Neustarter schrieb:Wenn man den Leuten sachlich gute Politik liefert, wird es nicht nötig sein, die AfD als Alternative zu den etablierten Parteien zu wählen, so dass die Zustimmungswerte sinken werden.
Diese These widerspricht der Realität.
Denn die Bewertung, was "gute Politik" ist, ist eine Bauchentscheidung. Jeder Populist kann objektiv gute Politik aus der Sicht vieler Wähler ohne große Mühe madig machen. Warum ist das so?
- Politik in einer komplexen Welt kann nicht beliebig einfach sein. Komplexe Politik ist leicht populistisch angreifbar, weil man nur "einfache Lösungen" anbieten muss, egal ob die funktionieren oder nicht.
- Gute Politik muss auch mittel- und langfristige Probleme lösen. Und das funktioniert oft nur, indem es unmittelbare Einschränkungen geben muss. Aber nichts ist einfacher, als Politik mit Unmittelbarkeit zu machen. "Wir geben Dir heute ein gutes Gefühl und der ganze Kram mit Klimawandel, EU, Migration, Sexueller Selbstbestimmung etc. ist eh Quatsch."
Deine These geht von einer falschen Prämisse aus. Der Prämisse, dass Menschen überwiegend nach rationalen Erwägungen wählen. Das tun sie nicht. Sie wählen überwiegend nach "was fühlt sich gut an". Und für "was fühlt es sich gut an" ist Realpolitik nur hinderlich.