Allerheiligen, Allerseelen, Halloween
31.10.2006 um 00:15
Als Halloween wird die Feier des Vorabends vom Allerheiligenfest in der Nacht vom 31.Oktober zum 1. November bezeichnet, die vor allem in Irland und Nordamerika traditionellgefeiert wird. Am gleichen Termin wurde zuvor bereits das alte keltische Fest Samhaingefeiert. Daher glauben einige, dass Halloween auf irisches oder gar keltisches Brauchtumzurückgeht. Historisch oder archaeologisch gibt es allerdings keinen Hinweis darauf, dassman Samhain in vorchristlicher Zeit als Totenfest feierte, oder dass an diesem Tagheidnische Kulthandlungen begangen wurden. Das Wort "Halloween" geht auf das Wort"hallow" (für heiligen, weihen) zurück.
Samhain [ˈsawənʲ](irisch) ist das erste der Hochfeste im keltischen Jahreskreis, das ursprünglich in derNacht des elften Vollmond eines Jahres, aber auch zu Neumond gefeiert wurde.
Esist das Fest, das nach dem keltischen Kalender auf den Winteranfang fiel (siehe auchSteinzeitkalender).
Etymologie [Bearbeiten]Das irische Wort "Samhain",abgeleitet vom altirischen "Samain", "Samuin" oder "Samfuin", bezieht sich auf den 1.November ("lathe na samna" - "Tag des Samhain") und auf das Fest und die königlicheVersammlung, die an diesem Tag ("oenaig na samna" - Samhain Nacht") im mittelalterlichenIrland stattfanden. Die Wortbedeutung wird als "Ende des Sommers" zusammengefasst, wobeidie häufig anzutreffende Schreibweise mit F eine etymologische Analyse aus "Sam"("Sommer") und "Fuin" ("Sonnenuntergang", "Ende") nahe legt. Das altirische "sam"("Sommer") stammt vom prot-Indoeuropäischen "*semo-" ab. Verwandte Wörter sind daswalisische "haf", das bretonische "hañv", sowie das altnorwegische "sumar", die allesoviel wie "Sommer" bedeuten. Ferner ist auch "sáma" aus dem Sanskrit zu erwähnen, wasauch soviel wie "Jahreszeit" heißt.
Inzwischen wird es in der Nacht vom 31.Oktober zum 1. November gefeiert. Wobei eine Feier durchaus auch drei Tage um deneigentlichen Termin herumliegen kann. Laut McBain's Etymological Dictionary of the GaelicLanguage bedeutet "samhuinn" (so die schottisch-gaelische Schreibweise) "Hallow-tide"(holiday), gemeint ist "summer's end". Laut Peter Berresford Ellis Dictionary of CelticMythology ist Samhain darüberhinaus der Name eines Keltischen Gottes, einer der Brüdervon Cian und Goibhniu.
Entwicklung und Bedeutung [Bearbeiten]Diekatholische Kirche hat das Fest Allerheiligen auf den 1. November gelegt - nach Ansichteiniger, um den heidnischen Bräuchen etwas entgegenzusetzen; dagegen spricht allerdings,dass der November-Termin für Allerheiligen zuerst im 9. Jahrhundert in Italien eingeführtwurde, wo Samhain unbekannt war. Der Abend vor Allerheiligen wird im Englischen als Allhallows eve bezeichnet, das sich später zu Hallowe'en bzw. Halloween entwickelte.
Das Samhain/Halloween-Fest symbolisiert den Beginn des dunklen Halbjahres. An diesemTag - so glaubten die Kelten - sei die Grenze zwischen den Welten wie auch an Beltaneoffen. Aus diesem Grund nahm man an, dass die verstorbenen Ahnen in dieser Nacht auf derErde wandeln, um Ihre Verwandten zu besuchen. Um ihnen den Weg zu leiten, stellte manLichter in den Fenstern auf. Andere Interpretationen (z.B. Ellis) sagen, daß die Geisterder Verstorbenen sich an den Lebenden rächen wollen und Unheil bringen. Deswegen war eswichtig sich zu verkleiden um einerseits von den Geistern nicht erkannt zu werden odersie andererseits selbst zu verschrecken. Beide Interpretationen finden sich noch heutesowohl in den leuchtenden Rübengesichtern als auch in den Kürbisfratzen undSpuk-Verkleidungen des Nordamerikanischen Halloweens, das von Irischen Auswanderernverbreitet wurde und mittlerweile auch in Deutschland an Popularität gewinnt.
Keltische Folklore [Bearbeiten]Die Feier des Samhain hat in verschiedensterGestaltung als Feier zu Ehre der Toten überlebt. In Irland und Schottland fand das "Féilena Marbh" ("Feier der Toten") an Samhain statt.
Der Vorabend zu Samhain (SamhainEve, irisch/schottisches Gälisch "Oidhche Shamhna") gilt als eines der wichtigsten Festedes keltischen Kalender und findet meist um den 31. Oktober statt. Es symbolisiert dieletzte Ernte. Im modernen Irland und Schottland kennt man Helloween im gälischen immernoch als "Oíche/Oidhche Shamhna".
Feuer spielten während der Feier eine großeRolle. Selbst noch in christlicher Zeit warfen Dorfbewohner die Knochen desgeschlachteten Viehs in die Flammen. In der vorchristlichen, gälischen Welt kam dem Vieheine herausragende Bedeutung zu. Das englische Wort "bonfire" leitet sich von diesen"Knochenfeuern" ("bone fires") ab, im Gälischen jedoch existiert keine solche Parallele.Als das Feuer entfacht war, löschten die Dorfbewohner alle anderen Feuer. Anschließendentzündete jede Familie ihren Herd im Stillen von der gemeinsamen Flamme; auf diese Weisewurden Einzelfamilien und Dorfgemeinschaft zusammengeschworen.
Gemäß deririschen Mythologie senkte sich in dieser Nacht das große Tor von Scathach, wodurch dieGrenze zwischen den Welten verschwand und die Mächte des Chaos das Reich der Ordnungbetraten; die materielle Welt vereinte sich mit der Welt der Toten. Zu dieser Zeitwandelten die Geister der Verstorbenen und jener, die noch geboren werden sollten, unterden Lebenden. Die Toten konnten zu den Orten, an denen sie gelebt hatten zurückkehren undman ehrte sie mit Speisen und Unterhaltung. In den drei Tagen vor Samhain stirbt derSonnengott Lugh, der an Lughnasadh (1. August) versehrt wurde, durch die Hand seinesTánaiste (Gegenstück oder Erbe), den Herrn der Unordnung (lord of misrule). Lughüberschreitet die Grenze zwischen den Welten am ersten Tag des Samhain. Sein Erbe jedochist ein Geizhals und gibt trotz seines hellen Scheins am Winterhimmel keine Wärme ab underwärmt auch nicht den Atem des Cailleach Bheare, des Nordwindes.
In einigenTeilen Westbrittanniens wird Samhain immer noch durch das Backen der "kornigou"eingeleitet. Dabei handelt es sich um Kekse in Form von Geweihen um an den Gott desWinters zu erinnern, der sein Geweih abwirft, wenn er in sein Reich in der Andersweltzurückkehrt.
Die Römer sahen Ähnlichkeiten zwischen Samhain und ihrem eigenenTotenfest. Dieses allerdings fand um den 13. Mai herum statt.
Im Zuge derChristianisierung wurde das Fest im November zu Allerheiligen am 1. November, gefolgt vonAllerseelen am 2. November. Dementsprechend wurde der 31. Oktober zum Vorabend zuAllerheiligen ("All Hallow's Eve") und die ursprünglichen Überbleibsel des Festes zuEhren der Toten verwandelten sich in das weltliche Fest Halloween.
Neuheidentum [Bearbeiten]Im Neuheidentum und der Religion des Wicca gilt Samhain alseiner der acht solaren Feiertage oder Sabbats. In der nördlichen Hemisphäre feiert man esam 31. Oktober oder 1. November, in der südlichen Hemisphäre am 1. Mai.
NebenBeltane ist Samhain eines der beliebtesten Feste bei Neuheiden. ÖffentlicheSamhain-Rituale ziehen viele Interessenten an. Es ist nach Lammas und Mabon) das letzteder Erntedankfeste. In einigen Traditionen symbolisiert es den Tod der alten Gottheit.
Unter den Sabbaten geht ihm Mabon voraus, Yule folgt danach.
Ausastrologischer Sicht verkündet die Stellung der Pleiaden, der Wintersterne, dieVorherrschaft der Nacht gegenüber dem Tag. Samhain steht am Anfang der dunklenJahreshälfte, die unter der Herrschaft des Mondes steht.