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Es gibt keinen Gott und es wird auch keinen Gott geben!

18.327 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Gott, Atheismus, Religionskritik ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Es gibt keinen Gott und es wird auch keinen Gott geben!

07.10.2016 um 22:36
Zitat von PeisithanatosPeisithanatos schrieb:Daran glaube ich nicht - ich glaube, dass alle Wesen Marionetten sind.... Puppen... wenn sie den Puppenspieler zu Gesicht bekommen, oder die Fäden sehen, werden sie wahnsinnig. Man braucht Illusionen um nicht wahnsinnig zu werden - ich kann dich gut verstehen.
Na gut, das kannst du natürlich gerne glauben. Jeder wie er selbst für am Besten hält. @Peisithanatos
Zitat von deduxdedux schrieb:Warum glauben Buddhisten an keinen Gott? Wie ich mal gelesen habe, ist der Buddhismus aus dem Hinduismus entstanden. Wollte man sich davon absetzen?


Er hat Hinduistische Züge, weil er in einer Welt und Zeit entstand, in der es nur den Hinduismus gab.

Buddhisten glauben aber nicht an einen Gott, weil es in aller erster Linie Spekulation ist.

Gott, Sinn des Lebens, Jenseits, Schicksal, Geister...

Spekulieren ist laut Buddha eine unheilsame Tat, die es gilt zu vermeiden, da man sich anstatt sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren, in anderen Zeiten rumschwärmt und an Situationen denkt, die vermutlich sowieso niemals eintreffen.

Der zweite Punkt ist, das Gott für die buddhistische Lehre unwichtig ist, weil es eine Selbsterlösungslehre ist.

Ein übernatürliches Wesen ist hier unbrauchbar.
Der (Zen-) Buddhismus ist ein philosophischer Glaube ohne Gott. Trotzdem sind seine Anhänger keine Atheisten im klassischen Sinn. Die Weltanschauung ähnelt zwar dem Pantheismus, verzichtet allerdings auf dessen religiöse Attribute. Dementsprechend lautet eine der Kernaussagen: „ Eins ist alles und alles ist eins!“ (Zen) Buddhismus ist keine Religion im herkömmlichen Sinne, denn es gibt weder eine festgeschriebene Lehrmeinung noch ein Dogma. Seinem Wesen nach ist Buddhismus deshalb auch mit der modernen Wissenschaft kompatibel. Es kann als eine Art „missing link“ zwischen Religion und Atheismus angesehen werden, denn es bildet keinen Graben sondern schafft eine Verbindung.
Um das noch zu unterstreichen gibt es einige nette Zitate, die ich gerne erwähnen würde:
Ein wissender Mensch kann nicht glauben, daß Glück und Leid ohne Ursachen entstehen können. - Shakyamuni Buddha

Welchen Sinn hat es, zu Göttern zu beten? Ist es nicht töricht zu glauben, daß ein anderer uns Glückseligkeit oder Elend verschaffen kann? - Buddha

Wir leben nicht, um zu glauben, sondern um zu lernen. - Tenzin Gyatso (Dalai Lama)
Man sieht hier die Elemente, die den Buddhismus zur einer Selbsterlösungsphilosophie macht, sehr schön. Man soll selbst für das Geradestehen, was geschieht, nicht einfach die Frage stellen: "Wieso habe ich so viel Pech ?, Was mache ich falsch?, Wieso ich und nicht jemand anders ?"

Man soll es herausfinden, indem man sein eigenes Verhalten beobachtet und aus gemachten Fehler lernt, und diese Verhaltensweisen dann meidet.

Es gibt kein: "Gott, wieso ich?", du bist selbst verantwortlich.

Trotzdem, es gilt weiterhin
"Wenn deine Einsicht meiner Lehre widerspricht, so sollst du deiner Einsicht folgen - Buddha"
Es gibt keine Erhöhung über andere. Wer an Gott glauben möchte, kann das natürlich gerne machen.

Es gab vom Buddhismus ausgehend auch keine religiös motivierte und/oder organisierte Gewalt gegenüber anderen Religionen oder Welt­an­schau­ungen, keine Missionskriege, keine Zwangsbekehrung, keine Ketzerverfolgung, keine Inquisition, keine Hexenver­brennung, keine Kriege zwischen den eigenen großen Schulen oder Konfessionen (Theravada, Mahayana, Vajrayana).

Missionarischer Fanatismus und „Heiliger Krieg“ mit allein-seelig-machendem Anspruch gegenüber Un- oder Andersgläubigen waren und sind ihm fremd.

Ich finde das wichtig zu erwähnen.

Denn, die allgemeine Toleranz und Friedfertigkeit des Buddhismus zeigt sich auch daran, dass er im Laufe seiner Ausbreitung die jeweils vorgefundenen religiösen Traditionen nicht rigoros beseitigt hat, sondern entweder integrierte oder parallel bestehen lies.

Auf Grund dessen gibt es in fast allen asiatischen Ländern auch schon immer einen religiösen Pluralismus.

Wobei auch Buddhisten sich nicht perfekt verhalten, wie man an Myanmar sehen kann. Aber diese Menschen verstoßen gegen allerlei Buddhistischen Werte und Verhaltensregeln und gilt es deshalb auch nicht wirklich ernstzunehmen (in meinen Augen). @dedux

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Dennoch gibt es in der Lehre den Hinweis auf Tore., der ist auch sehr wichtig. Also Menschen, bei denen man gegen eine Wand spricht.

Dazu gibt es dieses Zitat:
Triffst du nicht Bess're oder Gleiche, geh allein Auf deinem Weg; laß dich mit Toren niemals ein!
Nun, was ist, wenn du jemanden triffst, der völlig von seinem christlichen Glauben überzeugt ist? Erstmal nicht schlimmes, sogar schön für ihn, in erster Linie, aber in einer Diskussion kannst du da auch gegen eine Wand reden. Er sieht nicht ein, dass es auch andere Wege gibt.

Bedeutet: Entweder du siehst ihn als Übung in Gleichmut, so dass du von ihm etwas lernst (nämlich Gleichmut) oder du stellst fest "von dem kann ich nichts lernen" und dann lässt du ihn links liegen.

Jemand der geistig auf deiner Wellenlänge ist, oder dir wertvolle Impulse vermittelt, ist da als Weggefährte wesentlich sinnvoller

Nichts anderes sagt der Buddha da - "Zoffe nicht mit Leuten, die ein Brett vor dem Kopf haben, sondern suche dir Leute, die dich auf deinem Weg fördern".


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Es gibt keinen Gott und es wird auch keinen Gott geben!

07.10.2016 um 22:43
EDIT:

Wir sehen, Buddha war sehr zielgerichtet, was seine Lehre betraf.

So hier noch kurz ein Ausschnitt aus dem Buddhistischen Schriften.

Wir wissen:

Er wollte weder beantworten was nach dem Tod kommt, noch wollte er einem erzählen worin der Sinn des Lebens liegt, geschweige denn wie wir entstanden sind.

Stattdessen legte er darauf Wert, zu sagen, dass er die Überwindung des Leidens lehre. Im Malunkyaputta-Sutta wies er diverse metaphysische Fragen zurück und sagte, dass diese nicht dazu beitragen würden, zum Verlöschen zu führen.

So steht hier:

(...) lasset das, was ich nicht erklärt habe, unerklärt sein und haltet euch an das, was ich erklärt habe. Nicht erklärt habe ich ob die Welt ewig oder nicht ewig, begrenzt oder unbegrenzt ist, ob Seele und Leib dasselbe oder Verschiedenes sind, ob ein Vollendeter nach dem Tode lebe oder nicht lebt. Ich habe es deshalb nicht erklärt, weil dies nicht zum Heile beiträgt, nicht einen reinen Wandel begründet, nicht zur Abwendung, nicht zur Wunschlosigkeit, nicht zum Aufhören, nicht zur Beruhigung, nicht zu hohem Wissen, nicht zum Erwachen, nicht zum Nirwana führt.(...) @dedux


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07.10.2016 um 22:53
@GyatsoJigme
Ich verstehe dich, ganz klar. Für mich ist ein richtiger Gläubiger aber was ganz anderes, sonst müsste ich Menschen, die den Inhalt der Bildzeitung als Wahrheit glauben auch Gläubige nennen. Echter Glaube hat meiner Ansicht nach eine gewisse Tiefe, die sich im individuellen Bereich auch als echte Wahrheit präsentiert.

Es hat gewisse Gründe, warum ich vom Hinduismus und psychischen Inhalten rede. MMn. sind die hinduistischen "Götter" geistig-psychische Symbole bestimmter lebendiger Inhalte des Bewusstseins, die einem Hinweise auf Potential geben. Mich interessiert, ob ein Buddhist jeglichen Inhalt ablehnt und reine Leere anstrebt, oder ob er sich auch den Inhalten seines Bewusstseins widmet, indem er die Tiefen auslotet.

Dein letzter Post klärt das eigentlich schon, bestimmte Dinge werden nicht als wichtig erachtet, doch ich frage immer nach dem "Danach".


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Es gibt keinen Gott und es wird auch keinen Gott geben!

07.10.2016 um 23:03
@GyatsoJigme

In wie weit unterscheidet sich dann Buddhismus von Atheismus?
Also wie es sich anhört hat Buddhismus nichts mit irgendwelchem Glauben oder höherem Selbst zu tun.


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Es gibt keinen Gott und es wird auch keinen Gott geben!

07.10.2016 um 23:15
Zitat von deduxdedux schrieb:Mich interessiert, ob ein Buddhist jeglichen Inhalt ablehnt und reine Leere anstrebt, oder ob er sich auch den Inhalten seines Bewusstseins widmet, indem er die Tiefen auslotet.
Sowohl als auch.

Erstmal: Buddhisten lehnen andersweitige Inhalte nicht einfach ab.

Ja, Buddhisten glauben nicht an Gott, aber dennoch sind sie durchaus willig von anderen Lehren zu lernen.

Nehmen wir mich selbst als Beispiel. Ich bin Zen Buddhist, mein Ziel ist es, die absolute Leere aller Dinge zu erfahren, dadurch das ich begreife, das diese uns immer umgibt und umgeben wird.

Dennoch, ich lese in der Bibel, beschäftige mich mit Taoismus, Hinduismus oder auch dem Islam.

Ich sage nicht so etwas wie: "Die glauben an Gott, interessiert mich nicht".

Das wäre alles andere als buddhistisch.

Und auch seinem Bewusstsein widmet sich in vielen verschiedenen, tiefgründigen Art und Weisen.

In diesem Fall kann ich aber nicht für alle Buddhisten sprechen, mir so etwas anzumaßen wäre töricht, weil es dazu keine allgemeine Auffassung gibt.

Nimmt man Theravada Buddhisten, sieht man, das in deren Leben hinduistische Götter, Gottesbilder, Lehren und Bewusstseinssuchen durchaus in ihren Alltag gehören, weil der hinduistische Einfluss auf die buddhistischen Schriften anerkannt und mitgelebt wird.

Im Mahayana Buddhismus (unter anderem Zen) sind solche Hinduistischen Erkenntnislehren meist aber eher unwichtig. Man beschäftigt sich nicht damit, weil man sich der wahren Lehre des Shakyamuni Buddha verschrieb.

Bedeutet, man konzentriert sich auf das was Buddha einem sagte, nicht was Mönche aus einer hinduistischen Welt nach Buddhas Tod den Schriften alles hinzufügten.

Ich selbst halte mich an die 6 Bewusstseinsarten, die der Buddhismus lehrt.
Grob gesagt unterscheiden wir im Buddhismus sechs Arten von Bewusstsein und das ist entsprechend den im Buddhismus sechs Sinnen:

1. Seh-Bewusstsein. Trifft das Auge (d.h. das physische, sensitive Sinnesorgan Auge)
auf ein sichtbares Objekt, also Form oder Farbe, und ist genügend Licht vorhanden
und geistige Aufmerksamkeit, so entsteht Seh-Bewusstsein. Drei materielle,
physikalische Phänomene und ein geistiges Phänomen (der Geistesfaktor
Aufmerksamkeit) bedingen also Bewusstsein.

2. Hör-Bewusstsein. Es entsteht analog, wenn ein Ton auf das Ohr bzw. Trommelfell trifft.

3. Riech-Bewusstsein entsteht durch das Zusammentreffen von Nase und Geruch,

4. Schmeck-Bewusstsein durch den Kontakt der Zunge mit einem Geschmack.

5. Körper- oder Tast-Bewusstsein entsteht durch eine Berührung unseres empfindsamen
Körpers.

6. Denk-Bewusstsein oder Geist-Bewusstsein mit allen emotionalen Reaktionen entstehen jedoch, wenn unsere materielle Geistesgrundlage (meist interpretiert als Gehirn oder Herz) mit einem geistigen Objekt zusammentrifft, und das kann ein Initial-Gedanke sein, eine Idee, Erinnerung, etwas Gesehenes, Gehörtes, Erlebtes…

Als Gleichnis für die Frage "Was ist der Ursprung von Bewusstsein?" können wir einen Apfelbaum verwenden. Was ist nötig, um einen Apfelbaum zu bekommen? Natürlich der Same, der Apfelkern. Er ist die Ursache oder die Hauptbedingung für den Apfelbaum, aber
nicht die einzige Bedingung. Weiterhin ist Wasser bzw. Feuchtigkeit nötig, die richtige Temperatur, Erde und Nährstoffe, sowie Sonnenlicht zum Keimen, Wachsen und Gedeihen. Nur durch das harmonische Zusammenwirken dieser Bedingungen entsteht der Keimling und letztlich der Apfelbaum - mit neuen Äpfeln und Apfelkernen. Stellen wir die Frage, "Was war zuerst, der Apfelkern (Same) oder der Apfelbaum?", so ist dies ebenso eine Gretchen-Frage wie "Was war zuerst, das Huhn oder das Ei?". Diese Fragen
sind nicht beantwortbar. Es handelt sich um endlose Kreisläufe.

Buddha sagte auch: "Kein Anfang des Saṃsara (Kreislauf des Lebens oder Wiedergeburtenkreislauf)
ist erkennbar".
So weit, alles andere müssen dir andere Buddhisten erzählen. Ich möchte mich da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Die Ansichten sind weitreichend verschieden, aufgrund der fehlenden Dogmen im Buddhismus.

Es gibt etliche verschiedene Versionen. Und ich denke, es gibt mit absoluter Sicherheit Buddhisten, die ihr Bewusstsein auf der Art und Weise erforschen, wie du es meinst.
Zitat von Bublik79Bublik79 schrieb:In wie weit unterscheidet sich dann Buddhismus von Atheismus?
Also wie es sich anhört hat Buddhismus nichts mit irgendwelchem Glauben oder höherem Selbst zu tun.

Naja, der Buddhismus hat zwar sehr viele atheistische Züge, ist aber eine Lehrtradition und Religion und hat weltweit je nach Quelle zwischen 230 und 500 Millionen Anhänger.

Buddhisten berufen sich auf die Lehren des Siddhartha Gautama, leben nach seiner Lehre, und glauben.

Also nicht an Übernatürliches. Aber der Grund wieso der Buddhismus als Religion gesehen wird, ist vermutlich das man ja dennoch fest davon überzeugt ist, das Buddhas Lehre einem die nötigen Erkenntnisse liefert um Befreiiung zu erfahren.

Bedeutet, diese Art und Weise einem Menschen der vor 2500 Jahren lebte zu vertrauen, kann man durchaus mit einer Art von Glaube gleichsetzen.

Für Atheisten wäre das Undenkbar.

Ein Atheist ist jemand, der ohne Gottesglaube lebt. Wissen wir.

Deshalb habe ich vor langer Zeit hier im Forum auch schon erklärt das Buddhisten sehr wohl auch Atheisten sind.

Denn, im Buddhismus gibt es keinen Gottesglaube. Also, ist er atheistisch.

Ich denke, das eben erwähnte Vertrauen ist der Knackpunkt an dem jeder Atheist ein Atheist bleibt und Buddhisten zu Buddhisten werden.

Ich kenne viele Atheisten, sehr viele. Für diese ist der Buddhismus nichts weiter als eine überzogene, und "zu gut" geredete Religion, die ihren Ursprung zwar eigentlich in einer Philosophie findet, aber dennoch nicht besser ist, als andere, dadurch das er sich ebenfalls auf manche Dinge verlässt, anstatt diese erst einmal gründlich zu prüfen.

Buddh sagte ja zu all jenen, die ihm folgen mögen: (...) lasset das, was ich nicht erklärt habe, unerklärt sein und haltet euch an das, was ich erklärt habe.

Ein Atheist wurde dies vermutlich niemals tun.

Zusammengefasst: Per Defintion kann ein Buddhist auch Atheist sein, andersrum ist es aber wohl kaum möglich, aufgrund des vorhandenen Vertrauens, von Buddhisten, in die Lehre. @Bublik79


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07.10.2016 um 23:25
@GyatsoJigme

Wenn du mal im Leben eine Geistige, Spirituelle Erfahrung machst die deine Grenze des Ich sprengt würdest du dir selbst glauben, als wahr ansehen, unter anderem wenn es in Überlieferungen, die älter als 2500 Jahre sind beschrieben wird?


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Es gibt keinen Gott und es wird auch keinen Gott geben!

07.10.2016 um 23:33
Zitat von Bublik79Bublik79 schrieb:Wenn du mal im Leben eine Geistige, Spirituelle Erfahrung machst die deine Grenze des Ich sprengt würdest du dir selbst glauben, als wahr ansehen, unter anderem wenn es in Überlieferungen, die älter als 2500 Jahre sind beschrieben wird?
Schwer zu beantworten. Kommt ganz darauf an, welche Erfahrung das ist.

Als Buddhist brauche ich ja die Überlieferungen nicht, um zu entscheiden ob ich etwas annehme, akzeptiere oder "glaube."

Ich entscheide das ganz selbst.

Ein Buddhist muss ja nicht 100% konform mit den Aussagen Buddhas gehen, das ist ja das besondere an dieser Religion.

Es heißt ja: "Wenn du eine Einsicht gewinnst, die Buddhas Lehre widerspricht, folge ihr."

Aber ich denke schon, sollte ich solch eine Erfahrung haben und diese wird in buddhistischen Überlieferungen dementsprechend beschrieben (wobei man hier aufpassen muss, ob diese Beschreibungen wirklich buddhistisch sind, oder nicht aus hinduistisch geprägten Vorstellungen entspringt) das ich sie "Glauben" würde.

Es ist schwer zu beantworten, wie gesagt.

Unsere Sprache stellt mir hier ein Bein, weil ich Begriffe benutzen muss, die in diesem Kontext eher unschön sind.

Außerdem gilt es zu beachten, oder vielmehr zu fragen, was du mit "Grenzen meines Ichs" meinst, denn eigentlich gibt es nach buddhistischer Lehre (und neuerdings auch nach Wissenschaftlichen Ergebnissen) ja gar kein "Ich".

Wäre nett, wenn du diese Frage etwas ausführlicher ausformulieren könntest, denn in dieser Form stellen sich mir viele Hindernisse in den Weg, wie du bestimmt sehr gut sehen kannst :D @Bublik79


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Es gibt keinen Gott und es wird auch keinen Gott geben!

07.10.2016 um 23:41
@GyatsoJigme
Morgen weiter. Gute N8!


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08.10.2016 um 09:38
@GyatsoJigme
Zitat von GyatsoJigmeGyatsoJigme schrieb:Als Buddhist brauche ich ja die Überlieferungen nicht, um zu entscheiden ob ich etwas annehme, akzeptiere oder "glaube."
Zitat von GyatsoJigmeGyatsoJigme schrieb:Es heißt ja: "Wenn du eine Einsicht gewinnst, die Buddhas Lehre widerspricht, folge ihr."
Zitat von GyatsoJigmeGyatsoJigme schrieb:Aber ich denke schon, sollte ich solch eine Erfahrung haben und diese wird in buddhistischen Überlieferungen dementsprechend beschrieben (wobei man hier aufpassen muss, ob diese Beschreibungen wirklich buddhistisch sind, oder nicht aus hinduistisch geprägten Vorstellungen entspringt) das ich sie "Glauben" würde.
Habe ich richtig verstanden; Buddha sagt wenn du Einsicht gewinnst folge ihr aber du würdest dieser Einsicht nicht folgen wenn diese hinduistisch wäre?
Zitat von GyatsoJigmeGyatsoJigme schrieb:Wäre nett, wenn du diese Frage etwas ausführlicher ausformulieren könntest, denn in dieser Form stellen sich mir viele Hindernisse in den Weg, wie du bestimmt sehr gut sehen kannst :D
Aus deinen Beiträgen entnehmend bist du für mich schon wie Atheist der aber auf eine Lehre fokussiert ist nur dass du sagst es gibt kein Ich. Etwas verwirrend für mich, rational das Ich als Illusion anzusehen. Den mit wem schreibe ich dann?
Ich habe aus meiner Sicht aufgehört Atheisten meine Erkenntnis zu beschreiben oder zu erklären, weil das zu nichts führt und irgendetwas beweisen habe ich nicht nötig.


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Es gibt keinen Gott und es wird auch keinen Gott geben!

08.10.2016 um 10:19
Zitat von deduxdedux schrieb:Für mich ist ein richtiger Gläubiger aber was ganz anderes, sonst müsste ich Menschen, die den Inhalt der Bildzeitung als Wahrheit glauben auch Gläubige nennen. Echter Glaube hat meiner Ansicht nach eine gewisse Tiefe, die sich im individuellen Bereich auch als echte Wahrheit präsentiert.
@dedux

Dein Gedankengang mit Bildzeitungsinhalt = Wahrheit finde ich aber trotzdem gut.
Und vielleicht ist es nicht mal schlecht, hier nicht so eine strikte Trennung im Glauben zu ziehen? Eben zu "echten" (tiefen) Glauben" vielleicht zu "seichten" (oberflächlichen) Glauben? Und was bedeutet dahinter die "echte" Wahrheit?

Beispiel:
Wenn wer nun glaubt, er macht dieses WE einen Lottosechser, weil er die richtigen Zahlen für die Ziehung angekreuzt hat auf seinen Schein? Niemand weiß vor der Lottoziehung, dass was der Mensch glaubt, eben dieses WE an seinen Lottosechser, ob dies nun tatsächlich zutrifft oder nicht.

Nun nach der Lottoziehung sind wir alle gescheiter.:cool:
Was passiert aber, wenn er dieses WE einen Lottosechser gemacht hat?
Wie können wir seinen Glauben dann bezeichnen? War der nun "echt"?

Und wie schaut es darin mit der "echten" Wahrheit aus?
Gibt es überhaupt eine "echte" Wahrheit oder umgekehrt gefragt, eine "unechte"?

Fakt in diesem Szenario: Der Lottosechser wurde wahr.

Es gibt aber keine Steigerungsstufe von Wahrheit, daher reden wir ja auch nicht von wahr >> wahrer >> am wahrsten. Entweder ist was wahr oder eben nicht.
Hier liegt wohl ein gewisser Absolutheitsanspruch der Wahrheit selbst drinnen, sonst würden wir Menschen die Bezeichnungen wahrer oder am wahrsten in der Sprache gebrauchen, oder?

Ob ich jetzt an einen Gott glaube oder an einen Lottosechser, ob ich glaube dass es keinen Gott gibt, es stellt sich doch die Frage, ist DAS was ich glaube wahr oder nicht wahr.
Beim Lottosechser erfahren wir es nach der Ziehung, bei Gott (ob es ihm gibt oder nicht) gibt es keine Ziehung, dass wir die Wahrheit in so einer Form erfahren könnten und dann Montag mehr wüssten, eben nach der Lottoziehung, was wir vorher glaubten nun als wahr oder falsch erkennen/einordnen können (man sollte jetzt einen mögliche Gotteserfahrung in diesem Beispiel aussen vor lassen - bitte - zum besseren Verständnis).

Generell glaube ich nicht, ob >>> wenn was stimmt und wahr ist , etwa die Wahrheit darüber (es gibt Gott - andere Möglichkeit > es existiert kein Gott) größer oder weniger wäre, als die Wahrheit, dass der Type da einen Lottosechser dieses WE machte.
Sein Lottosechser existiert - Gott existiert (oder nicht).
Ich kann mir schwer vorstellen, dass eines wahrer wäre als das andere.

Wenn ich glaube, du isst heute einen Apfel, kommt es doch drauf an, trifft das nun zu oder nicht - was ich glaube.
Wenn ich glaube, es gibt einen Gott, kommt es doch genauso drauf an, trifft das zu oder nicht, was ich darüber glaube.
Ich denke also, "im zutreffen" gibt es keinen Unterschied, sondern nur, es trifft zu oder eben nicht zu. Jeder Treffer steht sozusagen in der gleichen Gültigkeit.

Interessant dazu könnte etwa die Bezeichnung Sünde sein, die ja in der Bibel ein häufig gebrauchtes Wort ist. Und bei nun fast 2000 Jahren Christentum wurde diese Bezeichnung "Sünde" bis zum Erbrechen fix mit Schuld und Sühne verbunden.

Doch das war nicht immer so, sondern Sünde hat den Ursprung als Bedeutung im Judentum, dass man das Ziel verfehlt hat, nicht getroffen hat.

Man stelle sich mal (Beispiel) seine eigenen Gedanken, Worte, Glauben... wie Pfeile vor die von mir wegfliegen, die eine Zielscheibe (Wahrheit) treffen sollten. Schießt man daneben, trifft also die Zielscheibe mit dem Pfeil nicht (es trifft nicht zu), kann man diesen Fehlschuß als Sünde bezeichnen.

Wenn ich also Freitags fest glaube, ich mache diese WE einen Lottosechser, am Montag erkenne ich aber, was ich vor kurzem noch glaubte traf einfach nicht zu.... kann man dies sicher als Fehlschuß bezeichnen, mein Glaube traf das Ziel nicht, mein möglicher Lottosechser dieses WE existierte nur in meinen Kopf (sprecht ihr hierüber von "meiner Wahrheit"??? - @alle).

Und diese Fehlschüsse sind sowas von menschlich, eben Behauptungen, Glauben, Worte, Gedanken.... die eben (wie ich oben schrieb) nicht zutreffen oder am Ziel vorbei schießen.

Der Jammer an der ganzen Geschichte ist, mMn., dass viele Gottgläubige von sich selbst denken, sie treffen das Ziel viel viel öfters (oder eh ständig) mit ihren Behauptungen, Gedanken, Worten, Glauben..... als etwa andere Menschen die nicht an Gott glauben oder eben eine andere Glaubensrichtung verfolgen.

Da es keine Lottoziehung dafür gibt, erfahren sie ihren Irrtum oft ihr ganzes Leben nicht.

Beste Grüße, Doverex

Der griechische Ausdruck ἁμαρτία (hamartia) des Neuen Testaments und das hebräische Wort chata’a oder chat'at (חַטָּאָה/חַטָּ֣את) des Tanach bedeuten Verfehlen eines Ziels – konkret und im übertragenen Sinn, also Verfehlung – und werden in deutschen Bibelübersetzungen mit Sünde wiedergegeben.

Quelle: Wikipedia: Sünde


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Es gibt keinen Gott und es wird auch keinen Gott geben!

08.10.2016 um 10:57
@Doverex

Was ist die Wahrheit überhaupt? Ist die Wahrheit nicht subjektiv?
Wenn wir keine gemeinsame Realität haben sondern jeder nimmt die Realität basierend auf seinen Sinnen wahr und damit subjektiv. Was ist dann die Realität, wer hat nun die Wahrheit?
Ist in unserer Gesellschaft die Wahrheit nicht so definiert "je mehr dazu ja sagen, desto mehr entspricht es der Wahrheit"
Wir streiten uns über Subjektivität, basierend auf subjektiven Sinnen, subjektiven Erfahrung der Wahrheit.
Es ist so als ob ein Tauber, ein Blinder und ein Hörender und Sehender sich streiten wer nun die einzige echte Wahrheit der Welt kennt.
Ja schlechtes Beispiel. :)

Aber wir bewegen uns auf Spiritueller Ebene hier, wo es mit so viel Subjektiven verbunden ist und somit uns unseren eigenen Blickwinkel der Wahrheit und Realität erfahren lässt.


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08.10.2016 um 10:58
Zitat von Bublik79Bublik79 schrieb:aber du würdest dieser Einsicht nicht folgen wenn diese hinduistisch wäre?
Wie gesagt, es kommt darauf an, welche Art von Einsicht das ist.

Würde ich morgen aufwachen, und mir käme der Gedanke das es Wiedergeburt einfach geben muss, weil das und das, dann würde ich das vermutlich eher links liegen lassen, und weder glauben, noch weiter beachten.

Es ist mit zu viel Spekulation verbunden.

Aber ich würde nicht direkt alles über Bord werfen nur weil es nicht buddhistisch ist, das wäre ja nicht buddhistisch ;)
Zitat von Bublik79Bublik79 schrieb:Aus deinen Beiträgen entnehmend bist du für mich schon wie Atheist
Nicht verwunderlich, für einen Atheisten wäre ich aber vermutlich niemals einer ^^
Zitat von Bublik79Bublik79 schrieb: Etwas verwirrend für mich, rational das Ich als Illusion anzusehen. Den mit wem schreibe ich dann?
Sie es aus einer anderen Perspektive. Es gibt kein dauerhaftes Ich, weil alles vergänglich ist.

Jeder hat sich in seinem Leben schon etliche Male verändert, Sichten geändert, Meinungen geändert, Geisteshaltungen geändert, und wird sich noch etliche mal ändern.

Trotzdem haben wir das Gefühl, wir wären seit Anfang an Wir.

Es ist eine meisterhafte Illusion, die uns etwas dauerhaftes vorspielt, obwohl es, wenn man es genauer betrachtet, das komplette Gegenteil ist.

Und sobald wir uns davon lösen, werden wir auch aufhören zu leiden.

Du schreibst also schon mit mir, aber niemals immer mit dem gleichem. Dein Gesprächspartner, sowieso auch du selbst ändern sich permanent.

Deshalb lehrt Buddha sich als Teil des Großen Ganzen zu sehen, nicht als eigene, standhafte, mit wünschenbeladene Person.
Zitat von Bublik79Bublik79 schrieb:Ich habe aus meiner Sicht aufgehört Atheisten meine Erkenntnis zu beschreiben oder zu erklären, weil das zu nichts führt und irgendetwas beweisen habe ich nicht nötig.
Verstehe. Trotzdem schade, denn eigentlich bin ich ja kein richtiger Atheist. @Bublik79
Zitat von DoverexDoverex schrieb:Der Jammer an der ganzen Geschichte ist, mMn., dass viele Gottgläubige von sich selbst denken, sie treffen das Ziel viel viel öfters (oder eh ständig) mit ihren Behauptungen, Gedanken, Worten, Glauben..... als etwa andere Menschen die nicht an Gott glauben oder eben eine andere Glaubensrichtung verfolgen.

Da es keine Lottoziehung dafür gibt, erfahren sie ihren Irrtum oft ihr ganzes Leben nich
Wieso diese Erhöhung ?

Es ist in deinen Augen ein Jammer, das Gläubige denken sie treffen immer das Ziel, den selben Eindruck von Geisteshaltung vermittelst du aber auch. Was unterscheidet dich nun von "den Gläubigen" ? (schreckliche, verbale Trennung)

Warum muss man drauf rumhacken. Nur weil sich etwas in deiner Spiegelung der Realität etwas als Fälschlich herausstellt, bedeutet das doch nicht, das es für alle anderen auch gelten muss.

Wenn man den internen Punkt der Diskussion außer Acht lässt, in der man Behauptungen nicht einfach als Wahr bezeichnen kann, finde ich solche Aussagen alles andere als hilfreich. Sie stiften Konflikte.

Du unterstellst Menschen einen Irrtum, aus der reinen Verteidigungshaltung heraus deinen eigenen Standpunkt damit zu bewahrheiten.

Bedeutet, hier begehst du den gleichen "Fehler", wie ein Gläubiger, der an was glaubt, was sich als "Falsch" herausstellt.

Muss das sein ? @Doverex


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Es gibt keinen Gott und es wird auch keinen Gott geben!

08.10.2016 um 11:40
@GyatsoJigme
Zitat von GyatsoJigmeGyatsoJigme schrieb:Sie es aus einer anderen Perspektive. Es gibt kein dauerhaftes Ich, weil alles vergänglich ist.
Natürlich verändert sich alles und auch das Ich.
Wir sind aber immer im Jetzt, gestern war ich so und morgen werde ich so sein aber ich bin immer im Jetzt und nur hier im Jetzt in dieser Zeiteinheit bezeichne ich mich immer als ich.
Den wie sonst willst du deine Person, deinen Geist definieren zum Ausdruck bringen mit anderen kommunizieren?


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Es gibt keinen Gott und es wird auch keinen Gott geben!

08.10.2016 um 11:59
Zitat von Bublik79Bublik79 schrieb:gestern war ich so und morgen werde ich so sein
Eben nicht. Ich mach es etwas ausführlicher, hier entstehen Missverständnisse.

Unser "Ich" ist eine Simulation unseres Gehirns. Dabei wird im Bewusstsein eine Trennung geschaffen zwischen dem individuellen "Ich" und dem Rest der Welt. Wenn wir zB bewusstlos werden, dann haben wir kein "Ich" mehr, weil diese künstliche Trennung durch das Gehirn wegfällt. Eigentlich sind wir ja ein Teil dieser Welt, genau wie ein Baum, oder ein anderer Mensch, aber diese Einheit mit Allem ist uns nicht bewusst, oder wir erfassen sie nur intellektuell, nicht als Erfahrung.

Da wir dieses Bewusstsein der Einheitserfahrung nicht haben, sehen wir uns als "Mittelpunkt der Welt" an, um den sich alles dreht.
In Wirklichkeit sind wir nur Teil einer Gesamtheit und unsere ach-so-wichtige Individualität daher nicht von der Bedeutung, die wir ihr beimessen.

Angeblich filtert das Gehirn 90 Prozent aller Sinneseindrücke gleich wieder aus, weil es sonst mit der Verarbeitung der Informationen
überfordert wäre. Außerdem nehmen wir die Welt aufgrund unserer Konditionierungen durch Erziehung, Gesellschaft und Lebenserfahrung immer durch einen subjektiven Filter wahr, der auf dem Ich basiert.

Wir sagen "Die Frau ist schön, das Essen ist lecker, das Auto super" - ganz selbstverständlich, als wären das unumstößliche Wahrheiten.

Doch eine andere Person findet die gleiche Frau unattraktiv,das gleiche Essen ungenießbar und das gleiche Auto einfach nur langweilig.

"Ich bewerte diese Frau als schön, Ich bewerte das Essen als lecker, Ich bewerte das Auto als super"
Wir sehen niemals die wahre Realität der Dinge, sondern immer eine subjektive Realität des Ich-Filters.
Dennoch identifizieren wir uns völlig mit all diesen Bewertungen und halten sie für absolut und ewig.

Damit kommen wir auch zum nächsten Punkt.

Der Buddhismus lehrt ja , das alles der ewigen Veränderung unterworfen ist und es nichts konstantes gibt - keinen Gott, keine Seele und kein Ich. Denn dein "Ich" ändert sich ständig. Du bist zB geschäftlich erfolgreich - deshalb bist du glücklich.
Doch dieses Glück ist nicht ewig, sondern existiert nur in deinem Bewusstsein.
Schon im nächsten Moment erhältst du trotz deines Erfolgs deine Kündigung.
Du wirst traurig - das bedeutet aber nur, dass dein Bewusstsein sich ändert.

Du fühlst dich gekränkt. wirst wütend. Dadurch ändert sich dein Bewusstsein, also das, was dein Ich ausmacht.
Wer bist du nun? Der Glückliche? Der Traurige? Der Wütende?

Letztlich bist du gar nichts - denn du hast nichts, was wirklich "Du" bist, denn alles sind vorübergehende Eigenschaften, die sich ändern.

Zen-Meister geben ihren Schülern beispielsweise gelegentlich Koan, das sind paradoxe Geschichten, die mit dem Verstand nicht zu lösen sind, da sie über das "Ich" hinausgehen. Da gibt es etwa die Forderung;

"Zeige mir dein wahres Wesen! Zeige mir das Gesicht, das du hattest, bevor dein Vater und deine Mutter geboren wurden!"

Wenn man das jetzt liest merkt man...da ist nichts. Da gab es kein "ich".

Erst unsere Eltern (äußere Einflüsse) haben ein "Ich" entstehen lassen. Genau wie damals, sind wir aber eigentlich "leer"...wie ein Blatt Papier. Alles was wir "Ich" nennen, ist nur von außen daraufgeschmiert worden. In Wirklichkeit sind wir immer noch ein leeres Blatt Papier. Nur weil wir uns einbilden, dass zu sein, womit wir uns identifizieren, halten wir uns für einen tollen Roman - in Wirklichkeit sind wir eine leere Seite.

Der Buddhismus lehrt, wie wir uns von diesen ganzen Illusionen und Verhaftungen mit den Bewertungen befreien können.
Denn jede dieser Dinge ist vergänglich und so leiden wir an der Vergänglichkeit der Dinge, an der Vergänglichkeit des Ich.
Deshalb wird man auch niemals dauerhaft glücklich... es gibt immer etwas das schöner zu sein scheint, die Lösung zu sein scheint...wir sind neidisch auf Andere...das sind die drei Geistesgifte "Hass, Gier, Unwissenheit"

Laut dem Buddhismus sind wir alle leere Blätter, Teil eines großen, leeren Buches und erkennen diese Einheit in der Leerheit nicht.

Dabei bedeutet "erkennen" nicht "intellektuell verstehen", so dass man mit dem Kopf nickt "soso, ich bin also leer...", sondern um die Erfahrung. Diese Erfahrung kann man in der Meditation machen. Durch die buddhistische Praxis löst man sich von den Ich-Mustern und erfährt schließlich ganz konkret, als Nichts ein Teil des Nichts zu sein.
aber ich bin immer im Jetzt und nur hier im Jetzt in dieser Zeiteinheit bezeichne ich mich immer als ich.
Den wie sonst willst du deine Person, deinen Geist definieren zum Ausdruck bringen mit anderen zu kommunizieren?
Es gibt einen Unterschied darin, ob man weiß, das die Art sich auszudrücken fälschlich ist ("Ich" will) oder ob man in einer Welt lebt, in der dies normal scheint, dadurch leidet und nicht weiß wieso man soviel leidet.

Es geht hier um die Erfahrung, alleine zu wissen das man Nichts ist, bringt nichts, wenn man es nicht erfahren hat. @Bublik79


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Es gibt keinen Gott und es wird auch keinen Gott geben!

08.10.2016 um 12:02
@Doverex

Ich werde analysieren, was ich da geschrieben habe und wie ich es meinte.
Zitat von deduxdedux schrieb:Für mich ist ein richtiger Gläubiger aber was ganz anderes, sonst müsste ich Menschen, die den Inhalt der Bildzeitung als Wahrheit glauben auch Gläubige nennen. Echter Glaube hat meiner Ansicht nach eine gewisse Tiefe, die sich im individuellen Bereich auch als echte Wahrheit präsentiert.
Dazu gehört noch das Zitat von GyatsoJigme, auf das ich Bezug genommen habe:
Zitat von GyatsoJigmeGyatsoJigme schrieb:Nun, was ist, wenn du jemanden triffst, der völlig von seinem christlichen Glauben überzeugt ist? Erstmal nicht schlimmes, sogar schön für ihn, in erster Linie, aber in einer Diskussion kannst du da auch gegen eine Wand reden. Er sieht nicht ein, dass es auch andere Wege gibt.
Der Kernsatz für mich ist dabei "Er sieht nicht ein, dass es auch andere Wege gibt."
Diese Art von Glauben ist nach meiner gefühlten Definition kein "echter" Glaube, sondern ein Glaubenssatz oder etwas Geglaubtes, wie auch überspitzt gesagt ein Bildzeitungsinhalt etwas Geglaubtes ist.

Die absolute Basis eines echten Glaubens ist für mich die Gemeinsamkeit und liebevoller Respekt. Jemand, der sagt, dass es nur diesen einen Weg gibt, nämlich gerade den, den er selbst geht, der trifft eine Aussage, die er eigentlich nicht treffen kann.
Seine Aussage ist etwas Geglaubtes.

Den echten Glauben empfinde ich so, dass der Mensch durch eigene Erlebnisse seelisch in die Gemeinschaft rückt und durch Wort und Tat erkennbar ist. Jemand, der seinen Glauben verkörpert. Authentisch und echt, der kein Wasser predigt und Wein trinkt und auch seine dunklen Seiten zumindest zur Kenntnis nimmt.

Was in solchen Diskussionen nach meiner Meinung wichtig ist, ist das "Reinigen des Filters". Wenn gerade ein Fanatiker durchs Bild marschierte und dann ein Lamm erscheint, sollte dieses Lamm nicht aus nachhallender Wut auf den Fanatiker geschlachtet werden.

Es ist die Rückkehr zur inneren Basis, die wichtig ist.


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08.10.2016 um 12:12
@Doverex
Als Nachtrag, "echte" Wahrheit ist mMn. verknüpft mit den seelischen Erlebnissen, die ich oben erwähnte. Aus meiner Perspektive möchte ich gar keine Aussage über etwas Absolutes abgeben aber für mich ist die seelische Bewegung eines Menschen schon "echte" Wahrheit, weil sie erfahren wird. Ich achte persönliche Erfahrungen und stelle sie nicht in einen "höheren" Kontext, um sie zu demontieren. Erfahrung macht uns zu Menschen :)
Wenn jemand nun eine "Wahrheit" irgendwo abschreibt, fehlt der Erfahrungscharakter und die Wahrheit ist nicht "echt".


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08.10.2016 um 12:14
@GyatsoJigme

Es kommt mir vor als müsste Ich immer bewusstlos sein damit es wahr ist und nicht eine Illusion des Ich als Leben.
Wenn ich ein Teil dieser Welt bin dann bezeichne ich diesen Teil als Ich und ein Baum als Baum, auch wenn ich der Einheit bewusst bin.
Ich bin Alles=Alles ist Ich!
Oder wie soll das gehen?

Die Einzige Leerheit war das was ich im Koma erlebt habe, ein Nichts.


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Es gibt keinen Gott und es wird auch keinen Gott geben!

08.10.2016 um 12:21
Zitat von Bublik79Bublik79 schrieb:Es kommt mir vor als müsste Ich immer bewusstlos sein damit es wahr ist und nicht eine Illusion des Ich als Leben.
Musst du aber nicht. Ich sage ja, wir können noch so lange darüber reden, solange man die Leere nicht Erfahren hat (mit buddhistsicher Meditationspraxis beispielsweise) bringt es nichts, zu wissen, das man ein leeres Blatt Papier ist.

Der Buddhismus ist eine Erfahrungsreligion, keine wissenschaftliche Theorie.
Zitat von Bublik79Bublik79 schrieb:Wenn ich ein Teil dieser Welt bin dann bezeichne ich diesen Teil als Ich und ein Baum als Baum, auch wenn ich der Einheit bewusst bin.
Ja, das muss man, weil es die Sprache nicht anders her gibt. Aber sich dem Bewusst zu sein, nur im Form von Wissen, ist wie gesagt nutzlos.
Zitat von Bublik79Bublik79 schrieb:Die Einzige Leerheit war das was ich im Koma erlebt habe, ein Nichts.
Ich erlebe die Leerheit des Ganzen so gut wie bei jeder Meditationssitzung (und jeder von uns wenn man schläft) Am Anfang war es unglaublich erschreckend, weil es sich anfühlte als würde man in ein schwarzes Loch hüpfen, aus dem man dann nicht mehr herauskommt, aber solche Ängste sind normal, produziert von deinem Ego, das nicht mehr beschäftigt wird, und nicht weiter zu beachten gilt.

Es ist erleichternd sich dieser Leere bewusst zu werden, weil man lernt, das alles Leer ist. Und wenn alles Leer ist, dann gibt es keine Gründe dafür beim nächsten Streit oder Konflikt bzw. generellen Lebenssituationen unnötig zu leiden. @Bublik79


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08.10.2016 um 12:27
Wenn es einen echten Code in der Bibel gäbe, der schon im Buch Genesis das Geburtsdatum von Christus Jesus und andere hinweise enthält, würde ihr das dann als Gottesbeweis (die Bibel wurde von zig verschiedenen Menschen geschrieben über einen Zeitraum von mehreren Jahrhunderten) oder als Verschwörung sehen oder wie würdet ihr das sehen?


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08.10.2016 um 12:30
@AnGSt

Könnte ein Beweis sein, könnte nicht sein.

Sollte es Gott geben, gibt es ihn. Wenn nicht, nicht.

Ich würde in jedem Fall weiter meinen Weg gehen, und nicht auf einmal Christ werden, nur weil Gottes Existenz "bewiesen" wäre.


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