@Hansi„Sind es nicht letztendlich wir Wähler selbst, die den Staat in den Ruin treiben?
Die Parteien sind geradezu gezwungen utopische Versprechungen abzugeben, wenn sie eine Chance auf Wahlerfolg haben wollen.“
Wenn das so wäre, müsste ja die PDS die meisten Stimmen bekommen. Denen sagt man ja am meisten Utopie voraus.
Ich denke man kann den Menschen einiges zumuten, wenn man glaubwürdig ist und mit einem guten Konzept auftritt. Und wenn man eine Vorbildfunktion besitzt.
Wenn Schröders Agenda 2010 wirklich funktioniert hätte, dann wäre die SPD wohl nicht da wo sie jetzt ist. Aber es sind diese völlig hirnlosen Konzepte, die der normale Mensch nicht versteht. Diese Konzepte werden nicht deshalb nicht verstanden, weil die nötige Intelligenz bei den Menschen fehlt, sondern weil diese Konzepte falsch und unlogisch sind. Deshalb kann man sie dem Volk nicht erklären. Und ich habe bei einigen Diskussionen wirklich den Eindruck, dass uns die Politiker für dämlich halten. Schröder, Münte und Fischer waren da an Arroganz gegenüber dem Volk nicht zu überbieten. So etwas funktioniert nicht.
Das schlimme ist dann auch noch, das mit Hilfe merkwürdiger Statistiken versucht wird, dem Volk gravierende politische Fehler, als Erfolg zu verkaufen. Damit macht man sich erst recht unglaubwürdig.
Als Merkel nach dem Klimagipfel etwas von erfolgreich sagte, viel mir der Keks aus dem Gesicht.
Sie haben eine Menge Zeit verschwendet und Geld verbraten. Das Ergebnis: Wir sind uns einig darüber, das wir uns nicht einigen konnten.
Die Arbeitsmarktpolitik ist gescheitert, in einer Boomphase schaffen wir gerade vielleicht einen ausgeglichenen Haushalt, um dann in der Krise einige hundert Milliarden zu versenken. Die Boomphasen werden immer kürzer und die Krisen immer heftiger.
Und die Fehlerkette geht weiter. Die unnötigen Steuergeschenke der FDP, die in dieser Lage völlig falsch sind. Das Motto der Liberalen ist, der private Konsument kann das Geld besser ausgeben als der Staat. Nur wird der private Konsument kein Geld für Schulen oder Universitäten ausgeben. Stattdessen werden die Müllberge für Elektroschrott wachsen. Genauso wie die umstrittene Abwrackprämie. Der Effekt verpufft und dann haben wir Autoschrottberge. Hätte man das Geld in die Infrastruktur investiert, hätten wir jetzt wenigstens vernünftige Schulen.
Also ich halte den Bürger nicht für so dumm, das er utopisches fordert, sondern ich denke das er vernünftige Entscheidungen erwartet. Außerdem setzen Politiker sowieso jeden Mist durch, auch gegen das Volk. Warum nicht einmal vernünftige Dinge. Aber man kann dann leicht dem Volk die Schuld geben, wenn etwas nicht funktioniert.
Das Volk hat doch nicht Schuld an die Agenda 2010, die unter anderem Schuld an der Finanzmarktkrise ist. Die Dinge die zu Krisen führten sind doch immer gegen das Volk durchgeführt worden.
Übrigens hat der so genannte kleine Mann oft ein ganz gutes Gespür, wenn er betrogen wird. Auch wenn er das nicht immer analytisch geschliffen begründen kann. Jedenfalls sind die Prognosen des kleinen Mannes oft genauer, als die der Mittelständler, oder sogar der Wirtschaftsweisen.
In Bezug auf Prognosen hat Sarrazin vollkommen Recht ( hier stimme ich einmal zu, bei dem Mann kommt das allerdings selten bei mir vor ), nur hat die SPD es damals genauso gemacht. Prognosen, Theorien und Vermutungen, die alle nicht stimmten.
Ist es nicht komisch. Nach dem Krieg hatten wir wenige Experten, und es fehlte an Fachkräften ( da viele junge Männer nichts gelernt hatten ( fünf Jahre Krieg, und lange Gefangenschaft ), und sie haben das Land aufgebaut. Es wurde nicht debattiert, sondern gehandelt.
Heute haben wir nur noch Experten, geraten aber von einer Katastrophe in die nächste. Das ist ja alles nicht so einfach, wir sind globalisiert, das geht so nicht.
Wir haben heute deshalb so viele Experten, weil kein Schwein mehr arbeiten will. Die meisten werden für das Klugscheißen bezahlt ( auch wenn ich das jetzt selber mache ).