azazeel schrieb:Eine Normalisierung des Umgangs mit Extremen hat doch schon damals nicht funktioniert.
Man sieht ja, wie eine Thematisierung der Nicht-Normalisierung des Umgangs mit der AfD funktioniert - in Sachsen-Anhalt nunmehr bei 42 Prozent in den Umfragen gegen 43 Prozent für CDU, Linke und SPD zusammen. Grüne und AfD sind draußen und BSW kommt gar nicht erst rein. Wenn es schlecht läuft, bleibt die SPD ebenfalls draußen (aktuell bei 6 Prozent), so dass die CDU mit den Linken eine Regierung bilden muss, um eine AfD- geführte Regierung zu verhindern. Anderenfalls gibt es Neuwahlen, wenn man keinen neuen MP mangels Mehrheit im Landtag wählen kann. Und wie die dann ausgehen werden, kann man sich ja ausmalen ...
Also entweder man findet einen gelasseneren Umgang mit der AfD und thematisiert nicht ständig die "Brandmauer", wenn mal die "falsche" Mehrheit bei Abstimmungen zustande gekommen sein sollte, oder man findet sich in der Opposition wieder, während die AfD dann noch stärker wird. Bis zum September wird die Zeit zu knapp, aber danach kann man - je nach Wahlausgang - schon mal üben, wie es gelingen kann, über sachbezogene Politik ohne Polemiken den Sumpf trockenzulegen, auf dem der AfD-Zuwachs gedeiht.
Und was in Sachsen-Anhalt bzw. im Osten derzeit abläuft ist lediglich das, was dem Westen noch bevorsteht, wenn sich nichts ändert am Umgang mit der AfD. Der Trend ist da, und den bremst man nicht aus, wenn man so weiter macht wie bisher.