AfD
18.05.2026 um 16:30Sie können es auch lassen, aber dann wird sich die Situation noch mehr zuspitzen, statt sich zu entspannen.martenot schrieb:Müssen sie?
Sie können es auch lassen, aber dann wird sich die Situation noch mehr zuspitzen, statt sich zu entspannen.martenot schrieb:Müssen sie?
Ich glaube nicht, dass diese Forderungen zu einer Entspannung beitragen würden. Ich denke, die AfD steuert schon deswegen auf ständige Zuspitzung zu, weil das ihr Markenkern ist. Da entspannt sich nichts, egal, was die Leute bzw. Andersdenkende tun oder nicht tun.Neustarter schrieb:aber dann wird sich die Situation noch mehr zuspitzen, statt sich zu entspannen.
Würden Wähler rational entscheiden, hättest Du recht. Aber da dies kaum der Fall ist, stimmt eben diese Hypothese nicht. Die Polemik gewinnt. Und für das "Bauchgefühl" ist es durchaus entscheidend, wie wählbar eine Partei angesehen wird.Neustarter schrieb:sondern eine Ent-Emotionalisierung und Ent-Ideologisierung zugunsten einer pragmatischen Herangehensweise. Wenn gute und durchdachte Anträge im Parlament zur Abstimmung gestellt werden, nachdem sie zuvor ausführlich in den entsprechenden Gremien debattiert und die Pros und Contras gegeneinander abgewogen worden sind, kann es doch egal sein, wer dafür oder dagegen stimmt, wenn dann nur die erforderliche Mehrheit zustande kommt, um gute Politik durchzusetzen
Natürlich, aber gerade deswegen ist es wichtig, möglichst wenige Steilvorlagen zu liefern. Und die "Brandmauer" ist inzwischen zu einer willkommenen Steilvorlage verkommen. Das Gegenteil von "gut" ist nicht "schlecht", sondern "gut gemeint" - wir bekommen es zur Genüge vorgeführt durch die, die andere vorführen können, weil jene es zulassen, vorgeführt werden zu können. Das kann man ändern, sofern man den nötigen Mut und die nötige Bereitschaft aufbringt.martenot schrieb:ständige Zuspitzung zu, weil das ihr Markenkern ist.
Denke ich auch. Und aufgeregt-empörte Zuspitzung ist das Lebenselixier der AfD. Je besser die Empörungsmaschine geölt ist und läuft, umso einfacher lassen sich die Wählerstimmen einfangen. Da ist niemand an Entspannung und Gelassenheit oder gar echten Vorteilen für die Bevölkerung interessiert.azazeel schrieb:Sie haben überhaupt kein Korrektiv. Sie machen alles, was Stimmen bringt.
Du meinst, die AfD ist quasi das Nitroglyzerin der Parteien? Bloß nicht zu stark bewegen oder dran rütteln, damit nichts explodiert? Immer schön ruhig und brav bleiben, damit die AfD und ihre Wähler besänftigt sind?Neustarter schrieb:Natürlich, aber gerade deswegen ist es wichtig, möglichst wenige Steilvorlagen zu liefern.
Man muss ihnen nicht mehr Raum geben, es genügt, sich nicht öffentlich um den Raum zu streiten, den sie bereits haben. Das entschärft vieles, was sonst emotional hochkocht.azazeel schrieb:Und je mehr Raum man Populisten gibt, desto mehr Raum werden sie einnehmen.
Nein, ich meine, dass man nicht leichtsinnigerweise selber dazu beiträgt, eine sich abzeichnende Eskalation der Situation durch gut gemeinten Aktionismus weiter zu eskalieren. Rückkehr zur Sachlichkeit ist geboten. Emotionalisierung hat nicht funktioniert und ist inzwischen nur noch kontraproduktiv, statt konstruktiv, um eine Entschärfung der Situation zu erreichen.martenot schrieb:Du meinst, die AfD ist quasi das Nitroglyzerin der Parteien?
Was das betrifft, hatte ich hier schon einmal etwas geschrieben:azazeel schrieb:Welcher Wähler mit Verstand würde denn bitte aus rationalen Erwägungen eine Partei wählen, die den ureigensten Interessen entgegen steht? Wer würde denn rational etwas aus Protest wählen, das objektiv noch schlechter ist als das, wogegen man protestieren möchte?
Leider wählen Menschen vorwiegend mit dem Bauch. Da gewinnen die gefühlten Wahrheiten.
Doch doch. Gerade die funktioniert. Die ganze AfD baut ausschließlich auf Emotionalisierung auf. Da hat noch kein einziger störender Fakt geholfen.Neustarter schrieb:Emotionalisierung hat nicht funktioniert
Das ist auch keine schlechte Analyse. Aber der Fehler liegt in der Schlussfolgerung. Man müsse den Leuten nur "sachlich gute Politik bieten und sie erkennen die Unwählbarkeit der AfD". Das ist leider absurd. Wir können gerne ausdiskutieren, warum.Neustarter schrieb:Was das betrifft, hatte ich hier schon einmal etwas geschrieben:
Ich denke auch, dass noch die beste sachliche Politik die Leute nicht vom AfD-wählen abhalten würde. Einfach weil es den Leuten gar nicht wirklich darauf ankommt. Sondern da hat sich was in den Köpfen der Wähler verfestigt, das mit rationalem Denken nicht mehr verändert werden kann.azazeel schrieb:Das ist leider absurd.
Wenn man den Leuten sachlich gute Politik liefert, wird es nicht nötig sein, die AfD als Alternative zu den etablierten Parteien zu wählen, so dass die Zustimmungswerte sinken werden. Es genügt ja, die Zustimmungswerte auf ein weniger oder nicht bedrohliches Maß zu senken, ohne gleich mit einer "Unwählbarkeit" hausieren zu gehen, was wieder nur als belehrend und übergriffig wahrgenommen werden würde.azazeel schrieb:Man müsse den Leuten nur "sachlich gute Politik bieten und sie erkennen die Unwählbarkeit der AfD". Das ist leider absurd.
Also doch nicht so knorke die Ideen der AfD? Oder meinst du, nur du wirst nicht dazu motiviert, dich selbst zu remigrieren?rainlove schrieb:Ne Mal im Ernst, soweit wird es denke ich Mal net kommen^^
Ja, momentan ist der Zug abgefahren, aber es kommt eine Zeit danach, wenn der Hype vorbei ist. Und darauf setze ich, wenn ich auf eine Renaissance der etablierten demokratischen Parteien setze.martenot schrieb:Sondern da hat sich was in den Köpfen der Wähler verfestigt, das mit rationalem Denken nicht mehr verändert werden kann.
Dann ist aber schon alles kaputt. Ich weiß nicht, ob es so erstrebenswert ist, auf ein zertrümmertes bzw. zerfleddertes Staatswesen zu warten, um dann endlich wieder einen Neuanfang mit demokratischen Parteien zu starten. Wenn Ihr das toll und erstrebenswert findet und unbedingt haben wollt, dann seid bitte zumindest nicht sauer, wenn manche (viele) das nicht durchleiden wollen und lieber ins Exil gehen.Neustarter schrieb:aber es kommt eine Zeit danach, wenn der Hype vorbei ist. Und darauf setze ich, wenn ich auf eine Renaissance der etablierten demokratischen Parteien setze.
Diese These widerspricht der Realität.Neustarter schrieb:Wenn man den Leuten sachlich gute Politik liefert, wird es nicht nötig sein, die AfD als Alternative zu den etablierten Parteien zu wählen, so dass die Zustimmungswerte sinken werden.
Das stimmt in der Tat. Es würde auch im schlimmsten Fall sehr wahrscheinlich eine Zeit danach geben. Das letzte Mal hat es halt 60 Millionen Menschenleben gekostet. Nicht zuletzt durch eine Politik der Zugeständnisse. Es wäre schön, wenn wir solche oder auch nur annähernd solche Exkurse eher vermeiden könnten.Neustarter schrieb:aber es kommt eine Zeit danach, wenn der Hype vorbei ist
Das Grundgesetz ist anders gestrickt als die Weimarer Verfassung. Man muss hier nicht mit Untergangsvisionen hausieren gehen. Und der AfD fehlt nun mal eine Leitfigur, die analog zu Hitler ist, wie damals bei der NSDAP. Mit Weidel und Chrupalla kann man zwar gegen die anderen Parteien anstinken, aber Volkstribune sind es nicht. Höcke macht sich auch nur als Goebbels-Imitat ganz hübsch, aber ein "Führer", um den sich das Volk scharen würde, ist auch der nicht. Andere Figuren sind nicht in Sicht, die einen Aufstieg zum Diktator hinlegen könnten, so dass man mit historischen Vergleichen zur Nazipartei auch mal den Ball flach halten sollte. Auch so etwas trägt nur zur Emotionalisierung bei und ist nicht konstruktiv. Wie man feststellen kann, ist das vielen Leuten ohnehin egal geworden. Kann man also sein lassen, weil es nichts bringt.martenot schrieb:Dann ist aber schon alles kaputt.
Also kann man auch die Brandmauer bestehen lassen. Anscheinend ist es den Leuten egal geworden, und die Brandmauer ist immerhin noch geeignet, schlimme Auswüchse der AfD einzudämmen.Neustarter schrieb:Wie man feststellen kann, ist das vielen Leuten ohnehin egal geworden. Kann man also sein lassen, weil es nichts bringt.
Also mir würde es enorm helfen, wenn du mal genau aufzeigst wie ein Aussetzen/Einreißen der Brandmauer das Wahlverhalten ändern würde. Das bisher Geschriebene konnte mich da nicht überzeugen.Neustarter schrieb:Also entweder man findet einen gelasseneren Umgang mit der AfD und thematisiert nicht ständig die "Brandmauer", wenn mal die "falsche" Mehrheit bei Abstimmungen zustande gekommen sein sollte, oder man findet sich in der Opposition wieder, während die AfD dann noch stärker wird.
Was hatte Hitler denn Höcke voraus?Neustarter schrieb:Und der AfD fehlt nun mal eine Leitfigur, die analog zu Hitler ist, wie damals bei der NSDAP