Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung

Wie sollen "Einheimische" bei der Integration helfen?

2.073 Beiträge, Schlüsselwörter: Ausländer, Integration, Deutsche, Immigranten

Wie sollen "Einheimische" bei der Integration helfen?

21.07.2010 um 13:58
@Valentini

Die Verträge wurden nicht durch Lust und Laune verlängert, sondern wie das Wort Vertrag schon impliziert durch das einverständniss beteiligter Parteien.


melden
Anzeige
Valentini
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Wie sollen "Einheimische" bei der Integration helfen?

21.07.2010 um 14:02
@karakan

Habe das nur etwas zu den alten Verträgen gefunden
Nichtsdestoweniger kamen die Arbeiter, trotz der in jeder einzelnen Anwerbevereinbarung festgeschriebenen Höchstaufenthaltsgrenze von zwei Jahren, nicht selten mit offenem Zeithorizont.

Das Anwerbeabkommen mit der Türkei enthielt darüber hinaus von Anfang an gegenüber den Anwerbeabkommen mit den westlichen Ländern einige Besonderheiten (die ähnlich für das Abkommen mit Tunesien und Marokko übernommen wurden):[3]

eine Anwerbung war ausschließlich für Unverheiratete vorgesehen,
ein Familiennachzug bzw. die Familienzusammenführung wurde im Abkommen ausgeschlossen,
eine Gesundheitsprüfung und eine Eignungsuntersuchung für die anzunehmende Arbeit,
eine Obergrenze für den Aufenthalt von 2 Jahren wurde festgeschrieben, eine Verlängerung ausgeschlossen,
die Arbeitnehmer sollten nur aus den europäischen Gebieten der Türkei stammen.
Wikipedia: Anwerbeabkommen_zwischen_der_Bundesrepublik_Deutschland_und_der_Türkei

Nach der Neufassung suche ich noch


melden
Valentini
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Wie sollen "Einheimische" bei der Integration helfen?

21.07.2010 um 14:05
@karakan

Habe da jetzt folgendes:
Bereits in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre wurde das Rotationsprinzip - nicht zuletzt auf Betreiben der Wirtschaft, die die Anlernkosten scheute - gelockert. Noch während der Rezession 1966/67 waren zahlreiche ausländische Arbeitskräfte, die ihre Stelle verloren hatten, in ihr Herkunftsland zurückgekehrt. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung kamen sie in die Bundesrepublik zurück. Im Oktober 1973 erließ die Bundesregierung wegen der Ölkrise und dem daraufhin befürchteten wirtschaftlichen Rückgang einen Anwerbestopp. Im selben Jahr hatte die Beschäftigung von ausländischen Arbeitnehmern mit rund 2,6 Millionen ihren Höhepunkt erreicht. In den Rezessionsphasen 1974/75 und 1981 bis 1984 kehrten ausländische Arbeitslose jedoch weit seltener in ihre Heimat zurück, weil sie befürchteten, keine abermalige Rückkehrerlaubnis in die Bundesrepublik zu erhalten.
http://www.bpb.de/themen/373SRR,1,0,T%FCrkische_Minderheit_in_Deutschland.html

In wie weit sie gelockert wurden steht dort nicht aber aufgrund des fett gemarkerten Satzes ist anzunehmen dass eine Rückkehr vertraglich noch immer vorgesehen war aber sie leicht umgangen werden konnte oder die Ausweisung eben nicht betrieben wurde


melden

Wie sollen "Einheimische" bei der Integration helfen?

21.07.2010 um 14:12
@Valentini

Das ist Korrekt, mich wundert warum das geduldet wurde eine jetzige Massenausweisung ist jetzt nicht mehr möglich, dass muss doch der Regierung damals klar gewesen sein. Mich wundert es das viele Politiker einen auf Überrascht tun, als hätte man die Konsequenzen der Entschlüsse damals nicht absehen können...


melden
Valentini
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Wie sollen "Einheimische" bei der Integration helfen?

21.07.2010 um 14:12
@CurtisNewton
CurtisNewton schrieb:Das stimmt...dennoch ist die Frage nicht beantwortet warum die 3. oder 4. Generation auf einmal rumspinnt!
Vielleicht aber auch nur vielleicht hilft folgendes etwas weiter:
In Deutschland leben mehr als 3,2 Millionen Musliminnen und Muslime. Größtenteils ist die Familie die wichtigste soziale Einheit, deren Interesse sich alle Mitglieder unterzuordnen haben. Die zentralen Werte sind "Ehre" (namus), "Achtung" (saygi) sowie Würde und Ansehen (Seref) der innerfamiliären Autoritätsbeziehungen. Der Verlust der Ehre gilt als Schande für die ganze Familie, vor allem aber für die männlichen Mitglieder, die für die Familienehre verantwortlich sind. Verkürzt wird es oft folgendermaßen dargestellt: Aggressives Verhalten von türkischen Männern ihren Frauen, Töchtern und Schwestern gegenüber wird mit einem in der Türkei bis heute gültigen Ehrenkodex erklärt, nach dem der Mann - eben bei Verletzung der Ehre der Frau - gezwungen ist, in bestimmter Weise zu handeln. Die Hintergründe für dieses Verhalten sind kompliziert und haben eine lange Tradition. Im Kontext des türkischen Dorfes verbinden Männer mit dem Begriff Ehre vor allem ihre Fähigkeit, für die Familie zu sorgen, diese gegen Angriffe von außen zu verteidigen und die sexuelle Integrität der Frauen innerhalb der Familie zu gewährleisten. Wenn der Mann bei einem Angriff gegen diese Werte nicht reagiert, verliert er seine Ehre. Die Ehre der Frau leitet sich aus Regeln zum Schutze ihrer Keuschheit ab. Darüber hinaus muss sie bestimmte Regeln im Umgang mit fremden Männern einhalten und sich korrekt kleiden. Verstößt sie gegen diese Grundsätze, wird nicht nur ihre eigene Ehre verletzt, sondern auch die der Familie.
Die türkischen Gastarbeiter und ihre Familien brachten diese Erfahrungen und Wertesysteme mit nach Deutschland, wodurch die einzelnen Familienmitglieder in einen Kulturkonflikt gerieten. Die erste Generation der Arbeitsmigranten, deren Aufenthalt in Deutschland nicht auf Dauer angelegt war, hielt an diesem Wertesystem fest. Eine Annäherung an die deutsche Gesellschaft schien nicht erforderlich und war zudem schwierig, weil ein Großteil der Zuwanderer nicht aus den westlich orientierten türkischen Großstädten kam, sondern meist aus dem ländlich geprägten Anatolien, wo die jahrhundertealten Traditionen weiterhin ihre Gültigkeit behielten. Erst mit längerem Aufenthalt und der Geburt der Kinder und Kindeskinder wurde das traditionelle Wertesystem - vor allem durch die Kinder selbst, die mit den Werten der bundesdeutschen Gesellschaft aufgewachsen waren - in Frage gestellt. Sie fühlen sich hin- und hergerissen zwischen zwei Kulturen.
Dies führt zu familiären Problemen, die in vielen türkischen Familien das Ausmaß der normalen Generationenkonflikte übersteigen. Vor allem an der Stellung der Frau und der Einhaltung gewisser religiöser Pflichten entzünden sich die Auseinandersetzungen. In manchen Fällen suchen die Betroffenen in der Hinwendung zur Religion die Lösung ihrer Identitätskrisen und -brüche.
Die meisten Türken regeln ihre Eheprobleme vor Gericht und nicht in tätlichen Auseinandersetzungen. Allerdings werden auch in Deutschland Ehrverbrechen und Ehrenmorde verübt. Besonderes Aufsehen erregte der Fall der 23-jährigen Hatun Sürücü, die im Februar 2005 mutmaßlich von ihren drei Brüdern auf offener Straße in Berlin erschossen wurde. Sürücü kam nach einer gescheiterten arrangierten Ehe in Istanbul als allein erziehende Mutter zurück nach Berlin und lebte, nach Auffassung ihrer Brüder, zu emanzipiert und nicht traditionskonform. Aufsehen erregte der Mord jedoch auch, weil mehrere Schüler einer Oberschule die Tat befürworteten und die Meinung vertraten: Eine wie Hatun Sürücü sei eine "Schlampe", wenn sie wie eine Deutsche lebe, habe sie den Tod verdient. Gerade diese Äußerungen schockierten und verdeutlichten, dass die Integration in die deutsche Gesellschaft in diesen Fällen misslang. Initiativen wie "NEIN zu Verbrechen im Namen der Ehre" von Terre des Femmes fordern gesetzliche Regelungen zum Schutz vor Zwangsehen, Unterdrückung der Frau und Ehrverbrechen. Jedoch darf nicht jedes gewalttätige Handeln gegenüber Frauen mit dem Begriff "Ehre" erklärt werden. Eine derartige Gleichsetzung vereinfacht die Suche nach den Ursachen und unterstützt zudem ein klischeehaftes Bild von der türkischen Familie und vom Islam.
Zweifelsohne wandelt sich auch der Ehrbegriff. Darüber hinaus wird dieser nicht von allen Türkinnen und Türken geteilt. Beispielsweise nähern sich die Ansprüche zur Erhaltung der Familienehre zwischen den Geschlechtern an, werden also zunehmend im Sinne einer beiderseitigen ehelichen Treue und einer Solidarität innerhalb der Familie sowohl an Männer als auch an Frauen gestellt. So wenig man ein allgemein gültiges Bild der deutschen Familie zeichnen kann, so wenig trifft das bei türkischen Familien zu.

Bis heute gelten die Türken als die am schwersten zu integrierende Bevölkerungsgruppe. Einer Umfrage von 2002 zufolge lehnen 39 Prozent der Ostdeutschen und 28 Prozent der Westdeutschen Türken als Nachbarn ab. Gegenüber 1996 stieg die Abneigung um fast zehn Prozent. Dieser Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschen zeigt, dass das langjährige Zusammenleben von Türken und Deutschen in den alten Bundesländern die soziale Distanz verringert hat, wenn auch die Ablehnung sehr hoch bleibt.
Eines der größten Probleme für die türkische Minderheit wie für die deutsche Mehrheit ist die Erziehungs- und Bildungssituation der jungen Türken. Immer noch verfügen manche türkischen Kinder nicht über ausreichende Sprachkenntnisse, um dem deutschen Schulunterricht folgen zu können. Die Folge sind fehlende Schulabschlüsse, die wiederum eine erfolgreiche berufliche Eingliederung erschweren. Daraus entstehen soziale Probleme, die eine weiter gehende Integration verhindern. Die Aufstiegschancen junger Türken hängen damit auch wesentlich von der Toleranz und Offenheit des Elternhauses ab. Türkische Kinder, deren Familien sich weit gehend vom deutschen Umfeld abschotten, haben deutlich schlechtere Bildungschancen. Ein Umdenken in der Schulpolitik, mehr Deutschunterricht in den Kindergärten, aber auch für die Eltern, insbesondere für die Mütter, sind dringend erforderlich. Stärker berücksichtigt werden sollte auch die Geschichte und Kultur des Herkunftslandes - über beides wissen deutsche Kinder kaum Bescheid -, die Zweisprachigkeit der Kinder und die Tatsache, dass sie durch ihre konfliktreichen Sozialisationsbedingungen oftmals sozusagen zwischen allen Stühlen sitzen.
http://www.bpb.de/themen/373SRR,3,0,T%FCrkische_Minderheit_in_Deutschland.html


melden
Valentini
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Wie sollen "Einheimische" bei der Integration helfen?

21.07.2010 um 14:14
@karakan

Ja, schon vor langer Zeit war doch durch statistische Erhebungen absehbar dass dieses Land ungefragt und ungeregelt zu einem Einwanderungsland geworden ist und weil man einfach die Augen verschlossen hat, gibt es auch keine vernünftigen Einwanderungsgesetze wie sie in Einwanderungsländern nötig sind. Dies hat zu zahlreichen Problemen geführt...
Ich denke es lag zu einem Großteil an den Politikern weil sie meinten sie müssten dem Rest der Welt gegenüber etwas gut machen wegen der jüngsten Geschichte und daraus hat sich eine fatale Entwicklung ergeben


melden

Wie sollen "Einheimische" bei der Integration helfen?

21.07.2010 um 14:19
@Valentini

Ich denke Unternehmen und Konzerne waren da nicht unbeteiligt, sie sahen ihre Chance Arbeitskräfte anzuwerben die sie nach belieben dem Verschleiß aussetzen konnten :
Aus Sicht der deutschen Wirtschaft wurden im Sinn eines „Rotationsprinzips“ junge ledige Männer gesucht, die nach einem Zeitraum von maximal zwei Jahren gegen „frische“ Kräfte ausgetauscht werden sollten.
So konnte man heimische Arbeiter unter Druck setzen indem man billigere aus dem Ausland holt, dass wird doch heute noch so gemacht. Das ist auch der Grund warum Gewerkschaften massiv gegen solche Anwerberabkommen protestiert haben. Mich wundert es jedesmal welche Macht die Wirtschafts einer Nation auf die Regierung Druck ausüben kann.


melden
Valentini
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Wie sollen "Einheimische" bei der Integration helfen?

21.07.2010 um 14:21
@karakan

Sie waren nicht nur unbeteiligt sondern sie waren die, die den Druck der Türkei und der USA aufgenommen haben und an die Regierung weitergeleitet hatten denn sie waren es, die billige Arbeitnehmer brauchten


melden

Wie sollen "Einheimische" bei der Integration helfen?

21.07.2010 um 14:22
Und zum Gastarbeiter kam noch das Zauberwort "Asyl" dazu, welches weltweit die Runde machte.
Damit konnte man mit Kind und Kegel einreisen.
Ich zweifel nicht daran das einige wirklich in Lebensgefahr waren, aber der Großteil der Asylanten erhoffte sich schlichtweg eine bessere Existens.
Ich hatte Anfang der neunziger Jahre Kontakte zu einigen Asylanten. Die erklärten mit Schmunzeln welche Storys sie sich für den Asylantrag ausgedacht hatten.
Die waren übrigens alle supernett...keine Probleme.
Asyl brauchten sie aber jedenfalls nicht.

Machen wir uns doch nichts vor. Deutschland wurde jahrzehntrelang als das "Gelobte Land" betrachtet, wo einem das Geld nur so zugesteckt wird.
Nun ist das nicht mehr ganz so freigibig und die Leute von einst, sowie deren Nachkommen fordern mehr Rechte für ihre Volksgenossen.
Gebetsräume in öffentlichen Schulen sind ja noch fast harmlos gegen manche anderen Wünsche.
War da nicht mal was von türkischen Gymnasien im Gespräch?
Hatte mich ernsthaft gefragt ob da dann Deutsch als 1 Fremdsprache zur Pflicht wird.
Was hat es noch mit Integration zu tun, wenn man absolut unter sich bleiben will?
Ehrenmorde, weil die Töchter(vor 20 Jahren in Deutschland geboren) zu Anpassungsfähig waren, sind ja das beste Beispiel für den fehlenden Integrationswillen von einigen Einwanderern, denke ich.


melden

Wie sollen "Einheimische" bei der Integration helfen?

21.07.2010 um 14:24
@Valentini

Druck der USA ok, aber ich frage mich welchen Druck die Türkei hätte damals machen können, also bitte welches Druckmittel hat die TR damals in der Hand gehabt???


melden
Valentini
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Wie sollen "Einheimische" bei der Integration helfen?

21.07.2010 um 14:36
Etwas vereinfacht steht es auch in Wiki geschrieben
Das Anwerbeabkommen mit der Türkei kam - ähnlich wie das erste Anwerbeabkommen, das auf Wunsch Italiens abgeschlossen wurde - auf Wunsch und auf Druck der türkischen Militärregierung zustande. Es wurde bezeichnenderweise federführend durch das deutsche Außenministerium abgeschlossen (und eben nicht durch das deutsche Wirtschaftsministerium). Die Türkei befand sich zu dieser Zeit - nach der Ära von Adnan Menderes - in einer sehr prekären wirtschaftlichen Situation.[1] Eine wirtschaftliche Entlastung sollte durch die Emigration von überschüssigen Arbeitskräften, den dadurch entstehenden Rückfluss von Devisen ins Land und eine Modernisierung durch das spätere Mitbringen von wirtschaftlichem Know-How erfolgen.[2]

Die USA übten Druck auf Deutschland aus, das von der Türkei geforderte Anwerbeabkommen abzuschließen. Dadurch sollte die Militärregierung der Türkei unterstützt werden, denn die Türkei hatte 1959 der Stationierung einer Staffel von US-amerikanischen Atomraketen an der Grenze der UdSSR zugestimmt und war ein strategisch wichtiger NATO-Partner (Siehe Kubakrise – unmittelbare Vorgeschichte). Die USA befürchtete, dass nach dem Putsch im Mai 1960 die Lage in der Türkei instabil war, wie die Umbildung des Kabinetts von Cemal Gürsel am 27. August 1960 und die Ankündigung von Neuwahlen für 1961 zeigten. Die sehr schwierige wirtschaftliche Lage, die zum Teil Versorgungsengpässe zur Folge hatte, führte 1960 und 1961 zu breiten Unruhen - es wurde sogar der Ausnahmezustand verhängt. Die USA befürchteten einen wachsenden Einfluss der Sowjetunion und ein Ausscheren der Türkei aus der NATO, wenn die Wirtschaft der Türkei nicht durch das Anwerbeabkommen stabilisiert würde.


melden

Wie sollen "Einheimische" bei der Integration helfen?

21.07.2010 um 14:40
@Valentini

Ich sage ja nicht es gab keinen Druck der USA, aber ich frage mich welchen Druck TR ausgeübt haben soll, die werden ja nicht gedroht haben: Macht [...] oder wir werden ab morgen Kommunisten

Das klingt sehr vereinfacht :D


melden
Valentini
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Wie sollen "Einheimische" bei der Integration helfen?

21.07.2010 um 14:44
@karakan

Nein, ihr Druck ging darüber dass sie sagten dass sie als NATO-Mitglied gegenüber Griechenland nicht benachteiligt werden wollen.
Und dass sie damit hätten drohen können Kommunisten zu werden ( ;) ), dem widerspricht schon die türkische Broschüre "Wie geht man als Arbeiter nach Deutschland?" von damals in der unter anderem steht/stand:
„Die Bundesrepublik Deutschland ist ein nationalistischer Staat. Die dort lebenden Deutschen, sind, genau wie wir Türken, Nationalisten und Feinde des Kommunismus.“


melden
Valentini
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Wie sollen "Einheimische" bei der Integration helfen?

21.07.2010 um 14:46
@karakan

Etwas besser steht es in "Abschied von Multikulte" von Stefan Luft:
Man wolle als NATO-Mitglied insbesondere gegenüber Griechenland - mit dem
ein Anwerbeabkommen im März 1960 geschlossen worden war - nicht
diskriminiert werden, ließ der Vertreter der türkischen Botschaft in Bonn
im Dezember 1960 wissen. Die deutsche Bundesregierung hatte zunächst keine
Notwendigkeit gesehen, auch noch mit der Türkei oder anderen
außereuropäischen Ländern ein Abkommen zu schließen, man wollte sich
auf
Arbeitskräfte aus Europa beschränken. Aus außenpolitischen
Rücksichten -
die Türkei sicherte die Südost-Flanke der NATO - entschied man sich
allerdings anders. Noch vor Abschluss des Anwerbeabkommens wurde eine
deutsche Verbindungsstelle der Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und
Arbeitslosenversicherung im Juli 1961 im Gebäude des türkischen
Arbeitsamtes in Istanbul bezogen.

Der Ansturm sei sofort erheblich gewesen, berichtet die deutsche Botschaft,
das Generalkonsulat werde "von türkischen Arbeits- und Auskunftssuchenden
geradezu überschwemmt und belagert." War die offizielle Anwerbung schon
begonnen worden, so waren hingegen die internen Abstimmungen innerhalb der
Bundesregierung keineswegs abgeschlossen. Das Bundesinnenministerium legte
- in weiser Voraussicht - Wert darauf, in der Anwerbevereinbarung die
Aufenthaltsgenehmigungen jeweils auf maximal zwei Jahre zu beschränken. Es
solle "deutlich gemacht werden, dass eine Dauerbeschäftigung türkischer
Arbeitnehmer im Bundesgebiet und eine Einwanderung, auf die auch von der
Türkei kein Wert gelegt wird, nicht vorgesehen sind."

Weiter verlangte das Innenministerium, alle Verweise auf einen möglichen
Familiennachzug (wie er u. a. in der Anwerbevereinbarung mit Griechenland
ausdrücklich enthalten war, zu streichen. Beiden Forderungen wurde -
zunächst - entsprochen. So hieß es in der Fassung des Jahres 1961: "Die
Aufenthaltserlaubnis wird über eine Gesamtaufenthaltsdauer von 2 Jahren
hinaus nicht erteilt." Zudem fehlte im Übereinkommen mit der Türkei
jeglicher Hinweis auf möglichen Familiennachzug.

Dass die Anwerbevereinbarung mit der Bundesrepublik Deutschland auf
Initiative und Druck der türkischen Regierung zustande kam, bleibt in der
Literatur meist unerwähnt. Als Grund für die Arbeitsmigration wird in der
gängigen Lesart auf den Arbeitskräftebedarf der westdeutschen Wirtschaft
verwiesen.


melden

Wie sollen "Einheimische" bei der Integration helfen?

21.07.2010 um 14:46
@Valentini

Ja aber wenn schon Teil einer Vereinigung dann auch mit den selben Rechten der anderen, da kann ich es ja Verstehen das man auf seine Rechte pocht, würde jeder machen.


melden
Valentini
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Wie sollen "Einheimische" bei der Integration helfen?

21.07.2010 um 14:47
@karakan

Du darfst auch nicht vergessen dass die Türkei damals eine Militärregierung hatte und die Türkei wegen ihrer Flankensicherung der Nato durchaus Druck ausüben konnte


melden
Valentini
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Wie sollen "Einheimische" bei der Integration helfen?

21.07.2010 um 14:48
@karakan

Aber Mitglied der Nato zu sein berechtigt ja noch lange nicht sich in innenpolitische Entscheidungen eines Nato-Partners einmischen zu dürfen und wenn ein Land Gastarbeiter in einem anderen anwirbt, so ergibt sich daraus nicht das Recht der anderen Länder eben auch Arbeiter dorthin entsenden zu dürfen


melden

Wie sollen "Einheimische" bei der Integration helfen?

21.07.2010 um 14:52
@Valentini

Schon klar, ich denke nur das der Druck der USA und DE größer gewesen sein muss, immer hin waren diese Länder Jahrelang der Maßstab für die Türkei. Es lag auch im Interesse der Türkei nicht in den Einfluss der Sowjetunion zu geraten, deshalb fällt es mir schwer mir Vor zustellen das sich die Türkische Militärregierung sehr Vorlaut gab. Schon deswegen wenn ich mir ins Gedächtniss rufe welche Maßnahmen USA und EU ergreifen mussten um die in der Türkei stationierten A-Waffen nach der Kubakrise entfernen zu können.


melden
Valentini
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Wie sollen "Einheimische" bei der Integration helfen?

21.07.2010 um 14:53
@karakan

Die Türkei war seinerzeit für die USA enorm wichtig wegen der Flankensicherung aber dies hat sich ja mittlerweile fast erledigt


melden
Anzeige

Wie sollen "Einheimische" bei der Integration helfen?

21.07.2010 um 14:53
@Valentini
Valentini schrieb:Aber Mitglied der Nato zu sein berechtigt ja noch lange nicht sich in innenpolitische Entscheidungen eines Nato-Partners einmischen zu dürfen
Stimmt, war aber anscheinend damals gang und gebe :(
Valentini schrieb:und wenn ein Land Gastarbeiter in einem anderen anwirbt, so ergibt sich daraus nicht das Recht der anderen Länder eben auch Arbeiter dorthin entsenden zu dürfen
dito


melden
368 Mitglieder anwesend
Konto erstellen
Allmystery Newsletter
Alle zwei Wochen
die beliebtesten
Diskussionen per E-Mail.

Themenverwandt