommen

25.09.2009 um 14:34
@emanon

"realitätsbereinigt" bin auch ich - - gerade seit dem letzten jahr erlebte ich bei vielen eine kraftlosigkeit, die mich erschütterte - -

freudestrahlend: ich habe einen job - hier in der nähe - - scheiß egal, dass ich mal mehr stunden arbeite, die zeitarbeitsfirma ist topp . . . .

das hielt nicht lange - denn schon bald kam eine umsetzung, der feste arbeitsplatz ein leeres versprechen , sie gab was sie konnte - - und dann wurde sie "versetzt" - sie arbeitet jedesmal in anderen firmen, die fahrstrecken werden nicht vergütet - sie arbeitet, um zu hause raus zu kommen --

einige andere machten maßnahmen mit praktikum - - um dort festzustellen: klar gute arbeit, beste bewertung -- und wieviel hundert euro hat man dem typen erspart - - die mitarbeiter haben gemoppt ohne ende, weil sie durch den "neuen" ihren platz in gefahr sahen . ..

tiefe enttäuschung und leere gesichter - - der einsatz, den jene geben, ist im vergleich zur wertschätzung riesig - - ich hoffe, dass sie alle ihren job niederlegen - und sagen: es reicht - - die sind so blöd und machen das spielchen weiter - fühlen sich doch noch priviligiert .. ... so ein sch....

"wenn ich gehe - kommt der nächste" . . . leider - - diese betriebe müssten auf grundeis gehen - - die zeitarbeitsfirmen sowieso . ...


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Saniel
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Das bedingungslose Grundeinkommen

25.09.2009 um 15:01
kiki1962 schrieb:"wenn ich gehe - kommt der nächste" . . . leider
Ist der Konsument doch selber schuld.... "Geiz ist geil!" mal andersherum.....


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Das bedingungslose Grundeinkommen

25.09.2009 um 16:22
@emanon

"realitätsbereinigt" würde ich durch "realitätsgefangen" ersetzen.

Denkst du, ich sehe die Realität nicht ?
Ich sehe genau wie Du die vielen Typen, die, verdorben durch die Realität, von heute auf morgen gar nicht mit einem bGe zurechtkämen.
Die es versaufen, verrauchen oder mit anderen Suchtmitteln schnell verbrauchen und dann schließlich vielleicht schlimmer dastehen würden, als ohne.

Aber woher kommt plötzlich dieser Fürsorgegedanke ?
Jetzt kümmert doch auch keinen, was mit denen wird.

Man darf sich das bGe nicht isoliert in diese real bestehende Gesellschaft hinein denken.
Dass, das so nicht funktionieren würde, ist logisch.

Das bGe wird die Gesellschaft fundamental ändern.
Damit das von Anfang an nicht scheitert, sind eine Reihe verschiedenster begleitender Richtlinien und Gesetze in einer Übergangszeit erforderlich.
Bis das bGe zum Selbstläufer wird, muss die Entwicklung laufend überwacht werden.

Keine, der jetzt existierenden Parteien ist in der Lage, sich von ihren verkrusteten Denkstrukturen zu lösen.
Wenn man den kartesianischen Denkmodus verlässt, bemerkt man sofort, welch gigantische Ressourcenverschwendung das Wettbewerbs- und Konkurrenzdenken hervorbringt.
Man sieht die Welt mit anderen Augen. (So sähe ich sie, wenn ich die Menschheit mit den Augen unseres Heimatplaneten sehen könnte.)
Das ist keineswegs abstrakt.
Wir leben tatsächlich auf einer kleinen blauen Kugel.
Von Gefahren umgeben und durchdrungen, weniger für die blaue Kugel, sondern hauptsächlich für die empfindlichste Spezies, die auf ihr lebt, die Menschen.
Weltuntergang bedeutet nur Untergang der Menschheit, sonst nichts.
Man müsste annehmen, dass im Falle einer existenziellen Bedrohung für die Menschheit als ganzes, die Menschen näher zusammenrücken müssten, die Menschen mitmenschlicher werden müssten und dass sie sich als Teil von etwas Grösserem fühlen müssten.

Nun, durch unser reales Verhalten, besonders der letzten reichlich hundert Jahre, haben wir uns auf vielfache Weise ja so einer Bedrohung sehr, sehr nahe gebracht.

Aber noch ist wenig von vernünftigen Reaktionen zu verspüren.
Die Erdbevölkerung scheint erschreckend den Besatzungsmitgliedern und Passagieren der Titanic zu ähneln.

Das Gewinnstreben, das Steuersystem, die Ausbeutung, das Kostendenken, die Werbung, der Handel, der Überfluss an Waren und vieles andere sind schlichtweg absurd.
Nichts von von alledem verdient es, daran festzuhalten.

Du verwendest selbst abstraktes Vokabular.
Hast Du das noch nie in Frage gestellt ?:
"mangelnde Flexibilität"
Wozu gilt es, flexibel zu sein ?
Sind dort, wo ich hin soll, nicht auch schon Menschen ?
Soll ich flexibel sein, für wenig Geld zu arbeiten, damit einzelne Reicher werden und die Gemeinschaft für mich aufkommt ?
Wozu soll ich andauernd flexibel sein, wenn der ÖPNV laufend abgebaut wird ?
"Arbeitsmarkt"
Was hat Arbeit mit Markt zu tun ?
Seit wann sollen sich Menschen feilbieten ?
Haben wir das als Kinderkrankheit der Menschheit nicht längst überwunden ?
Wie kann man mit Schicksalen von Menschen handeln ?

So sehe ich die Realität !


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Das bedingungslose Grundeinkommen

25.09.2009 um 17:38
@interpreter
interpreter schrieb:@KleinesWesen

Du vertrittst doch nicht wirklich das Konsumsteuer-Modell oder???

Sag das du es nicht tust BITTE...
Lieber Mensch interpreter =)
Wie bei meinen ersten postings und zwischendrin immer wieder gesagt, ich bin eine absolute Null, was Volks- und Betriebswirtschaft anbelangt, das muss ich ehrlich zugeben, hab ich auch kein Problem mit.
Das heisst ja nicht, dass ich mich nicht trotzdem fürs bGe einsetzen kann. Ich weiß, dass jetzt einige innerlich aufschreien und sich denken, dass ich doch so gar nicht mitreden dürfte, weil ich ja keine Ahnung habe. Doch darf ich, weil mich für die, die betriebs- und volkswirtschaftlich rechnen können, einsetze. Und das sind nicht nur Studenten im 2. Semester, sondern Professoren, Wissenschaftler etc., die sagen und vorrechnen können, dass ein bGe möglich ist.

Ich vertrete gar kein Modell, um ehrlich zu sein, weil mir einfach das nötige Grundlagenwissen fehlt. Das Konsumsteuermodell ist das, welches für meine kläglichen Volkswirtschaftskenntnisse am einfachsten zu durchschauen ist, das kapier ich ansatzweise, deswegen hab ichs herangezogen.
Ich bin mir sicher, dass es jemanden gibt, der andere Modelle anschaulich erklären kann, so dass auch ich Knallerbse sie kapiere. Also keine Panik, ich bin offen für jegliche Modelle, aber erst muss ich sie verstehen.
Ich bin hier, um zu diskutieren und um zu versuchen, anschaulich zu erklären, was das Ergebnis der Rechnung für jeden Einzelnen sein kann. Herzen zu öffnen und Mut zu machen. Ich hoffe, es gelingt ein wenig.
Dir, interpreter, bin ich dankbar, dass du deine Fachkenntnisse mit soviel Herz einsetzt.
Wir sitzen in einem Boot, Schiff, wie auch immer, du sorgst dafür, dass die Maschinen nicht ausfallen und wir nicht vor den Eisberg donnern und Menschen wie ich, wir sorgen dafür, dass die Leute sich beim über-die-Reling-kotzen nicht bekleckern und wir reichen den nötigen Schluck kaltes klares Wasser hinterher. So in etwa.

@emanon

Vertrag bleibt doch trotzdem Vertrag. Wenn dein Arbeitnehmer den Vertrag, den ihr beide ausgehandelt habt, unterschreibt, so ist er gültig, rechtskräftig. Ob nun heute ohne bGe jemand beschliesst, krank zu feiern, oder morgen mit bGe nach Timbuktu auswandert, ist doch Jacke wie Hose. Deren Entscheidung hängt meiner Meinung nach nicht vom bGe ab. Stell dir einen AN vor, der auf gleicher Augenhöhe mit dir steht, wie er innerlich wächst, da er keinem Lohndumping mehr unterworfen ist, da er seinen Wert, seine Arbeit als das verkaufen kann, was es ist: ein Teil von ihm. Und das f r e i w i l l ig. So eine Person hat doch viel mehr Elan, frühs aufzustehen und sich mit Bus/Bahn/Auto zu dir zu bewegen, auch weil er weiß, das Zugticket frisst ihm nicht mehr das Brot vom Tisch, sondern sein Brot bezahlt er vom bGe. Was soll er dann in Indien, Timbuktu oder Kambodscha? Sich den Hintern wegschiessen lassen? Der Mensch WILL arbeiten. Geh hin zur Arge, befrag die Leute, sie wollen arbeiten. Der Mensch muss schaffen und durch ein bGe kommen zu deinem Unternehmen die Leute, die wirklich hinter deiner Geschäftsidee stehen, der Kopf ist frei und somit können sie sich doch viel eher mit dem indentifizieren, für was du und dein Unternehmen stehst. Vielleicht wirst du den ein oder anderen verlieren, aber dann weisst du, dass sind die, die doch eigentlich gar nicht da sein wollen. Die werden ersetzt, durch die die sich bei dir nicht mehr aus Existenzangst, sondern aus Interesse bewerben.

Denkt doch mal nicht alle, wenns das bGe gäbe, würden auch alle anderen Gesetze in Deutschland ausser Kraft gesetzt.

Den Rest haben kiki1962 & eckhart gesagt, dem stimme ich zu 100% zu und wiederholen möcht ichs net.


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Das bedingungslose Grundeinkommen

25.09.2009 um 18:00
@emanon
@Saniel
@eckhart
@KleinesWesen
die würde des menschen - fängt wo an - hört wo auf?

eine grundsatzfrage - klar - aber dies ist im grundgesetzt festgehalten - wie manch anderes auch: freie berufswahl - etc

was spricht dagegen, sich an dieses grundgesetz zu halten - es real werden zu lassen

teilhabe aller an allem - - schule, kultur, ausbildung, kindergarten,

was spricht dagegen menschen einen gerechten lohn für ihre arbeit zukommen zu lassen - - was spricht dagegen ihnen mehr als nur billiges essen, ein dach über dem kopf zu ermöglichen ?

die wahl haben, ob ich bei kik kaufe wo ich weiss, dass für die produkte dort kinder arbeiten mussten - oder von einer hiesigen firma die bekleidung hole - ohne diesen bitteren beigeschmack

das besondere aber wäre: wir hätten zufriedenere, ausgeglichenere menschen, es würde weniger ablehnungen, weniger gewalt, weniger diskriminierung stattfinden - - vielleicht würde die leute auch weniger gefrustet durch die straßen laufen - - das lebensgefühl für alle wäre besser - optimistischer - schon deshalb lohnt es sich dies bge in angriff zu nehmen .. .


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Saniel
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Das bedingungslose Grundeinkommen

25.09.2009 um 19:03
@kiki1962

Utopia...... Aber leider nicht durchführbar. Ausser auf dem Papier....


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Das bedingungslose Grundeinkommen

25.09.2009 um 19:28
@Saniel
Saniel schrieb:Utopia...... Aber leider nicht durchführbar. Ausser auf dem Papier....
Mag sein, dass Du leider recht hast.
Denn wenn Dein Satz stimmt, stimmt auch meiner:

Zukunft der Menschheit.......leider nicht durchführbar. Ausser auf dem Papier.

Wir haben die Wahl. Wir stehen mit dem Rücken an der Wand.

Uns wurde bewiesen, dass Geld nicht glücklich macht, sondern nur noch gieriger.

Die Erfüllung der Weissagung der Cree-Indianer:
"Erst wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluss vergiftet,
der letzte Fisch gefangen ist,
werden die Menschen feststellen,
dass man Geld nicht essen kann."

erscheint am Horizont.

Das bGe muss insgesamt mit einer Umstellung all unserer Werte, mit einem bescheidenerem Lebensstil in einer wachstumslosen Gesellschaft verbunden sein.

Wir haben die Wahl. Utopie oder Tod.


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Das bedingungslose Grundeinkommen

25.09.2009 um 20:28
@Saniel UTOPIE

1984:
Werkgetreue Neuverfilmung des Romans von George Orwell, die hart und direkt mit den Schockeffekten der Vorlage die Vision eines totalitären Überwachungsstaates entfaltet, zugleich aber auch Ästhetik und Lebensgefühl der englischen Nachkriegsgesellschaft im Entstehungsjahr des Romans (1948) heraufbeschwört. – Sehenswert.“

– Lexikon des internationalen Films
wir sind auf dem weg dahin - -

Jahr 2022… die überleben wollen (Originaltitel: Soylent Green)
Es ist das Jahr 2022: die Stadt New York ist mit 40 Millionen Menschen hoffnungslos überbevölkert. Es mangelt an elementaren Ressourcen wie Wasser, Nahrung und Wohnraum. Lediglich einige Politiker und reiche Bürger können sich sauberes Wasser und natürliche Lebensmittel leisten (z. B. kostet ein Glas Erdbeeren um die 150 Dollar) und leben in relativem Luxus. Inmitten dieses Chaos führen der Polizist Robert Thorn und sein älterer Kollege Sol Roth ein trostloses Dasein.
wie nah sind wir dem?
2030 – Aufstand der Alten ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 2007. Der im Januar 2007 gesendete Dreiteiler wurde vom ausstrahlenden Fernsehsender ZDF als eine Doku-Fiction
wir haben heute schon alte menschen, die nicht mehr ihre medizin kaufen können - denen eine pflegestufe "verwehrt" wird, weil sie noch können usw..

diese utopien sind jene, die ich wünsche, dass sie uns nicht passieren - aber wir entwickeln uns zur wahrheit dieser filmfiktionen - -

nur mal so nebenbei - - offtopic


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Das bedingungslose Grundeinkommen

26.09.2009 um 17:44
@KleinesWesen

Es gibt ein Modell, das plausibel und konsistent ist. Es bietet ganz nebenbei auch gewaltige Anreize für Gewerbetreibende. Nennt sich negative Einkommensteuer.

Wenns dich interessiert stöber mal im Thread ein wenig zurück, da habe ich mehrmals versucht es so anschaulich wie möglich zu erklären. Inklusive Rechenbeispiele etc.

Wenn wir uns darüber einig sind, das es hauptsächlich um das Grundeinkommen und die damit gewonnene Freiheit geht, sollte man meines Erachtens versuchen das Ganze in ein System einzubetten, das nicht die Henne schlachtet die goldene Eier legt oder mit anderen Worten nicht das System das das Grundeinkommen zahlt durch falsche Finanzierung in den Ruin treibt.

Für den schnellen Überblick gibt es auch nen Wikipedia Artikel

Wikipedia: Negative_Einkommensteuer


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Mamamia73
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Das bedingungslose Grundeinkommen

26.09.2009 um 18:43
@interpreter

Das mit der negativen Einkommessteuer hört sich erstmal machbar an, muss ich mal mehr zu lesen.
Das mit der Konsumsteuer ist totaler wahnsinn und wer dafür plädiert, kann sie in meinen Augen nicht alle beisammen haben


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Das bedingungslose Grundeinkommen

26.09.2009 um 19:09
@Mamamia73

Naja "nicht alle beisammen" ist wohl etwas viel gesagt. Keine Ahnung von Wirtschaft würde es eher treffen. Das Wissen um VWL und BWL gehört aber nicht dazu geistig gesund zu sein ;)

Das das Konzept Konsumsteuer Schwachsinn ist, ist wahr. Ich versuche schon seit vielen Seiten das in die Köpfe der Anwesenden zu bekommen und alle Nase lang taucht wieder einer auf der es als den heiligen Gral verkauft was dann andere wieder als Anlass finden, das Konzept Grundeinkommen ansich zu verdammen.

Es dreht sich einfach nur im Kreis...alle paar Seiten die selben Argumentationen...


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Mamamia73
ehemaliges Mitglied

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Das bedingungslose Grundeinkommen

26.09.2009 um 19:12
@interpreter
interpreter schrieb:Das Wissen um VWL und BWL gehört aber nicht dazu geistig gesund zu sein
Wer aber keine Ahnung von VWL hat, der soll auch nicht nach anderen volkswirtschaftlichen Systemen krähen


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Das bedingungslose Grundeinkommen

26.09.2009 um 19:15
@Mamamia73
ich verkaufe nichts - liegt mir nicht -

grundeinkommen ist eine gute sache - rundum - es lohnt sich diese idee zu verfolgen -

auch wenn andere das anders sehen . .


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Das bedingungslose Grundeinkommen

26.09.2009 um 19:18
@Mamamia73

?? Man muss keine präzise Ahnung von Volkswirtschaftlichen Systemen haben um herauszufinden das das jetzige System gravierende Fehler im Feintunig hat.

und kiki versucht das Konzept garnicht zu verdammen.


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Mamamia73
ehemaliges Mitglied

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Das bedingungslose Grundeinkommen

26.09.2009 um 19:31
@interpreter
interpreter schrieb:Man muss keine präzise Ahnung von Volkswirtschaftlichen Systemen haben um herauszufinden das das jetzige System gravierende Fehler im Feintunig hat.
Welche gravierenden Fehler das andere Konzept haben kann, wird oder könnte, das wird man auchg erst feststellen, wenn es eingeführt ist aber in jedem Fall wird es immer für bestimmte Menschen von Nachteil sein


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Das bedingungslose Grundeinkommen

26.09.2009 um 20:01
@Mamamia73
vielleicht sind alle aber auf einer bestimmten weise doch "gewinner" - die einen mögen es materiell vielleicht nicht mehr ganz so fett haben - - aber die anderen werden dadurch vielleicht etwas mehr innerlich wachsen - sich nicht mehr abgehängt fühlen usw.

ideen zu entwickeln, die soziale gerechtigkeit ermöglichen finde ich ganz wichtig - das zeugt davon, dass sich was bewegt, dass nichts starr bleibt

und ich denke, dass viele unterschiedliche menschen mit verschiedensten verständnissen, wissen das auf die beine bekämen


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buddel
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Das bedingungslose Grundeinkommen

26.09.2009 um 23:34
warum heisst es bei den gegner dieses konzepts eigentlich unisono :
"geht nicht!" ?

jeder kann etliche beispiele bringen
wo etwas echt schiefläuft im jetzigen system
aber kein widersprecher des bedingungslosen grundeinkommens
kann ein beispiel konstruieren,
dass einen nachteiligen effekt demonstriert

buddel


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Das bedingungslose Grundeinkommen

26.09.2009 um 23:43
@interpreter
Meinst Du diese Formel zur Berechnung der Steuerschuld ?:
Steuerschuld = ( 0,33 * Einkommen ) - 5000 €/Jahr

Ist diese allgemeine Beschreibung "der negativen Einkommenssteuer" zutreffend ?:

Die negative Einkommensteuer ist das einfachste und am wenigsten radikale Modell allgemeiner Grundsicherung. Liberale ÖkonomInnen bevorzugen sie, da sie “den Arbeitsanreiz perfektionieren und gleichzeitig die Kosten begrenzen” möchte.

Ihre primären Ziele sind die 'Aktivierung' der Arbeitslosen, die Vereinfachung des Sozialsystems und die Verhinderung des Missbrauchs der Sozialleistungen.

Sie “überzeugt die Geringverdienenden vom Vorteil der Lohnarbeit, rationalisiert die Bewirtschaftung der Arbeitslosen und lotst sie in den ersten Arbeitsmarkt zurück, ganz oder teilweise.”
Das Primat der Erwerbsarbeit wird dabei nicht angetastet, im Gegenteil: durch das immanent niedrige Grundeinkommensniveau ist ein indirekter Zwang zur Arbeit impliziert.
Es soll die Erwerbslosen, wie zu Zeiten der industriellen Revolution angedacht, lediglich vor drastischer Armut bewahren und ganz nebenbei die Kaufkraft stärken und die Binnennachfrage ankurbeln.
Die negative Einkommensteuer erlöst zwar den “Bürger von Überlebensängsten, bindet ihn aber nach wie vor an das Idealbild des arbeitenden Menschen, des Arbeiters.”

Bitte ergänzen ändern oder verwerfen !

Stimmt das folgende Beispiel ?:

Bei einem Einkommen von 90.000 €/Jahr wären 25.000 €/Jahr Steuern zu entrichten, bei einem Einkommen von 15.000 €/Jahr läge die Steuerschuld bei 0 €/Jahr und bei einem Einkommen von 6.000 €/Jahr bekäme der Haushalt Transferzahlungen in Höhe von 3000 €/Jahr vom Staat.

Gegenüber dem Stand von August 2004 wäre in diesem Beispiel bei dem Einkommen von 90.000 €/Jahr eine Entlastung im Jahr von 5.000 €/Jahr gegeben, bei dem von 15.000 €/Jahr eine von 739 €/Jahr (Quelle: SPIEGEL-Online). Nimmt man den Sozialhilferegelsatz etwa von Berlin (2003) von 296 €/Monat als Grundlage (Haushaltsvorstand, alleinstehend), so kommt dieser ohne Mietzuschüsse oder sonstige Einmalleistungen bereits auf 3.552 €/Jahr .


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Das bedingungslose Grundeinkommen

26.09.2009 um 23:46
@interpreter

Oder passt das ?:

Die negative Einkommensteuer nach Bofinger (SPD) soll so aussehen, dass zum Beispiel ein lediger Arbeitnehmer, der 750 Euro brutto im Monat verdient, vom Finanzamt einen Zuschuss in Höhe des Sozialversicherungsbeitrags erhält – sein Nettoeinkommen also dem Bruttoeinkommen entspricht.
Der Zuschuss soll dann bis zu einem Einkommen von 1300 Euro langsam auf null abgeschmolzen werden.
Außerdem schlägt Bofinger vor, die Minijobs abzuschaffen und die Hinzuverdienstmöglichkeiten beim Arbeitslosengeld II so zu modifizieren, dass eine Vollzeitbeschäftigung attraktiver wird als eine Kombination aus Teilzeit oder Minijob und Stütze.
Schließlich fordert Bofinger einen niedrigen, aber flächendeckenden Mindestlohn in Höhe von 4,50 Euro.
Würde Bofingers Vorschlag so realisiert, wäre es eine kleine Revolution. Einige Punkte stoßen in der Fachwelt auf Anerkennung – die Reform des Hinzuverdienstes beim Arbeitslosengeld II, die Flurbereinigung bei den Minijobs und die Idee der negativen Einkommensteuer erfreut sich unter Ökonomen sowieso großer Beliebtheit. Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, sieht in Bofingers Vorschlag jedoch nur einen ersten Schritt. Damit die Reform wirke, müsse man „schon weit über das hinausgehen, was die SPD jetzt vorschlägt“. Das Bofinger-Modell hat tatsächlich aber auch seine Tücken. So halten es die meisten Fachleute für abwegig, einen Kombilohn wie die negative Einkommensteuer mit einem Mindestlohn zu verbinden. Denn Kombilöhne sollen ja gerade dafür sorgen, dass die Löhne ohne größere soziale Verwerfungen sinken können und der Niedriglohnsektor, der in Deutschland weitgehend brach liegt, erschlossen wird.


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Das bedingungslose Grundeinkommen

27.09.2009 um 00:00
@interpreter
Oder passt das besser ?:

Der Berliner Einzelhandelskaufmann, den sich der Ökonom Herbert Buscher vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) für seine Modellrechnung ausgedacht hat, verdient 2000 Euro brutto, ist verheiratet und hat ein vier Jahre altes Kind. Inklusive Kindergeld bleiben ihm Ende des Monats netto 1454 Euro. Vom Standpunkt eines Ökonomen aus betrachtet ist er ein irrationaler Mensch.

In Buschers Modell gibt es nämlich noch eine Familie, auch ein verheiratetes Paar mit einem vier Jahre alten Kind. Nur dass in dieser Familie niemand regulär arbeitet. Die Erwachsenen gehen lediglich einem Ein-Euro-Job nach, den ihnen die Agentur für Arbeit zugewiesen hat und bekommen Arbeitslosengeld II (ALG II). Die Familie kommt nach Buschers Berechnungen auf staatliche Leistungen in Höhe von 1561 Euro. Auch wer einen niedrig entlohnten Vollzeitjob auf dem ersten Arbeitsmarkt annimmt, kann sich kaum so gut stellen wie mit Geld vom Staat.

Gedacht war das anders. Die Arbeitsmarktreform Hartz IV sollte Arbeitslose wieder auf den ersten Arbeitsmarkt vermitteln, nicht auf den zweiten, den der Staat durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und Ein-Euro-Jobs künstlich am Leben hält und der unter Umständen sogar reguläre Beschäftigung verdrängt.

Als Alternative zum bestehenden System und seinen unerwünschten Nebeneffekten wird deshalb unter Ökonomen die negative Einkommensteuer diskutiert. Negativ bedeutet in diesem Fall, dass der Staat kein Geld kassiert, sondern an Geringverdiener auszahlt. Positive Einkommensteuer verlangt er erst, wenn ein bestimmtes Einkommensniveau erreicht ist. Die Idee dahinter: Auch Arbeit für wenig Geld soll sich lohnen.
Die negative Einkommensteuer soll diesen Teufelskreis beenden. Der Ansatz ist nicht neu. Es gibt verschiedene Konzepte, nicht alle Verfechter verstehen das Gleiche unter dem Instrument. Das Spektrum reicht von liberalen Wissenschaftlern, die das System wie auch die FDP mit einem Zwang zur Arbeit koppeln wollen, bis zu nachfrageorientierten Ökonomen, die für ein relativ hohes Grundeinkommen plädieren.

Die Lohnsubvention kostet viel Geld - außer man senkt das Existenzminimum.

Der Vorschlag, den Peters IW-Kollege Holger Schäfer für Deutschland ausgearbeitet hat, unterscheidet sich vom US-Modell. Schäfer bemängelt vor allem das ordnungspolitische Durcheinander im deutschen Steuer- und Transfersystem, das dazu führe, dass jemand auf der einen Seite Steuern zahlt und auf der anderen gleichzeitig Transferleistungen erhält.

Er will ALG II und Sozialgeld abschaffen und durch eine negative Einkommensteuer ersetzen, die im Minimum bei 650 Euro liegt - das heißt, wer nicht arbeitet, bekommt diese Mindestsicherung. Die entscheidende Neuerung: Wer Arbeit annimmt, sieht eindeutig, wie viel er vom Staat bekommt und wie viel vom verdienten Geld bleibt.

Wer Arbeit ablehnt, dem wird die Grundsicherung gekürzt.

Wer in Schäfers Modell beispielsweise einen Job annimmt, bei dem er 317 Euro verdient, bekommt eine Steuergutschrift in Höhe von 361 Euro dazu. Die Miete wird nicht mehr extra gezahlt, der Zuschussempfänger kümmert sich selbst darum. Insgesamt hat er damit wie fast alle Leistungsempfänger im Schäfer-Modell weniger zur Verfügung als bei der derzeitigen ALG-II-Regelung - in diesem Fall 85 Euro.
Schäfer will so die Attraktivität von Teilzeitbeschäftigung reduzieren und jene niedrig entlohnter Vollzeitbeschäftigung erhöhen.


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